Trump und Comey- Republikaner halten zu Trump

Ich habe mir gestern einmal auf BBC die Befragung Comeys angehört. Ich glaube jedoch, dass dies Trump nicht allzuviel schaden wird.Dass er lügt, keine Neuigkeit. Dass er den FBI-Direktor unter Druck gesetzt habe–auch nix Neues. Dass die Russen in den US-Wahlkampf eingegriffen haben, auch nichts Neues, zumal Trump ja alle Hacker und Staaten der Welt höchstoffiziell in seinen Wahlkampfreden aufforderte, die e-mail accounts der Demokratischen Partei und Clintons zu hacken.Wozu einen Kongressausschuß, um die offen angekündigten Gewissheiten noch zum zigtenmalsten zu bestätigen, zumal man selbst als Deutscher von allen Kanälen von ARD, ZDF, ntv, RTL, etc. mit Informationen zugeschüttet wird, dass Trump seine Immobilen- und Casinoprojekte mit der russischen Mafia, die wiederum eng mit dem Kreml liiert ist, abwickelte, dass die Deutsche Bank ihm einen 500-Millionenkredit nur dank russischer Bürgschaft gab, dass seine engsten Berater Flynn, Carter Page, u.a, geschäftlich und diplomatisch mit den Russen eingebunden waren, usw. usf. Was inzwischen jeder BILD-Zeitungsleser weiß, soll ernsthaft ein Untersuchungsgegenstand eines sich unwissend gebenden Kongressuntersuchungsausschusses und des FBIs sein, die vorgeben nichts zu wissen und nur forschen und untersuchen zu wollen? Wohlgemerkt drehte sich die öffentliche Befragung Comeys nur um dessen Umstände seiner Absetzung, der inoffizielle Teil, inwieweit Trump mit den Russen angebändelt hat. Letzteres wird immer auf Vorrat gehalten und da wird auch gegen Trump und nicht nur sein Wahlkampfteam ermittelt. Letzteres bleibt aber geheim und wird nur gegen Trump in Anschlag gebracht, sollte er für demokratische und republikanische Geschmäcker zu russenfreundlich agieren.

Kurz: Da stellt sich das sogenannte Establishment bewusst doof und bleibt formal, weil sie eben nichts gegen Trump machen wollen–schon gar kein Impeachment. Der Mensch lebt ohnehin nach dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt´s sich´s gänzlich ungeniert“. Zudem weiß er, dass die Republikaner kein Impeachmentverfahren gegen ihn eröffnen werden, da er in vielen Punkten ja deren Politik vertritt: Aufrüstung der USA und der NATO, Sozialabbau, Steuererlaß für Reiche, Zerstörung der staatlichen Gesundheitsversicherung/Obamacare, harte Linie gegen den Iran und Nordkorea, auch mal den einen und anderen Militärschlag gegen Syrien und auch eine härtere Linie gegen Rußland. Sollte er gegen Rußland nicht hart genug auftreten, werden seine republikanischen Freunde ihn auf die Russian Connection nochmals ansprechen. Zudem hat er momentan noch einen Handelskrieg und eine Konfrontation mit China hintenangestellt.Ebenso sind die Republikaner auch keine Freunde von Arbeitsschutz- und Umweltschutzauflagen. Diese Bande wird ihm also noch eine ganze Zeit lang die Stange halten, wenn er nicht zu russenfreundlich wird. In allen anderen Punkten herscht weitestgehender Konsens.. Ich schätze, nur wenn er gegenüber Rußland zu kulant werden sollte, dass dann Enthüllungen über seine Russian Connection kommen. Ob ihn dies aber ins Aus katapultiert dahingestellt.Eher wird ein John Mc Cain abgesetzt als ein Trump.Von daher werden wir auch mindestens noch 4 Jahre mit diesem Quartalsirren, der eigentlich nur Produkt einer rechtsradikalisierten Republikanischen Partei und der Tea-Party-Bewegung ist, auskommen und auf Schadensbegrenzung setzen müssen.Es sei denn es gibt noch eine Steigerung: George W. Bush–Trump–?

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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