Kriegsverbrechen und Propaganda

Mit den Kriegsverbrechen ist das so eine Sache. Zum Teil sind sie durch Feindespropaganda erfunden worden–wie z.B. die Vorwürfe der Briten an die Deutschen, kleine Kinder zu töten und auch zu essen im 1. Weltrkieg.Die britischen Propagandaplakatte dazu habe ich einmal in einer Ausstellung über anglosächsische Kriegspropaganda in Canberra gesehen. Da waren die Deutschen noch „die Hunnen“. Aber viele Geschichtsrevisionisten und Radikale versuchen auch diese Tatsache zu nutzen, um wirkliche Kriegsverbrechen und Gräueltaten zu leugnen. So z.B. Putinaffine AfDler oder slawophile Linke Screbrenica und den Mord an 8000 Bosniern durch die Serbenmilizen. Ob man dann soweit gehen muss, wie Joschka Fischer und gleich Auschwitz zu zitieren oder wie Rudolf Scharping im SPIEGEL Behauptungen aufzustellen, dass serbische Milizen schwangeren Müttern die Embryonen aus dem Mutterleib geschnitten hätten und angebliche Hufeisenpläne hätten, ist da eher eine sophistische Frage. Nicht zu vergessen die Gräueltaten der Wehrmacht, die selbst von CSUlern wie Gauweiler damals infragegestellt wurden oder aber im Falle Japans das Nanjingmassaker. So lud die CSU-Studentenorganisation RCDS an der Hochschule für Politik in München zum Anlasse der Wehrmachtsausstellung Reetsmas den japanischen Professor Tanaka ein, der das Nanjingmassaker mit seinen 300 000 ermordeten Chinesen hartnäckig leugnete. Organisator der Veranstaltung war im übrigen ein Markus Blume, heute seines Zeichen CSU-Generalsekretär.

Während man den Jugoslawieneinsatz der NATO, wie auch den Afghanistaneinsatz und die Anti-IS-Koalition legitimieren kann, so doch nicht den Irakkrieg der USA 2003 und den NATO-Krieg gegen Ghaddafi-Lybien. Bei ersterem wurde so von Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Massenvernichtungswaffen und Al Kaidaverbindungen des Iraks so alles dreist zusammengelogen, das dies heute eindeutig ist. Bei letzterem erfand die NATO-Propaganda und Exillybier auch das Propagandamärchen von Massenvergewaltigungen durch afrikanische Söldner Ghaddafis und einem anstehenden Völkermord. Human Right Watch und Amnesty International haben nachrecherechiert und herausgefunden, dass das reine Erfindungen waren, um zu behaupten, Ghaddafi habe nicht mehr genug Unterstützer und müsse auf afrikanische Söldner zurückgreifen, zum anderen, um ihn als Frauenvergewaltiger darzustellen. Das war sehr wirksam, inzwischen aber gesteht selbst die Exilopposition ein, dass dies alles erfunden war, wie auch nie die Gefahr eines Vökermordes bestand. Von daher sollte man bei solchen Menschenrechtskriegen immer sehr vorsichtig sein, denn bekanntlich stirbt die Wahrheit im Krieg als erstes und zumal dienen Menschenrechtsverletzungen auch nur als Vorwand zur Durchstezung geopolitischer und geoökonomischer Interessen. Umgekehrt sollte man dies aber auch nicht so verallgemeinern, dass man dadurch real geschehene Kriegsverbrechen ud Genozide leugnet.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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