Nein zu Moscheen–Ja zu säkular-multikulturellen Treffs

Viele Multikultimenschen meinen, dass eine Moschee in jedem Dorf und jeder Stadt ein Ausdruck von Toleranz und Integration sei.Dementsprechend gibt es inzwischen mehr als genug Initiativen, die den Moscheenbau aus Angst vor einer Islamisierung Deutschlands und vor einem Kulturverlust des christlichen Abendlandes sehen und mobil dagegen machen.Streitigkeiten um die architektonische Gestaltung sind da noch das Mindeste, gern verwiesen wird auf das Minarettverbot der Schweiz.Aber diese Formalitäten lenken von der eigentlichen Frage ab, wie man inhaltlich zu der Multikultiforderung steht, jetzt jedem „Muslim“eine Moschee zu genehmigen.

Ich selber bin gegen neue Moscheen, aber aus anderen Gründen aus denen dies die meisten Moscheegegner sind. Ich sehe keine Gefahr einer Islamisierung Deutschlands. Dazu gibt es zu wenige Muslims und wrden es auch bei weiterer Immigration sein (denn die meisten Neumigranten werden aus den EU-Staaten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit hervorgehen). Ich sehe auch keine zu verteidigende (judeo-) christliche Tradition in Deutschland, zumal judeo-christlich wohl ein Hohn ist angesichts der antisemitischen Geschchte Deutschlands und des Holocausts– eher das Gegenteil: Die Aufklärung als Modernisierer der deutschen Kirchen.Dennoch bin ich gegen die Förderung von Moscheenbauten.

Zum ersten: Eine Moschee bedeutet die Herausbildung eines konservativen Milieus und einer Kulturzentrale, bei der Muslime „unter sich“ bleiben. Meist gehen diese Moscheen mit Tourismusbüros (die den Hadsch nach Mekka offerieren) und anderen Halalshops bis hin zur Kopftuchmodeshops einher, die eher eine Zementierung muslimisch-konservativer Einstellungen bedeuten statt eben Öffnung zu und Tolerierung anderer Wertevorstellungen.Zweitens wird kein Angebot für all jene agnostischen und säkularen Muslime offeriert, die Islam als Familientradition sehen, aber nie in die Moschee gehen oder auch sonst von Religion nichts wissen wollen.Laut einer Studie, die im TV-Sender Phönix zitiert wurde, gibt es 4 Millionen Muslime in Deutschland, aber nur 0,5 Millionen Muslime praktizieren ihren Glauben. D.h. für die überweigende Mehrheit der 3,5 Millionen „Muslime“ ist Religion eine Familientradition und Privatangelegenheit, deren wegen man in keine Moscheee gehen muss.Von diesen 3,5 Millionen Muslimen sind zudem sehr viele Agnostiker.Sie werden ausgegrenzt durch diese multikulturelle Präferenz, jeden „Muslim“ mit einer Moschee beglücken zu wollen oder aber sollen dann in Moscheen gehen, weil es plötzlich alle so machen. Drittens entsteht durch solch eine Moschee ein gesellschaftlicher Zwang, in diese gehen zu müssen.Mein Gegenvorschlag ist es multikulturelle Treffpunkte zu schaffen, wo es Fortbildungs- und Freizeitangebote für alle gibt und die Biodeutschen mit den „Ausländern“ sich treffen und kommunizieren können. Dadurch, dass diese Treffs nicht religiös und ethnisch vorbestimmt sind, verhindert man eine Ausgrenzung sowohl von nichtreligiösen Menschen, die die Bevölkerungsmehrheit sowohl in der sogenannt muslimischen wie auch der deutschen Bevölkerung ausmachen und ethnische Ausgrenzung. Solche Zentren sollte man in jeder Stadt und Gemeinde einrichten anstatt sich einseitig auf die angeblich progressive Formel vom Moscheenbau zu verlassen.Multikulturelle Treffs fördern die Integration, Moscheen behindern diese.

