Fidel Castro tot: Patria o muerte! Als Donald Trump Kuba befreite…

Fidel Castro, Sproß einer Großgrundbesitzerfamilie und etablierter Anwalt errichtete 1959 mit seinen bärtigen, havanarauchenden Genossen den ersten kommunistischen Staat in Lateinamerika, indem er mit einer relativ kleinen Guerillatruppe den US-gestützten Dikator Batista stürzte. Suchte er anfangs noch Kontakt zu den USA, wurde er feierlich unter anderem von dem damaligen US-Vizepräsident Nixon  empfangen, so änderte sich dies schlagartig, als er begann US-Unternehmen und die US-Mafia samt die kubanische Kapitalisten- und Großgrundbesitzerklasse zu enteignen, die nach Miami und Key West flohen, unter anderem die Bacardifamilie, aus deren Zuckerrohrplantagen der Kubarum hergestellt wurde und die mit anderen Exilkubaneren die Speerspitze für die zahlreichen CIA-Attentats- und Umsturzversuche wurden und auch bis heute ein eigenes „Demokratiezentrum“ für Kuba in Florida unterhalten.

In der Folge verhängten die USA ein Wirtschaftsembargo, planten Attentate und Castro lehnte sich an die Sowjetunion an, welche seine Zuckerexporte zu festen Preisen über Weltmarktniveau abnahm und dafür Waffen, Öl und Maschinen lieferte. Kuba war völlig abhängig von der Sowjetunion und Che Guevara, der hier einen anderen Weg einschlagen wollte als Castro, wurde schnell ins politische Abseits befördert.Che Guevara hatte mit der Sowjetunion schlechte Erfahrungen gemacht, da sie ihm als Industrieminsiter nur schrottmäßige Maschinen und Anlagen lieferte, weswegen er sich in seiner UNO-Rede und auf dem Blockfreientreffen in Algier offen und laut darüber beschwerte, dass die Sowjetunion bezüglich der 3. Welt eine genauso imperialistische Macht wie die USA seien, was in Moskau und bei Castro auf Befremden stieß. Ebenso sympathisierte Che Guevara mit der Juche-Ideologie der Autarkie von Nordkorea und wollte eine noch totalitärere Form des Kommunismus einführen, während er gleichzeitig die Weltrevolution vorantreiben wollte mittels der Unterstützungen von Guerillabewegungen in der 3. Welt– dies obwohl Chrustschow mit den USA die Linie der friedlichen Koexistenz eingeschlagen hatte, die die Anerkennung von Einflußsphären vorsah und eine Eskalation vermeiden wollte oder wie Chrustschow sagte: „Wir müssen den Funken verhindern, der einen Flächenbrand auslösen kann“.

Nachdem die USA versuchten mittels der Invasion in der Schweinebucht 1961 Castro zu stürzen, was kläglich scheiterte, zumal Kennedy den CIA-Kubanern die Unterstützung der US-Luftwaffe versagte und die USA begannen Thor- und Jupiteratomraketen in der Türkei zu stationieren, sah Chrustschow das strategische Gleichgewicht herausgefordert und stationierte auf Kuba als Gegengewicht nukleare Mittelstreckenrakten, die die USA ebenso mit kurzer Vorwarnzeit erreichen könnten.Daraus entwickelte sich 1962 die Kubakrise, die die Welt an den Rand des Atomkriegs brachte. Als Kompromiss zog Chrustschow die Atomraketen zurück, nachdem die USA zugesagt hatten, dass sie keine weitere Invasionen mehr auf Kuba unterstützen und ihre Nuklearrakten aus der Türkei abziehen würden.

