Schülerdemos und Friday for Future- OFFENER BRIEF AN Die Zukunft Sind Wir

von Ralf Ostner

Zuerst einmal möchte ich euch Respekt und Unterstützung ausdrücken für eure Demos und Aktivitäten. Ich habe meinen Enthusiasmus und meine Hoffnungen in Euch in einem Leserbrief zum Ausdruck gebracht:

Es ist schon beachtlich, mit welcher Häme, Böswilligkeit und Arroganz die meisten älteren Leserbriefschreiber konservativer Medien auf die Schülerdemos reagieren. Vorgeschobenes Argument ist immer wieder , dass Demos während der Schulzeit erfolgen. Nun gut, dann verlegt man diese eben auf den Nachmittag oder aufs Wochenende. Aber warum eigentlich? Darf man gegen Autoritäten nicht mehr aufbegehren, zumal mit solch harmlosen Mitteln und soll ewig Opportunist und Untertan bleiben?

Wenn man ein Ziel für wichtig hält, will man dies auch dadurch zeigen, dass man die Autoritäten herausfordert. Tut man dies nicht, zeigt man, dass die eigene Sache nicht so dringend sein kann, man es selbst nicht so ernst nimmt, zu keinerlei Risiko oder Sanktionen willig ist. Es also nicht ernst meint. Während der Restbewegung dies egal ist, haben sich nur die Schulen und Gymnasien des Oberlands mit ihren Direktoen arrangiert, dass die Demos nicht zur Schulzeit stattfinden, Dementsprechend schauen auch keine Redner politischer Parteien bei der Schülerdemo vorbei, noch die SPD-Bürgermeisterin, sondern nur der Umweltschutzmanager der Gemeinde und der Direktor, der die Demos in angekündigte Projektarbeiten und Workshops abkanalsieren will. Kein Schüler widerspricht da, schon gar kein Schülervertreter. Aber in Bayern ticken die Uhren anders und im Oberland nochmals verstärkt.Aber selbst diese harmlosen Lebensäußerungen sind diesen Reaktionären suspekt. Denn:

Als nächster logischer Denunziationsschritt wird euch vorgeworfen, dass ihr Handys benutzt und euch von euren Eltern mit dem SUV oder Autos vor die Schule fahren lasst. Von Leuten, die selbst Handys benutzen und wahrscheinlich mit Mercedes, BMW und anderen Autos rumfahren. Es ist der alte Vorwurf, dass wenn man Kritik am Kapitalismus habe, auch kein Geld mehr benutzen dürfe, zumeist von Leuten, die mehr als genug Geld und deutlich mehr als der Grossteil des Volkes haben. Auch wenn man das machen würde, was ein Rückschritt zur Naturaltauschwirtschaft wäre, die kein Linker und diese Leute schon gar nicht anstreben, diesen Verzicht nur unter dem Hungertod durchhalten könnten, und dies wäre  diesen Leuten immer noch nicht genug und würden sie neue Vorwürfe und Denunziationen erfinden. Während sie die Abschaffung des Geldes von anderen fordern, die sie nie beabsichtigen, sind sie aber auch gegen jede Steuererhöhung und Millionärs- oder MIlliadärssteuer oder gar Erhöhung des Spitzensteuersatzes .

Und selbiges Schema ziehen sie bei euch mit eurem individualistischen  Ökomoralismus durch:Nur in diesem Gebiet der moralischen Schraube sind sie erfinderisch, aber nicht einmal sehr ideenreich., sondern sehr plump. Und was passiert, wenn ihr weniger Plastik, keine Handys verwenden würdet und anstatt mit irgendwelchen Helikoptereltern und ihrem SUV zur Schule gefahren würdet, sondern radeln oder zu Fuss gehen würdet, vielleicht auch noch ohne Schuhe, da sie da Kinderarbeit in dem Produkt entdecken würden und einen schlechten ökologischen Fussabdruck?