 

Man sollte die Biodeutschen und Ausländer zusammenbringen in gemeinsamen Bildungs- und Freizeitzentren, die nicht eine religiöser Treffpunkt sind, sondern säkulare Treffs sind, Computerkurse, Gameconventions, Partys, Diskussionsabende, etc anbieten, wie dies ja teilweise schon in Jugendzentren geschieht und die sogenannten Muslime aus ihren religiösen Zusammenhänge, aus der Indokrination von DITIB, Gülenbewegung und sonstigen islamischen Vereinen herauslösen und sie mit anderen Mewnschen zusammenbringen, wie es auch sehr viele säkulare Muslime gibt, die lieber andere Treffmöglichkeiten als Moscheen hätten (insofern sie nicht Shishaschmauchend beim Tee glücklich und glücksspielend in einem türkischen oder arabischen Zockercafe abhocken). Aber es fällt schon auf, dass alle Multikultimenschen von den türkischen und arabischen Ausländern seit 9/11 nur noch als Muslimen und zutiefst religiösen Lichtgestalten reden und ihnen möglichst viele  Moscheen und Islamunterricht  verpassen wollen statt säkulare Multikultizenten und Ethikunterricht zur Integration zu fördern. Scheinbar haben die Multikultimenschen ihren eigenen säkularen Anspruch schon längst aufgegeben.Integration sieht anders aus.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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10 Responses to Nein zu Moscheen–Ja zu säkular-multikulturellen Treffs

  1. Ralf Ostner sagt:

    Ein Freund kommentierte:

    „Natürlich sollte die Aufklärung weiter die Leitlinie menschlicher Gesellschafren sein. Das alleine wird einer hochtechnisierten
    Gesellschaft gerecht.
    Als Althistoriker und besonders als Vor-und Frühgeschichtler, also Archäologe muss ich ein paar Argumente gegen den totalen
    Säkularismus anführen.
    Religiösität und diverse religiöse Glaubenssysteme begleiten die menschliche Gesellschaft seit Jahrtausenden. Im Westen begann die
    Säkulariisierung erst mit der Aufklärung – präzise politsich mit Cromwell in England und in Frankreich mit der Revolution. Im Rest der Welt bgann dieser
    Prozess sehr viel später.
    Für die Menschen war Religion nicht nur ein Zeichen kultureller Identität, sondern auch Kosntante im Leben und Sterben. Daneben enststanden die ersten Gesetze
    – wie ich dir bereits erklärt habe – auf religiöser Basis.
    Wenn man nun Menschen islamischer Religionszugehörigkeit das Recbt nimmt, ihre Moscheen zu bauen, dann zwingt man sie zum teilweisen Identitätsverzicht. Die
    alternde Gesellschaft braucht diese Menschen aber. Woher wissen manche Zeitgenossen, dass sich der Islam im Westen nicht weiterentwickelt? Weshalb soll
    die laizistische Gesellschaft nicht auf die islamichen Gemeinden einwirken?
    Zum Abschluss komme ich auf die Archäologie zurück. Jede Gesellschaft und folglich jede Landschaft hat im Lauf der Jahrtausende viele kulturelle Wandlungen erlebt. Das zu erforschen, ist eben interessant und auch nachweisbar. Da weigere ich mich, solche Wandlungen – wie ein trotziges Kind – verhindern zu wollen. Ich wünsche mir auch eine säkulare Gesellschaft. Nur weiß ich auch, dass man den Großteil der Menschen damit überfordert.
    Dann mal ganz praktisch: Ein Verbot des Moscheenbaues wird dann höchstens Katholiken zum Aufquietschen bringen. Und diese freuen sich dann nicht über einen laizistischen Staat, sondern hetzen – widerwärtig – gegen die Anhänger anderer Religionen los.“

  2. Ralf Ostner sagt:

    Ein anderer Freund kommentierte:

