Mayakalender, Weltuntergang und Peak Oil

Ich finde es erst einmal interessant, dass weltweit fast keiner an den Mayakalender oder irgendwelche Weltuntergänge glaubt. Bis auf ein paar Spinner, die unter der Lupe allaufsichtiger Medien hochgehypt werden, glaubt keiner dran.Das ist mehr das Anschauungsmaterial ein paar Doofer, die uns so rundherum intelligent erscheinen lassen sollen.Das könnte beruhigend sein. Was ich für wesentlich wichtiger halte, sind so Fragen, wie man zu Peak Oil steht–das wäre der eigentliche „Weltuntergang“ –das Ende der Ära des billigen Öls–DIE Zivilisationskrise–das lässt alles zusammenkrachen. Es wäre gut, wenn es ein internationales Forschungsprojekt für Peak Oil geben würde, das sich über Alternativen Gedanken macht. Genauso wie es ein internationales Forschungsprojekt für ITER, das Kernfusionsprojekt schlechthin gibt, bei dem 24 Staaten partizipieren, müsste es ein gleiches Forschungsprojekt der UNO geben für Peak Oil.Nicht Meteoriten, nicht Sonnenstürme, nicht Tsunamis noch Erdbeben wie sie uns in den zahlreichen Dokus der Privatmedien geschildert werden sind die reale Bedrohung, sondern eben Peak Oil. Da kann die Fracking Revolution nochmals einen Zeitraum von 50-100 Jahre schaffen, aber danach ist es endgültig aus mit der Ära des billigen Öls. Und die Fracking Revolution versaut soviel Grundwasser und zerstört soviel ökologisch, dass sie fragwürdig ist, zumal sie das Öl auch nicht billiger machen wird.

Für alle, die sich mit realen Zivilistationsuntergängen statt mit Mayakalendern beschäftigen wollen, ist die Bundeswehrstudie zu Peak Oil zu lesen unter:

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0CDwQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.bundeswehr.de%2Fresource%2Fresource%2FMzEzNTM4MmUzMzMyMmUzMTM1MzMyZTM2MzIzMDMwMzAzMDMwMzAzMDY4Mzg2ZjY2Nzk2NzYxNzcyMDIwMjAyMDIw%2FSicherheitspolitische%2520Implikationen%2520knapper%2520Ressourcen.pdf&ei=ykfUUO2wJaKI4AS604HADA&usg=AFQjCNFhD2ReXsuZQFMVae9gfy4z9bNltw&bvm=bv.1355534169,d.bGE

Weiterführende Artikel dazu:

http://www.peak-oil.com/effizienzrevolution-nach-peak-oil/peak-oil-studie-bundeswehr/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rohstoffknappheit-bundeswehr-studie-warnt-vor-dramatischer-oelkrise-a-714878.html

http://www.spiegel.de/international/germany/peak-oil-and-the-german-government-military-study-warns-of-a-potentially-drastic-oil-crisis-a-715138.html

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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8 Responses to Mayakalender, Weltuntergang und Peak Oil

  1. Florian Beck sagt:

    Ein Weltuntergangsszenarium kann ich im »Peak Oil« auch nicht sehen. Der Spiegel-Artikel meint, man mache sich sorgen. Die andere Quelle wird etwas konkreter, da ist dann davon die Rede, dass die Bevölkerung Vertrauen verlieren könnte. So ist das eben: Die Staaten haben die Aufgabe ihre Bevölkerung zu kontrollieren und es wird genau Acht darauf gegeben, unter welchen Umständen das nicht mehr so gut funktionieren könnte. Die strategische Einschätzung der Folgen durch die Bundeswehr finde ich nicht besonders überraschend.

    Aber was ist mit dem Hintergrund?
    Dass Öl kein unbegrenzter Rohstoff ist, weiß man. Die zu erwartenden Szenarien hängen natürlich davon ab, wie plötzlich der Angebotseinbruch kommt und wie schnell sich die Wirtschaft umstellen kann. Ein erster Blick in die »Studie« (125 Seiten) zeigt, gibt da nicht viel her. Überhaupt scheint mir da nicht viel brisantes vorhanden: es werden OECD-Daten und Zeitungsartikel ausgewertet und dann gibt es viel »könnte« und »würde«.

