Russen und Assad killen den Clown von Aleppo

Russland und Syrien werden bei der Schlacht um Aleppo Kriegsverbrechen vorgeworfen, da die Kämpfe viele Zivilisten und Kinder töten und auch Krankenhäuser und zivile Einrichtungen angegriffen werden. Zugegeben ist die russische und syrische Kriegsführung äußerst brutal, orientiert sich scheinbar an Russlands Kriegsführung im Tschetschenienkrieg, als Grosny zweimal vernichtet wurde oder an der Kriegsführung von Assads Vater bei dem militärischen Aufstand der Muslimbrüder in Hama in den 80er Jahren, als Großteile Hamas dem Erdboden gleichgemacht wurden.Man hatte und hat es eben in beiden Fällen mit islamistischen Gotteskriegern zu tun, die ebenfalls keine Skrupel hatten oder nun haben bei der Verwirklichung ihrer Ziele. Russland und Assad wollen jetzt durch Einsatz aller Mittel Fakten schaffen und Aleppo noch schnell erobern, bevor Trump in 2 Monaten Präsident ist, um da eine bessere Verhandlungsposition zu haben.Diese Konstellation erklärt auch die Heftigkeit der Kämpfe.

Aber man sollte auch nicht verschweigen, dass die von westlichen Medien so euphemistisch genannten „Rebellen“, die zum Grossteil von den USA, der Türkei und den Golfstaaten unterstützte  islamistische Mordbrennermilizen sind, sei es Ahrar al-Sham, Jayesh el-Islam, Jayesh el- Fatah, die Al-Nusrafront (El Kaidaableger) oder die sonstigen islamistischen Brandstifter bewaffneter Muslimbrüdermilizen, die  Zivilisten als menschliche Schutzschilde nehmen, ihre Kampfstellungen in zivilen Wohngebieten, ja selbst Kindergärten einrichten und zumal auch viele Zivilisten daran hindern die Stadt zu verlassen oder diese als vermeintliche Überläufer, Verräter und Kollaborateure exekutieren und umbringen, falls sie das Kriegsgebiet verlassen wollen, wie diese Islamisten auch selbst mit Artillerie zivile Gebiete im angrenzenden Westaleppo bombadieren und auch Kriegsverbrechen in beiden Stadtteilen begehen.

Das wird in dem einen oder anderen westlichen Medienbericht peripher und ganz am Rande mal erwähnt, dass „die Rebellen“, also die islamistischen Mordtruppen auch nicht ganz koscher wären, zumeist aber nicht, aber vor allem herzzerbrechende Bilder von zivilen Opfern der kindermordenden Russen und dem Kindsmörder Assad gebracht.So aber wird der Anschein erweckt, dass Russland und Syrien nur Zivilisten töteten oder eben nun den vielzitierten „Clown von Aleppo“. Man gewinnt den Eindruck, dass die Russen und Syrer vor allem Kinder, Weißhelme und kinderliebende Clowns als militärische Gegner und Ziele haben. Russen und Assad als Kindermörder–diese Sorte Propaganda kennt man ja auch seitens der islamofaschistischen Hamas gegen Israel beim Gaza“krieg“, als die Hamas Raketen aus Kindergärten und nahe bei Moscheen abschoss, um ihre medienwirksame Hetzpropagandabilder zu bekommen.Wer auf diese billigste und älteste Sorte von Kriegspropaganda hinweist, wird schnell als Putin- und Assadfreund, ja als Unmensch denunziert.

