Bikini und Burkini unite-die neuesten Wendungen multikultureller Demenz

Muslimische Aktivisten sind sehr einfallsreich und testen alles aus. Kaum, dass die Burka eine Debatte auslöste, so forcieren nun Muslime den Streit um den Burkini.Die Argumentation ist dabei jeweils wechselnd: Zum einen wird dieses Ganzkörperkondom von einem Badeanzug als reine Bademode und Modeaccessoires behauptet, dann wieder als legitimes Symbol des Islam und Ausdruck einer wie immer gearteten Identität und Gläubigkeit.Während ersteres wohl reine Schutzbehauptung sein dürfte, wird nun zweiteres selbst von Imamen ins Feld geführt.

So postete ein Imam Photos von katholischen Nonnen am Strand und verglich den Burkini mit der Nonnentracht.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/burkini-diskussion-imam-postet-bild-von-nonnen-am-strand-facebook-sperrt-account-1.3129510

Motto: Wenn die Christen das dürfen, dann auch wir Muslime.Oder wenn die Muslime den Burkini ausziehen müssen, dann muss die Polizei auch den christlichen Nonnen ihre Tracht verbieten. Der Unterschied ist aber zum einen, dass Nonne ein Beruf ist und diese religiöse Amtsträger der Kirche sind, die Nonnentracht ihre Arbeitsuniform ist, während es sich bei den Burkiniträgerinnen nicht um offizielle Amtspersonen handelt und beim Burkini auch nicht um eine Berufskleidung, wie auch die Nonnenkleidung kein Badeanzug ist.

Desweiteren hinkt der Vergleich auch, da der Islam keine Nonnen kennt, nicht einmal bei der Geistigkeit Frauen zulässt und sich solch aufsässige Weiber wie etwa eine Helga von Bingen oder Margot Käsmann gar nicht als Amtsträgerin vorstellen kann. Der Islam ist hierbei noch viel exklusiver eine Männerherrschaft als dass dies die katholische Kirche ist.Zudem würde keiner den Imam hindern, wenn er in seinem muslimischen Schlafanzug an den Strand und ins Wasser geht. Er will aber, dass sich ganz normale muslimische Frauen den Burkini überziehen, die Frauen also verhüllen und trägt diese Forderung ganz frech-dreist mit Verweis auf die Toleranz vor.Man könnte ja von den so lautstarken Imamen auch fordern, wenn sie sich so für Burka und Burkini einsetzen, sich selbst zu verhüllen—mit einem Burko oder einem Burkino. Das wäre ja auch mal Gleichberechtigung, aber das würden die hohen Würdenträger des Islams wohl für absurd halten. Für Frauen hat die Verschleierung zu gelten, für Männer nicht.

Ebenso wird so getan, als wären alle arabischstämmigen Französinnen so scharf auf einen Burkini, ein Kopftuch oder gar eine Burka. Es wäre mal interessant unter den sogenannt muslimische Frauen dazu mal eine Umfrage zu machen oder eine Statistik aufzustellen, wie weit dies verbreitet ist oder ob sie Burkini-, Burka- und Kopftuchträgerinnen nicht als Beschneidung ihrer eigenen Rechte als Frau sehen.Bisher hat diese schweigende Mehrheit noch nichts gesagt, die Diskussion wird von den lauthals-krakeligen Muslimverbänden und extremen Muslimaktivisten bestimmt, die immer wieder die Grenzwerte der westlichen Gesellschaften austesten wollen. Multikultimenschen wie auch einige Linke behaupten nun wieder, dass Burka und Burkini ja nur eine Minderheit sei, eine symbolische Debatte und Ablenkung von wesentlichen Themen.

Zum einen sind symbolische Debatten eben auch wichtig, da sie die Grenzwerte der Gesellschaft eben definieren und man diese Diskussion führen muss.  Zum einen im innerislamischen Verhältnis. Ob es denn Muslime überhaupt für eine notwendige Islamauslegung sehen, Kopftuch, Burka oder Burkini tragen zu müssen oder zu sollen oder ob es sich hier nicht um eine fundamentalistische Auslegung handelt von der man und vor allem frau sich abgrenzt. Desweiteren dann die Grenzwertziehung der westlichen Gesellschaft selbst, welche Formen des Islams sie toleriert und welche eben nicht.

