Van der Bellen: Wir sind Kopftuch–Islamophilie fördert Islamophobie

von Ralf Ostner

Die Grünen machen mal wieder von sich reden. Österreichs grüner Bundespräsident Van der Bellen hat nun Frauen dazu aufgerufen sich als Zeichen der Solidarität mit muslimischen Frauen und gegen Islamophobie ein Kopftuch aufzusetzen. Blöder geht es nicht mehr. Erstens trägt nur eine – wenngleich zunehmende- Minderheit der sogenannten Muslima in westlichen Ländern ein Kopftuch und lehnen es die meisten sogenannten Muslima als Symbol des Islamismus ab, zweitens sieht dies der Islam gar nicht explizit vor, drittens ist das Kopftuch ein politisches Statement und Interpretationsauslegung eines erzkonservativen Islam. Nach de Maizieres ebenso populistischem Leitkulturstatement „Wir sind nicht Burka“ kontert van der Bellen nun mit einem ebenso blödsinnigen und trotzigen „Wir sind Kopftuch“. Genauso könnte man Frauen auffordern, einen Burkini zu tragen und das Jugendmagazin der SZ JETZT hat ja schon eine Demo von Jungfeministinnen unter dem Motto „Bikini und Burkini–für das Selbstbestimmungsrecht der Frau, zu tragen, was sie wollen“zustimmend angekündigt.Typischer Indikator wie islamophil die grüne und linke Szene tickt. Was natürlich wiederum Wasser auf die Mühlen der Islamophoben ist.Inzwischen hat sich der nationaltümelnde Sänger und Jungstar, dem eigenen Bekenntnis nach“Volks-Rock&Roller“ Andreas Gabalier der Stimme des Volkes angenommen, ein Küchentuch als Kopftuch aufgesetzt und van der Bellens Forderung mit einem Stamperl Schnaps und mit der Forderung, doch gleich auch auf Alkohol und Schweinebraten aus Solidaritätsgründen zu verzichten, konterkariert. So postet Gabalier auf seiner Facebookseite:

Dear Mr. President !

Nachdem für Sie „der Tag in unserem Land noch kommen wird, an dem wir ALLE Frauen bitten werden müssen ein Kopftuch zu tragen, aus Solidarität anderen Kulturen gegenüber denen es die „Religion vorschreibt“,
habe ich mir heute schon einmal eines aus Solidarität unseren Frauen gegenüber aufgesetzt!

In weiser Voraussicht auf das noch folgende Alkoholverbot aus Solidarität jenen Religionen gegenüber in denen man keinen Alkohol trinkt, habe ich heute schon einmal damit begonnen mein Verdauungsschnapserl nach meinem geliebten Schweinsbraten gegen ein Stamperl steirisches Kernöl zu ersetzen!

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr VolksRock’n’Roller

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https://www.facebook.com/AndreasGabalier/posts/1462571133812874:0

In Österreich nun tobt darum eine heftige Diskussion, die wohl nur der FPÖ helfen dürfte. Man sieht mal wieder: Die Islamophilie der Mainstreamlinken ist gerade der Islamophobie der Rechten nützlich und förderlich. Dass Tschador, Niqab und Burka klare Zeichen von Frauenunterdrückung sind, wird nicht einmal in moderat islamischen Staaten angezweifelt. Anders verhält es sich beim Kopftuch. Zwar wird auch dieses in den zuvor meist säkularen islamischen Staaten infrage gestellt, doch Multikultimenschen im Westen tolerieren dies zumeist ohne kritische Nachfragen an ihre Trägerinnen. Hier werden argumentative Akrobatenkünste vollbracht, dass dieses auf der Freiwilligkeit der Frau, als Begrenzung männlichen Sexismus, als Kopftuch, das auch schon katholische Landfrauen in Europa getragen haben, also zur einfachen Nebensächlichkeit der Welt und zum Modeaccessoires verklärt, das man unwidersprochen zu tolerieren habe.

Der erste Gedanke, der mir kommt: Wie würden eigentlich westliche Menschen reagieren, wenn sich westliche Frauen mit Kopftüchern eindecken? Würde man da sagen: Wie kommt eine Frau dazu sich in eine Nonnentracht einzuhüllen und uns etwas von der Befreiung der Frau zu erzählen? Wenn man nicht gerade an Helga von Binnen und Grace Kelly denkt – also zwischen religiöser Zwangstracht oder eben lockerem Bekleidungsutensil, das  die Haarpracht durch  den Fahrtwind des Sportwagens nicht in Unordnung bringt.