Die Ermordung John F. Kennedys 1963 durch Lee Harvey Oswald ,einem Mitglied des US-amerikanischen prokubanischen Kubakomitees drohte dann nochmals einen neuen Konflikt heraufzubeschöwren. Während viele an ein CIA-US-Militär- Komplott rechter US-Republikanerkreise um Bush und Nixon glaubten (diese Theorie in jüngster und popkulturellster Form plastisch dargestellt in den Oliver Stonefilmen „JFK“ und „Nixon“) , die die Fährte nach Kuba legen sollte, um eine neue Konfrontation mit Kuba und der Sowjetunion zu ermöglichen, meinte die Gegenseite Castro habe Kennedy umbringen lassen. Während die einen das Kennedyattentat als Abrechnung aggressiver Falken des US-Establishments sahen, das Kennedy beseitigen wollte, da er soft on communism war, durch seine Annäherung an Chrustschow, die mangelnde Unterstützung für die Schweinebuchtinvasion und die Weigerung den Vietnamkrieg zu eskalieren die Kubakrise erst ermöglicht habe , vermuteten andere hier ein Moskau-Havanna-gesteuertes Komplott. Trotz aller Verschwörungstheorien und ungeklärten Umstände war die offizielle US-Linie, dass Oswald ein Einzeltäter war. Verschwörungslinien wurden nach beiden Seiten hin negiert und man änderte seine Politik gegenüber Moskau und Kuba nach der Kubakrise nicht mehr.Daran wurde sich gehalten, während Che Guevara dem Kompromiss ablehnend gegenüberstand und aus Castros und Moskauer Sicht immer mehr zum Störfaktor wurde.

Che Guevara war argentinischer Arzt und somit ein Ausländer unter den Kubanern, der von Simon Bolivar inspiriert war und Lateinamerika, wie dann aber auch die 3.Welt vom Imperialismus befreien und eine Weltrevulution entfachen wollte. Er wollte zu dem schon laufenden Vietnamkrieg neue Kriege mittels Guerillabewegungen initieren, die die USA eingreifen liessen, so dass diese ihre Kräfte verteilen mussten, bis sie sich überdehnten und kollabierten. Seine Devise: „Schafft 2,3, viele Vietnam“. Moskau hielt dies für Abenteuertum und nicht zielführend.

Daher schickte man den Che zuerst nach Afrika, wo er die afrikanische Guerilla Kabilas im Kongo unterstützte, jedoch frustriert wegen völliger Erfolglosigkeit wieder zurückkehrte, um dann nach Bolivien zu gehen, um dort einen kommunistische Umsturz ala Kuba mittels seiner sogenannten „Fokusguerilla“ herbeizuführen. Die kommunistische Partei Boliviens unterstützte ihn jedoch auf Anweisung Moskaus nicht, die DDR-Stasi stellte ihm als Aufseherin Tanja Bunke als Mitkämpferin zur Seite, die ihn mehr überwachte als unterstützte, wie er auch frustriert feststellen musste, dass die Bauern und Minenarbeiter gar nicht gewillt waren, seine Guerilla zu unterstützen, wie auch scheinbar gar keine revolutionäre Situation vorlag.

Schließlich wurde Che Guevara im Rahmen einer CIA-gesteuerten Aktion des bolivianischen Militärs gefangengenommen und exekutiert. Seine Leiche wurde heimlich vergraben, um keine Reliquen und eine Pilgerstätte für Linke zu hinterlassen. Erst in den 90er Jahren fanden kubanische Archäologen Ches Übereste und brachten sie nach Kuba, wo er ein Mausoleum erhielt. Während Fidel Castro bei den prosowjetischen Führern der weltkommunistischen Bewegung als der Ansprechpartner und starke Führer, Che Guevara eher als der unberechenbare Störenfried angesehen war, hatte Che Guevara bei der westlichen Linken und der westlichen Jugend damals Kultstatus und wurde als revolutionäres Vorbild geradezu ikonen- und jesushaft bewundert. Auch der „Che“film mit Omar Scharif schildert den Che als den eigentlichen Spiritus rector , Revolutionär und Kämpfer, während Castro eher als opportunistischer,launischer, wenig intelligenter Apperatschik dargestellt wird, der Ches Ideen klaute und sich mit dessen Federn schmückte.

