Trump und Bannon: Faschistische Massenbewegung ala Lenin und Gleichschaltung

Während frühere US-Präsdienten nach dem Einzug ins Weiße Haus den Wahlkampf vor beendet erklärten ,ihre Wähler und Parteimitglieder deaktivierten und ihren Amtsgeschäften nachgingen, tourt Trump durch die USA, lässt seine Sympathisanten in zig Städten Demonstrationen abhalten, ja mobilisiert jetzt erst recht seine Anhängerschaft. Hatten faschistsische Bewegungen vor ihrer Machtergreifung starke Massenbewegungen, so legt sich Trump und Bannon nun erst nach der Wahl diese faschistische Strassenbewegung und Massenbewegung zu, die er auch nach dem Wahlkampf ständig mobilisiert und anstachelt. Bannon orientiert sich hierbei durchaus an extremitischen Ideologen wie Hitler, Mussolini und Lenin:

„Bei einer internationalen Konferenz im Vatikan sprach Trumps Chefberater Bannon 2014 von einem „sehr brutalen und blutigen Konflikt“, der schon längst im Gange sei. „Wir sind in einem globalen Krieg gegen Dschihadisten, den Islam und den islamischen Faschismus, und dieser Krieg bildet schneller Metastasen, als die Politik handeln kann“, erklärte Bannon. Die Welt befinde sich in einem beständigen Krieg des „jüdisch-christlichen Westens“, der „gütigen Kraft der Aufklärung“, gegen die „böswilligen Kräfte des Sozialismus, des Atheismus und des Islam“. Auch in einem Radio-Interview sagte Bannon 2015: „Es ist ein Krieg. Amerika ist im Krieg, Amerika ist im Krieg. Wir sind im Krieg.“

Der allumfassende, wenn man so will: totale Krieg zwischen Gut und Böse ist bei Bannon allgegenwärtig; und in den meisten seiner Aussagen ist er religiös konnotiert, als existentielle Entscheidungsschlacht, um die drohende Apokalypse zu verhindern. Bei der Konferenz im Vatikan erinnerte Bannon seine katholischen Glaubensbrüder unter anderem an die Schlacht gegen die Türken vor Wien und forderte sie auf, angesichts der derzeitigen „Krise“ nicht untätig zu bleiben. Ein Krieg mit allen Mitteln im Dienste einer höheren Ordnung: In autoritären Regimen ist das seit jeher ein Topos, der letztlich als Rechtfertigung für alles dient.

„Zerstörung des Staats“: Trumps Chefberater Steve Bannon bezeichnet sich selbst als „Leninisten“, dessen erklärtes Ziel die Zerstörung des existierenden Systems in Amerika ist. „Lenin wollte den Staat zerstören, und das ist auch mein Ziel. Ich will, dass alles zusammenbricht, ich will das heutige Establishment zerstören“, sagte er einmal in einem Interview voller Bewunderung für die von Lenin organisierte Machtergreifung der Bolschewisten in der russischen Oktoberrevolution 1917. Anfang Februar erklärte Bannon: „Wir erleben die Geburt einer neuen, politischen Ordnung.“ Bannon glaubt, dass Amerika alle 80 Jahre eine grundlegende Umwälzung erfährt – nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg sieht er mit der Finanzkrise 2008 jetzt die nächste Zeit für einen fundamentalen Umsturz gekommen.

