Warum gesagt werden muss, was jeder weiß (III)

von Florian Beck

Grass veröffentlicht ein Gedicht und dann wir über seine Person und über die Reaktion der Presse diskutiert. Aber was ist nun mit dem Gegenstand? »Natürlich« sei Grassens Behauptung, Israel beabsichtige die Auslöschung des iranischen Volkes, ungeschickt formuliert. Wie nun? Dass sie »ungeschickt« formuliert sei, interessiert nur bei einer wahren Aussagen, denn nur bei der können wir hoffen eine wahre Sache besser zu formulieren. Bei einer falschen könnten wir allenfalls fürchten, sie ist so vage und verklausuliert formuliert, dass wir ihren Wahrheitsgehalt nicht dingfest machen können. Aber ist das hier der Fall? Beabsichtigt Israel die »Auslöschung des iranischen Volkes«? Nein. Könnte Israel das »iranische Volk« auslöschen, selbst wenn es Atomwaffen besäße und sie gegen das iranische Atomprogramm einsetzen würde? Nein. Die Behauptung von Grass ist also falsch. Wie geht man mit einer falschen Aussage um? Man kann aufklären, also einen pädagogischen Zweck verfolgen. Allerdings ist das nur dann sinnvoll, wenn man über neue Fakten verfügt oder über bisher unbekannten oder zumindest nicht verbreitete Fakten. Das ist hier nicht der Fall. Grassens Behauptung ist offensichtlich falsch. Offensichtlich Falsches aber für wahr zu halten ist wahnhaft. Dagegen zu argumentieren hat allenfalls therapeutischen Zweck: die Ursachen pathologischen Denkens im Individuum auszumachen und eventuell zu beseitigen. Wir schreiben aber nicht an Grass und können daher auch keine Therapie anbieten.

Nur wenn man von diesem wahnhaften Moment abstrahiert, kann man das Gedicht zum Anlass nehmen der Frage nachzugehen, ob es richtig sei, dass ein Land, das wiederholt von einem anderen mit Auslöschung – nicht nur im militärischen Sinn, sondern mit einer Auslöschung aus dem Buch der Geschichte, also mit totaler Vernichtung – bedroht wurde, sich gegen das Atomprogramm dieses Landes zur Wehr setzt, notfalls mit militärischen Mitteln. Dann muss man aber nicht nur vom Gehalt des Gedichtes absehen, sondern auch davon, warum es offenbar auf so großen Rückhalt stößt.

Was nun? Wir können als Pazifisten eine israelische Militäroperation prinzipiell ablehnen und betonen, dass wir »natürlich« auch die beabsichtigte Vernichtung Israels nicht gutheißen. Dabei müssten wir aber ignorieren, dass ersteres praktisch verhindert werden soll – keine militärische Hilfe für Israel zu leisten steht zumindest in der Macht der Adressaten –, letzteres aber bloße Hoffnung (?) bleibt, für deren Enttäuschung der Autor keine Verantwortung übernehmen will. Andrerseits könnten wir uns zu Politikberatern aufschwingen, erörtern, ob denn ein eventueller Militärschlag tatsächlich im israelischen Interesse läge und so unsere moralische Überlegenheit wahren. Oder wir könnten das Grass’sche Spektakel zum Anlass nehmen, der Frage nachzugehen, unter welchen Bedingungen es zu einem werden konnte.

In der Tat ist es nur unter dieser Fragestellung zu einem internationalen Phänomen geworden. Zwar ist es leider nicht so, dass Antizionismus auf islamische und deutsche Gemüter beschränkt wäre. Dass aber aus dem deutschen Etablissement, zu dem Grass ohne Zweifel gehört, ein eindeutiges Bekenntnis zum Antizionismus kommt: das ist international zum Glück doch bemerkt und diskutiert. Die Sorge, ob Deutschland aufs Neue der Zivilisation den Krieg erklärt und seine geschickte Wortwahl nur eine Maske ist, besteht aus guten Gründen fort.