Castro aber unterstützte mit der Sowjetunion die afrikanischen Befreiungsbewegungen in Angola, Mocambique, den ANC in Südafrika, die SWAPO in Namibia und schickte 55 000 kubanische Soldaten nach Angola, um die angolanische MPLA gegen Südafrikas Truppen und die CIA-.gesteuerte Unita Savimbis zu unterstützen, desweiteren Militärberater und Ärzte in andere Länder, z:B. flogen die Sowjets 14 000 kubanische Soldaten in 14 Jahren nach Äthiopien, um das kommunistische Regime zu unterstützen. Castro war Mitglied der Blockfreienbewegung, obgleich er sehr enge Kontakte zur UdSSR unterhielt, er blieb also ein Internationalist, aber eben in enger Kooperation und Abstimmung mit der UdSSR und anders als Che Guevara kleckerte er nicht mit kleinen Guerillakontingenten, sondern klotzte mit massiver Truppenunterstützung. Nach Gorbatschow und dem Fall des Kommunismus erlosch auch die Unterstützung durch die Sowjetunion, wie auch deren Hilfe für  die Sandinisten in Nicaragua und die FLMN in El Salvador. Kuba, das immer noch vom US-Embargo abgeschnürt wurde, verlor wirtschaftlich und militärisch seine wesentliche Lebensader und viele sagten nun den Kollaps des Castroregimes innerhalb kürzester Zeit vorraus, was aber nicht geschah.

Castro schaffte es, eine Hungersnot zu verhindern und durch vorsichtige Öffnung nach China, EU und andere Länder, dann auch mittels Unterstützung durch die Chavisten in Venezuela weiter zu existieren. Die westliche Perzeption Kubas erklärt sich dies damit, dass der kubanische Kommunismus eher eine idyllische Karibilvariante und ein Buena Vista Social Club ala Wim Wenders sei, wobei die Kubaner trotz Armut eben ein gutes Bildungs-, Gesundheits- und Sozialstaatssystem haben, zudem in der Musik und Kultur, Cuba libre, Bacardirum, Salsa wie auch dem Nationalismus und Antiamerikanismus ihren Überlebenswillen aufrechterhalten. Dennoch muss man sehen, dass Castro ein Diktator und Kuba ein Überwachungs- und Militärstaat ist, zumal eben seit der Etablierung von Castro-Kuba etwa 20% der Bevölkerung von Kuba geflohen sind und unklar ist, wieviele es wären, gebe es nicht die Überwachung und die strenge Kontrolle der Küstenwache.Gar so lässig und locker scheint das Leben seitens der Kubaner nicht wahrgenommen zu werden wie sich dies westliche Dritte-Welt- und Karibikromantiker zusammenträumen.

Als Castro an Krebs erkrankte zog er sich aus der Politik zurück, überliess seinem Bruder Raul die neue Maximo Lider-Rolle, liess diesen Wirtschaftsrefromen durchführen und schließlich die historische Annäherung an die USA unter Obama. Im Rahmen der Aussöhnung ließ Kuba auch noch seinen Einfluss auf die kolumbianische Guerilla FARC spielen, um ein Friedensabkommen für Kolumbien zu ermöglichen.Castro hatte also schon die Nachfolge geklärt und einen Machtwechsel zugelassen und kommentierte nur noch im Hintergund und in der Parteizeitung Granma.Nun ist er im Alter von 90 Jahren gestorben.Nach seinem Willen soll er eingeäschert werden, um nicht wie Lenin, Mao oder Ho Chiminh in einem Glassakrophag konserviert ausgestellt zu werden.

Fidel Castro überlebte Guninessbuchverdächtig angeblich 637 Attentats- und Umsturzversuche der CIA, sowie den neuen Führer des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, Venezuelas Präsident Chavez, der mit seiner bolivarischen Revolution Castros Karibikkommunismus beerben wollte und dessen Land inzwischen am Rande des Kollapses steht.Die Reaktionen sind geteilt. Castro galt vielen Führern der 3. Welt als guter Freund und Vorbild, als antikolonialistischer, antiimperialistischer und antiamerikanischer Vorkämpfer, Xi Jinping bedauerte des Ende eines „großen Genossens“, Putin sprach von Castro als „gutem Freund Russlands“ und „herausragender historischer Person seiner Ära“, Südafrikas Präsident und Vorsitzender des ANC Jacob Zuma dankte Castro für die Unterstützung der afrikanischen Völker gegen Imperialismus und in Südafrika gegen die Apartheid.Die meisten lateinamerikanischen Führer lobten Castro als großen Politiker, der den Yankees die Stirn geboten habe. Obama kondolierte seinen Verwandten und sprach die Hoffnung aus, dass Kuba nun den Weg zu Reformen und Wandel gehen würde.

