Erdogans Religionsbehörde Diyanat propagiert den Märtyrertod für Jugendliche

Dass Erdogan ein Islamist ist, der seine neoosmanischen Reichsträume mittels der mit ihm verbündeten islamofaschistischen Muslimbrüder im Greater Middle East zu realisieren wünscht, dass sein Präsidentenpalast im Stile eines Sultanpalastes gebaut ist, dass seine Leibgarde osmanische Kleidung trägt, dass er das Land mit Moscheen überzieht und auch die Hagia Sophia von einem Museum in eine Moschee umwandeln möchte, die Bosporusbrücke nach einem Alewitenschlachtenden Sultan benennt, das Kopftuch jetzt bei Polizistinnen erlaubt, die Armee nun einem Nationalen Sicherheitsrat, der dem Verteidigungsminsiter und letztendlich Erdogan persönlich untersteht unterordnet, die Armee nach dem Vorbild der Revolutionären Garden ala Iran umbauen möchte, eine Verteidigungsakdemie gründet, bei der auch Mitglieder von Islamschulen die Reihen des Militärs füllen sollen, dass er Geschlechtertrennung in Studentenwohnheimen angeordnet hat, sind alles schon bekannte Indikatoren einer Islamisierung, die in einer islamistischen Präsidialdiktatur gipfel sollen.

Dazu passt nun auch, dass die staatliche Religionsbehörde Diyanat, die ursprünglich die Religion staatlicherseits begrenzen sollte, zum Instrument dieser islamistischen Indoktrinierung und Missionierung umgebaut wurde. Die nächste Stufe der Indoktrinierung ist jetzt der Märtyrerkult. Zum einen wurde die neue Bosporusbrücke auch die Märtyrerbrücke genannt und der Tag des mißlungenen Gegenputsches durch Teile des Militärs als Märtyrertag betitelt. Bei seinen Reden nannte Erdogan die Toten des Gegenputsches auch Märtyrer, die den Märtyrertod gestorben seien und die Islamistenmenge skandierte: „Führer befiehl, wir sterben für dich!“.Folgerichtig berichtet nun auch die Zeitung Al- Monitor von der Verbreitung des Märtyrerkults durch die staatliche Religionsbehörde Diyanat. Dass dabei vor allem auch die Jugend die Zielgruppe ist, ergibt sich aus Erdogans Ausspruch, dass er eine „neue, religiöse Generation“heranzüchten will.Was man bisher vor allem von Terroristenorganisationen wie der Hamas, bei den Kindersoldaten des IS oder bei den Basiji des Irans kennt, wird nun auch in der Türkei zur Erziehung der Jugend popularisiert: Der Märtyrertod.

So titelt Al Monitor:“Wie Glorifizierung des Märtyrertums Kinder zu Selbstmordbombern in der Türkei macht“ Eine Dinayatpublikation von April 2016 zeigt dabei folgende Comics:

„Im ersten Bild fragt ein Junge seinen Vater: “Wärst du gern ein Märtyrer, Papa?” Sein Vater antwortet: “Gesegnet ist, wer ein Märtyrer ist. Wer würde sich das nicht wünschen, wer würde nicht in den Himmel kommen wollen?”Im nächsten Cartoon grüßt ein Mädchen einen Soldaten und sagt: “Ich wünsche mir, ich könnte ein Märtyrer werden. Ihr Bruder antwortet: “Mädchen können nicht in die Armee!” Aber die Mutter greift ein und sagt: “Wenn du es so sehr möchtest, meine liebe Tochter, wird Gott dir diesen Wunsch erfüllen.”Im letzten Cartoon kommen ein kleiner Junge und sein Vater zu einem Friedhof, der mit türkischen Fahnen dekoriert ist. Der Junge sagt: “Sie müssen so sehr gelitten haben, bevor sie als Märtyrer gefallen sind, nicht wahr, Papa?” Der Vater antwortet: “Sohn, Märtyrer leiden nicht in der Weise, die du dir vorstellst.”Begleitet wird jede der drei Zeichnungen von einem Mohammed-Zitat.“

http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2016/08/turkey-gaziantep-attack-child-suicide-bomber.html

Die Cartoons kann man sich auch ansehen im türkischen Magazin Evrensel:

https://www.evrensel.net/haber/276082/diyanetten-cocuklara-sehit-olun

Früher lernte man in deutschen Gymnasien, dass es süß und ehrenvoll sei für das Vaterland zu sterben, dann eben auch für den Führer Adolf Hitler oder wie der humanistisch gebildete Lateiner lernte:  Dulce et decorum est pro patria mori. Erdogans Religionsbehörde will nun der türkischen Jugend lernen, dass es süß und ehrenvoll ist für ihn den Märtyrertod zu sterben. Die staatliche Religionsbehörde Diyanat kontrolliert auch den türkischen Muslimverband DITIB in Deutschland. Es bleibt abzuwarten, ob auch türkischstämmige Jugendliche und Erwachsene  in Deutschland dieser Propaganda ausgesetzt werden.

 

 

 

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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