Chaos am Münchner Flughafen als Indikator für Hysterisierung der Gesellschaft

Bezeichnend, dass die Berichterstattung über das Chaos am Münchner Flughafen von den meisten Medien nicht den eigentlichen Punkt thematisiert: Das Chaos am Flughafen München wurde durch die Angst der Sicherheitskräfte vor einem islamistischen Terroranschlag ausgelöst. Die unbekannte Frau mit den Flüßigkeiten wurde wahrscheinlich als potentielle Dschihhadistin mit Sprengstoff wahrgenommen, anders lässt sich die großflächige Evakuierung nicht erklären. Seit 9-11 und den islamistischen Terroranschlägen von Paris bis Berlin ist eine gewisse Hysterisierung der Gesellschaft wie auch der Sicherheitsbehörden festzustellen. Schon der OEZ-Amoklauf in München zeigte, wie ein Einzelner eine ganze Großstadt lahmlegen und in Panik versetzen kann. Natürlich ist es schwierig hier die richtige Balance zwischen Sicherheit und Panikmache zu finden, aber es kann auch nicht sein, dass bei jedem Verdacht gleich massenhafte Evakuierungen und Massenpanik generiert werden. Auch die Weltmacht USA ist davor nicht gefeit und von 9-11 traumatisiert. Illustrierendes Beispiel ist etwa als vor einer Disco in Garmisch-Partenkirchen ein junger Türke mit einigen GIs aneinander geriet und dabei großspurig erklärte, er habe Kontakte zu Al Kaida und werde die Amis töten. Folge war, dass seitens des US-Außenministeriums für Garmisch-Partenirchen eine Reisewarnung erfolgte und die ganze Region mit Irak und Afghanistan auf eine Warnstufe gestellt wurde. Dieses wie auch andere Beispiele zeigen, dass es notwendig ist, eine gewisse Gelasssenheit zu bewahren. Denn man sollte sich auch klar machen, dass die Wahrscheinlichkeit Opfer eines Terroranschlag zu werden um das Tausenfache geringer ist, als bei einem Auto- oder Haushaltsunfall zu sterben.Das alte Problem zwischen subjektiv gefühlter und objektiver Unsicherheit gilt es einmal rational zu thematisieren. Henfried Münkler empfiehlt den „postheroischen Gesellschaften“des Westens da „heroische Gelassenheit“.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.