Britischer Marinestützpunkt im Südchinesischen Meer–dreht Brexit-GB jetzt ganz durch?

Schon auf der Münchner Sicherheitskonfernz fiel der britische Verteidigungsminister durch eine recht militante Rhetorik gegenüber Russland auf.Damit nicht genug: Wie es aussieht überlegt sich GB nun an Seiten der USA,. Indiens, Japans und Australiens nun auch mit China in Asien anlegen zu wollen.

Wie es aussieht, möchte GB nach dem Brexit sich international wieder als Seemacht aufspielen und denkt über einen Militärstützpunkt am Südchinesischen Meer nach. Drehen die Briten jetzt voll durch? Scheinbar hoffen sie mittels des Quadrilateral Dialogue (Quad) zwischen den USA, Indien, Australien und Japan mitmischen zu können und denken auch über einen Marinestützpunkt in Singapur nach, der schon eine US-Basis beherbergt. Kern der Auseinandersetzung ist, dass China das Südchinesische Meer als sein eigenes Gewässer ansieht, während die USA und der Grossteil der Weltgemeinschaft dies als internationales Gewässer sieht und auch auf internationale Durchfahrtsrechte besteht.Die EU versucht sich noch aus dem Streit herauszuhalten, die Briten denken nun darüber nach, sich hier militärisch an Seiten der USA, Indiens, Japans, Australiens und der meisten ASEAN-Staaten zu engagieren.

Schon unter David Cameron betonte GB, dass die Zukunftswachstumsmärkte in Asien und nicht in Europa liegen würden, man sich wieder mehr auf das Commonwealth und den Asian pivot konzentrieren wolle, was das Vorspiel zur Distanzierung GBs von der EU wurde und nun den Brexit hervorbrachte. GB ohne EU-Schranken könne als Steuerparadies und neoliberales Musterlabor mit Sozialkürzungen, Deregulierungen, Privatisierungen und expandierenden Verteidigungsausgaben ala Hayek und Thatcher mit seinen alten Verbindungen zum Commonwealth zu neuer Grösse, zu einem neuen British Empire aufsteigen. Die Brexiteers bemühten immer das Bild, dass GB seine Fesseln von der EU kappe, um wieder wie in alten Zeiten als freie ungebundene Seemacht in See stechen zu können.

Zudem war GB der erste europäische Staat, der sich an Chinas Asian Infrastrcuture Investment Bank (AIIB) und damit an der Neuen Seidenstrasse beteiligte. Nun also eine mehr antichinesische Aktion in Anlehnung an den Quad und die Commonwealthmitglieder Indien und Australien. Klingt etwas schizophren, aber das British empire beteiligte sich anfangs auch an der Baghdadbahn des Deutschen Reichs und der Deutschen Bank, um sich dann als erbitterter Gegner des Deutschen Reichs wieder im 1. Wektkrieg wiederzufinden.Hinzu kommt auch noch. dass die City of London eng mit dem Finanzplatz und der ehemaligen Kolonie Hongkong verbunden ist.

Nur, dass heute die USA eher wie das niedergehende Empire wirken und China eher wie das aufsteigende Deutsche Reich. GB bleibt da nicht die Rolle eines neuen Empires, sondern bestenfalls als einer mehrerer untergeordneter Juniorpartner der USA. Zumal die Ökonomien der USA, Putin-Russlands, der EU, der Erdogan-Türkei sowie Brexit-Britanniens schwächeln und in Widerspruch zu deren expansiven weltweiten Engagements treten. Gut möglich, dass man einen „imperial overstretch“sehen wird, den Paul Kennedy in seinem Buch „The Rise and Fall of Great Powers“beschrieb. Selbst Chinas ambitioniertes Megaprojekt der Neuen Seidenstrasse könnte sich als imperiale Überdehnung und als neuer Großer Sprung nach vorne herausstellen, zumal es auch in China viele Kritiker von OBOR gibt, die der Ansicht sind, dass China angesichts interner Probleme nicht nach außen so expansiv auftreten solle. Jedoch finden diese unter der sich totalisierenden Diktatur Xi Jinpings zur Ein-Mann-Herrschaft kein Gehör.