Bannon hat Lenins Weg zur Macht genau studiert, davon muss man wohl ausgehen. Auch deshalb sehen es viele Amerikaner mit größter Sorge, dass jetzt ausgerechnet ein rechtspopulistischer Ideologe mit einem unbestreitbaren Sinn für Demagogie der engste Berater des amerikanischen Präsidenten ist. Bannons politische Taktik könne aus einem bolschewistischen Schulbuch stammen, schrieb der Lenin-Kenner Victor Sebestyen dieser Tage im britischen „Guardian“. Und dann zog er einen Vergleich, der vielen größtes Unbehagen bereiten dürfte: Nur zwei Tage nach seiner Machtübernahme habe Lenin damit begonnen, die Presse massiv anzugreifen – Bannon forderte die Presse drei Tage nach Trumps Amtseinführung dazu auf, „die Klappe zu halten“. Lenin sprach in der Staatspresse von der „objektiven Wahrheit, der größeren Wahrheit“, die verbreitet werden müsse – die „alternativen Fakten“ von Trump-Beraterin Kellyanne Conway seien davon nicht weit entfernt, schrieb Sebestyen.

Mit Trump komme ein Präsident ins Amt, der nach einem autoritären Drehbuch handle, schrieb die CNN-Autorin Ruth Ben-Ghiat wenige Tage vor Trumps Amtseinführung im Januar. Vielleicht ist die viel größere Gefahr, dass das Drehbuch mutmaßlich von Steve Bannon geschrieben wurde.

http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/vokabular-von-donald-trump-erinnert-an-totalitaere-regime-14886530.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Meiner Ansicht nach stehen nun drei wesentliche Schritte der US-amerikanischen Gleichschaltung für Trump an: Zum einen die Schwächung und den Ausschluss der US-Medien, was ja schon im vollen Gange ist. Trumps Chefberater Stephen Bannon, Betreiber des Blogs “Breitbart News” erklärte nun, dass die Medien “die Opposition” seien und daher bekämpft werden müssten, wie auch “das Maul halten”sollen Trump redete von den Medien als „den Feinden des Volkes“ und bei Trump heißt es nicht nur „Der Staat bin ich“, sondern: „Das Volk bin ich“. Dementsrpechend möchte er nun auch den harten Kern einer Massenbewegung formieren, die für in auf die Strasse und in die sozialen Medien geht. Zum dritten die Säuberung der Republikaner von sogenannten Establishment – Republikanern. Den Vorgang kann man mit der Endzeit der Weimarer Republik vergleichen, als die Nationalkonservativen versuchten Hitler in dem neuen Kabinett durch Umzingelung mit Nationalkonservativen”einzuhegen”und staatsmännisch werden zu lassen. Das Resultat ist bekannt: Hitler ernannte sich zum Reichskanzler und schaltete die Nationalkonservativen sukkzessive aus. Auf Breitbart News kann man analog unter dem Beitrag “What Trump means”dazu folgendes lesen:

“Establishment Republicans

The GOP establishment fought against Trump almost until the end of the race… before trying to take his side in a maneuver so slippery and Machiavellian I am tempted to coin the word Cruzian.(…)

Establishment Republicans have a clear future: tough primary elections against Trump-like opponents intent on draining the swamp. Paul Nehlen was the prototype for this movement. His battle with Paul Ryan was just a little ahead of its time.

In the future, incumbent establishment Republicans expecting to be unchallenged in primaries will find a battle for their political lives, especially if Donald Trump maintains enthusiasm with the base. Which of course he will.”

http://www.breitbart.com/milo/2016/11/16/what-trump-means/

Einmal die Medien und die oppositionellen Republikaner augeschaltet, kann sich Trump dann den Demokraten und anderen Oppositionellen zuwenden und eine autoritäre Dikatur errichten.

Für die kommende faschistische Anti-Establishment-Bewegung, meint Bannon, dass sie sich aus Wutbürgern rekrutieren werde, die keine “Sonnenscheinpatrioten”sind, sondern Kämpfer:

“By the way, I think anger is a good thing. If you`re fighting — this country is in a crisis. If you`re fighting to save this country, if you`re fighting to take this country back, it`s not going to be sunshine patriots. It`s going to be people who want to fight.”

http://www.juancole.com/2016/11/neofascist-appointee-fighting.html

Oder wie die FAZ ein Interview des “Hollywood Reporters”mit Steven Bannon zitiert:

“Wenn es um die künftige Politik der Vereinigten Staaten geht, hält sich der künftige Chefstratege im Weißen Haus, Stephen Bannon, gern an die Strategie der Bösen im Kult-Epos „Krieg der Sterne“: „Finsternis ist gut“, sagte der Wahlkampfmanager von Donald Trump am Freitag der Zeitschrift „Hollywood Reporter“. „Dick Cheney. Darth Vader. Satan. Das ist Macht. Es hilft uns nur, wenn sie“ – damit bezieht sich Bannon nach Ansicht des Interviewers auf Liberale und die Medien – „falsch liegen. Wenn sie blind dafür sind, wer wir sind und was wir tun.“

Der wegen seiner Nähe zum Ku-Klux-Klan, weißen Nationalisten und Antisemiten umstrittene frühere Leiter der erzkonservativen Website „Breitbart News“ bestritt in dem Interview, rassistisch zu sein. Sein Ziel sei es vielmehr, die Arbeiterklasse der Vereinigten Staaten in einer sich rasch wandelnden Welt wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken, sagte der 62-Jährige: „Ich bin kein weißer Nationalist, ich bin ein Nationalist. Ich bin ein Wirtschaftsnationalist.”

„Dann regieren wir 50 Jahre lang“

Bannon warf den Anhängern der Globalisierung vor, die amerikanische Arbeiterklasse zugunsten einer neuen Mittelklasse in Asien zerstört zu haben. „Jetzt geht es um Amerikaner, die nicht beschissen werden wollen. Wenn wir erfolgreich sind, bekommen wir 60 Prozent der weißen Wähler und 40 Prozent der Schwarzen und Latinos, und dann regieren wir 50 Jahre lang.“ Den Demokraten warf Bannon vor, den Kontakt zur Realität verloren zu haben. „Sie sprachen zu den Unternehmern mit einer Marktkapitalisierung von 9 Milliarden Dollar, die neun Angestellte haben. Das ist nicht die Realität.“

Ziel seiner Anti-Establishment-Bewegung sei es deshalb in erster Linie, Jobs zu schaffen. „Das alles hat mit Arbeitsplätzen zu tun. Ich bin der Typ, der auf einen billionenschweren Infrastrukturplan dringt“, sagte Bannon in dem Interview in Manhattans Trump Tower. Er wolle Schiffswerften und Stahlwerke wiederaufbauen. „Das wird so aufregend wie in den 1930er Jahren, größer als Ronald Reagans Revolution – Konservative und Populisten (vereint) in einer nationalistischen Wirtschaftsbewegung.“”

http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-amerika/donald-trumps-chefstratege-stephen-bannon-findet-finsternis-gut-14535119.html

Interessantes Detail auch bei der Einführungsrede Trumps. Scheinbar wollte er die Inaugaration zur Militärparade umbauen. Zum einen fällt das außergewöhnliche Erscheinen von US-Militärs bei seiner Amtseinführungsrede auf, zum anderen kann man folgendes lesen:

“It is quite clear, however, that this did not represent a mere gaffe by the military or the White House. It was a calculated maneuver by Trump to impress upon both the nation and the world his militaristic and nationalistic message. He had already unsuccessfully attempted to requisition missile launchers and tanks from the military for his inaugural parade. His inaugural speech was filled with lamentations about the “sad depletion” of the US military and vows to bolster it with increased spending and personnel.”

https://www.wsws.org/en/articles/2017/01/28/mili-j27.html

Wie schon von mir prophezeit: Er wird einen Krieg beginnen, den er meint leicht gewinnen zu können und sich dann mittels einer pompösen Militärparade als Größten Feldherren aller Zeiten feiern lassen.Auf dieser nationalistischen und militaristischen Welle könnte Trump dann höchste nationale Zustimmung erheischen, um sich weiteren innen- und außenpolitischen Abenteuern zuzuwenden. “America first ” würde dann zu “Amerika, Amerika über alles, über alles in der Welt”.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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