Es wurde daher durchaus bemerkt, dass Grass zwar auf Widerspruch stieß, gleichzeitig aber großen Rückhalt in der Bevölkerung genoss. Kaum bedacht wird in der deutschen Diskussion, wie kritisch Deutschland nach ’89 und der Eurokrise international gesehen wird. Deutschland wird also mit Sorge gesehen, auch in eher internationsalistischen Medien. Auch wenn die deutsche Elite eher kritisch auf Grass reagiert, scheint die bloße Diskussion das Misstrauen gegen Deutschland zu bekräftigen. Auf mehr kann es ein Gedicht auch gar nicht angelegt haben. Was gesagt werden muss, zieht seine Befriedigung daraus, dass er diskutiert wird. Die Erhebung in das Reich des Diskurses scheint Aufklärung zu intendieren, beabsichtigt aber tatsächlich das Gegenteil. Weil der demokratische Pluralismus nur die Diskussion, nicht aber die Klärung zelebriert, ist es für den Antizionismus schon ein Sieg, kritisch diskutiert zu werden. Wie intelligent design oder die Leugnung des Klimawandels legt es der Antizionismus nicht darauf an, dass seine Meinung geteilt wird, sondern darauf, dass er zur Sphäre der möglichen Meinungen zugelassen wird. Es geht nicht ums diskutieren, und das Einreiseverbot nach Israel drückt diese Erkenntnis aus: Grassens »Argumente« sind dort nicht unbekannt, aber einem Gegenstandswechsel ins Wahnhafte hat man dort aus guten Gründen einen Riegel vorgeschoben: weder Grassens »Argumente«, noch seine persönliche Freiheit (es sei denn, er hätte in Israel Urlaub machen wollen) sind davon affiziert, bloß seine Anmaßung, Teil des Diskurses werden zu wollen.

Innerhalb Deutschlands stellt sich die Sache umgekehrt dar. Grass konnte annehmen, immer schon schon Teil des Diskurses zu sein, egal was er sagen würde. Dass Grass habe Aufsehen erregen wollen aus Gründen der Selbstdarstellung, greift zu kurz. Er hätte seinen Zweck erreichen können, indem er sich mit Hartz-4-Empfängern solidarisiert oder dem deutschen Vorherrschaftsanspruch über Griechenland widersprochen hätte. Er hat das nicht getan, sondern ein Thema gewählt, bei dem er wusste, wissen musste, dass er gerade von jenen Zustimmung bekommen würde, denen angesichts seiner Zugehörigkeit bei der Waffen-SS warm ums Herz wurde. Grass hat nicht einfach seine Meinung zu Israel kundgetan, sondern er hat seine Meinung als ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS kundgetan. Das verlangt keine Interpretation. Im Gegenteil, es ist so offensichtlich, dass man es kaum glauben mag. Selbst bei seinen Kritikern schüttelt man den Kopf. Tom Segev meint, Grass wünsche beinahe Antisemit genannt zu werden. Das könne aber doch niemand wollen.

Immerhin, die Zeit vor dem Pessach-Fest ist die Zeit der Pogrome und dass Grass davon nicht gewusst habe, hieße ihm Debilität oder Dummheit vorzuwerfen. Was Grass »mit letzter Tinte« sagen will – nehmen wir es erst! –, danach hat er auch ein Verlangen. Vielleicht war die Lebenslüge, die ihn umtreibt, nicht die 2006 offenbarte, sondern der Verdacht, nicht auf der Seite der Deutschen zu stehen. Und in der Tat: wenn »52 Prozent der Deutschen der Meinung [sind], dass man mit dem Themenkomplex Israel und Juden zu leicht auf die Nase fallen kann«, dann deutet das nicht auf einen unterschwelligen Antisemitismus hin, sondern auf einen der nach außen drängt und der Deutsche leidet daran, diesem Drang nicht nachgeben zu dürfen. Wenn immer wieder behauptet wird, man dürfe ja nichts sagen, sollte man das ernst nehmen: die ja weit verbreitete Israel-Kritik ist es offenbar nicht, wonach man sich sehnt. Das geht weiter. Man kann nur hoffen, dass der Ruf, den Grass international genießt, groß genug ist, so dass der Inhalt seiner Äußerung und die Zustimmung, die ihr Deutsche gewähren, nicht gleich wieder vergessen wird.


