Thomas Barnett als der vielzitierte Masterplaner der Globalisierung in alternativen Verschwörungsmedien

von Ralf Ostner

In Verschwörungsalternativmedien fällt oft der Name von Thomas Barnett als vermeintlicher Drahtzieher und Masterplaner eines Globalismus, der von multinationalen Konzernen und dem internationalen Finanzkapital beherrscht werde, einen multikulturellen und multirassischen Bevölkerungsaustausch der westlichen Industriestaaten mit den Bevölkerungen der unterentwickelten Staaten beabsichtige und zumal eine Weltarmee wolle. Richtig daran ist, dass Barnett die 4 Grundfreiheiten des EU-Binnenmarkts weltweit verankern wollte, sowie eine Weltarmee andachte. Ein Vordenker des Globalismus pur. Verwiesen wird auf Thomas Barnetts Schrift „The Pentagon´s New Map- A Blueprint for Action“, in dem er die Welt einteilt in core-states, die am meisten globalisiert sind, in gap-states, die sich der Globalisierung widersetzen und einer Mittelschicht an Staaten, die man für die core-state-Globalisierung gegen die gap-states instrumentalisieren müsse einteilt ,zudem die core-states einen weltweiten Globalisierungsweltkrieg gegen die gap-states führen müssten, um das Streben der Menschheit nach der Glückseeligwerdung durch die dann weltweit durchgesetzte Globalisierung als letztendliche Menschheitsmission zu vollenden, was ebenfalls stimmt.

Für Thomas Barnett sind Nationalstaaten und ihre Armeen nur noch hinderliche historische Relikte, die in einer Art Weltarmee zusammengefasst werden müssen mit dem Endziel die Globalisierung weltweit durchzusetzen. Hierzu denkt er auch eine Privatisierung aller Nationalstaatenarmeen, anfangend mit dem US-Militär an, das dann als privater Kriegsdienstleistungsleister fürs internationale Kapital und für die weltweite Durchsetzung der Globalisierung dienen soll. Da die USA nicht mehr imstande seien, die Millionenheere und Resourcen für weltweite Globalisierungskriege zu stellen, müsse man sich des millionenfachen Kanonenfutters Chinas, Indiens und anderer bevölkerungs- oder geburtenstarken Länder für diese Art Weltglobalisierungsarmee bedienen.Unausgesprochen geht Thomas Barnett davon aus, dass das Kapital bestimmend und international ist und die Nationalstaaten dessen Globalisierungsbedürfnissen automatisch nachkommen werden, was sein wesentlicher Denkfehler ist, der ihm auch seine eigene Bedeutungslosigkeit bescherte.

Richtig ist, dass Thomas Barnett all dies forderte in seinem Buch und auch davon fest überzeugt ist, auch eine Stelle im Pentagon unter der Regierung George W. Bushs und seiner Neocons hatte und auch den Irakkrieg befürwortete als ersten Globalisierungskrieg gegen einen gap-state, dem weitere folgen sollen. Auch mit der axis of evil konnte er sich anfreunden als gap-states–soweit stimmte Bush jr.Regierung und sein Weltbild noch überein.Dennoch wurde Thomas Barnett bald entlassen, galten seine Vorstellungen als nicht mehrheitsfähig, zu exotisch, da sie die Bedeutung der Nationalstaaten und deren eigenen nationalen Agendas eine jeweilige Globalisierung nach ihren Vorstellungen zu vollbringen unterschätzte, wie auch die US-Politiker zwar auch auf private Sicherheitsdienste ala Blackwater, MPRI,etc. setzten, diese jedoch nie als Ersatz des US-Militärs und des nationalstaatlichen Gewaltmonopols noch dessen Privatisierung zu einer Weltarmee für die Globalisierung und das Kapital aller fremden Länder sehen wollten.

Kurz: Thomas Barnett blieb mit seinen Vorstellungen ein absoluter Außenseiter im US-Establishment, wurde zumeist als „Popgeostratege“verspottet und seine Beiträge, auch „Blueprint for action“nahm keiner ernst, schon gar nicht als Masterplan.Sei es die George W. Bush-Regierung oder die Obamaregierung und erst nicht die America First-Anti-Globalisierungs-Trumpregierung. Von daher ist festzuhalten, dass Thomas Barnett zwar einer der extremsten Vordenker der Globalisierung war, der deswegen von Verschwörungstheoretikern genüßlich zitiert wird, aber eben auch der folgen- und einflußloseste Geostratege im Washingtoner Thinktankbetrieb ist und schon nie in leitender Stelle war.Er ist also eine Art Hinterbänkler der Geopolitik, der mit publikumswirksamen Zwischenrufen im weltpolitischen Sommerloch hofft zu glänzen.

Ich hatte die Gelegenheit, ihn persönlich über den in China ansässigen und mit einer Tochter eines chinesischen Generals verheirateten US-Amerikaner John Milligan-Whyte kennenzulernen, der sich den Chinesen als großspuriger politischer Philosoph andiente. Beide meinten ernsthaft Obama eine von ihnen verfasste Gemeinsame Erklärung der VR China und der USA vorzulegen, die ein Chimerica ala Brzezinski begründen sollte, eine weltweite Globalisierungszusammenarbeit der USA mit China begründen sollte. Beide nahmen sich da sehr wichtig und meinten, wenn die USA sich weiter chinesischem Kapital öffne, General Motors als sinoamerikanisches Symbolunternehmen genehmigen würden und die US-Außenpolitik Deng Xiaopingisieren würden, dieser Lockruf von Seiten der Obamaadministration gehört werden müsse. Die KP China nutzte beide als nützliche Idioten für ihre Propaganda für Maximalforderungen, die angeblich dem Weltfrieden und der Globalisierung nützen sollten, aber eben nicht chinesischen Interessen. Diese platte Propagandashowe von Thomas Barnett und John-Milligan Whyte wurde seitens der USA als das gesehen, was es war: Durchsichtiges Beiwerk chinesischer Maximalforderungspropaganda, die klar zurückgewiesen und als unernsthaft wahrgenommen wurde. Nachdem Thomas Barnett hiermit als Söldner der Chinesen meinte seinen großen Auftritt zu haben, ist er ganz von der Bildfläche verschwunden und in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht.



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