Gegenputschversuch in der Türkei ein US-Putsch?

Gegenputschversuch in der Türkei ein US-Putsch?

Die Beziehungen zwischen den USA und Erdogantürkei verschlechtern sich rapide. Machte Erdogan und seine Medien anfangs nur Fettulah Gülen für den gescheiterten Putsch verantwortlich, so war in der Folge auch von “ausländischen Mächten”als Drahtzieher die Rede und wird nun offen eine Verwicklung der USA in den Gegenputsch behauptet. Zum einen wird die Tatsache, dass Fetullah Gülen sein Hauptquartier in Pennsylvania/USA hat als aktive Unterstützung der US- amerikanischen Regierung für Gülen und –damit implizit und unterstellt –für den Putsch gedeutet.Zum zweiten wird die Behauptung aufgestellt, dass der Gegenputsch von der US-Militärbasis Incirlik gesteuert wurde und das Pentagon wie auch die CIA von dem Putsch Kenntnis hatten, wenn ihn nicht gar unterstützten, zumal einige türkische Militärs auch Verbindungsoffiziere zur NATO seien. Die Erdogannahe, konservative Zeitung Yeni Safak nennt sogar konkrete Personen, u.a. General John F. Campbell, der den Putsch für die CIA mit einem 2 Milliarden- Dollar-Etat organisiert haben soll. Erdogan klagte desweiteren den Chef des US Central Command Votel an auf der Seite der Putschisten zu stehen. Desweiteren wird als Argument gebracht, dass die USA Erdogans neuerliche Annäherung an Putin und Assad nicht gefallen hatte, weswegen sie sich zum Gegenputsch entschlossen hätten. Der russische Geheimdienst habe zudem die Kommunikation der Putschisten abgehört und Erdogan eine Warnung zukommen lassen–so dass es auch unwahrscheinlich war, dass die CIA, NSA und das US-Militär nichts von dem Gegenputsch wussten. Soweit die Indizienkette, die belegen soll, dass es sich beim gescheiterten Gegenputsch von Teilen des türkischen Militärs um einen US-Putsch handeln soll.

Dagegen spricht, dass die CIA zwar die vorherigen 3 Militärputsche unterstützte, aber nur deswegen, weil der türkische Generalstab diese organisierte, was bei diesem Gegenputsch nicht der Fall war. Wichtig erscheint mir, dass nicht das Militär puschte, sondern nur Teile davon. Der Großteil des Militärs folgte der Initialzündung des Putsches nicht, war davon selbst überrascht und die -mit Ausnahme von 9 Generälen-sich vor allem zumeist aus dem Mittelbau des Militärs ,also jüngeren Idealisten und dann im wesentlichen aus Luftwaffe und Militärpolizei zusammensetzenden Putschisten mussten auch den Generalstab festsetzen, der scheinbar auch nicht seine Zustimmung gab. Das Militär scheint also gespalten und uneinig, ja es scheint sich nur um eine kleine, vor allem jüngere, idealistische Gruppe zu handeln, die zudem auch nicht über genug Soldaten verfügte um einen Putsch flächendeckend und koordiniert durchführen zu können, da ihnen die älteren, mit Erdogan zusammen saturierten Militärs die Unterstützung versagten. Scheinbar bestand da die Hoffnung, dass sich einer putschenden Avantgarde schließlich auch das andere Militär anschließen würde, was aber nicht geschah.

