US-Iran-Konflikt: Hilflose, aber eskalisierende Drohgebärden Teherans

Nachdem die iranische Währung aufgrund der US-Sanktionen dramatisch an Wert verliert, 2018 allein um 60% bei explodierender Inflation, ist nun eine Zentralbank- und Währungsreform seitens des Irans geplant.

Rafsanjanis Tochter Faezeh Hashemi warnt inzwischen vor einem Kollaps der Iranischen Republik:

„The daughter of one of the founders of the Islamic republic has warned that, while still strong, the system her late father helped establish some 40 years ago is weakened and could someday collapse.

Faezeh Hashemi, the daughter of former Iranian President Akbar Hashemi Rafsanjani, said in an interview with a Tehran daily published on December 27 that „intimidation“ and „fear“ were the main things propping up the Islamic establishment.

„In my view, a breakdown [of principles] has already happened, there hasn’t been a physical collapse, but I see that as very likely,“ Hashemi told the independent Mostaghel newspaper.

Hashemi, 56, a former pro-reform lawmaker who was jailed for six months in 2012 after being convicted of antiregime propaganda, said one doesn’t see the open and physical crackdowns on dissent like those seen in the antigovernment protests of 2009, but a lot of repressive measures are taking place behind the scenes.

„In every segment of society, groups of activists are in jail, from workers to teachers, truck drivers, women’s rights activists, environmentalists, students…, [those involved in economic activities], and citizens who are either in jail or have been sentenced to jail,“ she said.“

https://www.rferl.org/a/revolutionary-s-daughter-says-islamic-republic-weakened-could-collapse/29681911.html

Sie befürwortet Verhandlungen mit den USA und sieht in Reformen des islamistischen Systems die einzige Überlebenschance. Gleichzeitig kritisiert sie aber auch Präsidenten Rouhani, der ebenfalls als Reformer gesehen wird wegen Untätigkeit. Ihr Vater hatte sich unter anderem für die Stärkung des  Parlaments ausgesprochen, sowie die Funktion des Geistigen Führers infrage gestellt, was seitens der Hardliner und dem Geistigen Führer Khameini auf scharfe Gegenreaktionen stiess. Zeitgleich wird Khomeinis Enkel von den Hardlinern wegen seines Lebnsstils angegriffen, der wie sein Vater Hassan Khomeini ebenfalls für Reformen eintritt. Experten vermuten, dass die Angriffe auf dem Sohn in Wirklichkeit dazu gedacht sind, seinen Vater zu treffen und ihn als unwürdigen Erben Ajatollah Khomeinis hinzustellen, der dessen Erbe in den Schmutz ziehe.Es sieht also so aus, dass sich die Lage innerhalb Irans zwischen Hardlinern und sogenannten Reformern zuspitzt.

Zuerst geht es mal um einen innertheokratischen Machtkampf, zwischen islamistischen Hardlinern und Reformern, also innerhalb der Theokratie. Letztere sehen sich marginalisiert, befürchten, dass die Hardliner nun auch die Urananreicherung wiederaufnehmen könnten, zumal eben der Widerstand im Iran massiv wächst, zumal von eigene Unterstützern des Regimes, wie eben auch von der säkularen Seite. Die theokratischen Reformer hoffen, dass sie ein reformtheokratisches System als Alternative errichten können, bei denen die Vertreter der Grünen Revolution, die ja auch Reformajatollahs und keine säkularen Kräfte waren , das das von Klerikern beherrschte Parlament aufwerten und den Obersten Geistigen Führer ala Khomeini und Khameini um seine zentrale Führungsfunktion bringt. Das will Khameini nicht, der aufgrund fortgeschrittenenen Alters sich auch schon um Nachfolgefragen kümmern muss auf keinen Fall und die Revolutionären Garden und anderen Hardliner schon gar nicht.Die andere islamofaschistische Variante Ahmadinejhads, der eine Präsidialdiktaur erhoffte bei der er mächtiger als der Oberste Geistige Führer würde ala Muslimbruderschaft steht momentan gar nicht mehr zur Diskussion. Aber die Reformtheokraten sehen nur, dass die säkularen Kräfte immer mehr Widerstand üben, die Wirtschaftslage sich so verschlechtert, dass selbst Unterstützer des theokratischen Systems inzwischen dessen Existenz infrage stellen könnten.