    „Lieber Ralf,
    ich weiss zwar nicht so recht, wen oder was Du mit „Mulitkultimenschen“ meinst, aber irgendwie zähle ich mich als Grüner angesprochen.
    Ich kann Dir jedenfalls versichern, dass ich und die meisten anderen in meinem Grünen Umfeld es keineswegs für einen Ausdruck von Toleranz und Integration halten, wenn „in jedem Dorf und jeder Stadt“ eine Moschee steht.
    Ich glaube, dass die Frage der Integration der Einwanderer, die nach Deutschland gekommen sind und hier bleiben werden, ein wichtige und ernste Frage ist. Auf dem Feld der Integrationspolitik – bzw. unterlassener Integrationspolitik – wurden in Deutschland schon viele Fehler gemacht. Das ist eine sensible und heikle Angelegenheit, die sich m.E. nicht für Polemik eignet. Und Übertreibungen wie „in jedem Dorf eine Moschee“ sind für eine Diskussion dieses Themas von geringem Wert.
    Als Atheist sind mir Moscheen ebenso wie alle anderen Sakralbauten zunächst einmal ein bisschen suspekt. Klar ist aber, dass mein Atheismus – und die Möglichkeit mich offen dazu zu bekennen – historisch aus dem Grundrecht der Religionsfreiheit hervorgegangen ist. Dieses Recht ist es also wert, verteidigt zu werden – und das schliesst auch die Möglichkeit mit ein Sakralbauten zu errichten, in denen man seine Religion praktizieren kann, wenn man will – völlig unabhängig davon, um welche Religion es sich handelt.
    Ich halte daher die Frage, ob man „für oder gegen neue Moscheen“ sei, ehrlich gesagt für reichlich oberflächlich und in ihrer Fixierung auf eine bestimmte Religionsgemeinschaft auch für merkwürdig. Wenn Du, wie Du schreibst, keine Angst vor der Islamisierung Deutschlands hast, wieso fragst Du nur nach Moscheen und nicht nach dem Recht zum Bau von Kirchen, Synagogen, etc.? All die Argumente, die Du gegen Moscheen anführst, liessen sich auch auf andere Religionsgemeinschaften anwenden.
    Wobei ich einige Deiner Argumente auch nicht so ganz verstehen kann. Eine Moschee ist für diejeinigen da, die hingehen wollen – wer nicht, will darf zu Hause bleiben. Hier von Ausgrenzung zu reden, finde ich nicht schlüssig. Eine Religion ist keine Veranstaltung für jedermann. Wer keine Lust auf organisierte Religionsausübung gemeinsam mit anderen hat, der lässt es halt bleiben. Auch das gilt natürlich nicht nur für Moslems, sondern für uns Atheisten und Millionen von lauen Christen, die nur an Weihnachten, zur Taufe oder überhaupt nie zur Kirche gehen. Die grenzen sich selbst aus – und es ist ihr gutes Recht, das zu tun. Und wieso unterstellst Du, es gebe bei islamischen Gotteshäusern einen Zwang dorthin zu gehen – nicht aber bei christlichen, jüdischen etc.?
    Wir haben in München an die 70- 80.000 Moslems – und nur zwei richtig Moscheen (kommen noch ein paar Gebetsräume dazu, die aber nicht extra für religiöse Zwecke gebaut wurden). Wenn sich hier also Geldgeber finden würden – wir reden hier ja schliesslich nicht von Steuergeldern – für eine oder auch mehrer weiter Moscheen, wäre das keine Überraschung. Mag ja sein, dass Dir multikulturelle Treffpunkte lieber sind als Moscheen. Aber warum sollten fromme Moslems multikulturelle Treffpunkte bauen wollen? Sie wollen eine Moschee und das ist ihr gutes Recht.
    Ich als aufgeklärter Atheist kann dazu nur sagen, dass dem friedlichen Zusammenleben bestimmt besser gedient ist, wenn alle Menschen ihre Grundrechte geniessen dürfen, als wenn man für bestimmte Religionen oder Weltanschauungen Sonderregeln erfindet.“

  3. Ralf Ostner sagt:

    „Wobei ich einige Deiner Argumente auch nicht so ganz verstehen kann. Eine Moschee ist für diejeinigen da, die hingehen wollen – wer nicht, will darf zu Hause bleiben.“