Seitens der deutschen Linken werden Castros Verdienste um den Sozialstaat hervorgehoben, während seine Diktatur außen vor gelassen wird.Sarah Wagenknecht und Dietmar Bartsch, die Fraktionsvorsitzenden der Linken, haben Castro als jemanden gepriesen, der „durch und durch Demokrat“ gewesen sei.Wagenknecht und Bartsch preisen Castro in einem Beitrag mit der Überschrift: „Er stand für eine bessere Welt“. Die Oppositionsführer im Deutschen Bundestag zitieren zustimmend Danielle Mitterand, die Frau des früheren französischen Präsidenten, die über Castro sagte: „Aus diesem Mann macht man einen Teufel. Dabei ist er durch und durch ein Demokrat, der sein Volk liebt und sein Volk liebt ihn.“ Nach dem Tod von Hugo Chávez, dem venezolanischen Staatschef, pries Wagenknecht auch ihn als „großen Präsident“, der „mit seinem ganzen Leben für den Kampf um Gerechtigkeit und Würde stand“. Wagenknecht schwärmte, Chávez habe bewiesen, dass ein „anderes Wirtschaftsmodell möglich sei“. Dies obwohl der „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“in Venezuela vor dem völligen Bankrott steht. Erinnert an Gerhard Schröders Einschätzung von Putin als „lupenreinen Demokrat“. So schreiben Bartsch und Wagenknecht:

„Fidel hatte die Vision eines Kuba, das ökonomisch unabhängig und sich rasch nach eigenen Maßstäben und Bedürfnissen entwickeln kann.Eine bessere Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung ist möglich! Das war die feste Überzeugung von Fidel Castro. Viele junge Menschen sind in den 1960er Jahren vom Enthusiasmus der kubanischen Revolution inspiriert worden, gerade in ihrer Auseinandersetzung mit dem übermächtigen US-Imperium.

Die kubanische Revolution befreite Kuba von einer blutigen Diktatur unter Fulgencio Batista, die über 30.000 Menschen getötet hatte. Kuba war zuvor ein Ort, an dem die US-Mafia ein- und ausging. Großgrundbesitz, oft in Händen von US-Amerikanern, beutete die Landarbeiter maßlos aus. Schwarze waren einem System des Rassismus unterworfen. Nie bekam die Landbevölkerung einen Arzt zu sehen und die Rate der Analphabeten überstieg die 70 Prozent.

Es gehört zur großen Leistung von Fidel und der kubanischen Revolution, Bildung und Gesundheit kostenlos für die gesamte Bevölkerung bereitzustellen. Trotz aller Krisen, insbesondere nach dem Zusammenbruch des realen Sozialismus, konnte Kuba das kostenlose Bildungs- und Gesundheitssystem aufrechterhalten und verbessern – und dies zu einem Zeitpunkt, als in ganz Lateinamerika unter dem Druck des Neoliberalismus die Bereiche Bildung und Gesundheit privatisiert und große Teile der Bevölkerung dieser Länder ausgeschlossen wurden.(…)

Fidel hatte die Vision eines Kuba, das ökonomisch unabhängig und sich rasch nach eigenen Maßstäben und Bedürfnissen entwickeln kann. Viele dieser Pläne konnten nicht eingelöst werden.
Dennoch bleibt es richtig: Emanzipation und Befreiung der Menschen hat die unabdingbare Voraussetzung, sich von der Kontrolle durch imperialistische Großmächte zu befreien. Selbst Fidels Gegner mussten seine standhafte Haltung gegenüber der mächtigen USA anerkennen. Auch wenn Kuba viel Spielraum durch seine enge Anlehnung an die Sowjetunion verlor.