Die Reformtheokraten um Rouhani haben dem Irandeal zugestimmt, das er die Entwicklung einer eigenen Atombombe nur auf 10 Jahre begrenzte, weitere Expansion im Greater Middle East , ob nun Syrien, Libanon, Irak oder Jemen , Aufrüstung, Entwicklung weiterer Waffensysteme und Trägersysteme nicht untersagten. Die Kalkulation war also, dass der Iran für den begrenzten Verzicht aud Nuklearwaffen für 10 Jahre seine Macht im Nahen Osten und alle Aufrüstng betreiben kann und sich dann nach dem Termin nochmals überlegen kann, ob er sich dann nicht doch Atomwaffen zulegt. Bis dahin wären ausländische Investitionen ins Land geflossen, hätten den Iran wirtschaftlic h aufblühen lassen sollen, sowohl als wirtschaftliche wie militärische Regionalmacht. Dem wollten die Republikaner nie zustimmen, was nun dazu führte, dass Trump den Irandeal gecancelt hat, Sanktionen gegen den Iran und die Reformtheokraten verhängt, die diesen zu einer „Verhaltensänderung“ bringen wollen–konkret: Rückzug aus dem Nahen Osten–von Libanon, Syrien, Jemen, Irak bis Gaza, zudem keine terroristischen Aktivität mehr zu unterstzen und die eigene Aufrüstung vor allem mit Mittel- und Langsteckenraketen zu beenden.

Nachdem die USA nach Trumps Ankündigung US-Truppen aus Syrien abzuziehen Kriegsschiffe in die Strasse von Hormuz entsandten und Iran mit einem Gegenmanöver zu deren potentieller Sperrung antwortete, erklären die USA nun, dass sie ihre Truppen nicht so schnell aus Syrien abziehen würden, Irak und die dort stationierten US-Truppen auch eine Rolle in Syrien spielen könnten, sowie dass sie die kurdische YPG vor einem türkischen Angriff nun doch schützen wollten, was für Verstimmungen mit Ankara sorgt. Unterdessen unternimmt der Iran recht verzweifelte Drohmanöver, die er wohl mit Stärkedemonstrationen verwechselt: Zum einen werden erstmals iranische Kriegsschiff in den Atlantik nahe der US-Küste entsandt, als würde dies die USA wirklich beeindrucken können.Ein möglicher Zielhafen für die iranischen Kriegsschillfe ist das mit den USA verfeindete Venezuela, das auch von Russland und China unterstützt wird und in dem auch schon einmal nuklearfähige russische Langstreckenbomber mit dessen Militär Manöver abhalten. Zum anderen hält der Iran mit Russland nach 2015 und 2017 nun auch wieder gemeinsame Marinemanöver im Kaspischen Meer ab, um Nichtanrainerstaaten vor einer Einmischung abzuschrecken. Insgesamt also mit Ausnahme der Drohung der Sperrung der Strasse von Hormuz recht hilflose Gesten.

Iran, Russia Planning Joint Naval Exercises In Caspian Sea

January 06, 2019 09:32 GMT

 

Russia and Iran are planning joint naval exercises in the Caspian Sea „in the near future,“ an Iranian naval official has said.

Iran’s Mehr news agency quoted Rear Admiral Hossein Khanzadi on January 6 as saying that the two countries are planning „tactical, rescue, and anti-piracy war games.“

Iran and Russia conducted naval drills in the Caspian Sea in 2015 and 2017.