    Die Studie gibt es übrigens hier. Unter der alten Adresse ist sie nicht mehr zu finden, weil das federführende »Zentrum für Transformation der Bundeswehr« mittlerweile aufgelöst worden ist.

    Dass man die Krise durch neue Funde hinausschieben kann, ist sicher richtig. Aber zur Zeit wird eher über Verringerungen des CO2-Ausstoßes verhandelt. Und das macht nur Sinn, wenn man auch die bekannten Rohstoffvorkommen nicht ausschöpft.

  2. Ralf Ostner sagt:

    Hallo Floh,

    „Weltuntergang“ wahrscheinlich nicht, aber ich würde einmal die Umstellung auf eine postfossile Gesellschaft als doch sehr einschneidende Zäsur sehen, deren Realisierung zudem auch noch fraglich ist.Mit welchem anderen Treibstoff als Öl und Gas will man denn die ganze Infraverkehrsstruktur aufrecht erhalten. Nun sag´bitte nicht: Elektroautos.“Neu“ ist das Thema nicht–seit der Ölkrise 1973 und dem Club of Rome werden solche Szenarien schon diskutiert.“Neu“ daran aber ist,wenn du denn die Bundeswehrstudie gelesen haben solltest, dass es in den 70er Jahren noch mehr als genug optimitische Stimmen gab, die es heute eben nicht mehr gibt. Die Bundeswehrstudie zeigt die wesentlichen Prognosen in ihrer Graphik und die sprechen alle für Peak OIl.Bisher waren wir nur mit Ölpresien von maximal 250 Dollar pro Barrel konfrontiert und das zumeistens kurzfristig–eine ganz andere Sache wird dies aber, wenn die Ära des billigen Öls endgültig vorrüber ist und das knotinuierlich und langfristig.Die Studie macht ja klar, dass es vom Zerbrechen der EU, der NATO, der Machtübernahme faschistischer oder linksextremsitischer Parteien, zu Resourcenkriegen, Einschnitten in der Versorgungslage mit Nahrungsmitteln, Zusammenbruch der Globalisierung infolge steigender Transportkosten,Zusammenbruch von ländlichen und urbanen Siedlungsstrukturen, etc zu sehr vielen katastrophalen Ergebnissen führen kann.Wenn sich die Bundeswehr damit beschäftigt, bedeutet dies, dass sie die gesellschaftliche Stabilität oder wie man das so schön euphemistisch nennt, eben auch mit Gewalt und mittels einer Militärdiktatur bereit ist aufrechtzuerhalten.Zumindesten ist klar, dass Peak OIl der einschneidenste Zivilisationsbruch unserer Neuzeit sein wird, insofern man jetzt nicht beginnt. Alternativen zum Öl und Gas zu erforschen.Dass es noch kein internationales Peakoil-Forschungsprojekt gibt wie etwa ITER und ISS kann man zweierlei lesen: Die Sache ist doch nicht so dringende oder aber eben–und das glaube ich–sie wird verdrängt. Irgendwie wird´s schon weiter gehen und in diese falsche Sicherheit hüllt uns ja jetzt auch die Fracking Revolution. Das Problem ist damit zwar aufgeschoben–zumal unter enormen ökologischen Zerstörungen–aber eben nicht aufgehoben.

    • Florian Beck sagt:

      Na ja, relativ interessant ist der Abschnitt 3. Unordnung bereitet Sorge und die nationale Versorgung muss hergestellt werden. Offenbar mit allen Mitteln, denn andere Werte relativieren sich daran (S.82). Man kann das durchaus dazu benutzen, sich den Zweck des bürgerlichen Staates und seines Militärs vor Augen zu führen. Als Lehrstück taugt dieser Text aber nicht (siehe Vorwort). Die Qualität ist auch eher bescheiden. Schau dir die Quellen an und dann schau dir die Folgerungen und Reflexionen an. Folgen die aus den Quellen? Und wenn du meinst, dass das auf irgendwelchem Geheimwissen folgt, dann belehrt dich das Vorwort, dass es dafür interne Berichte gibt.