Man sollte vielleicht auch mal daran erinnern, wie die Amerikaner unter George W. den Irakkrieg begonnen haben – Rumsfelds Slogan: „Shock and Awe“ – mit einer wahnsinnigen Bombardierung der Bevölkerung Baghdads auch mit dem Einsatz bunkerbrechender Bomben, die die in den Kellern sitzenden Menschen töteten. Und wie viele Krankenhäuser und Hochzeitgesellschaften haben die Amerikaner und ihre Verbündeten inzwischen zerstört? Aus Versehen natürlich.Es fällt zudem auf, dass bei der Befreiung Mossuls im Irak von dem Islamischen Staat die vielen zivilen Opfer gar nicht benannt werden von den Medien, bestenfalls von Kollateralschäden gesprochen wird. Wenn die Russen und Assad die Islamisten bekämpfen, so begehen sie nur Kriegsverbrechen, wenn die irakische Armee mit Hilfe der USA selbiges tut, so ist nichts dergleichen zu hören.Das macht die Folgen der Kriegsführung Rußlands und des Assad-Regimes nicht besser. Aber bezeichnend ist, wie wenig über den von Saudiarabien und den USA geführten Krieg im Jemen berichtet wird, der was Kriegsverbrechen betrifft, ja sogar eine handfeste Hungersnot beinhaltet so ziemlich dem Gemetzel in Syrien gleichkommt.. Aber die Erwähnung und moralische Entrüstung über die Taten ausschließlich der russischen und syrischen Seite macht die Berichterstattung der westlichen Medien einseitig und unglaubwürdig.

Es wird immer betont, dass es in Syrien keine militärische Lösung geben könne, was wohl stimmt, da selbst Rußland, Assad und der Iran bei aller Brutalität kräftemäßig nicht stark genug sein dürften, die Kontrolle über das ganze Land herzustellen. Ich sehe aber auch keine politische Lösung. Zu unterschiedlich sind die Gruppen. Wie soll es zu einem gemeinsamen politischen Gemeinwesen kommen, wenn die Islamisten (Ahrar Al-Sham, Jayesh el Fatah, Jayesh el Islam, Al Nusra), die Muslimbrüder einen Gottesstaat wollen, die inzwischen marginalisierte säkular-demokratische FSA und Southern Front ein demokratisches Syrien und Assad und seine Baathleute eine säkulare Diktatur, mal ganz abgesehen vom IS. Es ist irgendwie trostlos und selbst ohne Assad käme es meiner Ansicht nach bei dieser Konstellation auch nicht zu einer politischen Lösung. Die Tage, als das SWP mit Hilfe des deutschen  und des US-amerikanischen Außenministeriums ihren „The Day After“-Plan für ein demokratisches Syrien entwarfen, sind endgültig vorbei. Assad und Rußland werden sich als nächstes Idlib vornehmen und Aleppo ist da die Blaupause für das, was dieser Stadt bevorsteht. Die westliche Unterstützung dürfte aber diesmal noch beschränkter ausfallen, da Idlib vor allem von Hardcore-Islamisten kontrolliert wird und mit Aleppo die FSA entscheidend marginalisert wurde und auch nicht mehr als Hoffnungsträger gelten kann. Assad ist seinem Ziel, nur noch Islamisten als Gegner zu haben, die dann auch der Westen bekämpfen will, einen wesentlichen Schritt näher gekommen.

Bezeichnend auch, wie wenig über die Rolle der Türkei bei der Schlacht um Aleppo und Mosul berichtet wird, wie auch über deren Grausamkeiten gegenüber den türkischen und syrischen Kurden, die sie ohnehin nur für PKK-Terroristen hält. So ist interessant, was heutezutage als Kleinmeldung in deutschen Medien vermerkt wird, ohne dass es Proteste, auch von Regierungsseite oder der internationalen Öffentlichkeit hervorruft:

“Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den türkischen Behörden vorgeworfen, etwa eine halbe Million Menschen im Südosten des Landes vertrieben zu haben. Die Anwohner seien innerhalb eines Jahres als Folge eines “brutalen Vorgehens der türkischen Behörden” aus ihren Häusern gezwungen worden, schreibt Amnesty. Das käme einer “kollektiven Bestrafung” gleich. Diese ist laut humanitärem Völkerrecht verboten.”

http://www.sueddeutsche.de/politik/kurdenkonflik-amnesty-tuerkei-hat-im-suedosten-eine-halbe-million-menschen-vertrieben-1.3281870

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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