Khanzadi also said „all countries around the Caspian“ oppose any military presence in the area by any non-littoral countries.

Based on reporting by Reuters

https://www.rferl.org/a/iran-russia-planning-caspan-naval-exercises/29693816.html

Iran’s Central Bank Proposes Reform Of Battered Currency

January 06, 2019 12:46 GMT

 

The Iranian Central Bank has proposed a currency reform that would remove four zeros from the rial, Iranian state media have reported.

„A bill to remove four zeros from the national currency was presented to the government by the Central Bank yesterday,“ Bank Governor Abdolnaser Hemmati was quoted as saying on January 6 by the IRNA news agency. „I hope this matter can be concluded as soon as possible.“

Iran’s rial lost more than 60 percent of its value in 2018, although it has recovered somewhat in recent weeks. Inflation in Iran was nearly 40 percent last year.

As of January 6, the rial was trading at about 110,000 to the U.S. dollar, according to foreign-exchange websites.

U.S. President Donald Trump has pledged to reimpose sanctions against Iran that were lifted as a result of the 2015 deal between Tehran and world powers aimed at curbing Iran’s nuclear program.

Trump has said the deal was flawed and did not address Iran’s ballistic-missile program or its support for organizations that the United States has labelled as terrorists.

If approved by the government, the Central Bank’s initiative would have to be passed by parliament and vetted by the Guardians Council.

Based on reporting by Reuters

https://www.rferl.org/a/iran-central-bank-proposes-currency-reform/29694031.html

Iranian Navy To Send Warships To Atlantic

January 05, 2019 20:42 GMT

 

The Iranian Navy will send warships to the Atlantic Ocean after March, a top commander said.

Iran is looking to increase the operating range of its naval forces in the Atlantic, close to the waters of the United States, its arch enemy.

Tehran sees the presence of U.S. aircraft carriers in the Persian Gulf, along Iran’s coast, as a security concern and its navy has looked to counter that by showing its naval presence near U.S. waters.

„The Atlantic Ocean is far and the operation of the Iranian naval flotilla might take five months,“ the official IRNA news agency quoted Rear-Admiral Touraj Hassani, Iran’s naval deputy commander, as saying.

Hassani said the move was intended to “thwart Iranophobia plots” and „secure shipping routes.“

He said Sahand, a newly-built destroyer, would be one of the warships deployed.

Sahand has a flight deck for helicopters and Iran says it is equipped with antiaircraft and anti-ship guns, surface-to-surface and surface-to-air missiles, and also has electronic warfare capabilities.

The vessels are expected to dock in a friendly South American country such as Venezuela, Iran’s Fars news agency reported.

Hassani said in December that Iran would soon send two to three vessels on a mission to Venezuela, an ally.

Iran’s navy has extended its reach in recent years, launching vessels in the Indian Ocean and the Gulf of Aden to protect Iranian ships from Somali pirates.

Based on reporting by Reuters and AFP

https://www.rferl.org/a/iran-navy-to-send-warships-to-atlantic/29693199.html

Ein deutscher Diplomat ist der Ansicht, dass Trump den Konflikt zum Wahlkampfzeiten 2020 hochfahren wird, um dann eine patriotische Kriegsbegeisterung und rally around the flag und USA, USA, USA- Nationalismus zu bewirken, die dann auch die republikanische und demokratische Partei samt Bevölkerung erfasst. Durchaus möglich, aber ebenso möglich dass die Hardliner im Iran dem zuvorkommen. Noch haben Khameini und sie die Urananreicherung nicht wieder aufgenommen–bleibt abzuwarten, ob sie dies machen werden, da dies den Konflikt dann definitiv unausweichlich machen würde. Offiziell hält der Iran noch am Irandeal fest und sind auch seitens der USA, Israels, Saudiarabiens und verbündeten Medien bisher keine anderslautende Nachrichten zu vernehmen.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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