    Eben: Der Rest „darf“ zu Hause bleiben.Das Interesse gilt nur für die Religiösen, der Rest möge schauen, wo er bleibt.Hier fällt mir eben auf, dass wir bei Ausländern seit etwa einem Jahrzehnt und 9-11 nur noch von Muslims sprechen und diese alle als gläubige Menschen stigmatisieren.Ich glaube es gibt einen sehr grossen Anteil der sogennanten Muslime, die Agnostiker und säkular sind, die in keine Moschee gehen wollen, aber dennoch gerne andere Leute treffen wollen. Da finde ich eben die Idee von multikulturellen Begegnungstreffs (vielleicht mit Internatcafe, Schachclub, Tischtennisplatte,etc., Freizeit- und Fortbildungsangeboten) nicht falsch.Es wundert mch eben, dass diese Idee gar nicht von den Grünen und anderen Multilkultimenschen überhaupt in Erwägung gezogen wird und auch noch nie als Forderung aufgegriffen wurde, sondern man sich damit begnügt nur Moscheenbauten zu unterstützen.

  4. Ralf Ostner sagt:

    Bei einem multikulturellen Zentrum wäre es eben möglich, religiöse und nichtreligiöse, Deutsche und „Ausländer“ , Mann und Frau und Transexuelle zusammenzubringen. Dies ist eben in einer Moschee (die zumal nur Männer betreten dürfen), Synagoge, christlichen Kirche nicht möglich, da diese eben gewisse Gruppen ausgrenzen werden. Zudem: Jeder Sakralbau ist eine Volksverdummungsmaschine, der eben mittels einer Bldungsmaschine ala Multikulturellem Zentrum (MKZ) entgegengehalten werden sollte. Da die Christen; Hindus , Buddhisten und Juden ohnehin nicht beabschtigen neue Sakralbauten zu errichten, ja, die christlichen Kirchen sogar versuchen ihre ehemaligen Sakralbauten kommerziell zu vermieten, sondern vor allem nur die Muslimverbände neue Moscheen zu bauen, stellt sich diese Frage bei anderen Religionen nicht.Meinetwegen sollen sie auch ihre Moscheen bauen, aber unter dem Vorbehalt, dass für jede Moschee auch ein Multikulturelles Zentrum gegründet wird.Ich finde es befremdlich von den Grünen und den Multikultimenschen, dass sie sich aktiv für Moscheenbau einsetzen, aber eben nicht für andere Alternativangebote wie MKZs.

  5. Ralf Ostner sagt:

    Ein weiterer Freund kommentierte:

    „So lange von christlicher Seite (einschließlich Bundesregierung) im Namen des Rechts auf freie Religionsausübung von muslimisch geprägten Staaten und Gesellschaften gefordert wird, den Bau christlicher Kirchen zuzulassen, kann die erstere kaum den Bau von Moscheen in den eigenen Ländern verbieten.Dein Gegenvorschlag läßt völlig außer Acht, wie religiös geprägte Menschen denken und empfinden und dürfte daher völlig unrealistisch sein.“

    Mein Kommentar hierauf:

    „Darum geht es ja gerade bei dem Gegenvorschlag: Auch mal die Agnostiker und Säkularen bei den „Muslimen“ einen Raum zu schaffen.Seit etwa 10 Jahren und vor allem seit 9-11 redet man von Ausländern nur noch unter dem Label „Muslime“. Das verkennt, dass ein Grossteil dieser Menschen gar nicht sonderlich religiös ist und auch in keine Moschee geht. Alle Welt redet von den Musimen und dass man ihnen Moscheen bauen müsse, um sie zu beglücken.Das ist der traditionelle Multikulturalsismus mit seinen Migrationsbeauftragten, die hier meinen ein Monopol auf Multikulturalimsus zu haben und einen sehr antisäkularen Begriff von der Sache haben, ja diese nur mit Religion auszufüllen meinen. Um die Muslimverbände kümmert sich heute jeder, um die „muslimschen“ Agnostiker, für die der Islam mehr Familientradition denn Glaubensbekenntnis ist kaum einer. Das sollte man ändern.Die von mir vorgeschlagenen Multikulturellen Zentren sollen auch nicht vor allem religiöse Muslims als Zielgruppe haben, wenngleich allen offen stehen.“