Aber wenn nun westliche Frauen massenweise Kopftücher tragen würde, würde man sich eben schon fragen: Warum schmeissen die sich in eine Nonnentracht, die doch welthistorisch gerade für die Unterdrückung der Frau steht? Was würde man sagen, wenn sie betonten, dass sie dies aus Überzeugung und freiwillig trügen und ein Glaubensbekenntnis daraus machen? Was würden wir entgegnen, wenn sie antworten würden, dass sie ihre christliche Identität symbolsieren wollen? Und das Christentum für die Befreiung der Frau stehe? Und wenn sie uns dann ihre ganz eigene Interpretation und ganz individuelle Sichtweise und Version vom Christentum erzählen würden? Jeder westliche, säkulare Mensch und vor allem jede westliche säkulare Frau würde wohl den Verstand dieser Frauen anzweifeln und widersprechen. Man und frau würde eher sagen: Zisch ab du erzreaktionäre Schachtel und lass´uns in Ruhe mit deinem Schwachsinn! Linke könnten sich dabei auf die Texte von Marx, Lenin, Schoppenhauer, Voltaire und andere säkulare Aufklärer beziehen, die da eine klare Trennlinie zum Islam und der Religion aufmachten als sich auf die Islamunkenntnis und Islamophilie von multikulturellen Postlinken, Oskar Lafontaine oder Genderfrauen zu berufen, die sogenannte junge Muslima immer mehr in die CDU drängen, da sie diese falsch verstandene Toleranz gegenüber einer frauenfeindlichen Religion als Frauen nicht mehr dulden wollen. Während bei westlichen Frauen Kopftücher oder verleichbare neoreligiöse Symbolik als geistige Regression und Feindschaft zur säkularen Aufklärung gesehen würden, so nicht bei muslimischen Kopftuchträgerinnen.

Mit dem Kopftuch zurück zu den Wurzeln und zur Identität?

Die Motive ein Kopftuch zu tragen sind durchaus unterschiedlich. Die Argumenation, dass dies auch katholische Landfrauen bei der Feldarbeit getragen hätten, verfängt da als erstes nicht. Denn wir sind eine Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft, haben uns von der staubigen Landwirstchaft meilenweit entfernt und auch keine muslimische Kopftuchträgerin bemüht dieses Argument – nur eben Multikultiversteher.

Zitiert wird da eher, dass die Kopftuchfrau zu ihren Wurzeln und ihrer Identität zurückfinden wolle. Auch ein seltsames Argument, denn die meisten Kopftuchfrauen sind in Deutschland geboren, wollen sich dann also von diesem säkualren Deutschland scheinbar abgrenzen, wenn sie eine vermeintliche Identität finden wollen. Und worin soll die bestehen? In der Regression, dass man sein Haar nicht mehr offen trägt, sondern verdeckt? Vor allem vor wem und vor was? Bedeutet Identität die Rückbesinnung auf alte Traditionen in der muslimischen Welt als die Frauen noch unterdrückt waren? Oder soll man die Verschleierung zurück auf Mohammed führen, als Oberklassefrauen sich verschleierten, um sich gegen Unterklassefrauen abzuheben?

Alice Schwarzer hat zudem einmal richtig bemerkt, dass diese ganze Kopftuchmode in den muslimsichen Staaten erst wieder aufkam, als Khomeini seine islamistische Diktatur im Iran errichtete. Dies war ein Zeichen für den islamistischen Aufbruch der Muslimbrüder, Erdogan/Erbakan, Taliban, Boko Haram, Al Shabab, Al Kaida, die Is erst auf die Tagesordnung brachte.

Keine Freiwilkligkeit, sondern Unterdrückung und Repression

In vielen dieser Länder ist aufgrund der agraischen Struktur, der damit einhergehenden patriachalischen und islamischen Zwänge das Kopftuch noch verbreitet. Aber es gab in diesen Ländern während der 60er und 70er Jahre eine Gegenbewegung, vor allem der städtischen Mittelstands- und Oberschichtenfrauen.  Sie bewirkte eine Liberalisierung, die aber seit der iranischen Machtergreifung der Mullahs im Iran und der von den USA unterstützten Mudjahedin in Afghanistan und Muslimbrüdern rasch zurückgedreht wurde. Von daher ist das Tragen des Kopftuchs in diesen Ländern keineswegs so freiwillig und gewollt von vielen Frauen, sondern eine Regression und auf Unterdrückung und Repression zurückzuführen.

