Neueste Theorie: Kissinger bestimmt Trumps Chinapolitik- der Bilderberger aus dem Schattenreich führt die US-Regierung

von Ralf Ostner

Die neueste Theorie: Elder statesman Henry Kissinger, Bilderbergermitgründer, Rockefellerfreund und Mitgründer des Council on Foreign Relations soll Trump und seinen Beratern die Idee nahegebracht haben, China mittels der Annäherung und Instrumentalisierung von Rußland einzudämmen, ähnlich wie er zuvor umgekehrt China gegen die Sowjetunion in Stellung brachte. So schreibt das Daily Beast:

„The former secretary of state—who famously engineered the tactic of establishing diplomatic relations with China in order to isolate the Soviet Union—pitched almost the inverse of that idea to Trump during a series of private meetings during the presidential transistion, five people familiar with the matter told The Daily Beast. The potential strategy would use closer relations with Russia, along with other countries in the region, to box in China’s growing power and influence.

Kissinger also pitched the idea to Jared Kushner, the top White House adviser whose portfolio includes foreign-policy matters, one of the sources briefed on the discussions said.

Inside the administration, the proposal has found receptive ears, with some of Trump’s top advisers—in addition to officials in the State Department, Pentagon, and the National Security Council—also floating a strategy of using closer relations with Moscow to contain Beijing, according to White House and Capitol Hill insiders.

Kissinger isn’t viewed as a China hawk. It is well known in certain circles that he has a direct line to Chinese President Xi Jinping. And the discussions he had with Trump appear, at least superficially, to run counter to his public pronouncements since 2017 that China’s signature Belt and Road Initiative—Xi’s vision for a China-centric world based on infrastructure and trade deals, and the object of growing Western alarm—would have a positive effect on Asia.

Kissinger is no Russophobe, either. He has met with Putin 17 times over the years. And Kissinger has repeatedly advocated for a better working relationship between Washington and Moscow. Of last week’s summit in Helsinki between Trump and Putin, Kissinger said, “It was a meeting that had to take place. I have advocated it for several years.” He has also expressed doubt about the purpose of Russian interference in the election, and promoted a better balance of power among the world’s largest influencers.

His overall views seem to have made their way into explanations for Trump’s affinity for Putin. One former Trump administration official referred to Trump’s posture toward Putin during the Helsinki summit earlier this month as “the reverse of the Nixon-China play.”(…)

Internally, the fights over a China policy have been lengthy. Steve Bannon, Trump’s former chief strategist, has long railed against a rising threat from China, and he was present during the meeting between Trump and Kissinger that took place during the transition. Other Trump allies who share Bannon’s hawkish disposition include trade adviser Peter Navarro, Sens. Marco Rubio (R-FL) and Tom Cotton (R-AR), and U.S. Trade Representative Robert Lighthizer.

Unlike Kissinger—who stressed that relations with Russia were not an end goal itself but part of a decades long approach to revamping continental power structures—these advisers argued that the threat from China needed to be confronted in the near term.“