Dann würden sie die Schraube weiter drehen und neue Vorwürfe erfinden, da ihr euch in die moralisch-ökologische Falle reinbegeben hat,in die Individualismusfalle, die keine kollektive und solidarische  und mächtige Aktion mehr kennen will, sondern jedem erzählt seitens der Eltern , der Schule, der Medien und der „freien“ Witrschaft,  dass jeder seines eigenen Glückes Schmied sei, jeder bei sich selbst anfangen müsse ganz im Kleinen, sich nicht vergrössern, verbreiten dürfe, ,der Frieden, der Antifaschismus und die Ökologie beim einzelen individualistischen und machtlosen Ego-Shooter erfolgen müsse.Jeder für sich und nichts gemeinsam und als breite lokale, dann nationale, europäische oder gar internationale Bewegung.  Selbst wenn ihr euch  ökologisch in eurem Konsumverhaletn noch so politisch korrekt verbiegt: Dies würde diese erzreaktionären Schreihälse und Untertanen auch nicht besänftigen, da sie etwas gegen Klimaschutz haben, ja den Klimawandel immer noch ignorieren und passiv abwarten wollen. Und vor allem nichts ändern wollen.Nach uns die Sintflut, die Rente ist sicher!

Diese Leue malträtieren euch mit ökologischen Standards und ganz moralisch, die ihnen selbst scheißegal sind, aber gegen eure Bewegung nutzen wollen, da sie wissen, dass ihr diesen Fehler der ganz individuellen Hauptverantwortlichkeit für den Klimawandel teilt und anerzogen bekommen habt, der euch von der Schule und den Eltern gelehrt wurde, obwohl es ja hauptsächlich um von Wirtschaftskonzenen und der Politik gemachte und zugelassene Problem handelt, die wie diese Leute gerne von ihrer Verantwortlichkeit ablenken wollen und gegen die Bewegung richten, um diese in individualistische Ökogewissenswürmer zu zerschlagen und Protest in irgendwelche folgenlosen Schulprojekte abzukanalisieren, um den außerparlamentarischen Druck der Schülerdemos und der Strasse zu individualisieren und an einer Ausbreitung zu anderen Gesellschaftsgruppen  zu verhindern.

Die demonstrierenden Schüler scheinen da seitens einiger saturierter Rentner als Störung der verdienten Altersruhe wahrgenommen zu werden, obwohl man da keinen Generationenkonflikt draus produzieren sollte, da auch viele Ältere, die selbst Kinder und Enkelkinder haben den Demos wohlwollend gegenüberstehen.Die Reaktion kann kein individuelles Konsumverhalten von unten noch ein neuer Generatinenkonflikt sein, sondern ein kollektiver Widerstand über enge lokalen Grenzen hinaus, Massenwiderstand, je nationaler, europäischer, globaler, desto besser, aber nicht der Rückzug in individulaistische ökologisch-moralische Egoshooter, die im besten Fall noch eine Ökokommune ganz klein und fein aufmachen wollen. und ansonsten mal etwas weniger Plastik benützen wollen.

Wie es scheint, politisiert sich da gerade eine neue Generation. Nachdem die 70/80er Jahre von den Umweltschutz,- Antiatom- ud Friedensbewegung aus zumeist studentischen Milieu geprägt waren, aus denen die Grünen hervorgingen, herrschte in den 90ern und 2000er die völlige Apolitisierung vor, die sich als hedonistische Spaßgesellschaft in Loveparades formierte. Nachdem diese Generation nichts ausser Konsumieren, Feiern, Karriere interessierte, haben sich die gesellschaftlichen Probleme inzwischen so zugespitzt, dass sie nicht mehr ignoriert werden können.

