Chinas und Russlands Militärparaden zum 2. Weltkrieg, die Lehren der Geschichten und die Narrative für die Zukunft

Dass sich auf Geschichte immer wieder berufen wird, damit man daraus Lehren für die Gegenwart und die Zukunft ziehe, ist sicherlich keine bahnbrechende neue Erkenntnis. Dass Geschichte und die daraus gezogenen Lehren der Geschichte oft Interpretationssache diverser politischer Richtungen  und auch von Regierungen ist, um ihre gegenwärtigen und zukünftigen Taten und Machtansprüche zu legitimieren ebenso nicht, wie es auch oft heißt, dass die vorherrschende Geschichtsschreibung immer die Geschichtsschreibung der (vorläufigen) Sieger ist.und dann auch von historisch unterlegenen Gruppen infrage gestellt werden, um ihre eigenen Machtsansprüche geschichtlich zu legitimieren. Einige Geschichtsapologeten verfassten gar deterministische Geschichtsbilder, wie etwa Karl Marx den historischen Materialismus, nachdem die Weltheitsgeschichte automatisch von der Urgesellschaft zur Stammesgesellschaft zum Feudalismus zum Sozialismus und Kommunismus übergehe und die Arbeiterklasse als historisches Subjekt nur noch ihrer „historischen Mission“nachgehen müsse. Selbst ein Hegel faselte metaphysisch von einem Weltgeist, der sich in jeweiligen Völkern und Staaten manifestiere, die zu gewissen geschichtlichen Perioden die Leitvölker für den Gang der weiteren Geschichte seien—er präferierte hier den protestantischen, preußischen Staat als Exekutor des geschichtlichen Weltgeistes. Oder der geschichtliche Determinismus eines Oswald Spenglers vom „Untergang des Abendlands“, der kulturpessismistisch die geschichtliche Existenz von Staaten und Imperien in biologistisch-deterministische Vergleiche mit den Lebens- und Sterbezyklus von Pflanzen verglich.Wie Karl Marx die Geschichte als Geschichte der Klassenkämpfe verstand, so verstand sie Adolf Hitler als Geschichte der Rassenkämpfe, ziwschen Kulturschaffern (den Germanen und Ariern), den Kulturbewahrern und den Kulturzerstörern (den Juden , Slawen und sonstigen Untermenschen- und rassen). Seiner Anischt nach kam der arischen Rasse und als deren Leitvolk den Deutschen  eine historische Mission zu, die diese radikal zu verfolgen habe.Moderneres Beispiel hierfür ist Francis Fukuyamas „Das Ende der Geschichte“, in dem er deterministisch einen Sieg der liberal-kapitalistischen Weltordnung als unausweichlich ansah und der Stichwortgeber für die US-Neocons wurde, die der historischen Mission der USA die Welt zu demokratisieren nachkommen wollten..Nun sind diese Geschichtsdeterministen ja anhand der Geschichte zahlreich widerlegt worden, was aber nicht bedeuten würde, dass diese nicht wiederkehren können, sondern im Gegenteil immer wieder konjunktureller Beliebtheit  erfahren.Aber die Geschichtsdeterministen sind die extremen Beispiele für Geschichtsschreibung, während  die meisten Geschichtsschreiber- und interpreten mehr pragmatische, mittelfristige Ziele verfolgen und Geschichte nicht derart absolutieren, sondern auch recht taktisch nutzen. Als aktuelles Beispiel für einen derartig taktischen Umgang mit Geschichte ist die Syriza-Unabhängige Griechen-Koalition zu nennen und wie sie mit der Geschichte umgeht. Erst wird sich als Wiege der westlichen Demokratie und der europäischen Zivilisation dargestellt, wenn es um EU-Kredite geht. Nun entdeckt man Byzanz und die gemeinsamen kulturellen Wurzeln mit Russland, da man Putin anschnoren will.Vor allem die zumeist atheistische und agnostische linke Syriza betont nun neuerdings die Bedeutung der orthodoxen Kirche als Kulturidentitätsstifter–ähnlich wie Putin in Russland.Bin mal gespannt, welche hellenisch-chinesischen Kulturgemeinsamkeiten dann entdeckt werden, sollte Tsirpas auch noch in Peking vorstellig werden–vielleicht haben dann die Griechen auch noch die Seidenstrasse bereist.Und natürlich darf auch nicht fehlen, dass jetzt Wiedergutmachungsforderungen genau in der Höhe der griechischen Staatsverschuldung zusammengerechnet werden–Schuldenschnitt durch die historische Vordertür.Bei der Türkei wiederum versucht Erdogan zu beweisen, dass muslimische Seefahrer die USA entdeckt haben, noch vor den Europäern , wofür er Tagebucheinträge von Columbus verwendet, in dem dieser von einem Gebäude auf Kuba berichtet haben soll, das eine Moschee gewesen sein soll.Dies wird nun als Beweis interpretiert, wonach die Muslime die Weltzivilisation vorangebracht hätten und letztendlich für die Entstehung der USA und des Westens ihre historische Mission erbracht haben. Die USA und der Westen ohne muslimische Seefahrer und den Islam undenkbar.Dies wiederum nutzt er, um nun dem Islam eine neue historische Mission geben zu wollen mit Bezügen aufs osmanische Reich, um ein neues neosmanisches Reich mit den Muslimbrüdern des Greater Middle East und der Türkei als Führungsmacht zu etablieren. Wohlgemerkt immer in Konkurrenz zum schiitischen Iran und dem saudiarabischen  Wahabismus, die auch um eine Führungsmacht sowohl unter Sunniten, wie aber auch im Islam kämpfen und Geschichte ebenso zu ihrem Gusto interpretieren.Neuerdings kommt nun auch der Islamische Staat hinzu, der sich historisch auf Muhammed und die Kalifate der Vorzeit beruft und diese als Modell für die Zukunft interpretiert haben will.Alle wiederum sehen in den angeblichen geschichtlichen Kulturleistungen des Islams nun auch eine große Zukunft für den Islam in der zukünftigen Welt und beanspruchen hierbei jeweils eine Führungsposition und neue historische Mission.Dennoch scheint den Saudis, wie dem Iran wie auch Erdogan klar, dass sie bestenfalls nur eine regionale Rolle spielen, auch wenn sie sich taktisch hier und dazumal mit islamistischen Fundamentalisten als Hilfstruppen, sei es für oder gegen den säkularen Assad verbünden, aber sich schon klar sind, dass sie die Welt mittels Islam auch nicht erobern können, sondern nur ein Regionalmachtsgebiet, zumal auch innerhaba des Islams und eben nicht der Welt.