Zum zweiten, wenn dies von wesentlichen Themen ablenkt, dann könnten diese Leute ja auch einfach schnell gegen die ideologischen Auslegungen des Islams und eben für ein Burka- oder Burkiniverbot stimmen, die Frauenfeindlichkeit dieser Ganzkörpergefängnisse eben mal zugestehen und dann eben wieder zu den ansonsten wichtigeren Themen kommen. Dadurch, dass sie so vehement das Recht auf Burka und Burkini verteidigen oder eben auf das Kopftuch in öffentlichen Institutionen und Firmen, verlängern sie diese Grundsatzdebatte doch selbst und erwarten, dass die Gegenseite da einfach zustimmt. Das heisst, gerade diese Leute machen den Prinzipienstreit aufgrund ihrer Prinzipienlosigkeit doch erst möglich und nötig.

Desweiteren wird argumentiert, dass die Burka und der Burkini ja nichts mit dem Terrorismus zu tun hätten. Dabei ist das gar nicht der Punkt. Niemand sieht in der Burka ernsthaft eine Gefahr, weil man darunter Sprengstoff verstecken könnte—das kann man bei jeder anderen Kleidung mit Sprengstoffgürteln auch. Beim Burkini schon gar nicht. Aber das ist gar nicht der Punkt der Diskussion. Es geht hier um die Frauenfeindlichkeit, um eine Form des Islams, der eben eine sehr extreme Auslegung ist und gedanklicher Nährboden für Extremisten eben auch ist.Da sollte man sich nicht blöder stellen, als man ist.

Die französische Diskussion schwappt nun auch nach Deutschland über.Eine Kopftuchmuslima möchte jetzt eine Demonstration für das Recht aller Frauen sich so zu kleiden wie man will, veranstalten. Nun können sich Frauen in Deutschland ohnehin schon längst so kleiden wie sie wollen, mit Ausnahme der Burka wird nichts verboten, aber sie will diese Demonstration als Mobilisierung dafür benutzen, Kopftuch und Burkini als von der Gesellschaft nicht mehr zu kritisierenden Normallfall durchzusetzen, zu verbreitern und popularisieren. Dabei wird an das Selbstbestimmungsrecht der Frau und die Toleranz appelliert.Es bleibt zu hoffen, dass Feministinnen und Multikultimenschen sich diesem reaktionären Blödsinn nicht anschliessen. Aber es scheint so, denn so berichtet das Jugendmagazin der SZ Jetzt::

„Freiheit ist, wenn eine Frau oben ohne neben einer Frau im Burkini liegen kann“

In Berlin demonstrieren Aktivisten in Bi- und Burkini vor dem Brandenburger Tor

http://www.jetzt.de/burkini/demonstration-fuer-selbstbestimmung-am-brandenburger-tor

Ulrich Jörges wiederum argumentiert in seiner STERN-Kolumne, dass der Burkini fortschrittlich sei und Integration fördere.Ob der Burkini forschritllich ist, naja. Das einzige Argument, das man bei Jörges gelten lassen könnte, ist dass der Burkini streng muslimischen Frauen den Gang ins Schwimmbad ermöglicht, weil sie sonst daheim bleiben müssten. Aber dasselbe Argument wird ja auch bei der Burka gemacht. Man dürfe die Burka nicht verbieten, da die Burkafrauen sonst nicht mehr ihre 4 Wände verlassen würden, weil es ihre Männer und ihre Familie verbieten. Aber Burka und Burklini sind eben Symbole von Frauenunterdrückung und an dieser scheint Jörges ja nichts ändern zu wollen, auch nichts an diesen repressiven Familienverhältnissen. Die werden als tolerierbar stillschweigend akzeptiert. Und dann wird das Ganze als „Fortschritt“gesehen.

Und dann nochmals ein Artikel der EMMA von Alice Schwarzer zum Bikiniverbot:

„Auch in der Debatte in Frankreich kursiert das fatale Missverständnis, die Bekleidungsgebote für „religiöse Gebote“ zu halten – und nicht für ideologische Gebote; nämlich die fundamentalistische Interpretation schriftgläubiger, rückschrittlicher Muslime, deren erste Opfer, ganz wie in Deutschland, die aufgeklärten MuslimInnen sind. In Deutschland trägt nur eine von fünf Frauen muslimischer Herkunft das Kopftuch – in Frankreich werden es noch weniger sein.“

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/frankreich-erlaubt-den-burkini-333319

Es wäre Zeit, dass die schweigende Mehrheit der sogenannten Muslima diesem ganzen Kopftuch-, Burka und Burkiniblödsinn einmal eine definitive Absage erteilt. Aber gehört werden nur die lautstark krakelenden Lobbygruppen islamextremer Aktivisten und Multikultimenschen halten das dann für das, was arabischstämmige oder türkisch- oder kurdischstämmige Frauen wünschen.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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