Großmachtskonflikte,Flüchtlingswellen, Kriege, Aufrüstung, Neonationalismus, Finanzkrise, Islamismus,  Altersarmut, Wohnungsnot, Klimawandel.Daher ist es erfreulich, wenn nun eine neue Generation, diesmal vor allem Schüler und nicht einmal Studenten wieder politisch interessiert ist und gestalterisch eingreifen will. Während es an den Uni ruhig bleibt, scheinen die Schüler nicht mehr indas Klischee harmloser Lausbubenstreiche eine Pennälers Ludwig oder Hanis Kraus zu passen.Dass da viel Idealismus und eine gewisse Naivität mitspielt, kann man jungen Menschen nicht vorwerfen. Sie erscheinen aber reifer als jene Teile an reaktionären älteren und zynischen Zeitgenossen, die der Jugend lieber Friedhofsruhe, Stillhalten, Opportunismus und Untertanengeist verordnen wollen, deren Rente sicher ist und nach ihnen halt die Sintflut. Die Lethargie der Merkeljahre und ihrer Untätigkeit scheint sich aufzulösen.Auch trauen sich junge Leute nicht nur auf Pisastudien zu schauen, die Stoiber G8-Zwänge des Lissabonprozesses, die sie nur noch fit für die Globalisierung machen sollten hinter sich zu lassen, sondern auch mal ihr Leben nicht nur im ewigen untertänigen Karrierestreben sondern in ihrer und anderer gesamten Zukunft zu sehen.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Generation sich neben dem Klimaschutz auch noch anderer drängender gesellschaftlicher Probleme annimmt und sich verallgemeinert. Aber als Anfang erst einmal unterstützenswert.Die Lethargie der Merkeljahre und ihrer Untätigkeit scheint sich aufzulösen.Wichtig wird aber sein, nicht nur auf individuelle Änderung der Konsumgewohnheiten von unten abzuzielen, sondern genauso die Politik und Wirtschaft als Hauptadressat der Veränderung von oben im Augen zu behalten. Beides muss gemacht werden. Fehlt eines, scheitert alles und kommen nur Ökospießer und ein Ökobiedermeier heraus..Es bleibt abzuwarten, ob diese Bewegung anhält, sich später auch in Parteien noder politischen Gruppen organisieren wird, im worst case sich vielleicht kleine Teile zu einer grünen RAF radikalisieren oder das Ganze langfristige konstruktive Wege geht, die bei Enttäuschungen und angfänglich ausbleibenden Erfolgen bei der Stange bleiben.. Die Zukunft bleibt spannend und umkämpft!

Nun zu meinem OFFENEN BRIEF

Es wäre aber unehrlich und verantwortungslos, wenn ich euch nicht zugleich die Erfahrungen eines Älteren und eine Kritik und Denkanstösse für eure Bewegung gebe. Ich will da mal mit den politischen Positionen eurer Bewegung Fridays for Future anfangen, wie ihr sie auf eure Webseite gestellt habt.Link:

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Ihr schreibt dort in eurem Offenen Brief:

„Betreff: Jugend fordert schnellstmöglichen Kohleausstieg und echte Zukunftspolitik

23.Januar 2019

Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung,

wir, die jungen Generationen, sind es , die die Folgen Ihres Abschlussberichtes vom 1. Februar tragen werden. Wir und Sie wissen, dass die einzige zukunftsorientierte Entscheidung ein schnellstmöglicher, konsewquenter Kohleausstieg ist. Die Abkehr von fossilen Energieträgern ist in vollem Gange- nun steht offen, zu welchem Grad unser Planet bis dahin noch für zukünftige Generationen zerstört wird.

Kritik: Die Abkehr von fossilen Energieträgern ist eben nicht in vollem Gange. Zum gibt es zwar die Tendenz hin zu erneuerbaren Energien, die aber vor allem für die Stromproduktion taugen, zum anderen ist festzuhalten, dass die wesentlichen Grossmächte die Trump-USA, China, Indien wie aber auch andere Staaten bis 2030 eifrig Kohle- , Gas- und Atomkraftwerke bauen werden. Selbst bei E-Autos stellt sich die Frage, woher der Strom kommen soll und aus welcher Art von Kraftwerken. Nur soviel ist klar: Sonnenkraft und Windkraft können diese Strommengen nicht erzeugen.Ihr dürft nicht die deutsche Energiewende, die zumal droht ein Fehlschlag zu werden wegen mangelnder Enerigezwischenspeicher und fehlender Stromtrassen, mit einer globalen Tendenz zu verwechseln, in der Deutschland mit seinen CO2-Emissionen nur eine untergeordnete ökologische Rolle (2%) weltweit spielt. Diese Tatsache kritisieren auch CDU/CSU/SPD/AfD und kleine Teile der Grünen, wenngleich diese Tatsache auch nicht zum Nichtstun und Passivität verleiten darf, aber umgekehrt auch nicht zu einem nationalen Missiarionismus, der denkt „Am deutschen Wesen wird die Welt genesen“, wenn selbst in Europa Polen seine Kohlekraftwerke ausbauen will, also dies nicht einmal europäischer Konsens ist. Realpolitisch sagt ihr aber auch, dass es gar nicht um eine heile Welt geht, sondern nur um den Grad der Zerstörung dieser und wie man diesen in Grenzen hält und kontrollierbar macht. Könnte man meinen—dann aber kommt:

„Der Sonderbericht des Weltklimarates zeigt, dass lediglich elf Jahre bleiben, um die verheerenden Folgen der Erderwärmung abzuwenden. Dafür ist ein Kohleausstieg ab 2020 unverzichtbar. Sowohl das Fraunnhofer-Institut für Energiewirtschaft und Enegriesystemtechnik als auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforchung haben in unabhängigen Studien im vergangenen Jahr bekärftigt, dass durch die schnelle Abkehr von der Braunkohle die deutschen Klimaziele der Jahre 2020 und 2030 noch einzuhalten wären.Wenn die planetatren Grenzen jedoch überschritten und tausende Aten ausgestorben sind, ist es für kommende Generationen bereits zu spät: Um das noch abzuwenden, brauicht es nun echte Taten.“

Auch hier verwechselt ihr wieder recht zielstrebig die deutsche ökologische Rolle mit dem weltweiten Kontext. Denn der Sonderbericht des Weltlkimarats spricht zwar von einer dramatischen und sich zuspoitzenden Situation, bei denen die globalen Klimaziele höher angesetzt werden müssten trotz gegenläufiger internationaler Tendenz, aber er hat eben nie behauptet, dass der Ausstieg Deutschlands aus der Braunkohle die Klimaerwärmung wesentlich beeinflussen könnte. Ihr verwechselt deutsche und globale Klimaziele und deren faktische Auswirkung. Auch wenn Deutschland aus der Braunkohle 2020 aussteigen würde, würde dies nichts am Weltklima ändern, sondern man/frau nur die deutschen Klimaziele erreichen, die aber bei den CO2-Emmissionen nur 2% des Weltvolumens ausmachen. Das soll nicht eine Aufforderung zum Nichtstun sein, aber eben auch aufzeigen, dass Deutschland als witrschaftlicher Exportweltmeister, europäische Zentralmacht global-ökologisch bestensfalls eine symbolische Vorbildrolle spielen kann, die hofft, dass dem guten Beispiel andere nachfolgen werden.

Von daher müsstet ihr eure Bewegung lokal, dann national, europäisch und letztendlich  international aufstellen, um auch in solchen entscheidenden Grossmächten wie den USA, China , Indien und dem Rest der Welt erst einmal für eine ökologische Bewegung zu sorgen, die doch weltweit eher ein deutscher Sonderfall ist und nur durch einige esoterisch-grünangehauchte Biotope wie Kalifornien und andere US-Städte Unterstützung erhält. Die Ideen des Club of Romes, der „Grenzen des Wachstums“ sind eben weltweit bisher kaum vertreten, zumal das kapitalistische Wirtschaftssystem, die Nationalstaatenkonkurrenz und der  damit bedingte „Standortwettbewerb“ Umweltschutz eher als Kostenfaktor ansieht und zudem ehemals arme Länder der 3. Welt, seien es die aufsteigenden ehemaligen 3. Welt-Mächte wie Indien und China oder weite Teile Afrikas, Asiens und Lateinamerikas in ihrer Bedürfnispyramide erst einmal materielle billige Konsumgüter in Sinne haben und sich keine Gedanken über deren Auswirkungen für die Umwelt machen. Die Grünen sind in Deutschand stark, aber eben im Rest von Europa und der Welt nicht.Es gibt kaum grüne Parteien weltweit oder ein Umweltbewusstsein wie in Deutschland. Ihr seid weltweit die ökologischen Gewissenswürmer, wennihr individuuell und lokalbleibt, ihr könnt die Avantgarde sein,wenn ihr mit anderen Grupen national, europäisch  und international auftretet, insofern ihr euer Programm verbeitert und nicht nur diesen utopische Ausstieg aus der Kohle 2020 wollt, die ohnehin nicht kommen will, Wenn ihr eure Lebensperspektive so bedroht seht,solltet ihr euch mit anderen gesellschaftlichen, nationalen , europäschen und internationalen Pateien und Gruppen zusamentun, die aus dem Kries der natioanle“Standortkonkurrenz“, ebi der Ökologe,Arbeiterrechte,Frauenrechte vor allem als Kostenfaktoren gesehen werden.