      Die Studie verbindet die bekanntermaßen bevorstehende Ölkrise und allerlei »sicherheitspolitische« Reflexionen. Wie macht sie das? Zunächst werden in Abschnitt 2.1 allerlei Möglichkeiten durchgespielt – möglich ist ja vieles – die alle gemein haben, dass sich etwas ändert. Das ist ihnen schon mal ein Problem. Und dann kommt der einigermaßen groteske Abschnitt 2.2, der am ehesten apokalyptisch sich nennen ließe, aber einem gestandenen Antikapitalisten auch die Augen leuchten lassen könnte: Zusammenbruch des globalen Wirtschaftssystems, Verschwinden des Geldes. Nur: was spricht für dieses Szenario? Die einzigen Argumente sind auf Seiten 62f. Sehen wir uns die ein wenig genauer an. Zunächst wird von einem »Rückgang des Wachstums« gesprochen. Das ist soweit plausibel: wenn weniger Öl vorhanden ist, kann weniger produziert werden (oder es muss mehr Arbeitskraft auf alternative Rohstoffe verwendet werden, was aufs Gleiche hinausläuft). Dann wird etwas von »tipping points« geraunt (Quellen: Klimaforschung und Wikipedia!) und es folgen einige völlig unmotivierte Behauptungen zur Stabilität der Ökonomie. Damit wird dann aus dem »Rückgang des Wachstums« eine Phase »langsam sinkender Wirtschaftsleistung«. Warum? Ich weiß es auch nicht. »In diesem Fall wäre (!) eine Kettenreaktion denkbar (!!).« [Dazu wird in Fußnote 152 eine Studie genannt, die aber das Zusammenbruchsszenario nur als eines von drei Modellen kennt (Siehe Seite 32, die Studie ist http://www.feasta.org/documents/risk_resilience/Tipping_Point.pdf und würde vielleicht die Lektüre eher lohnen, als die der Bundeswehr)]. Und dann, ausgehend von dieser Denkmöglichkeit folgt ein wildes Sammelsurium von Folgen. Interessanterweise soll der Auslöser das Verschwinden des Geldes sein, weil den armen Banken die Geschäftsgrundlage fehlen würde. Das soll dann Staatsbankrotte, Massenarbeitslosigkeit und Hungernöte zur Folge haben, für die ist aber keine Ölkrise notwendig und wie es Staatsbankrotte ohne Geld geben soll, ist mir schleierhaft. Überhaupt alles völlig ohne erkennbare Argumentation. Erst könnten die Banken Einlagen nicht verzinsen (warum?) und ein paar Zeilen weiter sind wir beim Naturaltausch.

  3. Ralf Ostner sagt:

    Hallo Floh,

    zumal müsste dir klar sein, dass das Wort „Weltuntergang“ ja im Zusammenhang mit dem Mayakalender gewählt wurde, um eine Brücke zu schlagen zu Peak Oil.Ich wollte mit dem Artikel eigentlich klar machen, dass es zwar keinen Maya-Kalenderuntergang gibt, aber, dass wir als Menschheit ein riesiges Problem für die Zukunft haben, eben Peak OIl. Und dies zu relativieren, zu verharmlosen, kleinzureden, zu beschönigen, führt zielgerichetet eben in eine Art Zivilisationskrise und quasi Weltuntergang.Klar könnten wir auch wie die Amish-People oder die Taliban dann existieren–aber wollen wir das? Und selbst dieser asketische Lebenstil wäre dann wiederum auch noch zu verschwenderisch angesichts einer explodierten Weltbevölkerung.