  6. Ralf Ostner sagt:

    „So lange von christlicher Seite (einschließlich Bundesregierung) im Namen des Rechts auf freie Religionsausübung von muslimisch geprägten Staaten und Gesellschaften gefordert wird, den Bau christlicher Kirchen zuzulassen, kann die erstere kaum den Bau von Moscheen in den eigenen Ländern verbieten.“

    „Verbieten“–wo habe ich denn etwas von verbieten gesagt? Ich bin gegen gesetzliche Verbote, Moscheen zu bauen wie auch bei anderen kirchlichen Bauten und wo in dem Artikel soll ich das denn gefordert haben?. Es geht allein um die Frage, ob man den Bau von Moscheen als integrationsfördernd sieht oder eben nicht. Da komme ich zu dem Schluss, dass sie nicht integrationsfördernd wirken, sondern eben nur ein muslimisch-konservatives Milieu stärken.Deswegen sollte man das als säkularer Mensch nicht aktiv unterstützen ,sondern sich eher aktiv für Multikulturelle Zentren einsetzen, die diese religiösen und ethnischen Barrieren abbauen.

  7. Ralf Ostner sagt:

    Ein Freund schrieb mir:

    „Es ist eine reine Kopfgeburt sich vorzustellen, dass Schwule, Buddhisten, Transsexuelle, fromme Moslems und Katholiken, Atheisten und Agnostiker darauf warten, einander in Multikulturellen Zentren zu begegnen. Wie kommst Du eigentlich darauf, dass sie das wollen? Du wünschst Dir, dass sie das wollen – aber mit ihren tatsächlichen Bedürfnissen hat das doch ziemlich wenig zu tun. Gerade die besonders Frommen aller Couleur suchen die Gesellschaft von ihresgleichen. An die Nichtgläubigen wenden sie sich doch meist nur in Missionierungsabsicht.
    Außerdem: Selbst wenn ich Dir zustimmen würde, dass es gesamtgesellschaftlich einen Bedarf an mehr Wissen, Verständnis und grösserer Toleranz gegenüber Menschen verschiedener Lebensformen gibt, und dass Multikulturelle Zentren dies befördern könnten, so könnte ich nicht akzeptieren, dass Du diese Idee gegen den Bau von Moscheen ausspielst, bzw. den Bau von Moscheen obligatorisch an die MKZ knüpfst.
    Das eine hat nämlich mit dem anderen nichts zu tun. Der Bau einer Moschee, Kirche etc. ist ein Grundrecht (ich weiß, ich wiederhole mich), das Du nicht einfach einer bestimmten Religion verwehren darfst. Ein MKZ dagegen wäre eine staatliche Aufgabe und aus Steuergeldern zu finanzieren. Auf gar keinen Fall kannst Du Moslems, die eine Moschee bauen wollen, auch noch die Investition für ein MKZ abverlangen, während andere Religionen dies nicht tun müssen.
    Spielt es in Deinen Überlegungen eigentlich irgendeine Rolle, dass unser GG die Religionsfreiheit garantiert? M.E. ist das ein eminent wichtiges Grundrecht, denn es verhindert, dass sich die Menschen wegen religiöser Fragen die Köpfe einschlagen, wie sie es in Europa ein paar Jahrhunderte lang getan haben. Du kannst in dieser Debatte nicht einfach ignorieren, dass dieses von der Aufklärung erkämpfte Grundrecht enorm zur Befriedung der europäischen Gesellschaften und der europäischen Staaten untereinander beigetragen hat. Auch wir Atheisten berufen uns ja darauf.
    Mein Eindruck ist, dass Dir ganz einfach die Ausbreitung des Islams Kopfschmerzen macht. Kann ich ja verstehen, mir wären mehr Agnostiker und Atheisten auch lieber als mehr Moslems. Aber die Verhältnisse, die sind nicht so…. Wir müssen unsere Einwanderer schon so akzeptieren wie sie sind – innerhalb der Grenzen, die das GG gesteckt hat, versteht sich. Die Annahme, man könnte sie zu weniger religiösen Menschen machen, indem man sie in eine ideologische Zwingburg steckt, bevor sie in die Moschee dürfen, ist einfach realitätsfremd. So etwas funktioniert grundsätzlich nur auf der Basis von Freiwilligkeit.“