Auch in Indien wird Geschichte neu interpretiert: Zum einen seitens der Linken, maßgeblich durch , Arundhati  Roy, die nun Ghandi als verkappten Hindunationalisten, der am Kastensystem festgehalten habe, kritisiert. Aber vor allem wird die neue Geschichtsschreibung in Indien durch die regierende BJP unter Modi betrieben, die einem Hindunationalismus fröhnt, der nun historische hinduiistische Texte und Legenden nicht als Erzählungen, sondern als real darstellen will:

“Roy’s comments come amid a series of rows over the study and representation of Indian history.The appointment of a little-known academic to the head of a national research body has raised concerns that the new Hindu nationalist government in India may try to promote an ideological version of the country’s past.

The Bharatiya Janata party (BJP), led by Narendra Modi, won a landslide victory in May, ending a decade of rule by the centre-left Congress party. When last in power, between 1998 and 2004, the BJP prompted controversy with its criticism of prominent historians and efforts to excise what ministers claimed was a Marxist or western vision from textbooks.

Prof Yellapragada Sudershan Rao took up his post as chair of the Indian Council of Historical Research last month. Rao was formerly head of history and tourism management at a little-known university.

Rao immediately caused controversy with comments criticising alleged Marxist influence on Indian historical studies and western-inspired methods of research. He also told interviewers that he believed the Hindu literary epics, the Ramayana and the Mahabharata, were historically accurate accounts of real events.Salil Tripathi, a columnist in Mint, a local newspaper, wrote: „His appointment is troubling … because he appears to believe that history is shaped by both faith and reason. Faith matters, of course, but faith is part of a culture, it should not dictate history. Faith is about unquestioned belief; history is about facts and reality.“

Romila Thapar, one of India’s most respected historians, said she feared „the ICHR may now turn the clock back“.