Und in vielen dieser muslimischen Länderr würde jede Frau, die das Kopftuch abnehmen will, gesellschaftich, staatlich geächtet, bestraft oder eben gleich ermordet. Aber wir reden ja hier zuerst einmal von in Deutschland geborenen Muslimen und Muslimas, die plötzlich das Kopftuch als toll und ultima ratio er- und verklären. Wobei mich mal interessieren würde wieviele deutschgeborene Türkinnen oder sonstige Muslima überhaupt ein Kopftuch tragen. Bezeichnenderweise gibt es dazu bisher noch keine Statistiken, denn es könnte ja auch herauskommen, dass die meisten Muslima das Kopftuch immer noch ablehnen, aber schrittweise durch ihre kopftuchtragenden Schwestern in Zugzwang gesetzt werden.

Von daher ist es schon etwas seltsam, wenn sich in Deutschland geborene Muslima auf irgendwelche ausländischen Identitäten und symbolisch auf die repressive Form von Frauenunterdückung als Selbstverwirkllichung oder Ausdruck ihrer eigenen Persönlichkeit berufen. Einem Teil dieser Kopftuchfrauen geht es auch nur um die Selbstprofilierung, so wie westliche Leute sich ein Piercing und ein Tattoo verpassen, um dann der Welt erklären zu müssen, warum sie das gemacht haben und was dieses zu bedeuten hat.  Und die dies jedem auch ungefragt zeigen und zur Schau stellen. Sie fordern Erklärungshoheit.

Das Kopftuch als Vehikel für die Eroberung der Deutungshoheit

Ähnlich mit Kopftuchfrauen, die sich in Talkshows setzen. Sie wissen genau, dass sie darauf angesprochen werden. Sie nutzen dies dann zu ewig langen Erläuterungen, warum sie Kopftuch tragen – aus identitären Gründen wegen ihrer Wiederentdeckung des Islam und was sie als Islam sehen. Kurz: mittels der Auseinandersetzung um das Kopftuch wollen sie ihre ganz eigene Interpretationsmacht darüber, wie der  Islam zu verstehen und auszusehen habe.

Wie der Islam angesichts des sehr verbreiteten Islamismus und des ohnehin schon konservativ-sexistischen Mainstreamislam aussieht, nämlich dass Kopftuch und andere Verschleierungsformen von Frauen da eben nackte Frauenunterdückung sind, wollen diese Kopftuchträgerinnen nicht gelten lassen. Sie stilisieren sich als der neue Prophet. Wie sie den Islam sehen, so soll er sein. Damit beanspruchen sie eitel ein Interpretationsmonopol und wollen als die alleinige Stimme des Islam gehört werden. Also eine sehr egozentrische, selbsteitle Zurschaustellung ahistorischer Ignoranz.

Ein weiters Argument, das fürs Kopftuch aufgeführt wird, ist eine Abgrenzung zum Sexismus der Männer. Die Zurschaustellung äußerer Reize führe dazu, dass die Männer sich nur aufs Äußere, die Schönheit und nicht auf die inneren Werte konzentrierten, ja dass Männer sich beim Anblick von Frauenhaar in wilde, animalische Tiere und Lustmolche verwandeln und sie sexuell belästigen würden – eine ähnliche Denke wie die von Radikalfeministen und deren Slogan „Jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger“.  In den 80er Jahren gab es sogar auch noch Feministinnen, die diese Sichtweise samt Kopftuch unterstützten, selbst in autonomen Kreisen der Tripple Oppression, aber inzwischen sind auch diese davon abgekommen, da ihnen immer bewusster wurde, dass Kopftuch und „Women´s Liberation„eben nicht zusammengehen.

Warum schminken sich manche Kopftuchträgerinnen stark?

Umgekehrt fragt man sich eben, warum diese Frauen nicht selbstbewusst genug sind, ihr inneres Wesen auch ohne die Krückenfunktion eines Kopftuches oder Vollkörperverschleierung wahrzunehmen. Fehlt es ihnen da nicht an jenen inneren Werten, um über das Äußere hinaus auch noch Strahlkraft zu entfalten? Zudem fragt sich auch, warum man sich eigentlich seiner äußeren Reize nicht bedienen und alles nur auf ein platonisches Verhältnis zurückstufen sollte. Hat denn das Wechselspiel zwischen inneren und äußeren Werte nicht gerade seinen dialektischen Reiz?