Die Behauptung, dass Gülen hinter dem Putsch stecken würde, ist sowas von offensichtlich konstruiert, dass es schon weh tut. Gülen ist ebenso Islamist ,wenngleich mehr bildungsorientiert und das islamische Äquivalent von Max Webers protestantischer Arbeitsethik und setzt anders als Erdogan bei dem Ziel einer Errichtung einer islamistischen Diktatur nicht auf eine Massenpartei nach Muslimbrüdervorbild, sondern auf Infiltrierung und Unterwanderung des Staates und der Gesellschaft mittels Multiplikatoren und Eliten . Gülen beantragte auch auf Druck des türkischen Militärs 1999 politisches Exil in den USA, hat gegen das Militär sowie die demokratisch-säkulare Opposition mit Erdogan die erste Zeit bestens zusammengearbeitet und lehnt den Kemalismus offen ab. Das Militär wiederum lässt keine Rekruten aus Islamschulen in seinen Reihen zu, weswegen dort auch AKP – und Gülenanhänger keinen Platz finden (bisher, denn Erdogan möchte diese Beschränkung nun aufheben, um das Militär mit loyalen Leuten zu infiltireren). Ebenso war die Gülenbewegung Unterstützer des Ergenekonprozesses, der sich gegen den kemalistischen tiefen Staat wandte und vor allem gegen das Militär. Die Gülenbewegung verfügt über ein Netzwerk in Justiz, Polizei, Bildungssektor, Medien (Zaman), Unternehmerschaft (TUSKON), aber eben gerade nicht im Militär.Es wird interessant sein zu sehen, mit welch konstruierten Beweisen Erdogan den Putschisten eine Verbindung zu Gülens Bewegung nachweisen und darauf seine Landesverratsvorwürfe bauen will. Da muss entweder kräftig gelogen werden oder aber man bedient sich anderer Hilfsmittel wie unter Folter erzwungener “Geständnisse” oder “Bekenntnisse”. Vielleicht ist dies aber auch ein Zeichen an das Militär, dass sich Erdogans Wut weniger gegen es selbst richtet, als nur gegen Teile seiner und der Hauptsündenbock nach dem Putsch Gülen sein wird. Die Kemalisten sind zudem froh, dass sich Erdogans Zorn momentan vor allem gegen Gülen und nicht gegen sie richtet und erhoffen sich ungeschoren aus den nun stattfindenden “Säuberungen” von Staat und Gesellschaft und der Gleichschaltung hin zu einer islamistischen Präsidialdiktatur herauszukommen, was aber illusionär sein dürfte. Da die USA Gülen politisches Exil gewährt und Erdogan dessen Auslieferung von den USA verlangt, dürften die US-türkischen Beziehungen in der nächsten Zeit einigen Spannungen entgegengehen. Um dem entgegenzuwirken, besuchten nun der Chief of Joint Staff und US-Außenminister Kerry die Türkei zwecks Beschwichtigung.

Richtig ist, dass die USA wie auch die EU während des Gegenputsches eine abwartende Haltung einnahm , dass es unwahrscheinlich ist, dass die USA und ihre Geheimdienste einschließlich der NSA nichts von dem Gegenputsch wahrgenommen haben sollen und beide Erdogan nicht sonderlich schätzen. Aber ob sie den Gegenputsch aktiv unterstützten, ja auch als Milliardenschwere CIA-Operation ist hingegen fraglich.Zudem die Tatsache, dass der Generalstab gar nicht involviert war in den Gegenputsch, ja von den Putschisten selbst festgenommen wurde, wie auch die diletantische Vorgehensweise spricht eher gegen eine aktive Rolle der USA. Ansonsten bliebe nur die Erklärung, dass diese hasaadeurenhafte Risiken eingehen und auch einen Bürgerkrieg in der Türkei billigend in Kauf genommen hätten, was aber ihrem Interesse an stabilen Zuständen des NATO-Partners widersprechen würde. Von daher spricht mehr für eine passive, abwartende, zusehende Rolle der USA, die sich nicht trauten in das Geschehen aktiv einzugreifen und Erdogan vor den Gegenputschisten zu warnen Sie taten nichts, um den Gegenputsch zu aktiv verhindern, aber sie beförderten und unterstützten ihn auch nicht aktiv.

Anbei noch 3 Artikel der World Socialist Website, die die These Erdogans eines US-Putsches vertritt und die angeblichen Indizien zusammenfasst:

“In an article titled “US commander Campbell: The man behind the failed coup in Turkey,” the conservative Turkish newspaper Yeni Safak claims that General John F. Campbell “was one of the top figures who organized and managed the soldiers behind the failed coup attempt in Turkey.” According to the paper, the information has been revealed by sources close to the ongoing legal processing of pro-coup detainees.

Campbell is a retired US general and has some experience with bloody military interventions and overseeing war crimes. He was the commander of the Resolute Support Mission and United States Forces in Afghanistan between August 2014 and May 2016. One of the major US crimes perpetrated in this period was the horrific attack on a hospital in Kunduz last October, which slaughtered dozens of innocent patients and medical staff.