„Historical research in India is no longer limited to trying to prove that the narratives of the ancient texts were historically accurate. We are now perhaps more concerned with what they tell us about our past societies and cultures,“ Thapar wrote.BJP officials have denied any intention to change the way history is taught in schools or elsewhere.The decision in February by Penguin to stop distributing an academic work on the Hindu religion by US expert Wendy Doniger after a legal challenge from conservatives prompted particular concern among liberal writers and thinkers in India. The BJP government last week denied reports that it had destroyed thousands of files, including some related to Gandhi’s assassination by a Hindu fanatic in 1948.

http://www.theguardian.com/books/2014/jul/18/arundhati-roy-accuses-mahatma-gandhi-discrimination

Dennoch bleibt festzuhalten, dass selbst die  hindunationalistsche Identitätsgeschichtsschreibung der BJP keinesfalls eine historische oder gar welthistorische Mission der Hindus für den ganzen Globus herleiten will, sondern eben mehr als regionale Großmacht gegen China bestehen will und tendenziell erst einmal für eine Homogenisierung nach innen eintritt gegen Muslime und Christen. Dabei wird neben dem Hinduismus neuerdings auch der Buddhismus als soft-power-Waffe und geschichtsträchtiges Erbe Indiens wie auch Asiens entdeckt:

„Under the banner of India’s ‘Look East’/’Act East’ policy, Modi has used culture to appeal to the peoples of Asia.  Much of this has been through Buddhism, which more than any other region or philosophy connects all of Asia.  This year, India hosted the International Buddha Poornima Diwas, a global celebration of Buddha’s birth, enlightenment and passing.  The decision to host was initiated by Modi who led the prayers on the day.  Modi stated “without Buddha this century cannot be Asia’s century”.  India’s home ministry announced that there would be a government sponsored annual celebration of the anniversary.  The government also plans to establish a centre for Buddhist worship and learning in New Delhi. Thus, Modi’s government is trying to promote India as the spiritual birthplace of Buddhism and home of the Buddha (though he was born in present day Nepal). The utilization of Buddhism does not necessarily contradict Hindutva ideology, which seeks to protect and promote all that is deemed Indian heritage, including Buddhism, Jainism and Sikhism. One of New Delhi’s aims with Buddhism is to neutralize any Chinese soft power advantage.  China’s foreign ministry has recently sought to elevate Buddhism’s role as a foreign policy tool.  Beijing has the benefit and cache of having the world’s largest Buddhist population and is said to be undergoing a Buddhist renaissance under President Xi Jinping.  India only has a small number of Buddhists, many from poorer sections of society.“

http://www.brookings.in/in-focus/modi-deploys-his-culture-skills-in-asia/

Die Buddhismusoffensive von Modi könnte aber auch zu Verstimmungen mit China führen, da doch der tibetische Buddhismus des Dalai Lamas, der zumal auch noch seine Exilregierung in Indien hat, wie auch die in China verbotene Falungong ebenso zu den buddhistischen Schulen gehört.Es bleibt also abzuwarten, ob Modi hier nicht auch pragmatische Zugeständnisse an China macht.

Nun betrachten wir die Geschichtsschreibung im konkurrierenden China. Interessant ist, dass während die KP China unter Hu Jintao und Wenjiabao noch historische Anleihen am Konfuzianismus nahmen, ja auch am Platz der Himmlischen Friedens gegenüber dem Maoportrait eine Konfuziusstatue aufgestellt worden war, diese nun verschwunden ist und auch die Neokonfuzianismusdebatte zurückgefahren wurde.Dazu als ältere Lesetips zur Konfuzianismusdebatte in China bei Global Review:

China, Konfuzius und der Kampf um die Deutungshoheit

China: Kulturkampf um Meister Konfuzius geht in die nächste Runde

Nun ist interessant, dass sich die KP China wieder hauptsächlich auf den Marxismus, vor allem den historischen Materialismus beruft und zudem eine gewisse Maoverherrllcihung zulässt. Ziel ist es, eine historische Mission der KP China propagandistisch herauszustellen: Die KP China hat China von Feudalismus, Zerplitterung unter Warlords, Demütigung durch imperialistische Kolonialherrschaft herausgeführt und geeinigt. Mao Zedong wird dabei offiziell anerkannt, wenngleich zugestanden wird, dass er mit dem Großen Sprung und der Kulturrevolution „Fehler“gemacht hätte. Mao hat 70% richtig-30 % falsch gemacht—so die heutige Parteiilinie. Deswegen sind auch kritische Bücher zu Mao wie etwa von Jung Chang (Autorin der „Wilden Schwäne“ und „Mao“) bis heute in China verboten, wie auch in Russland unter Putin wieder der Stalinkult blüht und der Hitler-Stalinpakt inzwischen eine positive Revision erfährt.Mao hat demnach also die Basis aufgebaut, China geeint  und unter anderem auch mittels des Nixonbesuchs an den Westen rangeführt und in den UN-Sicherheitsrat gebracht –eine Basis, auf die Deng Xiaoping aufbauen konnte, der dann den Klassenkampf für beendet erklärte und die wirtschaftliche Entwicklung Chinas ins Zentrum rückte.Daher ist die KP China das historische Subjekt, das Chinas historische Mission als neue Weltmacht mittels friedlichem Aufstieg vollenden wird.