. Das kann man  zweierlei auffassen: Als Aufruf dies zu europäisisere oder internationaliseren und bis dahin Realpolitik zu machen, zum anderen zu privatisieren und sich mit allem zu begnügen im guten Gewissen seine individuelle Öko-Life-Balance ausgeglichen  und seinen ökologschen Footprint minimiert zu haben. Es wäre schon ein Fortschritt die Bewegung in den Teilen des verbleibenden Westens noch auszuweiten. Zudem auch klar sein müsste, wenn in einem autoritären, staatskapitalistischen Staat wie China Schüler auf eine Umweltdemo gehen wollten, sie wahrscheinlich inhaftiert und verhaftet würden wenn nicht gleich wenn sie als Bewegung grösser werden sollten doer  ein Volksauftstand wie 1989 anstehen sollte, dieser von der KP China wie die Studenten am Platz des Himmlischen Friuedens zusammengeschossen und von Panzern niedergewalzt werden.In Indien und vielen anderen Teilen Asiens sieht es dann schon wieder anders aus.

Zumal solltet ihr auch sehen, dass  man Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden muss. 60 000 Arbeiter samt Familien und anhängenden Gemeinden sind am Braunkohleabbau beteiligt.Gar nicht mal soviel.  Ihr müsstet also schon auch soziale Ausgleichsmassnahmen fordern und Zukunftsperspektiven für diese aufzeigen, damit ihr diese Leute wie auch die anderen in der deutschen  Autoindustrie und sonstigen Wirtschaft nicht als breite Gegenmasse gegen euchals Ökologismusbewegung aufbringt,Nur Ausstieg fordern ohne die sozialen Konsequenzen zu bedenken, ist eine Sackgasse. Sozial und ökologisch müssen gemeinsam gemacht werden, ansonsten werden diese Leute sich gegen euch stellen und euch als Zerstörer Deutschlands und seiner Industrie und Witrschaft ala Sarazins „Deutschland schafft sich ab“ empfinden.Ihr solltet grundsätzlich mal wieder die Frage anderer Gesellschaftssysteme, des Zusammenhangs von Ökonomie, Ökologie und Politik diskutieren. Die kommunistische Planwirtschaft wie auch Venezuelas „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ dürften sich historisch widerlegt haben, der Kapitalismus und der Neoliberalismus wohl aber auch. Vielleicht eine Synthese eines regulierten Kapitalismus mit sozialen und ökologischen Standards,vielleicht einen sozial-demokratisch-ökologischen Kapitalismus, eines grünen Kapitalismus und dann die Frage, wie man diesen politisch und global organisert ud ob der überhaupt möglich ist.

„Die bisherige politische Untätigkeit zwingt uns nun, etwa durch Kampagnen, Schulstreiks und Aufrufe wie diese auf die derzeitige Lage aufmerksam zu machen. Wir jungen Menschen wissen, dass wir längst keine Zeit mehr für politisches Hinhalten haben und dass jetzt die letzte Möglichkeit ist, den völligen Klimakollaps und den damit einhergehenden Artenverlust noch zu verhindern“.

