Mehr Europa- EU-Flugzeugträger- ist das Zeitalter der Flugzeugträger vorbei?

Während man in Sachen Europa nicht sonderlich vorankommt ausser der Umgestaltung des Eurorettingsfonds ESM, über die man nichts näher erfährt durch Rothschild-Macron und Finanzminister Scholz, dessen Berater ehemaliger JuSochef nach Nahles in NRWwar und dann Deutschlandchef von Goldmann Sachs wurde, nun analog zu Altmeiers deutscher Industriestrategie 2030 , die auch europäsch werden soll nun die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank vorantreibt, , scheint es zwischen Deutschland und Frankreich aber nun umtriebige Übereinstimmung bezüglich europäischer Verteidigungsprojekte zu geben. Nach dem deutsch-französischen Elyssevertrag, der als Neuerung eine gegenseitige Verteidigungsklausel trotz NATO vorsieht und damit Deutschland de facto auch unter den französischen Atomschutz der force de frappe stellt, sollte ein Trump die Deutschen mit dem Rückzug des US-amerikanischen Atomschirms im Stich lassen, gibt es nun neue breaking news: Neben dem anvisierten neuen deutsch-französischen Kampfflugzeug und einem Panzer hat nun die CDU-Vorsitzende Annegrat Kramp-Karrenbauer den Bau eines gemeinsamen europäischen Flugzeugträgers vorgeschlagen, wobei Bundeskanzlerin Merkel sie nun darin unterstützt. Interessant dabei sind, wie unterschiedlich dieses Projekt nun in etablierten Sicherheitseliten betrachtet wird. So schrieb ein ehemaliger NATO- und Bundeswehrgeneral voller Begeisterung:

„…. Schon General Naumann hatte vor rund 20 Jahren einen Flugzeug Träger gefordert, um die nato zu verstärken und us zu entlasten und um deu angemessen darzustellen.Ich halte dies nach wie vor für richtig. Mit fra kann das was werden. Die können Navy und wir haben das Geld…“.

Hingegen meinte ein ehemaliger deutscher NATO-Botschafter diametral entgegen:

 

Lieber Herr Ostner,

die EU-Flugzeugträger-Idee von AKK und AM ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Damen sicherheitspolitische Ignorantinnen sind. Ischinger hat das diplomatisch angedeutet.

Grundsätzlich gilt: „Träger frisst Flotte“! Wer einen Träger baut, der muss wissen, dass er eine Trägergruppe bauen muss, die weitere maritime Optionen budgetär nahezu ausschließt, es sei denn, man ist bereit, aus welt- bzw. regionalpolitischen Erwägungen diese finanziellen Opfer zu bringen. Bisher waren dazu nur die USA und Japan bereit.

Abzuwarten bleibt, ob die VR China mittel- und langfristig auf Träger setzt. Ich glaube nein! Der chinesische Trägerbau ist aus meiner Sicht eine strategische Diversion und dient dazu, die US-amerikanische Technik und Operationsverfahren genau zu studieren. Wenn es darauf ankommt, die US-amerikanischen Trägergruppen auszuschalten, kann das aus dem Weltraum mit Satellitenwaffen geschehen (Pearl Harbour 4.0).

Es lohnt sich übrigens, den Verlauf und die Ergebnisse der Schlacht von Midway zu studieren. Auch die Entscheidung Hitlers, den Bau des Trägers „Zeppelin“ zugunsten des Aufbaus der U-Boot Waffe zu stoppen, war strategisch richtig! Weg mit dem Prestigeprojekt, her mit dem Instrument, das für die Blockade Großbritanniens notwendig war! Aber wie gesagt: Die Damen und ihre Berater sind strategisch völlig unterbelichtet. Wie schrieb Goethe in seinem letzten Brief an Humboldt? „Verwirrtes Denken zu verwirrendem Handeln waltet über die Welt!“

Desweiteren hagelt es vom Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz Ischinger sowie dem European Council for Foreign Relations herbe Kritik an der Sinnhaftigkeit des Unternehmens, an mangelnden militärischen Strukturen und Strategien, an der Finanzierbarkeit, bzw. politischen Durchsetzbarkeit dieses Projekts:

 

„Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz und Ex-Botschafter in Washington, Wolfgang Ischinger, hat jedenfalls eine klare Antwort parat. Per Twitter verweist er darauf, dass ein Flugzeugträger „ein Instrument geopol./militärischer Machtprojektion“ sei.

Eine Einsatz-Voraussetzung wäre eine gemeinsame Strategie sowie ein zielgerichteter Entscheidungsmechanismus, schreibt er. Dann folgt sein vernichtendes Urteil: „Fuer D Lichtjahre entfernt!“, twittert er, also für Deutschland derzeit kein Thema.

Auch die Militärexpertin Ulrike Franke von der Denkfabrik European Council on Foreign Relations twittert dazu und spricht von einem nicht besonders gut durchdachten Vorschlag. „Viel Glück, dafür Geld von den Deutschen zu bekommen“, lautet ihr Kommentar.

