Westliche Perzeption russischer Frauen: Feme fatale, Sexmaschine, Gangsterbraut und zaristische Aristokratin

Schon zu Opas Landserzeiten um Stalingrad und Woronesch, waren die russischen Soldatinnen als furienhafte, männermordende und gliedabschneidende Flintenweiber und  Monster beschrieben. Konsaliks Ninotschka aus der Taiga und Steiners Eisernes Kreuz waren davon noch die abmildernden Varianten.Während der Zeit des Kalten Krieges waren die Ost-Westkontakte zwischen Männern und Frauen recht beschränkt. Mit Ausnahme von Agenten-  und James-Bond-Filmen, wo die russische Agentin aus der Kälte kam, beschränkten sich diese Kontakte filmisch mehr auf die Spyworld.Schon damals war das Image der östlichen Frauen: smart, sexy und tough. Mit dem Fall der Mauer wurde das Bild osteuropäischer Frauen vor allem durch die ersten erfolgreichen Businesswoman des Ostens, kapitalitisch potenten Pornostars wie der Tschechin Theresa Orlowski und des ungarischen Sexsternchens Dolly Buster bestimmt. Man schoss ncht mehr aufeinander, sondern die neuen Sklawinnen liessen sich willig durchficken ohne Widerstand—gar mit Lutgestöhne.Für über ein Jahrzehnt bestimmten diese beiden Frauen das Frauenbild vieler wetlciher Männer, Schwedenpornos waren out und bis mit Gina Wild, tschuldigung Michaela Schaffert da wieder ernstzunehmende Konkurrenz aus deutschen Landen erwuchs, brauchte es seine Zeit, um den Slawenfrauenhype wieder in die Horizontale zu bringen.Ein anderer exemplarischer Film, der slawische Frauen als sexy, tough, skrupellos, eiskalt, berechnend,  geld- und machtgierig, allesmordend, hintertückisch und machiavelistisch portraitiert ist der US-Film „Bleeding Romeo“.Ein Polizist namens Jack übernimmt vorgewarnt die Überwachung einer slawischen Gangsterbraut. Er kann zuerst nichts Schlimme an ihr entdecken, bis sie ihn verführt, erpresst, schlägt, dazu zwingt andere zu ermorden, ja auch eine seiner eigenen Freundinnen, während der Kopf der anderen Freundin ihm auf dem Silberteller offeriert wird. Die Situation eskaliert völlig, bis Jack die slawische Feme fatale schliesslich erschiesst. Er wird in einen Wüstenort im staubigen Midwest- Outback verbannt, doch wird immer weiter von den Gespenster seiner Erinnerungen verfolgt, die sich in posttraumatischen Hallunizationen äussern. Ähnliches konnte uns auch im ARD- TatortWien begegnen. Eine bulgarische Räuberbande fällt über Wien her und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Dahinter wird eine bulgarische Mafia vermutet, deren Chef jedoch unbekannt ist. Die Wiener Tatort-Kommissare bekommen Unterstützung durch eine bulgarische Kollegin, die sich sogleich in die Ermittlungen stürtzt, dabei aber leider aus scheinbarem Tatenüberschwang so alle wesentlichen Zeugen um die Ecke bringt.Doch nachdem die  bulgarische Kollegin Wien verlassen hat, öffnet sich die Tür de Wiener Kommisariats und eine dunkelhaarige, offensichtlich slawische Frau kommt herein. Sie sei die angeforderte Kollegin und wolle bei den Ermittlungen helfen. Pointe der Story: Die zuvorige bulgarische Kollegin war in Wirklichkeit die Mafiabraut, die zielgerichtet und unter Polizeischutz alle wesentlichen Zeugen beseitigte.Auch hier wieder das Bild von einer slawischen Frau: Berechnend, eiskalt, allesmordend, machiavelistisch,risikotough und sexy.Man könnte meinen:Westliche Männer haben da eine gewisse Fazination zwischen der brutalen, sexuell obsesiven und gewalttätigen slawischen Frau. Betrachtet man sich die Date a Russian Woman- Webseitn wird hier auf andere Attribute wertgelegt.