According to Yeni Safak, “ongoing investigation unveiled” that Campbell, prior to the putsch attempt, had secretly traveled at least twice to Turkey since May. Military sources also reported that the US general held a series of top secret meetings at the Erzurum military base and at Incirlik Air Base. Campbell was the man, “who directed the process of trending/blacklisting the military officers in the base.”

The Turkish newspaper describes a huge Pentagon/CIA-sponsored operation spanning several months and involving billions of dollars to prepare the coup against Erdogan. According to the newspaper, Campbell managed more than $2 billion in transactions via the UBA Bank in Nigeria, and used CIA links to distribute money among the pro-coup military personnel in Turkey.

Based on its sources, Yeni Safak reports that “an 80-person special team of the CIA” was working with pro-coup elements within the Turkish military, close to US-based preacher Fethullah Gülen. The cleric is widely believed to be a CIA asset and Erdogan himself has accused Gülen, former ally and now archenemy, of having masterminded the coup.

According to Yeni Safak, pro-Gülen officers at Incirlik Air Base established an investigation desk as early as 2015. They began to categorize all soldiers under their command into three groups: opponents, neutrals and supporters. Soldiers who were considered to be opposed to the establishment of a military junta were barred from “financial support.” Members of the army categorized as “those who will move with us,” were provided with the largest amount of money.

The newspaper claims that money transactions began in March 2015, through a commissioned “courier.”

A bag with a large amount of money was found in the room of Brigadier General Mehmet Dişli, one of the top military officials arrested for their involvement in the coup attempt.

General Campbell angrily dismissed the allegations made by the Turkish paper. He told the Wall Street Journal that the story “doesn’t even warrant a response” and was “absolutely ridiculous.” President Barack Obama had already declared last week: “Any reports that we had any previous knowledge of a coup attempt, that there was any US involvement in it, that we were anything other than entirely supportive of Turkish democracy are completely false, unequivocally false.”

https://www.wsws.org/en/articles/2016/07/28/turk-j28.html

Erdogan accuses US of supporting failed coup in Turkey

By Alex Lantier and Johannes Stern
1 August 2016

Relations between Ankara and Washington are deteriorating rapidly following the July 15 coup attempt in Turkey, which the Turkish government believes was supported by the Obama administration. In a series of stunning statements on Friday, delivered from the bombed-out ruins of a police base in Ankara, Turkish President Recep Tayyip Erdogan directly accused the US government of backing the coup.

Erdogan denounced statements by top US military and intelligence officials attending a security conference in Aspen, Colorado who criticized him for launching a purge of the Turkish army in the aftermath of the coup. US Director of National Intelligence James Clapper rebuked Erdogan for arresting Turkish military officers close to Washington. “Many of our interlocutors have been purged or arrested,” he fumed. “There’s no question this is going to set back and make more difficult cooperation with the Turks.”

Gen. Joseph Votel, the chief of the US Central Command, which oversees US military operations in the Middle East, warned that the purge was “something to be very, very concerned about” because it could harm the campaign against the Islamic State (IS) militia in Syria. NATO Supreme Commander General Curtis Scaparrotti declared, “Some of the officers that we have our relationships with in Turkey are now either detained, in some cases retired as a result of the coup. We’ve got some work to do there.”

Erdogan angrily charged Votel with supporting the coup, saying, “The US general stands on the coup plotters’ side with his words. He disclosed himself via his statements… Is it up to you to decide on this? Who are you? Instead of thanking the state for repelling the coup attempt, you stand with the coup plotters.”

Referring to the US-based Turkish Islamist Fethullah Gülen, whom he accuses of organizing the coup, Erdogan said: “The coup plotter is in your country. You are nurturing him there. It’s out in the open.” He added, “My people know who is behind this scheme… they know who the superior intelligence behind it is, and with these statements you are revealing yourselves, you are giving yourselves away.”

The Turkish president attacked US and European ruling circles for expressing concern that escalating arrests of army officers would harm Turkey’s future. He pledged to continue the crackdown in the army. “What are their concerns?” he asked. “They are concerned about the suspensions, detentions, arrests and the like and the increase in them. Are they going to increase? If the people are guilty, they will.”

The statements by both Erdogan and the US officials underscore the drastic deterioration in relations between Washington and Ankara that had already occurred prior to the coup. Far from welcoming Erdogan’s survival, Washington is attacking a government that narrowly survived a coup attempt that claimed over 270 lives and nearly led to Erdogan’s assassination.

