Erneuerung der SPD: Der Seeheimer Kreis schafft Fakten- wie der Prototyp der Zukunfts-JuSos aussieht

Die SPD erneuert sich gerade personell. Zum einen werden mit Finanzminister und Vizekanzler Scholz sowie dem neuen SPD- Generalsekretär Lars Klingbeil zwei eingefleischte Vertreter des neoliberalen und konservativen Seeheimer Kreises Toprepräsentanten der SPD. Und nun ist auch folgendes zu lesen:

„Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat seine Führungsmannschaft zusammen. Dabei sind zwei handfeste Überraschungen: Zum einen sichert er sich die Dienste eines der beiden Deutschlandchefs der Investmentbank Goldman Sachs, Jörg Kukies. Zum andern kehrt Werner Gatzer von der Bahn ins Bundesfinanzministerium zurück.(…)

Kukies wird sich unter Scholz um die Europapolitik und Finanzmarktregulierung kümmern. Der 50 Jahre alte Ökonom hat ein wahrhaft schillernden Weg zurückgelegt. Er war vor Andrea Nahles Vorsitzender der Jungsozialisten in Rheinland-Pfalz. Der Sozialdemokrat studierte in Harvard und promovierte an der renommierten Universität von Chicago. Anschließend startete er seine Karriere bei Goldman Sachs, für die er London und Frankfurt arbeitete.In Amerika ist es üblich, dass Manager Verantwortung für das Land übernehmen – und möglicherweise hinterher wieder in die Wirtschaft wechseln. In Deutschland ist das eher die Ausnahme.

Der frühere und künftige Haushalt-Staatssekretär Gatzer dürfte ebenfalls wieder mit weniger Geld auskommen müssen. (…) Die Initiative, ihn zurückzuholen, soll von Scholz ausgegangen sein. Dieser kann den Erfahrungsschatz Gatzers gut gebrauchen. Viel Zeit hat der SPD Politiker nicht, um den Haushaltsentwurf für das laufende Jahr vor zu legen. Gatzer wurde unter dem Sozialdemokraten Peer Steinbrück Haushalts-Staatssekretär. Zu allgemeiner Überraschung blieb das SPD-Mitglied auf der Position, als Wolfgang Schäuble (CDU) das Haus übernahm. Zudem wird Gatzer für die Abteilungen Zentrales  und Privatisierungen/Beteiligungen verantwortlich sein.“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/goldman-sachs-chef-joerg-kukies-wechselt-ins-finanzministerium-15501552.html

Während also der zwergenaufständische Kevin Kühnert samt Parteilinken etwas von einem Linksruck und einer Erneuerung der SPD hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit schwadronieren, schaffen Scholz und der Seeheimer Kreis schon Fakten. Altbewährte Austeritätspolitiker mit einer Kontinuität von Steinbrück zu Schäuble bis hin zu einem Ex-JuSovorsitzenden, der nun die Sozialdemokratie im Namen von Goldmann Sachs und umgekehrt vertritt.Solche JuSos lobt sich der Seeheimer Kreis und so sieht wohl auch der Prototyp des JuSos aus Sicht der Genosse der Bosse aus:

Ich bin gerade im Internet über einen alten Bekannten gestolpert. Christoph Moosbauer, der damals Münchner JuSO-Chef in den 90ern war.Er hat sich zum eifrigen Lobbyisten entwickelt und arbeitet jetzt als Türöffner für die Wirtschaft bei der Consilius AG. Wohl ganz eine Karriere, die Sozialdemokraten des Seeheimer Kreises als neuer Prototyp eines JuSos so vorschwebt. Keine Klassenkämpfer mehr, sondern wirtschaftlich kompetente Macher, die den Unternehmen ihre Wünsche von den Lippen ablesen und diese exekutieren.

SO muss der JuSo der Zukunft aussehen.Unten als Kostprobe das Mission-Statement von Consilius–wie verscherbelt man Staatsunternehmen und privatisiert sie–das Ganze garniert mit einem Sinnspruch von John F. Kennedy–freilich nicht das berühmte“ Frag´nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern, was du für dein Land tun kannst“. Mit solch idealistischem Quatsch gibt sich kein Ex-JuSo mehr ab.Zuerst kurz zur Vita von Christoph Moosbauer aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Christoph Moosbauer (* 31. Mai1969 in Garmisch-Partenkirchen) ist ein deutscher Politiker (SPD) und ehemaliger Bundestagsabgeordneter.