6 Kommentare zu “Warum gesagt werden muss, was jeder weiß (III)”

  1. “Die Sorge, ob Deutschland aufs Neue der Zivilisation den Krieg erklärt und seine geschickte Wortwahl nur eine Maske ist, besteht aus guten Gründen fort.
    Es wurde daher durchaus bemerkt, dass Grass zwar auf Widerspruch stieß, gleichzeitig aber großen Rückhalt in der Bevölkerung genoss. Kaum bedacht wird in der deutschen Diskussion, wie kritisch Deutschland nach ’89 und der Eurokrise international gesehen wird. Deutschland wird also mit Sorge gesehen, auch in eher internationsalistischen Medien.”

    1) Also, das ist schon ein bisschen starker Tobak: Maastricht, die Sparpakete und eine Verweigerung eines israelischen Militärschlags gegen Iran als Kriegserklärung gegen die Zivilisation zu erklären, kurz als neue Quasi-Nazibarbarei.Da begibst du dich schon auf das Gebiet Grassscher Dämonisierungen und Übertreibungen.

    2)Den grossen Rückhalt, den Grass bei der Bevölkerung geniesst, dürfte sich ja aus unterschiedlichen Quellen speisen:Jenen, die besorgt sind in ein neues militärisches Abenteuer ala Irak oder Afghanistan reingezogen zu werden und jenen, die allerdings Israel als Feind wahrnehmen und das Ganze mehr in eine Diskussion umwandeln, ob man als Deutscher überhaupt noch was gegen Israel sagen dürfe.Ob also DIE deutsche Bevölkerung solch ein homogener Block ist, wage ich mal zu bezweifeln.

    3) Wer sind denn die internationialistischen Medien, die Deutschland als neue Gefahr sehen, ausser vielleicht der Sun oder einigen griechischen Boulevardzeitungen?
    Merkel und Deutschland werden doch eher als Modell und Vorbild gesehen, auch bei den internationalen Pew- und Gallup-Umfragen zeigt sich ein positives Bild von Deutschland weltweit.

  2. “Dass Grass habe Aufsehen erregen wollen aus Gründen der Selbstdarstellung, greift zu kurz. Er hätte seinen Zweck erreichen können, indem er sich mit Hartz-4-Empfängern solidarisiert oder dem deutschen Vorherrschaftsanspruch über Griechenland widersprochen hätte. Er hat das nicht getan, sondern ein Thema gewählt, bei dem er wusste, wissen musste, dass er gerade von jenen Zustimmung bekommen würde, denen angesichts seiner Zugehörigkeit bei der Waffen-SS warm ums Herz wurde.”

    Grass hat sich mit Hartz-4-lern solidarisch erklärt und auch einen Aufruf gegen die Santionsmechanismen gegen Hartzlern unterzeichnet.Bezeichnend ist eher, dass die SZ und andere Medien das nie als interessant und berichtenswert ansahen und nie erwähnetn, sondern eben nur das Grassgedicht.Scheinbar kann man mit dem Thema Israel mehr punkten, da hast du schon recht.

