WM 2018-Löw muss weg, Merkel muss weg!

Interessant, wie viele Deutsche da Fußball und Politik vermengen. Für etliche ist der „historische Schicksalstag“scheinbar so, als habe Deutschland gerade einen weiteren Weltkrieg verloren und gehe einer Apokalypse entgegen. Dolchstosslegenden, Sündenböcke  und Schuldige werden da schnell ausgemacht. Löw muss weg und Merkel muss weg! Auch wird nicht nur Löw verantwortlich gemacht, sondern auch Merkel. Bezeichnend, dass viele hier Parallelen zum Zustand des Landes reinprojezieren. Deutschland sei seit der Flüchtlingskrise so marode wie die Nationalmannschaft. Merkel habe die deutsche Elf zudem nicht tatkräftig unterstützt–keine Präsenz in Russland.Zudem wird auch die Multikultizusammensetzung der deutschen Nationalmannschaft inzwischen infrage gestellt. Hat man wie Merkel während der Flüchtlingskrise 2015 da zuviele Menschen mit Migrationshintergrund in den deutschen Kader reingelassen, die nicht für Deutschland sind, nicht loyal oder im Falle Özils vielleicht auch Erdogantreu.Da mischt sich ein Schuß Irrationalität und Rassismus in die nun vorgenommenen Deutungsversuche. Sarrazins „Deutschland schaffft sich ab!“ nun in Form von Merkel und Löw. Mal sehen, wie sich diese Gemüts- und Resentimentslage nun auf die GroKo auswirkt.Es zeigt jedenfalls, dass für viele Deutsche Fussball eben nicht nur so ein harmloser Sport ist.

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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