Bleibt abzuwarten, was folgt: Trafalgar im Südchinesischen Meer, neue Opiumkriege gegen China und Sir Francis Drake und Jardine samt East India Company befreit Hongkong? Es scheint, als ob die Briten in Asien mit “ a little help from a friend“, namentlich den USA-dominierten Quad ihr altes Bristish Empire zurückholen wollen. Ich schätze mal, dass die Chinesen das britische Engagement im Südchinesischen Meer nicht sonderlich ernstnehmen, eher als Symptom einer abgewrackten Weltmacht mit Realitätsverlust sehen und dies mit British humor goutieren , die nun im Bündnis mit den USA versuchen, da noch Geländegewinne zu machen und verzweifelt die Geschichte zurückzudrehen.Jedenfalls reihen sich die Briten in eine mögliche Front eines kommenden sinoamerikanischen Kriegs ein und wetten auf die USA als Sieger.Der britische Aussenminister wurde vorerst von China ausgeladen, eben weil es dort keine britischen Schiffe haben will ,man vielleicht befürchtet, dasss das britische Beispiel acuh trotz Brexit in Europa Schule machen könnte und sich die EU im Konflikt um das Südchinesische Meer zu einseitig gegen China positionieren könnten.

Ein ehemaliger deutscher Botschafter kommentierte das britische Vorhaben wie folgt:

„Zur britischen Basis im südchinesischen Meer: In ihrem Nachruf auf Anthony Eden schrieb die TIMES unter Bezug auf sein Suez-Abenteuer 1956:

„He was the last who believed in the UK as a worldpower, and he was the first who demonstrated to the world that the UK was no power anymore.“

Es gibt wohl immer noch Menschen in London, die von der Illusion vergangener Größe berauscht sind. Aber wie so mancher unter Alkoholeinfluss sich gelegentlich lächerlich macht, so tun sich auch die Engländer mit dieser Geschichte keinen Gefallen. Es wird nicht einmal mehr über sie gelacht, sie langweilt nur.“

A British military base on the South China Sea is not a far-fetched idea

Analysis by Brad Lendon, CNN

Updated 0043 GMT (0843 HKT) January 4, 2019

Hong Kong (CNN)When the British defense minister revealed this week that new military bases were being considered in Asia, critics questioned whether London has the money — or strategic vision — to carry out such a plan.

But an examination of recent British defense initiatives shows that far from being an off-the-cuff play, a base in Asia would be a logical extension of moves made over the last few years.

Defense Secretary Gavin Williamson broached ideas for a post-Brexit British military in an interview with the Sunday Telegraph.

„This is our biggest moment as a nation since the end of the Second World War,“ Williamson said.

„This is our moment to be that true global player once more — and I think the armed forces play a really important role as part of that.“

The British frigate HMS Argyll (center) in October takes part in Exercise Bersama Lima 2018, which also included vessels from the Malaysian, Singapore, Australian and New Zealand navies.

While Williamson said new British bases could be in „the Far East,“ defense sources specifically mentioned Singapore and Brunei to the Telegraph.

From a British standpoint, those countries make sense. Both still host small British military contingents — a legacy from the first half of the 20th century, when Britain, then a world superpower, wielded control over both as a colony (Singapore) or a protectorate (Brunei).

And both sit on the South China Sea, where Beijing’s shadow looms large.

Playing by the rules

The Chinese government staunchly maintains that large areas of the South China Sea have been its territory since ancient times. Beijing’s „nine-dash line“ extends more than 1,000 kilometers (621 miles) from its southernmost province, taking in more or less the entirety of the waters.

Most other countries consider Beijing’s sovereignty claims unsubstantiated, a view backed by an international tribunal in 2016.

Williamson told the Shangri-La Dialogue security conference in Singapore in June that Britain would demonstrate its solidarity with the „rules-based system“ in Asian waters by sending its warships there — focusing, at the time, on the threats of North Korea.

„We have to make it clear that nations need to play by the rules and that there are consequences for it doing so,“ Williamson said on June 3.

But a week later the Donald Trump-Kim Jong Un summit took much of the sting out of North Korea tensions.

And when the Royal Navy’s amphibious assault ship HMS Albion showed up in the South China Sea two months later, it made headlines by sailing near the disputed but Chinese-controlled Paracel Islands in what Beijing called a „provocative action.“

A nod to Washington

Warship movements like that are a regular feature of US Navy policy in the South China Sea, and Washington has been encouraging its allies to join in and ease its burden.

So a new or expanded British base in Singapore — where the US also has military facilities — would surely be well received by Washington, Britain’s No. 1 military ally.

„It is a complementary step to Washington’s Indo-Pacific strategy and Washington will be pleased,“ Ni Lexiong, a naval expert at the Shanghai University of Political Science and Law, told the South China Morning Post.

