Trump-die erpresserische Lehre aus Nordkorea

von Ralf Ostner

Amerikas Präsident hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er meint, was er sagt, und tut, was er meint. Angesagt hat er bis zum Überdruss, dass die Leitlinie seiner Präsidentschaft: „America first!“ politische Offensiven an mehreren Fronten einleitet. Er will dem heimischen Kapitalwachstum auf die Sprünge helfen; nicht bloß aus Kumpanei mit den Reichen und Superreichen im Land, sondern aus strategischen Gründen:

„Eine wachsende und innovative Wirtschaft ermöglicht es den Vereinigten Staaten, die stärkste Militärmacht der Welt zu bleiben und unser Heimatland zu schützen.“

Zu diesem Zweck will er einen freien, vor allem aber fairen Welthandel; damit meint er eine substanzielle Korrektur der weltweiten Waren- und Geldströme in dem Sinn, dass das viele Geld, das andere Nationen einseitig in und an den USA verdient und in solchem Maß in Gestalt amerikanischer Schulden akkumuliert haben, dass Amerika per Saldo eigentlich überhaupt kein Geld mehr hat, in sein Herkunfts- und wahres Heimatland zurückfließt.

Trumps Ziel ist es, die USA wieder in einen Status der 50er Jahre zurückzubekommen. Das heisst: Reduktion des Außenhandelsdefizits unter Null, das heißt Steuerbefreiungen und Deregulierungen, dass die US-Wirtschaft wieder blüht, das heisst Aufrüstung ohne Ende, dass heißt, Inkaufnnahme des Verkaufs amerikanischer Staatsanleihen, wie dies Japan nun begonnen hat, dies bedeutet Aufkündigung der multilateralen Freihandelsabkommen und Neuverhandlung von NAFTA.All dies wird Trump machen. Inwieweit die USA dies durchhalten können, ist da die zweite Frage, Die USA unter Trump scheinen die Lektion Nordkoreas gelernt zu haben, dass wenn eine kleine entschlossene Nation ihre Ziele durchsetzen kann, dies die einzig verbliebende Supermacht erst recht kann–auch die Definition der Globalisierung unter neuen US-amerikanischen Bedingungen.

Trump sieht vor allem China und Nordkorea nebst Iran als Hauptfeinde, zumal er der Logik folgt, dass ein aufziehender Wirtschaftsgigant mit weniger Verteidigungsmitteln wie China der ernstere Herausforderer für die USA ist als ein ökonomisches Obervolta mit Atomwaffen, wie dies Russland ist. Von daher wollte sich Trump schon eher mit Putin aussöhnen als mit China, das für ihn der Hauptfeind ist. Die ganze Anti-Trumppropaganda der US-Demokraten, des Sicherheitsapperates von Pentagon bis CIA und FBI geht gerade darum, dass Trump hier einen Ausgleich mit Putin suchen könnte.

Aber Trump folgt diesen Angriffen mit seinen antirussischen Manövern, schreibt auch in die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA gleichermassen Rußland und China als „revisionistische Großmächte“ rein, die man auch mittels „Großmachtkonflikten“ niederkämpfen müsse.Ob da eine Strategie des „maximalen Drucks“ für ein Trump-Kim und Trump-Putintreffen zielreichend sein werden, bleibt offen. Zumindestens setzt sich Trump über die Konvention hin, dass man mit diesen Schmuddelkindern keine direkten Gespräche führen dürfte wofür er bekämpft wird.



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