Nukleare Aufrüstungsspirale im Nahen Osten?

Saudiarabien, Isreal, Großteile der Republkikaner wie auch der Trumpadministration inklusive ihr Chef und der nun ernannte Sicherheitsberater John Bolton und Außenminisetr Pompeo überlegen den Irandeal zu kündigen. Dies könnte eine nukleare Aufrüstungsspirale in der Region auslösen.

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman hat wenige Tage vor seiner USA-Reise scharfe Drohungen in Richtung Teheran ausgestoßen. Sollte der Iran eine Atombombe bauen, werde Riad „so schnell wie möglich nachziehen“, sagte Prinz Salman in einem am Donnerstag gesendeten Interview mit dem US-Fernsehsender CBS.

Außerdem zog Salman eine Parallele zwischen dem geistlichen Oberhaupt der Iraner, Ayatollah Ali Khamenei, und Adolf Hitler. „Saudiarabien will keine Atombombe besitzen, aber kein Zweifel, wenn der Iran eine Atombombe baut, werden wir so schnell wie möglich nachziehen“, sagte Salman laut Interview-Auszügen, die in der Morgensendung von CBS gesendet wurden.

Der Kronprinz verglich die territorialen Ambitionen Khameneis mit der Expansionspolitik Hitlers: Khamenei wolle „sein eigenes Projekt im Nahen Osten verfolgen, genau wie Hitler sich in der damaligen Zeit ausbreiten wollte“, sagte er. Viele Länder hätten damals die von Hitler ausgehende Gefahr unterschätzt. „Ich möchte nicht, dass im Nahen Osten dasselbe passiert.“

Das Kabinett des Ölstaats billigte einen nationalen Atomenergieplan, der den Bau von bis zu 16 Kernkraftwerken in den kommenden 20 Jahren vorsieht, wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA berichtete.

Desweiteren unterhält Sauiarabien enge Beziehungen zu Pakistan, um dort eventuell Nuklearwaffentechnologie zu erhalten.

Relativ unbemerkt treibt indes Erdogan sein Nuklearprojekt aktiv voran. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass auch er sich für seine neoosmanische Expansion und für den Fall eines nuklearen Irans und nuklearen Saudiarabiens eigene Atomwaffen zulegen will. Deswegen hat er den Bau etlicher Kernkraftwerke mit Hilfe japanischer und russischer Firmen beschlossen.

Dennoch dürfte es auf dem Weg zur neoosmanischen Atommacht einige Hindernisse geben. Zum einen ist die Türkei Unterzeichner des Nonproliferation-/ Atomspervertrages, der die Produktion, den Besitz und die Weitergabe von Nuklearwaffen untersagt. Aber Verträge kann man auch kündigen. Dann ist die Frage, ob die USA wie auch die anderen Atommächte dies zulassen werden.

Drittens müsste man auch Trägerwaffen importieren oder entwickeln und auch etliche Raketen- und Atomtests ala Nordkorea durchführen, wovon die Türkei bisher noch weit entfernt ist, zumal dies auch nicht unbemerkt vor sich ginge. Viertens ist auch die Frage, wie die NATO auf eigene türkiosche Atomwaffenambitionen reagieren würde. Zwar unterhalten die NATO-Mitglieder Frankreich und GB ihre eigenen Atomwaffenarsenale, aber der Rest der NATO steht unter US-amerikanischen Atomschutz.Fraglich, ob die USA und die NATO das ändern wollen.

Desweiteren ist auch die Reaktion der EU sowie Israels ins Kalkül zu ziehen. Denn dass die Israelfeindlichkeit Erdogans und der weitverbreitete türkische Antisemitismus sich auch noch atomar bewaffnet, dürfte seitens Israel nicht toleriert werden. Israel hat ja Iraks Atomreaktor Osirak und 2007 Syriens Atomreaktor bombadiert, um eine Nuklearbewaffnung beider Staaten schon im Keim zu ersticken.Fraglich aber, ob Israel dies im Falle der Türkei könnte, da diese ja NATO-Mitglied ist und dies den Bündnisfall auslösen könnte.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.