Nach der Streichung des Darwinismus: Erdogan will das Fach Dschihad an allen Schulen einrichten

Erdogan hat noch etwas Probleme bei seiner Gleichschaltung unter seiner türkischen neoosmanischen Präsidialdiktatur. Er muss noch die CHP, die HDP, dann zuletzt die MHP ausschalten, zumal Militär und Geheimdienst mit seinen Leuten besetzen und zudem auch die AKP gleichschalten. Deswegen hat er auch verkündet, dass die AKP von Gülenanhängern unterwandert sei und wahrscheinlich wird dann auch ein Davotoglu und Gül schnell zum Gülenanhänger erklärt, um sie auszuräumen. Dennoch hat er Widerstand geweckt, z.B. den Millionenmarsch der CHP, an der es nun ist eine breite Front aufzubauen, die Erdogan bei den Präsidentschafdtswahlen 2018 verhindern kann.

Andere hoffen darauf, dass Erdogan viele AKP-Wähler verlieren wird, da der Tourismus einbricht, die Lira auf einem Tiefstand steht, die Lebensmittelpreise steigen und nun auch der Automarkt um 10% eingebrochen ist, zumal auch innerhalb der EU Deutschland und Merkel sich dafür einsetzen, die Erweiterung der EU-Türkei-Zollunion zu blockieren. Doch heute nach den Autoabsatzabsturzberichten in den Medien: Die europäischen Investitionen, vor allem die deutschen Direktinvestitionen in die Türkei haben zum Vorjahr um 61% zugenomen. Also mal Vorsicht mit vorschnellen Zusammenbruchstheorien. Dem Kapital sind Menschenrechte egal und es investiert auch in Diktaturen.

Interessanter die Meldung, dass Erdogan jetzt nach der Streichung des Darwinismus und der Evolutionslehre aus den Lehrplänen, der Einführung der Geschlechtertrennung in türkischen Studentenheimen und dem Zulassen islamistischer Kopftuchträgerinnen an säkularen Bildungseinrichtungen an allen Schulen nun ein Lehrfach „Dschihhad“einrichten will. Natürlich werden uns Islamversteher wieder erklären wollen, dass damit nur die geistige Vervollkommung gemeint sei , es einen kleinen und grossen Dschihhad gibt und nicht der Gotteskrieg gemeint sei. Aber der Kontext ist, dass Erdogans Religionsbehörde Dinayet inzwischen einen Märtyrerkult unter Jugendlichen fördert, Märtyrertage- und monumente errichtet werden, der Neosmanismus samt Infragestellung der türkischen Grenzen von 1923 im Nahen Osten, Zentralasien, Balkan, Griechenland, Schwarer Meerregion, Bosporus, etc. propagiert wird, eben imperialistisch- expansionistische neoosmanische Reichsbestrebungen, die mithilfe eines Bündnis mit den Muslimbrüdern in arabischen Ländern eine grosse neoosmanische Umma schaffen soll.

.Zumal Erdogan ja auch schon offen zu Terrorismus in Europa aufgerufen hat, dass sich keiner mehr sicher fühlen könne auf europäischen Straßen. So erklärte Erdogan:

„Wenn ihr euch weiterhin so verhält, werdet ihr morgen nirgendwo auf der Welt, kein Europäer, kein Westler in Sicherheit und Frieden einen Schritt auf die Straße wagen. Wenn ihr diesen gefährlichen Weg weiterhin beschreitet, werdet ihr die größten Verlierer sein.“

turkishpress

Die einzige, die dies thematisiert ist im übrigen Sarah Wagenknecht, die dies richtigerweise als offenen Aufruf zum Terrorismus bezeichnete, während ansonsten zu Erdogans Ankündigung seitens der Restparteien nichts kam.Zumal Erdogan ja angekündigt hat eine „neue religiöse Generation“ heranzuzüchten, die dann schon weiß, was sie unter Dschihhad zu verstehen hat.

Schon jetzt scheint politischer Mord und Einschüchterung seitens Erdogans Geheimdienst MIT zur gängigen Praxis zu gehören, wie der Prozess gegen einen türkischen MIT-Spion in Deutschland klarmacht:

„Ein mutmaßlicher Agent des türkischen Geheimdienstes MIT hat in seiner Vernehmung beim Bundesgerichtshof über Mordpläne gegen kurdische Funktionäre und einen geplanten Anschlag auf den Parteivorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir, ausgesagt. Wie der SPIEGEL in seiner akuellen Ausgabe berichtet, habe Fatih S., der sich ab kommenden Donnerstag vor dem Oberlandesgericht in Hamburg verantworten muss, laut seiner Aussage vom MIT den Auftrag erhalten, „zwei Kurden zu organisieren“, die den bei der türkischen Regierung verhassten Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir bei einer öffentlichen Veranstaltung „mit Faustschlägen traktieren“ sollten.Außerdem erzählte S. von Mordplänen des MIT gegen den Co-Vorsitzenden des Kongresses der kurdisch-demokratischen Gesellschaft Kurdistans in Europa, Yüksel Koç, sowie einen weitern Kurden. Der Generalbundesanwalt wirft Fatih S. geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Er soll seit 2013 Mitarbeiter des MIT sein. Spätestens im Herbst 2015 soll er den Auftrag erhalten haben, die kurdische Szene in Deutschland auszuforschen. Der Angeklagte widerrief allerdings nach zwei Monaten seine Aussagen. Nicht der MIT, sondern die Gülen-Bewegung sei sein Auftraggeber gewesen, gab er im Februar dieses Jahres zu Protokoll. Die Ankläger halten diese Version der Geschichte für eine „Schutzbehauptung“.“

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/angriff-auf-politiker-mutmasslicher-spion-sagt-ueber-geplanten-anschlag-auf-cem-oezdemir-aus-15179825.html

Ein Dschihhad würde aber nicht nur von staatlichen türkischen Stellen exekutiert, sondern dann von der Masse der türkischen und deutsch-türkischen AKP-Anhänger und ihren Sympathisanten, was das Gewaltpotential vervielfachen würde.Deswegen wird es in Deutschland Zeit für ein Islamgesetz, das die Erdogantürken in Deutschland eingrenzt und die Deutschen wie auch die säkularen Deutschtürken vor Erdogans Dschihadvorstellungen bewahrt. Desweiteren gehören Erdoganfrontorganisationen vom Verfassungsschutz observiert und gleich neben Muslimbrüdern und Hisbollah in den Verfassungsschutzbericht aufgenommen.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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