Und auch anders: Warum verhüllt man sich im öffentlichen Raum, wenn man dann im privaten Raum mit dem Ehemann desto nackter und ungezügelter loslegen will? Warum sollen andere Männer nichts vom Haar sehen und nur der eigene Ehemann? Das ist ja schon eine extreme Anbindung, die sehr eifersüchtig und besitzergreifend ist. Desweiteren ist auffällig, dass sich einige Kopftuchträgerinnen stark schminken oder aber die verbleibenden Kleidungsstücken recht offensiv auswählen, geradeso, als ob sie ihre Betonung auf innere Werte durch diese Hilfsmittel konterkarieren wollen.

Nun gibt es neben den vermuteten Kopftuchdummchen auch sehr viele intelligente Kopftuchträgerinnen. Doch keiner fragt, ob es sich bei diesen durchaus selbstbewusst und offensiv auftretenden Kopftuchfrauen nicht um Islamstinnen handelt, die den Wirkbereich ihres reaktionären Glaubens in die Gesellschaft tragen und ausweiten wollen. Meist kommt dann der Verweis, dass diese Frauen ja keine Dschihaddistinnen wären, sondern ganz friedliche Gestalten. Dabei wird vergessen, dass Islamismus neben der militant-terroristischen Variante auch die evolutionäre Variante etwa der Muslimbruderschaft oder der türkischen AKP kennt oder ala Gülen die Gesellschaft mittels Elitemultiplikatoren islamitisch transformieren will. Eine Muslima mit Kopftuch, die auch vor Gericht auf ihr Recht besteht und Präzendenzfälle generieren will, sollte man daher äußerst skeptisch nach ihrer Motivation hinterfragen. Die Nationalsozialisten setzten sich kleidungstechnisch auch von den körperfeindlichen christlichen Frauenbünden ab, waren mehr körperbetont, modern und sportlich. Diese für damalige Verhältnisse freiere Kleidungswahl jedoch mit Fortschrittlichkeit aufgrund des Äußeren festzumachen, hieße die zutiefst menschenfeindliche und reaktionäre Ideologie des Nationalsozialismus anhand von modischen Ausdrucksmitteln zu ignorieren. Selbiges Muster ist bei der Argumentation bezüglich des Kopftuches anzutreffen, wobei ein Kopftuch nochmals eine Regression und Rückschritt zur Moderne darstellt.

Daher sollte man die Kopftuchträgerinnen immer auf die genannten Widersprüche hinweisen und das Kopftuch nicht so einfach und unwidersprochen tolerieren.Aber alle reden von der Burka, keiner spricht mehr vom Kopftuch. Zeit, dass man einmal vermehrt die Millionen „Muslima“zu Wort kommen lässt, die kein Kopftuch tragen oder tragen wollen, es ablehnen und ihnen in der öffentlichen Diskussion mehr Raum gibt als jenen propagandistisch geschulten kopftuchtragenden Islamistinnen. Zudem haben Kopftücher in öffentlichen Institutionen, die der weltanschaulichen Neutralität verpflichtet sind, nichts verloren

Nun würde ich keiner Frau verbieten, ihr Kopftuch anzuziehen–außer eben in öffentlichen Institutionen, die dem staatlichen Neutralitätsgebot unterliegen. Ebenso gibt es Frauen, die das Kopftuch aus ureigenster Überzeugung freiwillig tragen, aber das sind eben überzeugte Islamistinnen, jene 150%tigen Konvertitinnen oder erzkonservative Muslima, die sich für ein intolerantes Gesellschaftssystem stark machen würden, hätten sie denn einmal das Sagen. Da sie aber in westlichen Ländern in der Minderzahl sind, täuschen sie Toleranz vor, die sie vor allem für sich fordern.  Es gibt neben den Kopftuchdummchen eben auch intelligente Kopftuchträgerinnen, was die Sache eben nicht besser macht, denn diese Sorte Muslima ist Überzeugungstäterin. Dennoch sollte man sie immer auf die genannten Widersprüche hinweisen und das Kopftuch nicht so einfach und unwidersprochen tolerieren. Während alle nur noch von der Burka reden, sollte man sich kein Redeverbot bezüglich des reaktionären Kopftuchs auferlegen. Diese Toleranz gegenüber Kopftuchkritikern sollte man ebenso einfordern und verteidigen.



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