Kurzmeldung: Muktadar El Sadrs Sarunfront koaliert mit proiranischer Fatahfront im Irak-Jemenkrieg geht in seine genozidiale Phase

Auch eine interessante Entwicklung im Irak: Muktadar El-Sadrs überkonfesionelles Sarunbündnis hat nun eine Koalition mit der proiranisch-schiitischen Fatahfront aufgemacht und die schiitisch-prowestlich-säkulare dritte Partei , die aus Abedis Dawa hervorging verschmäht.Vielleicht auch Resultat der Kündigung des Irandeals und der Jerusalementscheidung der USA . Auf die Regierungserklärung und die Positionierung der neuen Regierungskoalition darf man gespannt sein. Wird Muktadar el-Sadr jetzt antiamerikanisch/antiisraelisch, obwohl ja gerade Saudiarabien ihn und die Dawa und ihre Nachfolgerorganisationen als Hoffnungsträger gegen Iran gesehen haben und stabilisert er dadurch den Irak oder destablisiert er ihn? Wird er so proiranisch wie sein neuer Bündnispartner? Wie reagieren die USA, SA, Israel und die Golfstaaten auf el Sadrs neue Koalition, die zum einen Kommunisten, Kurden, überkonfessionelle und säkulare Kräfte beinhaltet, zum anderen aber eben auch die proiranisch-stramm schiitische Fatah? Wie geht das zusammen? Oder muss er da als charismatischer Integrierer, der auf einen irakischen Nationalismus besteht sich etablieren? Oder will er im Windschatten des Irans sich seiner säkularen und sunnitischen und kurdischen Verbündeten entledigen und seine eigene islamistische Herrschaft aufmachen? Oder wird er eher als Zentrist zwischen den verschiedenen Fraktionen vermitteln und sich als Vermittler und unentbehrbarer Einiger positionieren und versuchen eine nationalistische Neutralität des Iraks zwischen Iran und USA zu verfolgen?Oder erhofft er sich wie Kim und Putin auch noch ein Treffen mit Trump auf Augenhöhe, was ja lächerlich sein dürfte . Jedenfalls durchaus möglich, dass der Irak zum neuen Schlachtfeld der US-amerikanisch-iranischen Auseinandersetzung wird, insofern sich die neue Koalition nicht genug nach den Wünschen der USA oder des Irans positioniert, da es ja nicht einfach ist eine Neutralitätsposition durchzuhalten, die sich aus dem Konflikt zwischen beiden heraushalten könnte.

Gleichzeitig forcieren die USA und Saudiarabien ihren Krieg gegen die Irangestützten Houthikrieger im Jemen. Nachdem die Luftschläge gegen die iranisch unterstützten Houthis eskaliert wurden, die Houthis wiederum ihren vormaligen Verbündeten Saleh ermordeten, dem der Kriegsterror zuviel wurde und mit Saudiarabien in Friedensverhandlungen treten wollte, ist der Jemen jetzt ein von Hungersnot, Millionen Vetriebenen und von Cholera geplagtes Land, das einer humanitären genozidialen Krise entgegengeht. Die Versuche der Houthis Raketen gegen Saudiarabien abzuschiessen, um dieses zu einer Einstellung der Luftschläge zu bewegen waren da auch nicht sonderlich erfolgreich. Nun hat die saudische Koalition die Eroberung des zentralen Hafens Hoddeida vorgenommen, über denen die wesentlichen Importe Jemens eingeführt werden. Die Gefahr eines völligen Kollapses und eines allgemeinen Zusammenbruch des Lands samt Hungersnot ist damit vorgezeichnet, wie auch der Tod und die Vertreibung vieler der 800 000 Zivilisten, die diese Stadt bevölkern. Da Saudiarabien eine Flüchtlingsmauer hat, keine Flüchtlinge wie in Syrien nach Europa kommen, bleibt dieser Krieg auch von den Medien unterberichtet und von der Öffentlichkeit unterbelichtet. Nach der 1 Millionen infolge von George W. Bushs Irakkriegs getöteten Iraker, der 600 000 getöteten und 12 Millionen vertriebenen Syrern, der vom IS ermordeten und geflohenen Irakern und Syrern, wird nun im Jemen ein weiteres Volk des Nahen Ostens noch viel gründlicher bis an seine Existenzgrenze dezimiert, wenn nicht bald ausgerottet- aber ohne Medienberichterstattung. Da ist Metoo, Harvey Weinstein und die Fußball-WM dann doch schon die sensationsträchtigere Nachricht und Breaking News.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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