Hamas-Gaza- ein „Singapur des Nahen Ostens“?

Interessante Nachricht, die von den Mainstreammedien gar nicht als solche wahrgenommen wurde und wird:

„Vergangene Woche erhielt die Hamas ein Angebot, das keine vernünftige Organisation ausgeschlagen hätte. Dabei ist zu beachten, dass dieses Angebot nicht etwa von den Freunden und Verbündeten der Hamas im Iran oder der arabischen und islamischen Welt kam. Vielmehr kam das Angebot, das verspricht, den Gazastreifen – wo die meisten Menschen in der Armut von „Flüchtlingslagern“ leben – in das „Singapur des Nahen Ostens“ zu verwandeln, von Seiten Israels.

Genau gesagt kam das Angebot vom israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, der den Bau eines Seehafens, eines Flughafens und eines Industriegebiets vorschlug, die zur Schaffung von 40.000 Arbeitsstellen im Gazastreifen beitragen würden – wenn die Hamas der Entmilitarisierung sowie der Zerstörung der von ihnen geschaffenen Tunnel und Raketensysteme zustimmen würde.

„Die Bewohner Gazas müssen verstehen, dass Israel, das sich bis auf den letzten Millimeter aus Gaza zurückgezogen hat, nicht die Ursache für ihr Leid ist – der Grund dafür ist vielmehr die Führung der Hamas, die ihre Bedürfnisse einfach nicht berücksichtigt“, sagte Lieberman in einer an die Einwohner des Gazastreifens gerichteten Botschaft im Fernsehen. „In dem Augenblick, in dem die Hamas ihre Tunnel und Raketen aufgibt, werden wir die ersten sein, die investieren.“

Einzig Israel hat der Hamas je ein solches Angebot unterbreitet. Ein derartiger Plan würde die Lebensbedingungen der Bevölkerung im Gazastreifen immens verbessern. Alles, was die Hamas dafür tun muss, ist von ihren Waffen und den Mordplänen gegenüber den Juden absehen und die Leichname vermisster israelischer Soldaten herausgeben.

Ein Seehafen und ein Flughafen würden den Gazastreifen auf der globalen Weltkarte etablieren und ihn nicht nur für Investoren aus Israel, sondern auch aus vielen anderen Ländern öffnen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass auch arabische und islamische Staaten nach Gaza strömen würden, um zu investieren, da sie die Palästinenser im Grossen und Ganzen verachten. Eines dieser Länder, Ägypten, zwingt den Palästinensern in Gaza strikte Reiseeinschränkungen auf, indem es den Grenzübergang in Rafah an nahezu allen Tagen des Jahres geschlossen hält. In vielen arabischen und islamischen Ländern gelten die Palästinenser aus dem Gazastreifen als Personae non gratae. Warum ist das so? Vielleicht, weil sie als eine Bedrohung für die Sicherheit angesehen werden. Oder vielleicht einfach deswegen, weil sie ihre arabischen Brüder hassen.“

http://www.audiatur-online.ch/2017/02/23/das-angebot-das-aus-dem-gazastreifen-ein-zweites-singapur-machen-wuerde/

Die Hamas sieht solche Angebote als Verrat an einem islamistischen Palästina, das in ihren Augen erst erreicht sein wird, wenn Israel vernichtet ist. Sie ordnet diesem Ziel alles andere unter. Wirtschaftliche Entwicklung und der Lebensstandard der eigenen Bevölkerung spielt da keine Rolle. Von daher wußte Liebermann auch, dass er solch eine Antwort erhalten würde und diente ihm dies eher dazu, die Hamas propagandistisch vorzuführen. Liebermann hat derartige Angebote bezeichnenderweise nicht für das PLO-kontrollierte Westjordanland gemacht, da die palästinensische Autonomiebehörde ja darauf eingehen könnte und sicherlich nichts dagegen hätte, wenn dieses ein zweites Singapur würde. Zumal sich Israel aus dem Gaza zurückgezogen hat, um desto engagierter den Siedlungsbau im Westjordanland und in Ostjerusalem voranzutreiben und eine Zwei-Staaten-Lösung zu verunmöglichen, ja der PLO niemals solche Angebote wie der Hamas machte. Insofern ist dies dann doch schon wieder heuchlerisch und zielstrebig. Dennoch zeigt das Angebot, was alles an wirtschaftlicher Entwicklung möglich wäre, käme es zwischen Israel und Palästina endlich zum Frieden.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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