Diesel-NO2 und Friponil-Eier–hypochondrische Ökohysterie im Wahlkampf und Sommerloch?

Ìch frage mich, ob es in Deutschland nicht eine ökologische Hysterie gibt. Die Grenzwerte für NO2 seien zu hoch, heißt es und daran sei der Dieselmotor schuld. Nun empfehle ich jedem deutschen Umwelthysteriker einmal eine Woche Peking, bevor er sich trotz tendenziell immer steigender Lebenswartung über Feinstaub echauffiert, zumal von mir als Raucher das einklagbare Recht auf saubere Luft und Schadstoffdiskussionen eher gelassen gesehen wird..Im Münchner Merkur hat Martin Prem einen sehr grundsätzlichen Artikel geschrieben, wonach die NO2-Belastung in deutschen Arbeitsstellen, selbst Büros um das 240fache der NO2-Konzenrtation im Strassenverkehr liege und selbst diese Menge für epidemologisch unbedenklich gehalten wird und sich keiner darüber beschwere. Die Messungen an den Arbeitsplätzen würden epidimologisch durchgeführt, also danach ob die NO2-Belastung erkennbare gesundheitliche Erkrankungen auslöse, was sie auch bei den 240fachen Konzentrationen der Werte des Strassenverkehrs nicht täten und es bedarf schon immenser NO2-Konzentrationen, um diese auszulösen. Im Straßenverkehr werde hingegen die toxikologische Messung durchgeführt. Auch hier werde nicht die reale gesundheitliche Auswirkung gemessen, sondern von der Annahme ausgegangen, dass je höher die NO2-Konzentration sei desto höher auch andere Schadstoffe seien. Man schließt also indirekt über das NO2 auf andere Schadstoffe ohne den Schuster beim Leisten zu nennen. Deswegen schlägt Prem vor, erst einmal Studien über die anderen Schadstoffe anzustellen, als hysterisch das relativ harmlose NO2 zu dämonisieren. Zumal viel des NO2s auch gar nicht von Dieselmotoren stammt. Heute der nächste hysterische Ökologieskandal: Die Eieraffäre. Eine Panikmache trotz gleichlautender Berichte, dass das gefürchtete Friponil in diesen Konzentrationen völlig unbedenklich ist, selbst für Kinder.Ich kann mich noch an die Worte meines verstorbenen Vaters ,der Arzt war erinnern, der das ZDF-Gesundheitsmagazin als „TV für Hypochonder“bezeichnete und ihm Hysterisierung vorwarf. Jeden Tag nach dem Gesundheitsmagazin fand ein regelrechter Run auf Arztpraxen statt, bei denen alle meinten, dass sie die geschilderten Symptome hätten und todkrank seien, was sich im Großteil der Fälle dann immer als Hypochondertum herausstellte. Dieter Nuhr persifliert diese Öko-und Gesundheitshysterie in seinem Comedyprogramm immer ganz treffend. Mal sehen, ob er auch den Diesel- und den Eierskandal auf seinen rationalen Kern reduziert.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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