Nationalismus als Ursache für einen Krieg zwischen NATO und Russland?

Neben dem sich abzeichnenden sinoamerikanischen Konflikt, gibt es auch Befürchtungen, dass es zwischen der NATO und Rußland auch zu einem bewaffneten Konflikt kommen könnte. Ausdruck dessen ist das Buch von Sir Richard Shireff 2017 – War with Russia : an urgent warning from senior military command. Sir Alexander Richard David Shirreff  ist ein britischer  Offizier und Autor. Shirreff war Deputy Supreme Commander NATO Europe von 2010 bis 2014 und führte als Kommandierender General  (COMARRC) von Januar 2007 bis März 2011 das multinationale NATO-Korps Allied Rapid Reaction Corps (ARRC). Es sheint sich um eine vergleichbare Schrift zu handeln ala „Der 3. Weltkrieg-Hauptschlachtfeld Deutschland“, das der britische General Sir John Hackett mit einem Vorwort des Bundeswehrgenerals Graf Kielmannsegg in den 80er Jahren des Kalten Krieges als Warnung und Szenario herausgab. Ich habe das Buch von Sir Shireff noch nicht gelesen und bin gespannt auf sein Szenarion. Ich selbst halte aber Putin für einen rationalen Akteur, der nicht verrückt genug ist etwa wegen des Baltikums einen 3. Weltkrieg mit der NATO zu riskieren.Das schliesst jedoch nicht aus, dass der Konflikt um die russischen Minderheiten im Baltikum eine Eigendynamik entwickeln könnte, die beide Seiten in solch einen Konflikt hineinzieht. Dieses Szenario wird in der Studie des Center for Startegic Budget Assessment (CSBA) „Retinking Armaggeod–Strategic Planning in the Second Nuclear Age“ thematisiert-lesbar unter:

https://csbaonline.org/uploads/documents/CSBA6158-NuclearScenarios-PRINT_Final.pdf

Daher sollten NATO, baltische Staaten und die EU sehr sensibel sein bei der Behandlung der Frage der russischen Minderheiten in den postsowjetischen Staaten. Brexit, Ukraine und Katalonien zeigen, wie schnell solche Nationalismsen wirkend werden können.Der Nationalsimus ist in den osteuropäischen und postsowjetischen Staaten sehr ausgeprägt. Die im Kalten Krieg unterstützen Antikommunisten umfassten sowohl liberale Demokraten wie aber eben auch eingefleischte Nationalisten, die sich weder mit der Sowjetunion damals oder heute nun mit der EU arangieren wollen („EUdSSR“).

Man sieht dies in PiS/Kaczynski-Polen  oder Orban-Ungarn, aber auch im Baltikum und der Ukraine wird der Nationalismus immer virulenter. Man sieht dies auch, dass das Baltikum Aufmarschgebiet ehemaliger SS-Veteranen und Rechtsradikalentreffen für Europa ist. Gerade ehemalige Sowjetstaaten, vor allem die kleinen Staaten wie auch das oft geteilte Polen kompensieren mit ihrer Art von Nationalismus ihre eigenen Existenzängste gegenüber solch Großmächten wie Rußland oder aber eben der EU. NATO und EU müssen aufpassen, dass sie da nicht von nationalistischen Eigendynamiken überrollt werden, die in einem Konflikt mit Rußland enden könnten.

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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