Lateinamerika: Nach Venezuela erstarkt der Populismus auch in Mexiko und Brasilien

von Ralf Ostner

Was in Venezuela zu besichtigen ist, ist das Scheitern eines populistischen Experiments, das das Paradies auf Erden versprach. In diesem Falle eines linkspopulistischen Experiments des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, das auch von der Linkspartei und ihrer Kuba-, Nicaragua- und Chavezfraktion als Modell für das kommende Millenium gepriesen wurde, zumal der Vordenker für Chavez und Maduro ein deutscher Linker, Heinz Dietrichs in seinem gleichnamigen Buch „Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts“war. Maduro kann nur noch mit Gewalt über seinen kollabierenden Staat herrschen, dessen Bürger sich nun bei den Pseudowahlen verweigern und in Scharen vor der drohenden Hungersnot über die Grenze nach Kolumbien und Brasilien fliehen. China und Rußland werden ihn stützen, vielleicht einen anderen Stellvertreter fördern, der eine etwas andere Wirtschaftspolitik verfolgt, um die Dikatur zu stabilisieren, während die USA, die EU und andere lateinamerikanische Staaten die Sanktionen verschärfen werden.Aber nur den Blick nach Venezuela zu richten verdeckt den Blick auf die dramatische Entwicklung, die in Lateinamerika vor sich geht. Denn der Populismus ist mit dem Kollaps Venezuelas keineswegs am Ende. In den beiden wichtigsten lateinamerikanischen Staaten, Mexiko und Brasilien kandideren nun gleichermassen populistische Kandidaten. In Brasilien der evangelikale Rechtsradikale Bolsonaro, der eine klerikalfaschistische Diktatur anstrebt, während in Mexiko der Linkspopulist Obrador (ALMO) ähnliche Versprechungen wie Chavez macht und sich durch den durch die Anti-Latino-Politik Trumps katalysierten Antiamerikanismus in die vorderste Reihe bringen will.Wie es aussieht, würden die Probleme Lateinamerikas auch bei einer Beseitigung des Maduroregimes bei weitem nicht beendet.



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