AfD will Staatsvertrag mit Kirchen kündigen

von Ralf Ostner

Die AfD greift eine eigentlich linke Forderung auf, nämlich den Staatsvertrag mit den Kirchen, der auf Hitler und Mussolini zurückgeht aufzukündigen. Fraktions- und Parteivorsitzender Gauland hat ja schon formuliert, dass die AfD „keine christliche, sondern eine deutsche Partei ist“. Der Arbeitskreis Christen in der AfD dürfte eher ein deutsches Christentum im Auge haben, zumal auch nicht so wichtig sein. Interessant wird es, wie die CDU/CSU als nach ihrem Selbstverständnis christliche Partei darauf reagieren wird. Mit dem Kreuzerlass hat sie ja eindeutig Position bezogen, zuma AfD und CSU an den deutschen Kirchen stört, dass diese für Menschlichkeit, Nächstenliebe und eine andere Flüchtlingspolitik eintreten.Auch bei der Kreuzkampagne kam es ja seitens Marx zur Verstimmung, da er der CSU vorwarf das die Religion zu instrumentalisieren, während der Papst und Ratzinger/Benedikt die CSU dafür lobten, obwohl Söder da immer hin- und hersprang. ob man das Kreuz nun als religiöses oder als IHeimatsymbol ansehen sollte.

Genauso wie die SPD ihre traditionelle Gewerkschaftsbindung mittels der Agenda 2010 verloren hat, so läuft die CSU Gefahr, ihre traditionelle Bindung an die Kirchen zu verlieren. Der AfD-Vorschlag, den Staatsvertrag zu kündigen, könnte aber CDU/CSU und Kirchen wieder zusammenbringen , da dieser existenzbedrohend für die Kirchen ist und auch die SPD, Grüne und FDP nebst Linkspartei müssten da Stellung beziehen, wie sie zum Verhältnis Staat und Religion stehen.Bleibt abzuwarten, ob dies ein Wahlkampfthema sein wird.Mit der Kündigung des Staatsvertrags würde wahrscheinlich auch die Kirchensteuer entfallen, die Kirchen müssten sich wie in den USA und anderen Ländern auf Spenden ihrer Mitglieder und Sympathisanten verlassen, was absehbar eine kräftige finanzielle Einbuße ist, zumal Deutschland auch das zahlungskräftigste. Mitglied innerhalb der katholischen Kirche ist. Möglich auch, dass dies viele Leute zu den eher fanatischen evangelikalen Freikirchen treiben würde, die in den USA, Lateinamerika, Asien und Afrika eine ernstzuenhmende Konkurrenz zu den etablierten Kirchen geworden sind.Es wird auch interessant sein zu sehen, wie sich linke und  linksliberale Intellektuelle verhalten werden, zumal ja selbst ein Wim Wenders gerade den Jubelfilm „Franziskus–ein Mann des Wortes“produziert hat.

 



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