The coup has exposed the explosive tensions growing behind the scenes within the NATO alliance, of which Turkey is a member state. The attempted putsch took place against the backdrop of a warming of relations between Turkey and Russia that cuts across US policy in the Middle East, in particular, US plans to undermine Russian influence by orchestrating the overthrow of Moscow’s sole surviving Arab ally, Syrian President Bashar al-Assad.

The Turkish government recklessly shot down a Russian jet involved in fighting US-backed rebels in Syria. In the aftermath of that incident in November of last year, Turkey has become increasingly concerned that the Syrian war is strengthening the position of separatist Kurdish forces. Under those conditions, Ankara intitated a broad shift in its foreign policy this spring. It signaled that it might cease backing the Syrian war, which it had agreed to support shortly after Washington launched it five years ago.

After the ouster of Turkish Prime Minister Ahmet Davutoglu in May, his replacement, Binali Yıldırım, proposed to bring Turkish foreign policy back to the “good old days.” He said he intended to “increase the number of friends and reduce the number of enemies.”

In June, Erdogan sent Moscow a letter calling Russia “a friend and a strategic partner.” The letter stated, according to the Kremlin, “We never had a desire or a deliberate intention to down an aircraft belonging to Russia.”

Coincidentally or otherwise, Davutoglu has made statements indicating that he gave the shoot-down order in November—though he later retracted them—and the pilot who shot down the Russian warplane in November flew a rebel F-16 fighter over Ankara during the failed coup.

On July 13, two days before the coup, Yıldırım even included Syria in the list of countries with which Turkey intended to improve ties. He said, “I am sure that we will return ties with Syria to normal. We need it. We normalized our relations with Israel and Russia. I’m sure we will go back to normal relations with Syria as well.”

Since 2001, US imperialism has laid waste to Afghanistan, Iraq, Libya and Syria in order to install pro-US puppet regimes, crush Russian influence and dominate the Middle East. It takes little imagination to recognize that powerful sections of the American bourgeoisie, which historically backed three successful coups in Turkey (1960, 1971 and 1980), might have at least tolerated last month’s coup attempt in order to cut off developing ties between Russia and Turkey.

The US foreign policy establishment is, moreover, deeply disturbed by the policies Erdogan outlined after the coup, indicating that he was considering an alliance with Russia and Iran. In a telephone call with Iranian President Hassan Rouhani a few days after the coup, Erdogan said that Turkey is now “even more determined to work hand-in-hand with Iran and Russia to resolve regional issues and strengthen our efforts to return peace and stability to the region.” Erdogan is now scheduled to meet Russian President Vladimir Putin in St. Petersburg on August 9.

US officials in Aspen insisted that such alliances were unacceptable to Washington. Clapper accused Moscow of trying to “drive a wedge between Turkey and the West, specifically Turkey and NATO.”

As for Scaparrotti, he declared, “We will watch closely how this relationship develops. I would be concerned if they were departing from the values that are the bedrock of the Washington Treaty [which founded NATO]—the rule of law.”

Under these conditions, US claims that Washington had no advance warning of the coup are simply not credible. Turkey’s Incirlik Air Base, which hosts more than 5,000 American soldiers and is the main base for the US-led bombing campaign against Syria and Iraq, was the organizing center of the putsch. Pro-coup fighter jets flew in and out of Incirlik as the coup unfolded. Shortly after the coup failed, the base commander, General Bekir Ercan Van, was arrested along with other pro-coup soldiers at the base.

Given that Incirlik is the site of dozens of US nuclear weapons, no credibility can be given to claims that US intelligence was unaware that a coup against Erdogan was being organized from there. Were that truly the case, it would represent a CIA intelligence breakdown of stunning proportions.

It is now being reported that Ankara received warning of the coup and Erdogan escaped assassination only because of reports from Russian forces that US-linked assassins were on the way to kill him.

Russian forces at the nearby Khmeimim airbase in Syria reportedly intercepted coded radio signals containing information about preparations for a coup and shared them with the Turkish government. Erdogan left a hotel in Marmaris only minutes before 25 rebel soldiers descended on the hotel and began shooting. Ultimately, hundreds were killed and thousands wounded as rebel army units bombed the Turkish parliament and attacked pro-Erdogan protesters and loyal military and police units.

