Wie reagieren Deutschlands Rechtsradikale auf das Ermächtigungsreferendum Erdogans?

von Ralf Ostner

Wie reagieren Deutschlands Rechtsradikale auf das Ermächtigungsreferendum Erdogans? Nicht berücksichtigt wird, dass dieses Ermächtigungsreferendum nur eine knappe Mehrheit erhielt mittels Wahlbetrug, Manipulation und Fälschung und 50% der Türken mindestens dagegen stimmten. In Deutschland selbst gingen nur 50% der deutschen Türken zur Wahl, während den anderen die Türkei egal ist, da sie sich in Deutschland heimisch fühlen und bei ihnen die Integration geklappt hat. Von den 50% haben dann 63% für Erdogans islamistische Präsidialdiktatur gestimmt, also insgesamt beträgt die Zahl der Erdoptürken ein knappes Drittel der deutschen Türken, also eine Minderheit, wenngleich eine starke Minderheit.Was machen nun Deutschlands Rechtsradikale daraus: Zum einen, dass sie von DEN Türken und nicht von den Erdotürken sprechen, also Türkenbashing mit Ausländer Raus! – Parolen kombinieren. Sie nutzen die Gelegenheit, um nicht mehr in Demokraten und Faschisten zu unterscheiden, sondern machen einen völkischen Homogenausländer auf, den es jetzt als homogener Volks-Deutscher zu bekämpfen gilt. Zum einen dient Erdogan da als Feind, zum anderen haben sie aber auch tiefe Bewunderung für ihn, da er Nationalist und Diktator ist und ein ähnliches System wie sie selbt einführen wollen–den faschistischen Führerstaat (deswegen hat ja inzwischen gleichzeitig Trump und Putin Erdogan gratuliert). Zum zweiten ist und bleibt Merkel der Feind und Hauptgegner, egal was passiert. Wobei deren Schweigen und Appeasement gegenüber Erdogan durchaus kritikabel ist. Zum dritten wird das Prinzip der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten beschworen. Deutschland soll sich nicht in die Diktatur der Türkei einmischen und die Türkei nicht in deutsche Angelgegenheiten. Ob die Türkei oder andere Staaten Diktaturen werden, ist diesen Rechtsradikalen egal.Geht uns nichts an, ist Sache dieser Länder. Was DIE machen, geht UNS nichts an. Hier wird nicht internationalistisch die Solidarität der Demokraten oder Linken beschworen, sondern nationailistisch die Koexistenz zweier anzustrebender völkischer Diktaturen.Hier einmal Jürgen Elsässer als Beispiel :

„Unser Problem ist NICHT #Erdogan, sondern #Merkel

Das Referendum in der Türkei geht mir am Allerwertesten vorbei. Den Teufel werde ich tun, mich in das Mimimi von Claudia Fatima Roth, Olle Steinmeier und anderen einzureihen. Ob Erdogan gewonnen oder beschissen hat: mir egal. Ob er die Todesstrafe einführt: mir egal. Das sollen die Türken bitteschön alles unter sich ausmachen. Das selbe gilt übrigens für Nordkoreaner, Chinesen, selbst für Yankees. Was die bei sich machen, ist mir pumpe.

Die Türkei den Türken! Heißt aber bitteschön auch: Deutschland den Deutschen. Das Problem besteht nicht darin, was Erdogan in der Türkei macht. Das Problem beginnt erst da, wo er sich seinerseits in andere Länder einmischt, zum Beispiel in Syrien oder bei uns. Anders gesagt: Wenn er in der Türkei ein Kalifat einführen will, ist das Sache der Türken. Wenn er aber in Deutschland ein Kalifat einführen will, heißt die Parole: Widerstand und Kampf! Hier Alemanya, nicht Antalya!

Dazu habe ich das nötige schon letztes Jahr in einem Editorial von COMPACT geschrieben (Auszug):

Wären wir auch nur ein bisschen selbstbewusst, würden wir dem Bosporus-Gröfaz klare Kante zeigen: Seine hierzulande agitierenden Imame heimschicken und dafür unsere Soldaten zurückholen; die Bundesmarine in die Ägäis entsenden und alles, was da über Schlauchboote herandümpelt, auf kleinen Inseln festsetzen (übrigens ein Vorschlag des österreichischen Außenministers); die EU-Beitrittsverhandlungen mit einem Veto aus Berlin stoppen; dem Familiennachzug anatolischer Kopftuch-Omas einen Riegel vorschieben; die hier lebenden Türken vor die Wahl stellen, entweder ihre Pässe mit dem Halbmond abzugeben oder künftig auf Hartz-IV und ähnliche Sozialleistungen zu verzichten. Die dann sicherlich randalierenden Ghetto-Rambos wären ein Fall für die Bundespolizei, die sich schon lange darauf freut, den Typen zu zeigen, wo der Hammer hängt. Wetten, dann wäre schnell Ruhe im Karton?

Aber all das wird erst möglich sein, wenn wir die Türken-Mutti aus Berlin verjagt und einen guten Deutschen an die Macht gebracht haben. Ein solcher Eiserner Kanzler bräuchte gewisse Qualitäten des alten Bismarck – oder auch des aktuellen Erdogan. Damit sind wir bei der anderen Seite der Medaille. Denn so empörend es ist, wie sich der Osmane gegenüber Deutschland aufspielt – er kann das nur tun, weil unsere Politiker vor ihm katzbuckeln. Und wie er umgekehrt sein eigenes Land regiert, geht uns außerhalb des Feuilletons nichts an und nötigt mir sogar einen gewissen Respekt ab: Bei der Niederschlagung des von den USA zumindest begünstigten Putsches vom 15. August bewies er hohen persönlichen Mut. Dass sein Volk, quer über alle Parteigrenzen hinweg, seither mehr denn je hinter ihm steht, ist verständlich.

Kehren wir endlich von der One-World-Ideologie zum Prinzip der nationalen Souveränität zurück: Andere dürfen sich nicht bei uns einmischen – und wir nicht bei ihnen.“


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