Die KP China kann sich darauf auf das Scheitern von Francis Fukuyamas „End of History“, den Zusammenbruch Jugoslawiens, der Sowjetunion, dem Scheitern des arabischen Frühlings berufen und sich als stabilisierende  Macht berufen, die auf historische Kontinuität und für eine glorreiche Zukunft steht.Die heutige KP China kann auch auf  konkrekte Fortschritte verweisen: Hohe Wachstumsraten und  Verachtfachung des Prokopfeinkommens in den letzten 30 Jahren, Koexistenz zwischen einer autoritären Diktatur und einem blühenden Kapitalismus, der sich zunehmend in der Welt einbringt: SCO, BRICS, CICA, AIIB, eigene Freihandelszonen, One Belt-One Road-Initiative, mit dem eine neue Seidenstrasse kontinental und maritim und darüber hinaus in der Welt gebaut werden soll.China fordert nun auch den New Type of Great Power Relations von Obama und den USA, die Anerkennung einer multipolaren/Polyzentrischen Weltordnung, in der China eine gewichtige Rolle spielt.China rüstet militärisch kräftig auf, fordert nun auch 80% des Südchineischen Meeres und Teile des Ostchineischen Meeres, vor allem die Diaoyu-Inseln von Japan.

China schafft Fakten und baut seine Anlagen auf den Inseln im Südchineischen Meer aus, ja baut auch neue Inseln, zum Teil 1000 Kilometer von seiner Küste entfernt, um hier territoriale Ansprüche legal durchzusetzen.Gleichzeitig wird von einer „Remilitarisierung Japans“gewarnt, die Besuche von Shinzo Abe beim Kriegsverbrecher- Yasukuni-Shintoschrein kritisert, der auch andere asiatische Staaten erzürnt und desweiteren nun auch die mangelnden Lehren, die Japan aus der Geschichte gezogen habe, plakatiert. Desweiteren wird der Aktionsradius der chinesischen Marine ausgeweitet sowie diese rasant aufgerüstet und sich auf die vormalige Größe Chinas als Seefahrernation unter dem Eunuchenkapitän Zheng He in der Mingdynastie berufen.Nun veranstaltet Xi Jinping auch die erste Militärparade zum 2. Weltkrieg in Peking.Wie Russland beruft es sich hierbei auf einen weltweiten antifasichistschen Krieg ala Russland, bei dem China angeblich eine grosse Rolle gespielt habe. Zumindestens gegen das damals militaristische Japan, das ganz Asien in seine Großasiatische Wohlstandssphäre militärisch unterwerfen wollte-in Kooperation mit Hitlerdeutschland. Die KP China stellt dabei Mao als großen Helden vor, der den korrupten und antikommunistischen Tschiang Kaitschek und seine Nationalpartei zum Kampf gegen Japan heldenmütig durch eigenen Kampf der Kommistischen Partei und ihrer Partisanen an die vorderste Front des antifaschistischen Krieges gezwungen habe, Es gibt viele Histrokiker, die diese Geschichtstinterpretation bezweifeln und der Ansicht sind, dass Tschiang Kaitschek und seine Nationalpartei im wesentlichen den Kampf gegen Japan führten, zumal mit US-Unterstützung, während Mao und die Kommunisten passiv in Yenan abwarteten, bis sich das Kriegsglück wendete, Stalins Rote Armee in Nordchina die Japaner besiegten und die USA die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki warfen. Demnach wäre Mao nur ein passiv abwartender Kiregsgewinnler, der mithilfe Stalins Trupppen an die Macht kam und dann die Gelegenheit nutzte, gazn China zu erobern. So schildert es auch Jung Cang in ihrer Mao-Biographie, die in China bis heute verboten ist.Aber es geht weniger um den 2.Weltkrieg, sondern um die Anerkennung der neuen chinesischen Macht, des Führungsanspruch der KP China in China, in Asien und in der Welt,  Philippe Le Corre von der Brookings Institution überlegt, wie westliche Länder reagieren sollten, falls von China eine „Einladung“, bzw. Aufforderung an der ersten chinesischen Weltkriegsparade des 2. Weltkriegs teilzunehmen erfolgt.Seiner Ansicht nach, sollte man einen Repräsentanten schicken, jedoch nicht hochrangig. Desweiteren sollte dies in Rücksprache mit den USA und Japan geschehen, um eine weitere „AIIBsituation“zu vermeiden, also dass nicht wieder die USA und Japan alleine datsehen bei einer chinesischen Weltkriegsparade, während die Europäer daran teilnehmen—wie schon bei der Asian InfrastructureInvestitionsbank (AIIB).