Also kurz: Wenn 2020 Deutschland die Braunkohle völlig abschafft, kommt es nicht zum globalen Klimakollaps. Zum einen stimmt das nicht. Zum anderen: Nun wird dies aber nicht geschehen, da es zum einen nicht die politischen Mehrheiten dafür gibt, noch realistisch ist, dass ein Ausstieg 2020 erfolgt. Was dann? No future, nichts mehr machen, privatisieren, saufen, eine Weltuntergangsparty schmeissen oder sich radikalisieren zu einer grünen RAF, eine Ökokommune gründen oder nur noch zu hoffen, sich durch Änderung der eigenen individuellen Konsumgewohnheiten moralisch zu verwirklichen und zum Plastikmüllsammler, Ökospießer und Ökobiedermeier zu werden, irgendwelchen Umweltverschmutzern auzualuern und jeden, der eine Zigarettenkippe oder ein Kaugummipapier auf den Boden wirft zur Rechenschaft zu ziehen. Auf das jüngste ökologische Gericht zu warten, wenn der Klimakollaps kommt, um dann die zukunftsraubenden und verbleibenen Alten in einem Ökotribunal abzuurteilen und sich an ihnen zu rächen?  Selbstmord? Oder aber vielleicht sich doch auf die eigenen Karriere zu konzentrieren, da man doch selbst doch nicht so wirklich an die beklagte schnelle Apokalypse und die letztendliche Endzeit und den abrupten Klimakollaps glaubt?

Es bleiben nur 11 Jahre für die Apokalypse? Glaubt ihr das selbst? Wenn dies so wäre, würdet ihr nicht einmal solche Diskussionen führen, ob man Schule schwänzen darf oder nicht, sondern eher die radiakalsten Massnahmen befürworten und ergreifen. Meine Einschäztung ist eher: Die ökologische Lage wird sich dramatisch verschärfen, aber nicht mit einem Schlag und einem Umkippppunkt. Zumal die Welt durch zwei Weltkriege schon einmal sehr verwüstet war und sich auch wieder aufbaute, auch schon einige Klimawnadel hinter sich hat ohne dass deswegen die Menschheit zumal mit Kriegen und Massenepidemien ausgestorben ist und es viele technische Möglichkeiten der Anpassung an den Klimawandel gibt und dieser auch auf unterschiedliche Weltregionen unterschiedliche Auswirkungen haben wird. Damit soll nichts beschwichtigt werden, ja auch nicht zum Nichtstun aufgerufen werden, aber auch einmal diesem Szenario von einem absoluten Point of no return in 11 Jahren widersprochen werden.  Und ohne eine internationale Bewegung, die politisch breiter als Schüler- und Studentenstreiks aufgestellt ist, wird gar nichts die Folge sein. Schüler und Studenten haben keine wesentliche Macht, eher schon die Arbeiter, Angestellten, Mittelständler, andere arbeitende Gesellschaftsgruppen, die von Generalstreik bis hin zu einer Revolution jede Regierung zum Handeln zwingen können. Da braucht es erst einmal eine neue Partei oder einen Generalstreik oder einen veritablen Aufstand, wenn die Verhältnisse unerträglich werden, aber was bei dieser Sorte Wutbürger dann herauskommt ist auch nicht klar, auch ob man das dann befürworten soll und ob man nicht noch die alten eingeschlagenenen Pfade über sogenannte Altparteien, Lobbygroups, NGOs,außerparlamentarische Organistaion, etc, gehen sollte.Das müsst ihr selbst mal diskutieren.

Zudem seid ihr nach eurem Offenen Brief eine Ein-Forderungsbewegung: Bis 2020 Ausstieg aus der deutschen Braunkohle. Soll das die gesamte „echte Zukunftspolitik“ für euch, Deutschland, Europa, die Welt sein? Seht ihr neben dem Klimawandel nicht auch noch Probleme vo sozialer Ungerechtigkeit, Grossmachtskonflikten,. Flüchtlingswellen (nicht nur Klimaflüchtlinge eben), Aufrüstung, Kriege, Islamismus, Neonationalismus, Wohnungsnot. Was eigentlich, wenn ein Krieg zwischen der NATO und Russland eurer Klimakatastrophe zuvorkommt? Oder ein Krieg zwischen den USA und China, der sich dann zum Weltkrieg auswächst oder aber auch selbst wenn er begrenzt bleibt auf Deutschland und Europa solche Auswirkungen hat, dass keiner mehr über Umwelt- und Klimaschutz sprechen wird, da es akutere Probleme gibt? Oder wenn Europa von Flüchtlingsmassen überrant werden sollte? Oder die EU zerbricht und sich die europäischen Staaten als Stellvertreter anderer Grossmächte wie den USA, China und Russland gegenseitig bekämpfen? Oder es eine Finanzkirse gibt, die keine finanziellen Spielräume mehr für Umweltschutz und Soziales lässt und breite Teile Deutschlands und Europas, vieleicht auch mit Währungsreform und Kollaps des Euros verarmen lässt? Wenn ihr nur eine 1- Punkte-Bewegung bleibt, die zumal sich nur auf Junge,d.h. Schüler und Studenten national und moralisch fokusiert, werdet ihr isoliert bleiben und folgenlos noch vor dem Klimakollaps oder während diesem untergehen, zumal dieser sich ja auch nicht an einem jüngsten Tag wie in Hollywoodblockbuster wie „The Day after tomorrow“abspielen wird.