    Ich antwortete:
    Na immerhin siehst du ja in der Aufklärung etwas Positives. Fraglich nur, warum du dann unbedingt Religiöses (Moscheen) fördern willst und nicht Säkulares (z.B. Multikulturelle Zentren).Ebenso ist es schon bezeichnend, dass einem hier unterstellt wird, man wolle Leute zwingen in solche Multikulturellen Zentren zu gehen („Zwingburg“). Natürlich wäre dies auf Freiwilligkeit aufgebaut: Eine Begegnungsstätte, in der es Internetcafe, Sportaktivitäten, Schachclub, Freizeit- und Fortbildungsangebote (jedoch nicht religiöser Natur) gibt. Es geht erst einmal darum so etwas anzubieten. Wenn es nicht angenommen wird, dann eben nicht. Wenn es angenommen wird, dann auch gut.
    Es besteht aber die Notwendigkeit dazu so etwas zu fordern und sich eben nicht wie die meisten Multikultimenschen damit zufrieden zu geben nach dem bisherigen Motto „Moscheebau ist genug Integration und unbedingt zu fördern“.Das Huapthindernis besteht doch aus zwei Gründen:
    1) Dass sich eine Immigrationsbürokratie aufgebaut hat wie z.B. die Migrationsgruppe, die Leute aus dem muslimischen Raum nur noch religiös wahrnehmen und fördern wollen. 2)Dass Multikulturelle Zentren eben eine staatliche Aufgabe wären, die Geld kosten würden–in Zeiten von EU-Spardikaten und Austeritätspolitik, der sich auch die SPD und die Grünen angeschlossen haben also wenig beliebt.Nicht finanzierbar quasi.Damit ist diese Idee doppelt gestorben, aber nicht deswegen weil sie nicht sinnvoll wäre!!

  8. Ralf Ostner sagt:

    Dazu:

    „Gerade die besonders Frommen aller Couleur suchen die Gesellschaft von ihresgleichen. An die Nichtgläubigen wenden sie sich doch meist nur in Missionierungsabsicht.“

    Genau–die sich vor allem religiös verstehenden Muslime wird man nicht erreichen. Ziel der Multikulturellen Zentren wäre, die grosse Zahl von muslimischen Agnostikern zu erreichen, die nicht in eine Moschee gehen, aber sich auch mal mit anderen Leuten ausser in ihrem Dunstkreis treffen wollen.Die ignoriert ihr völlig mit eurem Moscheenbauschmarrn.Die existieren gar nicht für euch–die grenzt ihr faktisch damit aus.Und: Es gibt ja schon mehr als genug multikulturelle und multiethnische Jugendzentren–warum sollte das nicht für Erwachsene möglich sein?

  9. Ralf Ostner sagt:

    Der multikulturelle Freund von den Grünen schrieb dazu:

    „Contenance, Ralf.
    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht den Eifer, mit dem Du Dich gegen Moscheen aussprichst. Sollen doch diejenigen, die eine Moschee wollen, sie bauen und dann darin beten können. Die anderen müssen weder dafür zahlen noch hingehen. Die Politik hat da nach meiner Auffassung keine andere Rolle zu spielen, als dies nach Recht und Gesetz (Grund- und Baugesetz) zu ermöglichen.
    Mit multikulturellen Zentren haben die Moscheen zunächst mal nichts zu tun. Und tabu ist hier so schnell nichts. Aber was soll ich sagen? Wir machen hier schon ein paar Jährchen Integrationspolitik, aber so ein MuKuZ wurde bisher noch nicht diskutiert oder vorgeschlagen. Weder aus den Kreisen der organisierten Migranten, noch aus dem Ausländerbeirat, noch von den Deutschen, die sich hier fachlich mit dem Thema Integration befassen. Und wenn ich ehrlich bin, hat mich Dein Konzept bisher auch noch nicht überzeugt.“