  4. Ralf Ostner sagt:

    Zu Floh Beck:

    Meiner Ansicht nach versuchst du mit ein paar Kustgriffen methodologischer Art (Quellenangabe, angebliches logisch inkohärentes Sammelsurium von Sympotmen)
    von der Frage abzulenken: Was gescheiht,wenn nach 50-100 Jaren Fracking Revolution nun einmal die Ära des billigen Öls vorbei sein wird. Du drückst dich um diese Fragestellung und lässt sie realitätsverweigernd erst gar nicht zu. Falls es keine Alternativen gibt, werden wir eben Hungerkatastrophen,Resourcenkriege, den Zusammenbruch von EU und NATO, ja wahrscheinlich auch der Globalisierung sehen. Dass kann man ja als Antikapitalist als toll ansehen, aber die Frage ist dann, was kommt danach? Und das würde keine schöne neue Gesellschaft, sondern eben eine in der es parteill um Tauschhandel geht, Taliban- und Amish-People-mässig. Das möchte ich nicht.Wenn man sich um diese Fragestellung drückt und heute keinen Forschungsprojekte zu Peak Oil ala ITER und ISS stellt, wird man mit diesem Problem zwangsläufig konfrontiert–bei aller Quellenkritik an Wikipedia (die im übrigen den Punkt Peak Oil sehr gut und ausführlich dargestellt haben).

    Kommentar auf einen Kommentator namens „Besucher“

    Zu Besucher:
    “Und sie Glauben doch nicht im Ernst dass das Waldsterben deshalb aufgehört hat weil in Tschechien ein paar Chemiewerke pleitegingen.
    Sicher, es ist immer sinnvoll ressourcensparend zu wirtschaften aber wenn daraus eine Ideologie erwächst deren aberwitzige Prognosen dem Allgemeinwohl zu Schaden beginnen dann hört der Spaß auf. Für mich vielleicht nicht, für sie auch nicht, aber für Leute die in nicht allzuferner Zukunft ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können.“
    Nein, aber da der Katalysator bei den Autos und Filteranlagen in den europäischen Industrieanlagen eingebaut wurden, hat sich die Emmissionsbelastung erheblich reduziert.Selbiges mit den deutschen Gewässern und den Seen, die teils nicht mehr befischbar waren–das wir heute da wieder klareres Wasser haben, ist auch ein Verdienst der Ökologiebewegung und der Grünen, die mittels neuer Abwasserverodnungen das Problem abstellten.Die Energiewende ist notwendig–ihre Ausführung dilletantisch.Man braucht ein Energieministerium, das alle Zuständigkeiten bündelt und die Netze in staatlicher Hand–ganz wie man das in Skandinavien macht.

    Zu “besucher | 23. Dezember 2012 um 09:43 |

    Ich habe auch keine Probleme mit den Ansätzen der Ökologiebewegung, es ist nur eine Blamage was daraus geworden ist, da haben Sie Recht.”

    Wenn ich sie recht verstanden habe, halten sie ja auch Global Warming für ein ideologisches Konstrukt und alle Leute, die das so sehen als Klimalügner, die nur eine Neue Weltrodnung mittels CO2-Diktatur der Bilderberger und Masseneuthanasie wegenMangels an billiger Atomkraft,etc. beabsichtigen.Wie es aussieht, wird die Klimaerwärmung ja aufgrund der Interessen der Ölindustrie, Petrochemie, OPEC,China und Russland eher untertieben.Peak OIl ist zwar mittels der Fracking Revolution, der Bohrung in Schiefergasen- und öl nochmals um 50-100 Jahre verlagert, aber von dem Problem des Endes einer Ära des billigen Öls werden wir dann konfrontiert. Das ist sehr unausweichlich.Daher wäre es sinnvoll, hier einmal die Alarmsirenen angehen zu lassen, um zumindestens ein internationales Forschungskonsortium zu finanzieren, das ähnlich wie ITER bei der Kernfusion oder der ISS fungiert und Alternativen zu Peak OIl erforscht. Da ist mir ein bisschen Alarmsimus recht, denn Peak Oil wird nirgendwo thematisiert–mit Ausnahme 1 Doku auf einem fragwürdigen Sender wie ntv.Ansonsten wird die öffentliche Diskussion vor allem dadurch bestimmt, ob Cindy von Marzahn bei Wetten daß auftreten sollte oder nicht.