  3. “Und in der Tat: wenn »52 Prozent der Deutschen der Meinung [sind], dass man mit dem Themenkomplex Israel und Juden zu leicht auf die Nase fallen kann«, dann deutet das nicht auf einen unterschwelligen Antisemitismus hin, sondern auf einen der nach außen drängt und der Deutsche leidet daran, diesem Drang nicht nachgeben zu dürfen. Wenn immer wieder behauptet wird, man dürfe ja nichts sagen, sollte man das ernst nehmen: die ja weit verbreitete Israel-Kritik ist es offenbar nicht, wonach man sich sehnt. Das geht weiter. Man kann nur hoffen, dass der Ruf, den Grass international genießt, groß genug ist, so dass der Inhalt seiner Äußerung und die Zustimmung, die ihr Deutsche gewähren, nicht gleich wieder vergessen wird”

    Es ist doch eine Tatsache, dass das Thema und Israel und Juden eine sehr sensible Angelegenheit in Deutschland sind.Da kann man allerdings “leicht auf die Nase fallen”.
    Die Zustimmung zu dem Grass-Gedicht als aggressiven Antisemitismus zu sehen, der “nach aussen” dringen will, ist ja auch masslos übertrieben. Wie gesagt: Sehr viele Leute, die Grass zustimmen tun dies eher in der Sorge in einen militärischen Konflikt reingezogen zu werden, der eskalieren kann. Genauso wie Grass falsch liegt, wenn er von der beabsichtigten Auslöschung des iranischen Volkes und der Gefährdung des Weltfriedens spricht, halte ich die Formulierungen, dass die meisten Deutschen im Begriffe seien eine Kriegserklärung gegen die Zivlisation auszurufen oder aber einen aggressiven Anitsemitismus hegten , der nach aussen dränge.

  4. In dem Artikel äussert sich ein wenig die Bahamas/Antideutschenideologie, wonach Deutschland vor allem nur durch die deutsche Ideologie, die im wesentlichen Antisemitismus sei, als des Pudels Kern zusammengehalten werde. Alle Dynamik wird dadurch erklärt. Antikerikaler Antijudaismus, völkischer Antisemitismus, liqudatorischer Antisemitismus, Antizionismus–1 Konstante in Deutschland, nur in anderen Formen we ein Chamäleon und dann noch exportiert in muslimische Länder.
    Ich halte diese Erklärungsweise für zu monokausal und irreführend, da sie Deutschlands Geschichte und innen-sowie aussenpolitsche Dynamik nur als Verhältnis Deutschen-Juden reduziert.

  5. Es sind doch immer diese antideutschen Bahamatreuen Prozionisten und dann die multikulturellen Antizionisten wie der Migrationsblog ala Leo Brux, die als Fokus aller Betrachtungen deutscher Innen-und Aussenpolitik, ja der Weltpolitik immer das Verhältnis Deutsche-Juden/Israel als zentral in den Mittelpunkt rücken wollen.Greade so als geben es nicht Zig Weltakteure, denen das Thema am Arsch vorbeigeht.

  6. Mal eine andere Sicht auf Grass und seine Waffen-SSmitgliedschaft. Zumal eben auch die Frage, warum Grass für dieselben Anischten kritisiert wird, die auch Helmut Schmidt vertritt:

    “Beim Häuten der Lügen

    Bei der medialen Hinrichtung von Günter Grass ist kein Totschläger schwer genug. Für die einen ist er immer noch SS-Mann, für die anderen will er zusammen mit Ahmadinedschad Israel von der Landkarte tilgen.

    Von Wolf Staudt

    Günter Grass als neuer Hitler? Darauf muss man erst Mal kommen. Ausgerechnet Beate Klarsfeld, die Kandidatin der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten, zog den infamen Vergleich. Sie zitierte aus einer Drohrede, die Hitler 1939 gegen “das internationale Finanzjudentum” gehalten hatte, und fuhr dann fort: Wenn man den Ausdruck “das internationale Finanzjudentum” durch “Israel” ersetze, “dann werden wir von dem Blechtrommelspieler (gemeint: Grass) die gleiche antisemitische Musik hören”. Ihre rhetorische Frage: “Wenn Grass sich mit seiner magischen Brille im Spiegel anblickt, sieht er heute den Literaturnobelpreisträger oder einen alten Waffen-SS?” (Grammatikfehler im Original)

    Der Totschläger „Waffen-SS“ findet sich in vielen Angriffen gegen den Schriftsteller. »Günter Grass hat zwar die Waffen-SS verlassen. Aber offenbar hat die Judenfeindschaft der Waffen-SS Günter Grass niemals verlassen«, so Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Einmal Nazi, immer Nazi – das ist ist die Gleichung, die aufgemacht wird.