    Meine Antwort:

    „Die Tatsache, dass die staatliche Förderung von Multikultizentren noch nie eine Forderung der Migrantenverbände, der Muslimverbände (das wundert mich natürlich überhaupt nicht!!!) , der Grünen, der SPD oder der Linkspartei waren kann man nun zweierlei lesen: Als Absurdität des Vorschlages oder aber als das grosse Versäumnis und mangelnde Vorstellungskraft eurerseits.Das ist natürlich schwer selbstkritisch einzugestehen.Du packst mich in Solidarität zu eurem grünen Oberajatollah Leo Brux natürlich in die Schublade der völligen Absurdität. Ralf, der sektiererische Spinner und Aussenseiter–wenn wir nicht auf so was gekommen sind, wer denn sonst? Denk´lieber nochmals in Ruhe über meinen Vorschlag nach–die Tatsache, dass es Tausende von multikulturellen Jugendzentren in Deutschland gibt, sollte dir klarmachen, dass eine Ausweitung solcher Freizeit- und Fortbildungsinstitutionen auf Erwachesenenebene eigentlich nchts argumentativ entgegenzusetzen ist.Zumal: Ich habe überhaupt noch kein „Konzept“ vorgeschlagen. Die konkrete inhaltliche Gestaltung wäre natürlich eine Sache von Experten.Aber die Grundidee ist halt nicht falsch, ausser eben der Kostenfrage!“

  10. Ralf Ostner sagt:

    Der Althistoriker schrieb:

    „Zum Abschluss komme ich auf die Archäologie zurück. Jede Gesellschaft und folglich jede Landschaft hat im Lauf der Jahrtausende viele kulturelle Wandlungen erlebt. Das zu erforschen, ist eben interessant und auch nachweisbar. Da weigere ich mich, solche Wandlungen – wie ein trotziges Kind – verhindern zu wollen. Ich wünsche mir auch eine säkulare Gesellschaft. Nur weiß ich auch, dass man den Großteil der Menschen damit überfordert.
    Dann mal ganz praktisch: Ein Verbot des Moscheenbaues wird dann höchstens Katholiken zum Aufquietschen bringen. Und diese freuen sich dann nicht über einen laizistischen Staat, sondern hetzen – widerwärtig – gegen die Anhänger anderer Religionen los.”

    Meine Antwort:

    1)Das ist das althistorische Geschwätze von der angeblich ewigen Religiosität des Menschen per se und an sich. Fakt ist: Von den 4 Millionen sogenannten „Muslimen“ in Deutschland praktizieren nur 0,5 Millionen den Islam–den anderen 3,5 Millionen „Muslimen“ sind Moscheen egal oder sie lehnen sie ab, zumindestens gehen sie nie in eine, sondern feiern maximal noch Ramadan als Familienfest wie wir Christen und Agnostiker dies an Weihnachten machen.Das ist eine klare Säkularisierungstendenz und man würde eben die 3,5 Millionen agnostoischen Muslime faktisch „überfordern“ und unter Zugzwang setzen, wenn man Moscheen baute, vor denen sie ja eben gerade ihre Ruhe haben wollen weil sie eben Religion als Privatangelegenheit sehen.
    2) Von einem „Verbot von Moscheen“ wurde in dem gesamten Artikel nichts geschrieben. Das ist eine Projektion und Unterstellung. Es ging darum, sich nicht aktiv für Moscheenbau einzusetzen, sondern aktiv Multikulturelle Zentren zu unterstützen.Zur letzteren Forderung sagt unser Althistoriker gar nichts. Er könnte ja auch sagen, dass die Säkularisierung der langfristige historische Trend ist, aber das zeigt eher die Vorprägung des Autors durch seine eigenen Vorurteile.

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