A pro-coup officer captured by the Turkish government, Lieutenant Colonel Murat Bolat, told the conservative Yeni Savak newspaper that his unit was designated to detain and possibly murder Erdogan after receiving precise information on Erdogan’s location from US sources.

“A person in the meeting, whom I guess was an officer from the Special Forces, said, ‘Nobody will be allowed to rescue the president from our hands,’” he said, indicating that this meant Erdogan was to be shot after he was captured if the forces who had arrested him faced any counterattack.

Yeni Safak also identified US General John F. Campbell as the “man behind the failed coup.” According to the newspaper, the former commander of the Resolute Support Mission and United States Forces in Afghanistan worked with a team of 80 CIA operatives, distributing $2 billion to pro-US and pro-Gülen elements in the Turkish military to prepare the coup.

https://www.wsws.org/en/articles/2016/08/01/turk-a01.html

“Es ist allgemein bekannt, dass der Putsch zu einem erheblichen Teil vom Luftwaffenstützpunkt Incirlik im Südosten der Türkei aus organisiert wurde. Der Stützpunkt ist nicht nur das Zentrum des Luftkriegs gegen den Irak und Syrien und beherbergt 1.400 US-Armeeangehörige sowie hunderte amerikanische Vertragsunternehmer. Er ist außerdem die größte Lagerstätte des amerikanischen nuklearen Waffenarsenals auf dem europäischen Kontinent. 90 taktische Atombomben vom Typ B-61 sind dort gelagert, von der jede eine mehr als zehnfach höhere Zerstörungskraft als die Hiroshima-Bombe hat.

Nachdem der Putsch gescheitert war, bat der Kommandeur des Stützpunkts, einer der vielen Militärs mit engen Beziehungen zum Pentagon, seine amerikanischen Kollegen um Asyl in den USA. Er hatte eine wichtige Rolle beim Putsch gespielt.

Wenn die CIA und andere US-Geheimdienste nichts über den bevorstehenden Putsch gewusst hätten, der direkt unter der Nase des US-Militärs organisiert wurde, dann wäre dies das größte Versagen der Geheimdienste in der amerikanischen Geschichte. Was wäre, wenn es ein islamistischer Putsch gewesen wäre, bei dem die Atombomben an Al Qaida, den IS oder ähnliche Organisationen übergeben worden wären? Ein solches Versagen hätte den Rücktritt des CIA-Direktors John Brennan, des NSA Direktors Admiral Michael Rogers, und anderer zur Folge gehabt. Unnötig zu erwähnen, dass es keinerlei Rücktritte gab.

Überdies konnte Erdoğan nur deshalb fliehen, und einem Todeskommando des Militärs knapp entgehen, weil der russische Geheimdienst ihn gerade noch rechtzeitig gewarnt hatte. Der russische Geheimdienst hatte offensichtlich die militärische Kommunikation zwischen den Putschisten abgefangen.

Ist es glaubwürdig, dass das US-Militär nicht mindestens dieselben oder sogar umfangreichere Vorabkenntnisse hatte? Muss es nicht dieselben Kommunikationen von den angrenzenden Büros mit angehört haben? Müssen die Spionagefähigkeiten der CIA und der NSA in diesem Land, wo sie seit Jahrzehnten arbeiten, denen der Russen nicht weit überlegen sein?

Ihre Entscheidung, Erdoğan nicht dieselbe Warnung zukommen zu lassen, lässt nur eine Interpretation zu: Obama und den Chefs des US-Militärs und der Geheimdienste wäre es lieber gewesen, den türkischen Staatschef tot zu sehen.

Die erste Reaktion der US-Regierung, die von US-Außenminister John Kerry in Moskau kam, bevor klar war, dass der Putsch gescheitert war, weist in dieselbe Richtung. Kerry beschränkte sich darauf, den US-Wunsch nach „Stabilität, Frieden und Kontinuität in der Türkei“ zu äußern. Weder Erdoğans Name noch irgendeine Sorge um den Fortbestand der gewählten zivilen Regierung wurde auch nur erwähnt.”

http://www.wsws.org/de/articles/2016/08/06/time-a06.html

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