Islamisierung und die Fakten für postfaktische Menschen

Der „postfaktische“ Mensch hört dies nicht gern, zumal er sich angesprochen fühlen müsste: Deutsche und andere Eingeborene im Westen überschätzen extrem den Anteil der „Muslime“ an der Bevölkerung. Ebenso sollte beachtet werden, dass  viele der sogenannten „Muslime“  Glauben eher als Familientradition und Privatsache sehen und Ramadan wie viele nicht sonderlich gläubige westliche Familien ihr Weihnachten nur als Familienfest feiern, dass viele dieser sogenannten „Muslime“ gar nicht religiös sind, zumeist auch in keine Moschee gehen und zudem sehr viele „Muslime“ säkular und auch agnostisch sind. Seit 9-11 und Samuel Huntingtons „Clash of Civilizations“ werden viele säkulare Ausländer oder Deutsche mit Migrationshintergrund pauschal allesamt und undifferenziert einfach unter die Kategorie „Muslim“eingezwängt.Kannte man zuvor noch Türken,  Iraker, Iraner, Äthiopier, Somalier, Nigerianer, Afghanen, Ghaner, Syrer, „Ausländer“halt, die nach Ethnien oder Nationen sortiert wurden, so hat sich die neue Kategorisierung nach Religion und „Muslim“eingeschlichen. Völlig unterschiedliche Ethnien, Nationen , Individuen werden nun unter einer statistischen Hauptkategorie „Muslim“zusammengefasst und erfasst, ergeben da scheinbar einen riesigen homogenen „Muslim“block, obgleich eben die meisten gar nicht sonderlich religiös sind und sich gar nicht nach einer Religiosität definieren. Und selbst wenn man alle Ausländer, die eigentlich keine „Muslime“sind als „Muslime“ jenseits ihrer Gläubigkeit zusammenzählt, wird selbst diese Zahl wahnsinnig überschätzt:

„Die Deutschen überschätzen den Anteil der muslimischen Bevölkerung und deren künftigen Anstieg enorm. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des britischen Meinungsforschungsinstituts Ipso Mori, in der die Einwohner von 40 Ländern weltweit befragt wurden. Einer von fünf Deutschen – 21 Prozent der einheimischen Bevölkerung – sei derzeit muslimischen Glaubens, schätzten die Befragten – in Wirklichkeit ist es laut einer Studie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge aber nur etwa einer von zwanzig (5 Prozent). Damit ist der geschätzte Anteil vier Mal höher als die reale Zahl.

Auch den Zuwachs der muslimischen Bevölkerung hierzulande wird von den Deutschen weit überschätzt, wie die Studie zeigt. Sie glauben, dass Muslime im Jahr 2020 knapp ein Drittel (31 Prozent) der Bevölkerung ausmachen werden – tatsächlich wird nach einer Projektion des Pew Research Centers lediglich ein Anstieg auf 6,9 Prozent erwartet.

Die Lücke zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Anteil der muslimischen Bevölkerung war in Frankreich am größten. Im Schnitt schätzten die Franzosen den Anteil der muslimischen Bevölkerung in ihrem Land demnach auf 31 Prozent – auf fast einen von drei Einwohnern. Nach Angaben des Pew Research Centers betrug der Anteil der muslimischen Bevölkerung in Frankreich im Jahr 2010 jedoch nur 7,5 Prozent – einer von 13 Einwohnern.

Die Franzosen schätzen dem Bericht zufolge auch den zu erwartenden Anstieg der muslimischen Bevölkerung bis 2020 in ihrem Land am größten unter allen europäischen Ländern ein. Im Durchschnitt hätten die Befragten geschätzt, dass 2020 40 Prozent der Franzosen Muslime sein würden – fast fünf Mal mehr als die Schätzung des Pew Research Centers, die bei lediglich 8,3 Prozent der Bevölkerung liegt.

Auch andere überschätzen die Zahl der Muslime

Auch in anderen Länder wird der Anteil der muslimischen Bevölkerung weit überschätzt. In Italien gaben die Befragten den Anteil mit 20 Prozent an, tatsächlich sind es nur 3,7 Prozent. Die Belgier schätzten den Anteil auf 23 Prozent, in der Realität liegt er nur bei 7 Prozent. In Großbritannien schätzten die Befragten den Anteil der Muslime an der einheimischen Bevölkerung auf 15 Prozent und damit drei Mal so hoch wie die tatsächliche Zahl aus dem Jahr 2010. Bis 2020 werde der Anteil auf 22 Prozent ansteigen, glaubten die Briten – tatsächlich dürfte er nach Berechnungen des Pew Research Centers auf lediglich 6 Prozent klettern.

In den Vereinigten Staaten schätzten die Befragten den Anteil der Muslime auf durchschnittlich 17 Prozent – tatsächlich liegt er nach Angaben des Pew Research Centers nur bei etwa einem Prozent. Besonders bei der Projektion in die Zukunft lagen die Amerikaner zudem daneben: Im Schnitt vermuteten sie den Anteil der Muslime im Jahr 2020 auf 23 Prozent – in der tatsächlichen Prognose sind es lediglich 1,1 Prozent.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 22. September und dem 6. November insgesamt 27.250 Menschen in 40 Ländern befragt.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/neue-studie-deutsche-ueberschaetzen-anteil-muslimischer-bevoelkerung-enorm-14573677.html

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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