Lesetip: Grundsatzdebatte um das US-System

Eine sehr grundsätzliche Debatte hat in der Obamanahen Brookings Institution eingesetzt: Angesichts der Tea Party, der Libertären, des Ausfransens der Ränder, des zunehmenden Populismus, dem Veto der eigenen Demokraten gegen Obamas TTIP im Kongress, der zunehmenden Lähmung der Parteiapperate und Regierungen, der vermeintlichen Aushöhlung des politischen Systems der USA beginnt nun die Frage, ob man die Eliten, Institutionen und „Maschinen“mehr stärken sollte oder ob sie nicht mehr demokratisiert gehören: Die Frage:  Was sind die Ursachen und die Forderungen daraus wird von beiden Seiten konträr beantwortet. Daraus hat sich eine Debatte zwischen sogenannten Realisten ergeben, die sich nun offensiv für eine Stärkung von Parteimaschinen, back-door-talks, dem Einfluß von Big Business, Parteihierarchien, selfinterest, etc.einsetzen gegen „idealistische, politromantische“ Wut- und Gutbürger und Seiteneinsteiger, während die Progressiven die zunehmende Lähmung des US-Systems gerade in dem ausbordenden Vorhandensein eben jener Zustände sehen, die die selbsternannten Realisiten forcieren wollen.

Die Sicht der Realisten unter:

http://www.brookings.edu/research/reports2/2015/05/political-realism-rauch

Die Sicht der Progressiven und Antwort auf die Realisten unter:

http://www.brookings.edu/research/reports2/2015/06/futility-nostalgia-romanticism-new-political-realists-mann-dionne

Möglicherweise sehen wir uns ähnlichen Debatten in Deutschalnd auch noch bevor, wenn solche Phänomene wie Wutbürger, Populismus, AfD, Pegida bei der nächsten Krise wieder erstarkt wiederkehren und die Nach-Merkelzeit kommt und die Eurokrise ausbricht.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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