Trumps Außenpolitik: Reset/New Deal unter US-Konditionen oder stirb!

Hören wir, wie sich Donald Trump in seiner Rede über seine kommende Außenpolitik äußert:

„We desire to live peacefully and in friendship with Russia and China. We have serious differences with these two nations, and must regard them with open eyes. But we are not bound to be adversaries. We should seek common ground based on shared interests. Russia, for instance, has also seen the horror of Islamic terrorism.

I believe an easing of tensions and improved relations with Russia – from a position of strength – is possible. Common sense says this cycle of hostility must end. Some say the Russians won’t be reasonable. I intend to find out. If we can’t make a good deal for America, then we will quickly walk from the table.

Fixing our relations with China is another important step towards a prosperous century. China respects strength, and by letting them take advantage of us economically, we have lost all of their respect. We have a massive trade deficit with China, a deficit we must find a way, quickly, to balance.

A strong and smart America is an America that will find a better friend in China. We can both benefit or we can both go our separate ways.

After I am elected President, I will also call for a summit with our NATO allies, and a separate summit with our Asian allies. In these summits, we will not only discuss a rebalancing of financial commitments, but take a fresh look at how we can adopt new strategies for tackling our common challenges.

For instance, we will discuss how we can upgrade NATO’s outdated mission and structure – grown out of the Cold War – to confront our shared challenges, including migration and Islamic terrorism.“
https://www.donaldjtrump.com/press-releases/donald-j.-trump-foreign-policy-speech

Die Marschroute scheint derfolgt: Zuerst versucht Trump mit Rußland und China einen New Deal zu seinen Bedingungen zu erreichen. Falls das gelingt wird die NATO und die asiatischen Bündnisse weg von ihren Kalte-Kriegsstrukturen gegen Rußland und China umorganisiert zu einem Militärbündnis, das sich ausschließlich mit islamistischen Terrorismus/Islamismus/ „radikalem Islam“, Iran und Migration zu beschäftigen hat.Klingt ein wenig, wie die schonmals versuchte Reset-Politik Obamas. Falls Rußland und China nicht seinen Bedingungen zustimmen sollten, gibt es Konfrontation, Handelskrieg und einen neuen Kalten Krieg gegen Rußland, China nebst Kampf gegen Islamismus und Migration. Eigentlich, was der Westen und die NATO jetzt schon machen, dann aber nochmals zugespitzter. Friß oder Stirb dürfte Trumps Devise sein. Alles oder nichts. Wiederaufstieg Amerikas durch extreme außenpolitische Manöver, zwischen partielle Aufgabe der Pax Americana und Bewilligung der von Russland und China geforderten „New Types of Great Power Relations“mit russischen und chinesischen Einflußzonen oder aber deren Wiederherstellung durch eine Gewalttour gegen alle zusammen. Und wenn Trump nicht bekommt, was er will, wird er cholereisch und ist Hillary Clintons Verweis darauf, dass man ihm keine Einsatzgewalt über Atomwaffen geben soll, durchaus berechtigt.

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.