Leben [Bearbeiten]

Moosbauer besuchte von 1975 bis 1979 die Grundschule Burgrain und anschließend bis 1988 das Benediktinergymnasium Ettal. Nach dem Gymnasium machte er bis 1990 eine kaufmännische Ausbildung zum Buchhändler in München und studierte danach Politikwissenschaft. Von 1994 bis zu seinem Studienabschluss 1997 arbeitete er als Mitarbeiter im Bayerischen Landtag. Nach seinem Studium war er noch bis 1998 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bayerischen Landtag tätig. Von 1992 bis 1995 war er Geschäftsführer der Jungsozialisten in München und von 1996 bis 1998 deren Vorsitzender. Im Jahr 1998 wurde er für den Wahlkreis München-Süd in den Bundestag gewählt, dem er für eine Legislaturperiode bis 2002 angehörte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag wechselte er in den Vorstand des Kommunikations- und Strategieberatungsunternehmens Concilius AG in München

Nun, was macht er bei der Concilius AG-hierzu aus dem Mission-Statement besagten Unternehmens:

Politik beeinflusst Ihren unternehmerischen Erfolg. Mehr als Sie denken.
Herzlich willkommen bei CONCILIUS.

Eine Gesetzesvorlage gefährdet Arbeitsplätze in Ihrem Unternehmen. Eine Verordnung hemmt Ihre Innovationskraft. Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung wird zunehmend reguliert. Behörden wären der optimale Abnehmer für Ihre Produkte und Dienstleistungen. Ihr Unternehmen könnte mit einem Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft Vorteile für die Öffentlichkeit bieten. Sie sind im Rahmen eines Privatisierungsprozesses am Erwerb einer staatlichen Unternehmung interessiert. Sie wollen in Länder expandieren, in denen Politik und Wirtschaft sehr eng verflochten sind. Ein Fördermittelpaket würde Ihre unternehmerische Expansionsentscheidung erleichtern. Bürgerinitiativen erschweren die Durchsetzung Ihres Großprojektes. Ihr Unternehmen erwartet politische und administrative Kontakte von Ihnen. Ihr Unternehmen ist in einer Reputationskrise. Sie wollen Ihre Politikkommunikation strategischer gestalten und professionalisieren. Ihr Wirtschaftsverband vertritt Ihre Interessen nicht mehr ausreichend.

CONCILIUS ist der führende Dienstleister bei der Vertretung Ihrer unternehmerischen Interessen gegenüber Politik und Verwaltung – in Deutschland, in der Europäischen Union, weltweit.

Mission

Als struktureller Partner unterstützt CONCILIUS seine Mandanten bei der Vertretung ihrer strategischen Interessen insbesondere im Public Sector, aber auch in den Medien und der Wirtschaft. Diese strategische Interessenvertretung ist ein wichtiger Beitrag zur Unternehmensentwicklung und eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten.

Unsere Kompetenz

  • Liegt dabei im zielgerichteten Zusammenführen von Entscheidungsträgern („Machern“) aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Medien und der Zivilgesellschaft
  • Auf der Basis einer systematischen Analyse der Ziele und Ressourcen der Mandanten sowie ihrer Stakeholder, entwickeln wir effektive Strategien, die wir gemeinsam und konsequent umsetzen
  • Politisch und wirtschaftlich erfahrene Mitarbeiter und Experten kombinieren ihr Wissen zu einer einzigartigen Lösungskompetenz
  • · „Der beste Weg für einen Politiker einen umfassenden Überblick über ein Thema zu bekommen ist es, mit allen beteiligten Lobbyisten zu sprechen und ihnen zuzuhören“
  • · John F. Kennedy

http://www.concilius.com/index.php/de/vorstand-geschaeftsleitung/christoph-moosbauer

Ein Genosse der Bosse wohl ganz wie er Ex-JuSo-/Gazprom-/Rosneft-Gerhard Schröder, RWE-/Citibank-Clement, ING-DIBA-Bank-Steinbrück, Oppermann, Gabriel, Klingbeil und Scholz als Seeheimer JusO-Modell vorschwebt.Wenn das noch der alte Stamokap-Flügel der JuSos miterleben hätte dürfen.Da muss sich JuSo-Chef Kevin Kühnert noch richtig anstrengen.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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