Zuerst glaube ich, dass Trumps Außenpolitik sich vor allem an seinem eigenen geoökonomisch-merkantilistischen Weltbild und dem Wirtschaftsnationalismus eines Steve Bannon orientiert, die wesentlich bestimmender sind. Da sind eben die größten Wirtschaftsmächte, China und die EU die Feinde, wobei eben China sich als neue Weltmacht entwickelt, ähnlich Deutschland gegenüber dem Britischen Empire vor dem Ersten Weltkrieg. In „On China“warnt ja Kissinger ausdrücklich vor einem neuen Crowe-Memorandum der USA, wie er auch das „Ein- China-Prinzip“oder TPP nie zur Dispostion stellen würde–auch nicht mal als diplomatische Taktiererei, wie Trump das schon mal gemacht hat. Ebenso würde Kissinger nie internationale Organisationen infrage stellen, wie Trump dies tut. Mag Kissinger wie Brzezinski eine eurasische Macht oder Block verhindern wollen, vielleicht auch versuchen Rußland gegen China zu positionieren (hier könnte gewisse Konvergenz bestehen), so bewirkt doch Trumps Politik gerade das.Gegenteil, wie das jetzige SCO-Treffen zeigt, bei dem nun erstmals Indien und Pakistan als neue Mitglieder teilnehmen. Möglich wäre es, dass Trump die Idee eines Mao/Nixontreffens nun mit Kim Yongun und Putin imitiert, aber ich schätze auch diese Idee stammt mehr aus der Sichtweise Trumps, dass er starke Männer, die Weltgeschichte machen, mag. Ich halte diese Berichte vom Einfluß von Kissinger auf Trump sehr übertrieben, genauso könnte man einen ähnlichen Artikel über Bannon oder Ivanka Trump und deren Einfluß auf Trump schreiben.Mag Trump vielleicht von Kissinger in seiner schon existierenden Sichtweise unterstützt worden sein, ein Treffen mit Putin abzuhalten, so glaube ich doch, dass diese Idee schon länger Trumps eigene Weltsicht ist, wie er auch schon länger gute Kontakte zu Rußland unterhält, die ihm jetzt zum Vorwurf gemacht werden.

Ich glaube Kissinger hat Trump in einem Punkt bestärkt, nämlich Rußland als Gegengewicht zur Eindämmung Chinas zu nutzen, aber dies wollten Trump und Steve Bannon schon ohne Kissinger und vorher. Und Kissingers Gesamtkonzeption unterscheidet sich von der von Trump und Bannon so ziemlich in allen anderen Punkten. Kissinger dürfte da eher Zitiermaterial für Trump sein und ihm dazu die Aura geben, dass hier bedeutende elder statesman mit ihm diskutieren und quasi auf Augenhöhe redeten. Erinnert ein wenig an den Gefreiten Hitler, der sich mit dem elder statesman Hindenburg traf . Kissinger ist da mehr das windowdressing für Trump. Ich glaube Trump kann man nicht so einfach beeinflussen, wie es sich gewisse Medien und Politiker vorstellen. Ich kann mich auch noch an die Zeiot erinnern, als alle Welt der Diplomatie versuchte Ivanka Trumpzu umbuhlen, da sie doch angeblich soviel Einfluß auf ihren Vater hätte. Umgekehrt meinten auch die Chinesen für einen sehr begrenzten Zeitraum, dass die Tatsache, dass Ivanka Trump in China produziere und ihre Tochter auf chinesisch ein Ständchen für Xi Jinping singen liess, einen Handelskrieg mit den USA verhindern würde. Nun hat aber Ivanka brav auf ihren Papi gehört und ihren Modelabel aufgegeben, wie sie nun auch in die Politik strebt, um vielleicht sogar dynastisch selbst eines Tages anzutreten.Aber wie meinte Steve Bannon mal: „Ivanka ist so doof wie ein Brot“. Dies und die Tatsache, dass Bannon in den Medien als der eigentliche Herrscher Washingtons wahrgenommen wurden, führte dazu, dass Trump ihn feuerte. Trump duldet keine fremden Götter neben sich, auch keinen Kissinger.

Zudem werden Anhänger dieser Theorie, wonach Kissinger Trumps Chinapolitik bestimmen würde, nun auch wieder Verschwörungstheoretikern Auftrieb geben, die schon immer hinter allem die von David Rockefeller und Kissinger gegründeten Bilderberger als allmächtige geheime Weltregierung darstellen werden, zumal im Falle Kissingers dann wieder eine jüdische Weltverschwöurng und in Kissinger den Meister des Schattenreiches, das in Wahrheit im Verborgenen die Weltgeschicke lenkt sehen werden. Dabei steht Rockefeller, Kissinger und die Bilderberger gerade für die transatlantische Partnerschaft, für die NATO, für die WTO , frü die EU,  für die UNO, für eine liberale, internationale Weltordnung–alles also, wofür Trump eben gerade nicht steht.Zudem sind Kissinger wie Brzezinski langfristige, geduldige geopolitische Strategen, während Trump alles brachial in kurzer Zeit und mittels „Try-and-Error“ zu erzielen wünscht.

 



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