  5. Ralf Ostner sagt:

    Mich wundert es ohnehin, wie akademische Menschen so konkret Realitätsverweigerung betreiben. Mittels methodologischer Quellenkritik, der Beharrrung, ob eine Fussnote richtig oder falsch gesetzt wird, der Beharrung, dass es „Wissenschaft“gäbe, die diesen Namen verdient–ohne zu sehen, dass die sogenannte Wissenschaft interessensgeleitet ist.Ich kann mir zur Eurokrise einen Sinn oder Bolfinger geben und beide sind wissenschaftlich anerkannt, obwohl sie die entgegengesetzten Standpunkte vertreten. Alles schön belegt mit Fussnoten, auf deren Korrektheit ja sogenannte Studenetenchoaches so viel Wert legen.Richtig zitert wird zum: Richtig argumentiert, bar jeder Inhalte.Damit wird das Ganze aber eher in eine Formalie transformiert,denn in eine inhaltiche Diskussion.

  6. Ralf Ostner sagt:

    Zu Floh Beck:

    „Nur: was spricht für dieses Szenario? Die einzigen Argumente sind auf Seiten 62f. Sehen wir uns die ein wenig genauer an. Zunächst wird von einem »Rückgang des Wachstums« gesprochen. Das ist soweit plausibel: wenn weniger Öl vorhanden ist, kann weniger produziert werden (oder es muss mehr Arbeitskraft auf alternative Rohstoffe verwendet werden, was aufs Gleiche hinausläuft). Dann wird etwas von »tipping points« geraunt (Quellen: Klimaforschung und Wikipedia!) und es folgen einige völlig unmotivierte Behauptungen zur Stabilität der Ökonomie.“

    Also, es spricht noch wesentlich mehr für dieses Szenario. Nicht nur die industrielle Produktion würde drastisch gesenkt, sondern auch die landwirtschaftliche, was faktisch Hungerskatastrophe bedeutet. Die ganzen ländliche und urbane Siedlungsstruktur könnte nicht mehr aufrecht erhalten weren ( Pendler, Heizen,etc.),
    Die weitere Globalisierung schafft noch weitere riesige Industriekomplexe und desweiteren Agrochemiekomplexe in der Landwirtschaft i, riesige Infrasturkur- und Verkehrsstruktueren in Indien, China, Brasilien, Indonesien, Russland,etc.,d.h. wir hätten vielfach erweiterte Industriegeselschaften weltweit bei dann eben kaum mehr Öl.
    Das würde dann eben zu erheblichen Konflikten bis Kriegen führen und zumal die Industriegeselschaftsstrukturen in die Gefahr bringen zu kollabieren.Es könnte uns dann gehen wie dem Angkor-Reich in Kambodscha, das ein riesige Zivilisation auf Wasserwirtschaft schaffte, um dann zu kollabieren, da nicht mehr genug Wasser vrohanden war.Die Roten Khmer sind dann die Alternative, die man sich für die zukünftigen Zivilisationen denken kann.