As far as security arrangements go, much of the work may be done. The United Kingdom in 1971 signed on to the Five Power Defense Arrangements, a pact that includes Singapore, Australia, New Zealand and Malaysia.

The agreements, made when Britain was pulling back its forces from Asia in the 1970s, are the longest-standing defense pact in Southeast Asia, according to The Diplomat.

The five-nation group held three weeks of war games based out of Singapore in October, with operations in the South China Sea part of the plan.

Making the sale

While the strategic importance of a Singapore base is clear, it could also make economic sense for Britain.

Any salesman can tell you, it helps to show off the stuff you’re selling.

Britain was the world’s sixth-largest arms exporter from 2013 to 2017, according to a report from the Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI). It was also the world’s second-largest military exporter from 2008 to 2017, the Defense Ministry says.

Bases in Asia could be a „showroom“ for some of that military hardware. And big arms deals would be a big boost for a post-Brexit British economy.

The British Type 45 destroyer HMS Duncan is shown at a Glasgow shipyard in 2015. One in every 200 UK jobs is defense related, the Defense Ministry says.

In 2017, Britain posted $11.3 billion in overseas military sales, according to the Defense Ministry. While this represented just 2.6% of the UK’s overall goods exported, the sales were of big-ticket items that provide well-paying manufacturing jobs.

One of every 200 British jobs was defense-related in 2015/16, the Defense Ministry says.

And Britain’s 10-year history of sales shows they were largely to countries outside the European Union, with large purchases by Saudi Arabia, Kuwait, Oman, India, Brazil and the US among the nine key sales mentioned in the Defense Ministry report.

When Australia signed a $26 billion deal in June to buy nine British-designed — albeit Australian-built — anti-submarine warfare frigates, the Financial Times called it „a coup“ for giant defense contractor BAE as Britain prepares to exit the European Union.

The Financial Times noted that the sale, which it called „the world’s biggest naval defense contract in a decade,“ could help drive down unit costs for Britain’s fleet of the frigates and entice other foreign buyers.

Seeing those frigates at British bases in Asia helps the sales pitch even more. And who is among the competitors is the frigate export market? China.

The Chinese military carried a story on its English-language website this week saying the state-owned China State Shipbuilding Corp. had started building a guided-missile frigate for Pakistan, part of what it called „a major arms deal.“

The British expansion in Oman

Meanwhile, the SIPRI report says arms markets are growing in Asia, Oceania and the Middle East while shrinking in Europe, Africa and the Americas. The report also showed Indonesia was Britian’s third-largest arms client, following Saudi Arabia and Oman.

So don’t consider it any coincidence that, in October, Britain held its largest military exercises in nearly two decades in Oman.

Or that the Royal Navy is getting a permanent naval base at the Duqm port in the sultanate, a base which will have drydock facilities for its submarines and Queen Elizabeth-class aircraft carriers.

„From Duqm, HMS Queen Elizabeth will be able to project influence across an important region. She will fulfill multiple roles from providing air power anywhere at any time, to supporting allies or delivering humanitarian aid,“ the Defense Ministry said when announcing the base deal in 2017.

Substituting Singapore or Brunei for Duqm, how could the above statement look in 2020?

In a speech in Australia in 2017, then-British Foreign Secretary Boris Johnson said the Royal Navy would be sending HMS Queen Elizabeth and its under-construction sister ship, HMS Prince of Wales, into the South China Sea in 2020. So a British base nearby for the 65,000-ton warships, the most powerful Britain has ever put to sea, makes support efforts easier.

Taking sides or not?

If Britain follows through on a plan for an Asian base, expect strong opposition from Beijing.

When Chinese Foreign Minister Wang Yi met his British counterpart, Jeremy Hunt, at the United Nations in September — after the British warship had sailed near the Paracels — Wang urged Britain „not to take sides“ in the South China Sea, according to a report from China’s state-run Xinhua news agency.

Hunt assured Wang that Britain would not do so, according to Xinhua.

But in an October interview with the Financial Times, the head of the Royal Navy, Adm. Sir Philip Jones, offered support for British allies in the Asia Pacific and said the UK would resist Chinese defiance of international maritime law

„If you are going to have a different interpretation of that [convention] to the majority of nations then that has to be resisted,“ the British admiral is quoted as saying. „Otherwise you could see right around the world nations who will start to make their own interpretations.“

https://edition.cnn.com/2019/01/03/asia/britain-military-bases-asia-intl/index.html

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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