Philippe Le Corre | April 16, 2015 4:02pm
World War II is also not over in Asia
All the controversy on the Russian celebration of the end of World War II has obscured the similarly problematic role of such events in Asia. Indeed, at a recent roundtable among think-tankers and government staffers, one participant candidly asked a simple question. “What will governments do when China’s official invitation letter to attend World War II celebrations in Beijing arrives?” Embarrassing silence ensued. On September 3, the People’s Republic of China (PRC) plans to host a military parade to mark the 70th anniversary of the end of World War II and, to use the Chinese phrasing, “victory in the World Anti-fascist War and the Chinese people’s War of Resistance against Japanese Aggression.”
There is nothing new about the Chinese communist party wanting to demonstrate its military strength in front of foreign leaders. Since the creation of the PRC in 1949, senior representatives of “friendly countries” have been in attendance at celebrations such as the 60th anniversary of the regime in October 2009. That event included a military parade with 10,000 troops and the display of many high-tech weapons held in Tiananmen Square, the precise place in which the pro-democracy movement was crushed in June 1989. This year, Western leaders feel both pressure to attend from the Chinese, and discomfort with an event that is clearly aimed at celebrating the country’s new international assertiveness.
This discomfort is particularly acute in Asia, where China wants to play a bigger role and where Japan sees China’s rise in a region it used to dominate economically as a threat. The territorial dispute in the East China Sea has particularly been a source of tension between the two Asian powers. China would like to use the 70th anniversary events to show off its military and diplomatic strengths. The September military parade will therefore be a challenge for many non-Asian government leaders invited to attend the celebrations. Only Russian President Vladimir Putin, whose own May 9 Victory Day parade in Moscow will not be well-attended by Western leaders due to the Ukraine situation, has confirmed his presence in Beijing. Others are pondering about what to do and who to send to Beijing.
Most European leaders are pondering whether to go. The situation is somewhat similar to the announcement in March by the United Kingdom that it was to become the first Western nation to join the board of the China-backed Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB). With regards to the invitation to attend the September events, the China-friendly U.K. has been avoiding the question, as it faces a general election on May 7 (the new government will have to decide.) France is focused on making the Paris 2015 climate conference a success, and therefore follows its own agenda; and Germany does not want to alienate itself from the United States and Japan by attending alone a somewhat controversial event.
All Europeans are keen to expand economic and trade relationships with China, but they do not want to damage their relationships with Japan. They should indeed send a representative to Beijing but probably not their most senior leader in order to avoid interfering in an already complex regional situation in Asia. European governments should consult each other on this matter, and give a joint response to China. They should also consult with the United States to avoid another AIIB situation. The United States will wait for Prime Minister Shinzo Abe’s visit to Washington at the end of April—as well as his annual statement marking the 70th anniversary of the end of World War II in August—to start thinking about who to send. Even more that Europe, it will seek to preserve both China’s and Japan’s pride at the same time. That will be a challenging diplomatic task.

http://www.brookings.edu/blogs/order-from-chaos/posts/2015/04/16-china-world-war-2-celebration-lecorre