  7. Florian Beck sagt:

    Oh oh, allerlei Kommentare! Oder eigentlich nur einen: ich würde mich um die Sache drücken und methodische Pseudokritik üben und so Realitätsverweigerung betreiben. Nun hab ich aber ernsthaft gedacht, »die Sache« wäre die Studie des Bundeswehr-think-tanks, also hab ich mir die angesehen. Was von der zu halten ist, interessiert unseren Autor nicht. Es soll aber trotzdem um die Ölkrise gehen. Fein, aber auf welcher Grundlage sollen wir das nun diskutieren? Wenn jemand, der eine vernünftige Recherche verlangt, als »akademischer Mensch« beleidigt wird (und dabei hatte ich eine andere Studie genannt, die gar nicht so tolpatschig daherkommt, aber die war wohl schon zu akademisch), dann bleibt nur noch abstrakt (also von den konkreten Verhältnissen abgesehen) zu diskutieren. Auch recht. Also:
    1. Wenn es ein Faktum ist, dass die Ölkrise uns entweder zu Roten Khmer oder Amish machen wird, dann bin ich darüber nicht erfreut (obwohl ich immer schon mal mit einer Kutsche fahren wollte). Aber wenn es ein Faktum ist, dann ist es wohl Schicksal, oder nicht? Es sei denn:
    2. Katastrophale Auswirkungen sind nur unter bestimmten Bedingungen zu erwarten. Aber unter welchen? Die Bundeswehrstudie gibt darauf *gar keine* Antwort (und war darum eine schlechte Quelle, wenn es Dir um diese Frage zu tun ist). Technisch ist das Öl fast überall zu ersetzen, auf jeden Fall aber als Energielieferant. Wann erwächst daraus eine Krise?
    3. Einerseits durch einen plötzlichen Umbruch. Daraus lassen sich leicht apokalyptische Szenarien entwickeln, aber ja genauer man hinschaut, desto unwahrscheinlicher sind die. Schau Dir doch mal die Entwicklung des Ölpreises in den letzte dreißig Jahren an! Dass die Ölkrise in Zukunft noch größere Schwankungen hervorbringen wird, ist gut möglich. Aber wie gesagt: für Hungersnöte und Massenarbeitslosigkeit braucht der Kapitalismus keine Ölkrise. Mir scheint eher, dass Du es bist, der von dieser Tatsache ablenkt.
    4. Andrerseits daraus, dass die Produktion teurer wird. Das wiederum hat zwei Seiten: Erstens hat es Auswirkungen auf die kapitalistisch organisierte Wirtschaft. Konkurrenznachteile für bestimmte Produkte bedeuten zwar immer gleichzeitig Konkurrenzvorteile für andere Produkte – aber allein schon, dass sich ein neues Gleichgewicht herstellen muss, bedeutet die *Möglichkeit* einer Krise. Das neue Gleichgewicht stellt sich aber nicht nur zwischen einzelnen Kapitalisten her, sondern auch zwischen verschiedenen Nationalökonomien. *Das* ist es, worum es in der Bundeswehrstudie geht. Und wenn du mich fragst, wie ich *dazu* stehe: gar nicht, weil mir völlig wurscht ist, ob deutschen Interessen genüge getan wird.
    5. Die andere Seite ist die, dass mehr Ressourcen für die Energieproduktion aufgewendet werden müssen. Öl ist billig. Wenn es teurer wird oder man auf Alternativen ausweicht, bleibt weniger Arbeitskraft für andere Dinge übrig. Ob dann weniger Lebensmittel produziert werden oder weniger Mobiltelefone, hängt wieder von den Produktionsverhältnissen ab. Dass der Kapitalismus nicht zu dem Zweck existiert, die Zahl der Hungernden zu minimieren, muss ich dir nicht erklären.
    6. Dass man »die gesellschaftliche Stabilität oder wie man das so schön euphemistisch nennt, eben auch mit Gewalt und mittels einer Militärdiktatur bereit ist aufrechtzuerhalten« ist , dass »der einschneidenste Zivilisationsbruch unserer Neuzeit sein wird« dagegen nicht bloß ignorant, sondern auch interessiert, indem Du von den realen Zivilisationsbrüchen absiehst, den die deutsche Gewalt in Griechenland durchsetzt oder der militante Islamismus in seinen jeweiligen Heimatländern.
    7. Ein anderes Thema ist, wer an einer Verteuerung am meisten leidet. Dass es der sogenannte »kleine Mann« sei, ist unwahrscheinlich, weil der gegenwärtig mehr Steuern als für den Rohstoff zahlt.
    8. Zusammenfassend: Ein billiger Rohstoff verschwindet. Das hat Nachteile. Viele dieser Nachteile, vor allem bei der Umstellung, sind der herrschenden Produktionsweise zuzuschreiben. In ihr droht uns ein Schicksal wie unter den Roten Khmer oder den Amish – mit oder ohne Ölkrise.
    9. Mach mal die Rechnung, was es kosten würde die Traktoren (für die Landwirtschaft) und die Druckerpressen (für die Bücher) mit Biodiesel und Kernenergie zu betreiben. Die Antwort ist keine Apokalypse, sondern eine Frage der Prioritäten und damit der Produktionsverhältnisse.
    10. Die Frage, wie man »dazu« steht, macht keinen Sinn, solange man nicht sagt, wessen Interessen man vertritt. Der Bundeswehr geht es um den deutschen Konkurrenzvorteil. Mir nicht.

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