„Es wird in Deutschland vorraussichtlich keine vergleichbare Chance mehr geben, eien so weitreichenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Lassen Sie deshalb diese historisch einmalige Möglichkeit nicht verstreichen. Nun wird die folgende Generation zusehen, wie Sie sich auf eine Seite stellen: Auf die, die sich in eine Vielzahl ergebnisloser Verhandlungen ohne politischen Willen zum Klimaschutz einreiht. Oder aber auf die, die sich den Herausforderungen stellt und den nachfolgenden Generationen-uns-eine lebenswerte Zukunft ermöglicht. Die Geschichte wird Sie beurteilen.Und wir werden Ihre Zeug innen sein.“

Nun benutzt ihr dieselben Phrasen wie auch Berufspolitker: „Die Geschichte wird entscheiden“—dabei sind es meistens Menschen und keine öminöse höhere Macht.Ihr seht ein Jüngstes Gericht kommen, wollt aber nicht einmal Ankläger oder gar Richter sein, sondern nur Zeugen. Eine sehr passive Haltung auch.

Als zweites Positionspapier auf eurer Webseite  ist die Rede von einem GEW-Funktionär zu lesen, der an dem französischen Widerstandskämpfer Hessel anknüpft, seinem Buch und Appell „Empört euch!“, aber eben auch auf andere weltweite und gesellschaftliche Probleme hinwiest und eine Reform der UNO, sowie die Einrichtung eines zentralen UNO-Wirtschaftsrates fordert, um die Weltwirtschaft zu reformieren. Dieses Papier sei euch als weitere Orientierung und Denkanstoss empfohlen, wollt ihr nicht eine nationale, moralische, bedeutngslose Ein_Punktebewegung bleiben. Dazu sei euch noch empfohlen zur Diskssuion das Manifest des Globalismus auf Global Review.

Nehmt Kontakt mit anderen nationalen, europäischen und internationalen Gruppen und Parteien auf, versucht eure Schülerdemos europaweit und möglichst weltweit zu verbreitern (bis auf die dikatorischen Staaten wie China , Nordkorea und Konsorten geht das), sprecht auch die Gewerkschaften, NGOs, etablierten Parteien,etc.  an, schreibt ihnen einen neuen Offenen Brief, der thematisch breiter aufgestellt ist als nur die punktuelle Forderung nach einem deutschen Kohleausstieg bis 2020, der ohnehin nicht kommen wird und vor allem diskutiert einmal: Welches Gesellschaftssystem brauchen wir, um einen Klimakollaps, Krieg und Verarmung zu verhindern? Gibt es einen grünen Kapitalismus? Braucht es ein neues System? Reform oder Revolution?

Manifest des Globalismus–Identität, Globaliserung und „Ich bin Malala“

https://www.global-review.info/2015/09/18/identitat-globaliserung-und-ich-bin-malala/

Manifest des Globalismus–gegen Kapitalismus, Kommunismus und Nationalstaatenkonkurrenz-für den Weltstaat mit einer neuen Ökonomie (Teil 2)

https://www.global-review.info/2015/12/22/manifest-des-globalismus-gegen-kapitaklismus-kommunismus-und-nationalstaatenkonkurrenz-teil-2/

Soweit mein Offener Brief an euch, den ich auf meinen Blog gestellt habe. Auf eine Antwort oder Reaktionen bin ich gespannt. Ihr könnt ihn ja auch auf eure Webseite stellen und diskutieren und kommentieren.

Mit solidarischen Grüssen

Ralf Ostner


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