Danielle Mitterand, Frau des früheren französischen Präsidenten sagte über ihn: „Aus diesem Mann macht man einen Teufel. Dabei ist er durch und durch ein Demokrat, der sein Volk liebt und sein Volk liebt ihn (zitiert in: Neues Deutschland 6.5.1996) Gemeinsam mit den Menschen in Kuba, Lateinamerika und überall dort, wo die kubanische Befreiungsbewegung einen emotionalen Wert besitzt, gedenken wir nicht unkritisch der großen Leistung dieses Revolutionärs.“

http://www.theeuropean.de/sahra-wagenknecht-und-dietmar-bartsch/11551-zum-tod-von-fidel-castro

Die Exilkubaner in Miami und den USA hingegen feierten den Tod Castros, wünschten ihm, dass er in der Hölle schmore und sehen nun ihre große Chance gekommen in Kuba einen Umsturz zu inszenieren und Kapitalismus und Demokratie nach Kuba zu bringen. Unterstützt sehen sich diese Kräfte von den US-Republikanern und nun von dem neuen Präsidenten Trump, die beide die Wiederannäherung der USA an Kuba ablehnen, diese  rückgängig machen wollen und Castro als einen „brutalen Dikator“bezeichneten und hoffen, dass in Kuba bald wiederdie “ Freiheit“ einkehrt.

„U.S. President-elect Donald Trump has described the late Cuban leader Fidel Castro as a „brutal dictator“ and said he hoped his death would lead to „freedom“ for the Cuban people.The 90-year-old’s death was announced on November 26, prompting tributes from leaders and figures from around the world, while thousands of Cuban exiles living in the U.S. city of Miami took to the streets to celebrate his demise.“While Cuba remains a totalitarian island, it is my hope that today marks a move away from the horrors endured for too long, and toward a future in which the wonderful Cuban people finally live in the freedom they so richly deserve,“ Trump said in a statement.Trump, who takes office in January, had taken a tough line on Cuba during the campaign, when he threatened to reverse the historic rapprochement between the United States and the island nation if Castro did not allow „religious and political freedom for the Cuban people and the freeing of political prisoners.““

Bleibt zu fragen, was Trump zu tun gedenkt.Werden wir wieder CIA-Umsturzaktionen sehen, eine neue Schweinebucht, eine Besetzung Kubas durch das US-Militär? Möchte Trump als der US-Präsident eingehen, der endlich die kommunistische und widerspenstige Zwerginseldikatur befreit und als historische Tat im Hinterhof der USA aufräumt als ersten Schritt um „Make America great“zu machen? Würde er da Rücksicht nehmen auf internationale Proteste aus China, Russland, den Schwellenländern und der verbliebenen 3. Welt? Denkt er überhaupt an eine militärische Lösung oder bevorzugt er eher eine Farbenrevolution des Volkes? Wie würde Russland darauf reagieren, falls er sich mit Putin gutstellen wollte, um in Syrien und der Ukraine eine Kooperation eingehen wollte? Oder würde Trump Putin die Krim anbieten und im Gegensatz dazu von Putin Kuba als Interessenssphäre fordern? Oder würde Trump dann als Weichling dastehen, der gegenüber Putin eingeknickt wäre?

Jedenfalls müssen sich die verbliebenen Reformkommunisten um Raul Castro warm anziehen, denn Obamas historische Aussöhnung mit Kuba dürfte zurückgerollt werden. Fraglich, ob Trump die während der Kubakrise mit der Sowjetunion vereinbarte Nichteinmischung der USA in Kuba einhalten würde, wie auch sehr unwahrscheinlich ist, dass Putin im Falle einer US-Militärintervention auf Kuba eine neue Kubakrise lostreten würde, die die Welt an den Rand eines Nuklearkriegs bringt. Wenn Trump Putin als starken Führer wie sich selbst bezeichnet, müsste er ja eigentlich auch Castro als starken Führer sehen. Denn warum sollte nur Castro ein brutaler Diktator sein und Putin nicht? Der Unterschied dürfte wohl darin liegen, dass Castro  Vergangenheit ist und Kuba anders als Russland nicht über 1500 nukleare Interkontinentalraketen und eine grössere Militärmaschine verfügt, Trump zudem Kuba immer noch als Dorn im Fleische der USA in ihrem eigensten Hinterhof sieht. Wenn alle anderen US-Präsidenten in den letzten 60 Jahren vor ihm zu schwach waren, um Kuba zu befreien, will er vielleicht in die Geschichte eingehen, als der US-Präsident, der Kuba befreite. Auch eine Methode, um sich bei dem Exilkubanerteil der keineswegs so homogenen US-amerikanischen Latinogemeinde wieder beliebt zu machen.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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