Erdogan formiert seine auslandstürkischen Kolonnen-Islamgesetz jetzt!

von Ralf Ostner

Im Wahlmanifest der AKP fordert Erdogan nun die Formierung einer fünften auslandstürkischen Kolonne zur Destabiliserung anderer europäischer Staaten, vor allem Deutschlands mithilfe der von der türkischen Islamisierungsbehörde Diyanet gelenkten Ditib und anderer türkischer und auslandtürkischer Organisationen. Das Manifest lässt an Klarheit nichts zu wünschen und sei daher im O-Ton zitiert:

„Wir werden unsere Unterstützung der im Ausland befindlichen zivilgesellschaftlichen Organisationen fortsetzen, um die Erteilung muttersprachlichen Unterrichts umfassend zu ermöglich und die kulturelle Identität zu schützen.“

„Insbesondere um den neuen Generationen Türkisch beizubringen und um unsere Kultur zu schützen, werden wir neue Schritte unternehmen, um unsere vorhandenen Dienste fortzuentwickeln.“

„Damit unsere im Ausland lebenden Jugendlichen die weite Geschichte und Kultur der Türkei höchstpersönlich erfahren, werden wir die kulturellen Reisen und Camp-Programme in ihrer Kapazität erweitert fortsetzen.“

„Wir werden 100.000 unserer Jugendlichen in die Türkei bringen und mit ihrer Geschichte und Kultur zusammenführen.“

„Wir werden für die Kinder und Jugendlichen, die ihren Sommerurlaub in der Türkei verbringen, Bildungsprogramme in Sprach-, Kultur- und Wertevermittlung veranstalten.“

„Die Neugestaltung von TRT Türk werden wir in kurzer Zeit abschließen und dafür sorgen, dass dieser Kanal die Stimme der türkischen Diaspora wird.“

„Wir werden im türkischen Parlament eine Kommission für Türken im Ausland gründen, welche die Anliegen der türkischen Diaspora verfolgen wird.“

„Um die Dienste der Ministerien wirkungsvoll führen zu können, werden wir einen Koordinationsrat für im Ausland befindliche Landsleute ins Leben rufen.“

„In den Konsulatsbezirken werden wir unter breiter Beteiligung Beratungsräte für im Ausland befindliche Landsleute errichten, deren Sekretariate vom ‚Präsidium für Auslandstürken und verwandte Bevölkerungsgruppen‘ geleitet werden.“

Ziel ist es eine türkisch-islanistische Gegenidenität zu schaffen, die jegliche Integration der Auslandstürken verhindern und sie zum Instrument der Außenpolitik von Erdogan machen soll. Man kommt sich an die Auslandsdeutschenorganisationen der NSDAP samt HJ-Lagern erinnert vor.

Der Erdogankritische Deutschtürke Murat Kaymann schreibt dazu auf seinem Blog:

„Und so wächst im Sinne der AKP auch in Deutschland eine Jugend heran, die sich am Ufer des Rheins in einem osmanischen Feldlager wähnt.

Damit beschäftigt, die eigene Identität vor einem feindlichen Umland zu schützen und von Heldentaten träumend, in denen der Feind – wer ist das in Deutschland? – und die Verräter in den eigenen Reihen – alle anderen, die nicht so zu denken bereit sind? – niedergekämpft werden.

In einer solchen Gesinnung, ist das Eigene stets heroisch, das Andere stets niederträchtig. Ist kein Platz für einen differenzierenden Blick, ist Geschichte immer nur der Bericht über siegreiche Schlachten und den Heldenmut der Vorfahren.

Das ist ein Selbst-Bewusstsein, das nur das Instrument der Verherrlichung kennt.

Erinnerungskultur ist in der türkischen Sprache ein Fremdwort.“

Was sollen eigentlich Leute, die in Deutschland geboren wurden, mit einer türkischen Identität? Hat Donald Trump auch noch eine deutsche Identität? Eine pfälzische gar?Bezeichnend, dass die deutsche und die europäischen Regierungen demgegenüber schweigen, wie auch die Auseinandersetzung um Özil und Gündogan für ihre Propaganda für Erdogan zu keinen Konsequenzen führte. Im Gegenteil: Bundespräsident Steinmeier betonte, dass man mehrere Heimaten haben könnte und ging einer Auseinandersetzung um den islamofaschistischen Charakter der AKP Erdogans und seiner deutsch-türkischen Unterstützer, die nun auch das säkular-demokratische Deutschland bekämpfen wollen, aus dem Weg. Wie meinte mal FJ Strauss: Everybody´s darling ist everbody´s Arschloch!

Es erfreut, dass nun Österreich ein Islamgesetz beschlossen hat, dass keinen Islamismus oder politischen Islam mehr unterstützt noch duldet seitens des säkularen Staats, sondern nun infolge dessen radikale Imame ausweist und auch 7 allseits bekannte Moscheen schliesst. Desweiteren will man nun Erdogans ATIB, der österreichische Ableger der von der türkischen Islamisierungsbehörde Diyanet angeleiteten Ditib das Vereinsrecht entziehen. Es bleibt zu hoffen, dass auch Deutschland und andere europäische Staaten mit Islamgesetzen nachziehen. In Deutschland unterstützt dies wie ÖVP-Kurz bisher nur die CSU, während alle anderen Parteien die Religionsfreiheit vorschieben für Erdogans islamistische Propaganda in Ditibmoscheen, bei denen deutschtürkische Kinder angesichts Erdogans Eroberungskriegen in Syrien und im Nordirak in einem Märtyrerkult in Militäruniformen in Ditibmoscheen aufmarschiert werden lassen und nach dem symbolischen Märtyrertod sich auf die Bühne legen und von einer türkischen Nationalflagge bedeckt werden. Zumal auch die Dinayet den Märtyrerkult unter Jugendlichen allgemein propagiert für Erdogans neoosmanische Träume.

Es gilt die säkularen Attatürktürken hierbei als Bündnispartner gegen die Erdogantürken bei der Verabschiedung eines Islamgesetzes zu gewinnen, damit die Millionen säkularen Muslime sich nicht ausgegrenzt fühlen. Es muss klar gemacht werden, dass die säkularen Deutschtürken, (Deutsch-)Syrer, Iraker nicht gemeint sind bei einem Islamgesetz, das sich gegen den Islamismus richtet, dem sie ja nicht angehören, ja dass man im Bündnis zwischen säkular-demokratischen Deutschen und säkular-demokratischen Menschen mit Migrationshintergrund, zumal muslimischen Hintergrunds da eine Abwehrfront gegen Islamismus und Rechtsradikalismus schmieden will. Diese Spaltung und Differenzierung der sogenannten Muslimcommunity muss der säkulare Staat und die säkular-demokratischen Parteien befördern und klarmachen, damit nicht säkulare Muslime in einen Topf geschmissen werden ala Islamophobie und Xenophobie von rechtsradikalen Parteien oder der AfD.



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