Während sich bei Putins Weltkriegsmilitärpararade kein westlicher Staat einfindet, wird befürchtet, dass sich bei Chinas erster Weltkriegsparade mehr als genug westliche Staaten einfinden werden. Zumal ist auch der Militärparardeort historisch: Der Platz des Himmlischen Friedens, an dem 1989 die chinesische Demokratiebewegung niedermassakriert wurde. Damit wäre dies nicht nur ein außen- sondern auch ein innenpolitisches Signal.Und wenn einmal der Platz des Himmlischen Friedens  unter Beteiligung europäischer Staaten bei der Weltkriegsparade akzeptiert ist, dürfte China auch die nächsten Schritte bezüglich der EU unternehmen: Die Aufhebung des Waffenembargos der EU gegen China, das damals infolge des Massakers am Platz des Himmlischen Friedens verhängt wurde, zu fordern und vielleicht auch noch parallel zu TTIP und TTP mit einer EU-Chinafreihandelszone zu locken.Interessant ist auch, dass weder die USA noch Großbritannien, noch Deutschland oder andere europäische oder aisatische Staaten Militärparaden abhalten, sondern eigentlich nur China, Russland und Nordkorea. Dabei würde man dies doch etwas bei den USA eher erwarten als Supermilitärmacht, es zeigt aber, dass der Militarismus in China, Nordkorea und Russland ausgeprägter ist.Ebenso und vor allem interessant wird sein, wie sich Japan und die USA dazu stellen.Oder sollten die USA auch noch eine eigene antifaschistische Weltkriegsparade abhalten, bei der die Welt eingeladen wird wie in China und Russland? Zumindestens lassen Russland und China ihrem antifaschistischen Angedenken auch Aktionen folgen. So wie Xi Jinping bei der Moaskauer Parade anwesend war und chineische Soldaten bei der Parade mitmarschierten, China nun erstmals auch in Peking eine Militärparade zum Ende des 2. Weltkriegs abhielt, halten beide Staaten nun gemeinsam Marinemanöver im Ostchineischen Meer und nun erstmals gemeinsam im Mittelmeer ab:

!“Kriegsschiffe im Mittelmeer
Russland und China demonstrieren ihr mächtiges Bündnis
11.05.2015, 17:24 Uhr | ebs, dpa

Chinesischer Zerstörer bei einer chinesisch-russischen Übung im Ostchinesischen Meer: Nun begann eine ähnliches Manöver im Mittelmeer. (Quelle: AP/dpa)
In Zeiten der Krise mit dem Westen lässt Russland erneut seine Muskeln spielen und setzt auf den Schulterschluss mit China: Zehn Kriegsschiffe starten zu einer ersten gemeinsamen Marineübung im Mittelmeer.
Die Schiffe liefen am Montag bei einer Eröffnungszeremonie aus dem russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk nahe der Halbinsel Krim aus, berichteten Agenturen.
Alles, nur keine Provokation
Ein chinesischer Armeesprecher hatte Ende April mitgeteilt, dass dabei auch mit scharfer Munition geschossen werden solle. Ein Ziel sei es, den Einsatz in „fernen Gewässern“ zu proben. Man wolle damit aber nur die friedliche Kooperation beider Länder stärken, so der chinesische Armeesprecher
Auch der russische Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow beschwichtigte offiziell: „Die Übung richtet sich nicht gegen eine dritte Partei und hängt nicht mit der politischen Lage in der Region zusammen.“
Signal an den Westen
Ziel der zehntägigen Übung (bis 21. Mai) sei es, Maßnahmen zum Schutz der Schifffahrt zu entwickeln. Ein weiteres gemeinsames Seemanöver der beiden Länder ist im August im Japanischen Meer geplant.
Doch während des anhaltenden Ukraine-Konflikts gilt die Übung als Signal, dass Moskau in Peking einen mächtigen Verbündeten hat. Russland wirbt offen für eine enge wirtschaftliche und militärische Partnerschaft mit China.
Xi Jinping als Ehrengast bei Putin
Bei der Militärparade zum 70. Jahrestag des Siegs der Sowjetunion über Hitler am Samstag in Moskau saß der chinesische Staatschef Xi Jinping als einer der Ehrengäste neben Kremlchef Wladimir Putin. Auch chinesische Soldaten marschierten bei der Waffenschau über den Roten Platz. Viele westliche Politiker boykottierten die Siegesfeier.
China und Russland halten bereits seit 2012 gemeinsame Manöver im Pazifik ab. Die USA haben das immer wieder als Provokation verstanden und im Zuge der Übungen ihre Zusammenarbeit mit asiatischen Verbündeten verstärkt.“
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_73973404/mittelmeer-russland-und-china-demonstrieren-ihr-maechtiges-buendnis.html

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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