Chaos am Münchner Flughafen als Indikator für Hysterisierung der Gesellschaft

von Ralf Ostner

Bezeichnend, dass die Berichterstattung über das Chaos am Münchner Flughafen von den meisten Medien nicht den eigentlichen Punkt thematisiert: Das Chaos am Flughafen München wurde durch die Angst der Sicherheitskräfte vor einem islamistischen Terroranschlag ausgelöst. Die unbekannte Frau mit den Flüßigkeiten wurde wahrscheinlich als potentielle Dschihhadistin mit Sprengstoff wahrgenommen, anders lässt sich die großflächige Evakuierung nicht erklären. Seit 9-11 und den islamistischen Terroranschlägen von Paris bis Berlin ist eine gewisse Hysterisierung der Gesellschaft wie auch der Sicherheitsbehörden festzustellen. Schon der OEZ-Amoklauf in München zeigte, wie ein Einzelner eine ganze Großstadt lahmlegen und in Panik versetzen kann. Natürlich ist es schwierig hier die richtige Balance zwischen Sicherheit und Panikmache zu finden, aber es kann auch nicht sein, dass bei jedem Verdacht gleich massenhafte Evakuierungen und Massenpanik generiert werden. Auch die Weltmacht USA ist davor nicht gefeit und von 9-11 traumatisiert. Illustrierendes Beispiel ist etwa als vor einer Disco in Garmisch-Partenkirchen ein junger Türke mit einigen GIs aneinander geriet und dabei großspurig erklärte, er habe Kontakte zu Al Kaida und werde die Amis töten. Folge war, dass seitens des US-Außenministeriums für Garmisch-Partenirchen eine Reisewarnung erfolgte und die ganze Region mit Irak und Afghanistan auf eine Warnstufe gestellt wurde. Dieses wie auch andere Beispiele zeigen, dass es notwendig ist, eine gewisse Gelasssenheit zu bewahren. Denn man sollte sich auch klar machen, dass die Wahrscheinlichkeit Opfer eines Terroranschlag zu werden um das Tausenfache geringer ist, als bei einem Auto- oder Haushaltsunfall zu sterben.Das alte Problem zwischen subjektiv gefühlter und objektiver Unsicherheit gilt es einmal rational zu thematisieren. Henfried Münkler empfiehlt den „postheroischen Gesellschaften“des Westens da „heroische Gelassenheit“.



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