Islamkonferenz 2013–Mehr Betonung der säkularen und liberalen Muslime

Die Deutsche Islamkonferenz findet wieder statt.Was ist daran neu?

“Aber auch die Vielfalt der Muslime in ethnischer und religionspolitischer Hinsicht sollte noch stärker berücksichtigt werden. Somit sind auch wieder säkulare Muslime vertreten. Als neuer Verband nimmt die Türkische Gemeinde Deutschlands (TGD) teil, die zwar kein islamischer Verband ist, aber insbesondere türkisch-stämmige säkulare Muslime über die Einzelpersonen hinaus repräsentieren soll.”
http://www.deutsche-islam-konferenz.de/DIK/DE/DIK/UeberDIK/Teilnehmer/teilnehmer-node.html;jsessionid=CE7176391231BB5C65567982DE42FCE6.1_cid294

Säkulare Muslims waren also bisher scheinbar auf der Islamkonferenz oft nicht vertreten. Wird also Zeit, daß man diese auch beteiligt, was ja zu befürworten ist, vor allem auch die Türkische Gemeinde Deutschlands.Auf Mili Görus kann man gerne verzichten. Der Brückenschlag zwischen der Deutschen Islamkonferenz und der Kritischen Islamkonferenz scheint durch die Person Hamed Adbel-Samads garantiert, der ja einen sehr vernünftigen Eindruck macht, selbst mal Muslimbruder war und die Religiösen daher auch von innen kennt.

Teilnehmer der Kritischen Islamkonferenz sind unter anderem:

“Mitwirkende: Hamed Abdel-Samad, Mina Ahadi, Lale Akgün, Seyran Ates, Ali Dogan, Necla Kelek, Hartmut Krauss, Philipp Möller, Volker Panzer, Michael Schmidt-Salomon, Markus Tiedemann, Arzu Toker, Ali Utlu, Wolfgang Welsch u.v.m.”

Über Necla Kelek als Mitglied der Kritischen Islamkonferenz kann man streiten, der Rest ist mir mit Ausnahme Seyran Ates nicht bekannt.Sehr viele Deutsche dabei. Doch die Zielsetzung der Kiritischen Islamkonferenz ist ja durchaus zu begrüssen:

“Die Kritische Islamkonferenz ist ein alternatives Dialogforum, das 2008 in bewusster Abgrenzung zur Deutschen Islamkonferenz des Innenministeriums ins Leben gerufen wurde. Kamen in der ersten öffentlichen Tagung der Kritischen Islamkonferenz 2008 vor allem religionsfreie Islamkritiker und Ex-Muslime zu Wort, sollen 2013 verstärkt auch liberale Muslime Gehör finden. Denn um die „offene Gesellschaft“ gegen die doppelte Bedrohung von politischem Islam und chauvinistischer Fremdenfeindlichkeit zu schützen, bedarf es eines breiten Bündnisses säkularer und liberal-religiöser Kräfte.”

Die Deutsche Islamkonferenz bewegt sich also auf die säkularen Menschen zu, die Kritische Islamkonferenz bewegt sich auf die liberalen Muslime zu. Dadurch werden die konservativen Muslime etwas zurückgedrängt,was zu befürworten ist. Eine doch eher positive Entwicklung.

Die Islamkonferenz ist in diesem Rahmen ungeeignet”, zitiert die Zeitung den Dialogbeauftragten des Verbandes Islamischer Kulturzentren (VIKZ), Erol Pürlü. Seine Organisation, die nach eigenen Angaben rund 300 Moscheegemeinden vertritt, werde der Einladung Friedrichs zwar folgen, aber hege nur geringe Erwartungen. Die Konferenz ist nur sinnvoll als Dialog mit islamischen Religionsgemeinschaften – und nur mit diesen”, sagte Pürlü mit Blick auf weitere Beteiligte.”

Damit sind wohl die säkularen Muslime und die Kritische Islamkonferenz gemeint, die der muslimische Vereinsvertreter aus der Deutschen Islamkonferenz völlig ausschließen möchte. Was viel über die Art Dialog sagt, die er zu führen gedenkt.Völlig richtig, dass Innenminister Friedrichs diesem Ansinnen erst gar nicht nachkommt und hier klare Zeichen setzt.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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