So betont „Anastasia date“ zwar die Schönheit ihrer aristokratischen Geschöpfe (Anastasia war ja auch mal ein Hollywoodfilm mit Audrey Hedburne am Hofe des Zaren), lobt aber auch die Tugenden der russischen Frau.

http://www.anastasiadate.com/?gclid=cmi49oikulacfqa-zaod92lm-a

Eine andere Webseite geht sehr einseitig auf die Schönheit ihrer Modellfrauen ein und betont dazu auch noch häusliche und familiäre Eigenschaften.Hier ist mehr die Variante Sexobjekt und Heim am Herdchen gefragt—die slawische Thailänderin.

http://www.russiancupid.com/?ovchn=GGL&ovcpn=English+Germany+Russian+Dating&ovcrn=russian+date+com&ovtac=PPC&New&gclid=CPLruP6kuLACFUPxzAoddWjC8w

Eine dritte Webseite hat sich auf Vermittlungpartner focusiert, die nicht nur mit den Geldscheinen und billigem Sex offeriert, sondern gibt klare Handlungsanweisungen, wie man eine slawische Frau inhaltlich anspricht und am besten an ihrem Patriotismus als stolzer Russin packt.

http://www.elenasmodels.com/russian-women/how-to-date-a-russian-woman.htm

Zwischen unseren männermordenden Feme fatales und Mafiabräuten, die Hollywood und andere TV-Sender bringen, den Sexmaschines ala Orlowski und Dolly Buster oder den slawischen Thailänderinnen und der aristokratisch-feinen, frauenhaften oder patriotisch gesinnten Russin ist ein weites Sprektrum der Perzeption.Es wäre einmal eine interessante Umfrage unter deutschen Männern? Was halten Sie von russischen/osteuropäischen Frauen? Oder: Wie sieht für sie die Protorussin aus?

Ein weiteres beredetes Beispiel, was westliche Männer in russische Frauen reinprojezieren und wertschätzen ist der slawophile Jürgen Elsässer.Auf seiner Blogwebseite hat er einen Videoclip über russische Frauen reingestellt, die vier Mädels zeigen, die sich in Militäruniformen schmeissen, strammstehen, mit der Kalaschnikow schiessen und mit dem Panzer herumfahren—man könnte fast einen Werbeclip der russischen Armee hierin vermuten.Der Clip kann angesehen werden unter:

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2012/08/28/die-scharfste-waffe-gegen-pussy-riot-und-homo-riot/#more-4755

Die Botschaft, die Elsässer daraus herausliest, formuliert er derfolgt:

„Anna und ihre Mädels – wer kann da widerstehen?

Glückliches Land, in dem solche Songs und Clips in den Charts sind. Anna Semenovitch und ihre Mädels – wer kann da widerstehen? (…)Der Clip: Fröhliche Mädels treffen fröhliche Jungs. No future kennen die nicht. Man geht ein Eis schlecken, man geht auf den Rummel. Die Jungs sind Soldaten – das ist normal, denn die Landesverteidigung ist nicht (wie bei uns) abgeschafft. Die Mädels ziehen auch irgendwann die Uniform über, denn es gibt Gleichberechtigung. Aber Gleichberechtigung heißt nicht Gleichmacherei, die Frauen bleiben Frauen und die Männer beiben Männer – das SIEHT MAN in dem Clip. Was man nicht sieht, weil es in einer intakten Gesellschaft eh klar ist: Im Hintergrund sind Vater, Mutter, Großmutter, Großvater. Man respektiert die Eltern und die Alten. Weil man weiß: Irgendwann wird man selbst Papa und Mamma sein, irgendwann wird man selbst alt sein. Das Band der Generationen hält. Die Nation hält zusammen. Der Staat schützt den Zusammenhalt. Gegen äußere Feinde gibt es die Armee. Ein ganzes Gesellschaftsmodell ist in diesem Musikvideo. Glückliches Russland! Ein Land, in dem solche Mädels und solche Clips zig Millionen begeistern, hält natürlich nichts von völlig durchgedrehten Pussy Freaks, die – die ekligen Videos kursieren im Netz – nicht nur religiöse Heiligtümer schänden, sondern auch im 9. Monat schwanger Gruppensexparties in Museen abhalten und sich tiefgefrorene Hühnchen im Supermarkt sonstwohin schieben (Kinder schauen zu!!) – und das auch noch für Kunst halten. Die Anhänger dieses Muschi-Imperialismus kann man in Russland in zwei Telefonzellen unterbringen, aber hierzulande gibt es genug Bekloppte, die das irgendwie geil finden.In einem Land, in dem solche Mädels und solche Clips die Mehrheitsstimmung treffen, hält man auch nichts von öffentlichen Schwulenumzügen auf dem Roten Platz.“

Die slawische sexy-toughe Frau also als wertekonservatives Vorbild gegen die „Verschwulung“ (Elsässer)“ des dekadenten Westens. Frauenpower mal anders. Wohl eher nach dem Geschmack Elsässer dürfte folgender Archetyp von russischem Mann sein:

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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