    Dabei war Grass niemals Nazi. Im Jahr 2006 berichtete er erstmals über seine Kriegserfahrungen. Demnach hatte er sich 1944 ursprünglich zur Marine gemeldet, wurde aber stattdessen zur Waffen-SS gezogen. Diese Angabe ist glaubhaft: Wie der Historiker Bernd Wegner in seinem Standardwerk Hitlers politische Soldaten darlegt, war die zwangsweise Rekrutierung zur Waffen-SS seit 1942 der Normalfall. Die Behauptung, Grass habe sich aus freien Stücken zu Hitlers Totenkopfverbänden gemeldet, war ursprünglich in einer Biographie von Michael Jürgs enthalten gewesen, musste aber nach Klage von Grass zurückgezogen werden.

    Grass wurde mit 17 Jahren Soldat. Nach eigenen Angaben war er nicht an Kriegsverbrechen beteiligt, hat nicht einmal einen Schuss abgegeben. Seriöse Kritiker werfen ihm deswegen auch nicht seine SS-Vergangenheit vor, sondern das lange Verschweigen derselben – 62 Jahre lang, bis 2006 sein Buch Beim Häuten der Zwiebel erschien. An der Kritik ist zumindest so viel richtig, als Grass bis dahin immer als schneidender Ankläger der mangelnden Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit in der Bundesrepublik aufgetreten war und aus diesem Grund auch die Wiedervereinigung abgelehnt hatte („Deutschland denken heißt Auschwitz denken“, Grass 1990). Doch in der aktuellen Debatte wird dieser Vorwurf auf den Kopf gestellt: Nicht die Tatsache, dass Grass selbstgerecht Deutschland allzu lange die demokratische Mündigkeit abgesprochen hatte, wird ihm angelastet, sondern genau umgekehrt, dass er jetzt auf diese demokratische Mündigkeit pocht. Wir dürfen nicht wieder mitschuldig werden, ist sein Credo. Ihr seid schuldig und bleibt schuldig, also schweigt – tönt es zurück.

    Dabei vertritt Grass im Grunde gegenüber Israel keine andere Haltung als Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Der hatte im April 2010 seine Nachfolgerin Angela Merkel kritisiert, sie neige “aus dem Bewusstsein heraus, belastet zu sein mit der Verantwortung, dass sich so etwas wie der Genozid an den Juden niemals wiederholen darf, zu Übertreibungen”. Konkret: “Zum Beispiel dazu, die Sicherheit Israels als einen Teil der deutschen Staatsräson anzusehen.” Für Israels Sicherheit mitverantwortlich zu sein, sei eine “gefühlsmäßig verständliche, aber törichte Auffassung, die sehr ernsthafte Konsequenzen haben könnte”. Wenn es beispielsweise zum Krieg zwischen Israel und Iran käme, “dann hätten nach dieser Auffassung die deutschen Soldaten mitzukämpfen”. Die Ähnlichkeit der Auffassungen von Grass und Schmidt resultiert gerade aus ihrer Kriegserfahrung: Weil diese Generation weiß, was töten und sterben bedeutet, traut sie den humanitären oder antifaschistischen Rechtfertigungen der postmodernen Militärinterventionen nicht über den Weg. Die Vergangenheit hält sie gerade nicht, wie Grass etwa von Klarsfeld und Graumann unterstellt wird, in ihrem Bann – sondern hat sie klüger gemacht.”