In Branchenkreisen wird auf den Widerspruch verwiesen, dass Deutschlands und Europas Rüstungsindustrie gerade Alarmsignale wegen der restriktiven Rüstungsexportfreigabe im Vergleich zu Frankreich oder Großbritannien aussendet.

Dies könnte den von Airbus und Dassault gemeinsam geplanten nächsten Kampfjetprojekt (FCAS) oder den von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter vorgesehenen gemeinsamen Kampfpanzer sogar gefährden. Wer hat dann bei einem deutsch-französischen oder europäischen Flugzeugträger die Befehlsgewalt, lautet eine der vielen Schlüsselfragen.

Ein Flugzeugträger reicht nicht aus

Auffällig ist, dass der Vorschlag genau in einer Phase erfolgt, in der Paris einen neuen Flugzeugträger plant, der etwa 2030 in Dienst gestellt werden könnte. Es wäre der Ersatz für das 2001 in Dienst gestellte aktuelle Modell Charles de Gaulle mit etwa 1.950 Personen Besatzung, 262 Meter Länge, 42.500 Tonnen Wasserverdrängung und zwei Druckwasserreaktoren. Die Kosten für das Nachfolgemodell werden auf etwa 4,5 Milliarden Euro taxiert – ohne Flugzeuge.

Dabei gilt bei Marineexperten die Regel, dass nur ein Flugzeugträger für eine Nation eigentlich nicht ausreicht, weil der immer wieder über Monate für Wartungsarbeiten in die Werft muss und dann nicht einsatzbereit ist.

So gab es jüngst eine 18-monatige Wartungspause für Frankreichs Flugzeugträger, weil die Brennstäbe des Atomantriebs gewechselt werden mussten. Allein dieser Werftaufenthalt soll etwa eine Milliarde Euro gekostet haben.

Um immer ein Modell einsatzbereit zu haben, wären eigentlich zwei Flugzeugträger sinnvoller, heißt es bei französischen Militärexperten. Gleich zwei Mal neu bauen würde vor allem dem mehrheitlich in Staatsbesitz befindlichen Marinekonzern Naval Group Riesenaufträge bescheren. An der Konzernspitze steht der ehemalige Airbus-Spitzenmanager Hervé Guillou.

Neuer Flugzeugträger sollte zu neuen Kampfjets passen

In Militärkreisen wird darauf verwiesen, dass auf dem Zukunfts-Flugzeugträger dann das künftige deutsch-französische Kampfflugzeug (FCAS) landen könnte, dessen genaue Auslegung derzeit diskutiert wird. Es wäre sinnvoll, den neuen Kampfjet mit der Technik des neuen französischen oder Euro-Flugzeugträgers abzustimmen. Schließlich gibt es große Unterschiede, was die schwimmenden Plattformen leisten können.

Entweder starten Kampfjets per Katapultstart (Charles de Gaulle) oder es gibt eine Art Sprungschanze, wie auf dem neuen britischen Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth, der 2021 einsatzbereit sein soll. Es ist derzeit Europas modernster und mit etwa 65.600 Tonnen Wasserverdrängung und 284 Meter Länge auch größter Flugzeugträger.

Die Briten bauen bereits parallel am zweiten Modell. Experten sprechen von der STOVL-Klasse, weil auf diesen schwimmenden Plattformen auch Kampfjets mit Kurzstartfähigkeiten und Senkrecht-Landung möglich sind. So stehen auf dem Deck der Briten das US-Kampfflugzeug F-35B oder auch Hubschrauber.

Italiens Flugzeugträger Cavour, der seit zehn Jahren im Einsatz ist, oder Spaniens Modell Juan Carlos gehören auch in diese STOVL-Klasse, also Mehrzweckflugzeugträger, auf dem Hubschrauber landen können, aber auch das US-Modell F-35B.

Auch die USA planen neue Flugzeugträger

Jede Flugzeugträgerentscheidung hängt also auch davon ab, von welchen Modellen er genutzt werden soll. So gibt es beispielsweise eine Marine-Version des französischen Kampfjets Rafale, während der Eurofighter mit den Kernnationen Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien auf keinem Flugzeugträger landen kann, weil sich die beteiligten Nationen nie auf eine Marine-Version einigen konnten. Dies soll sich bei dem deutsch-französischen Nachfolgemuster FCAS ändern.

Die Liste der weltweit geplanten neuen Flugzeugträger zeigt, dass die Militärs an dem grundlegenden Konzept der großen schweren schwimmenden Plattformen nicht zweifeln. Die USA planen weitere milliardenteure Flugzeugträger mit Nuklearantrieb und auch von Russland tauchen neue Konzepte auf.

Indien, Südkorea und vor allem China treiben ebenso Projekte voran. Auch die Türkei schweißt seit 2016 an ihrem eigenen Flugzeugträger TGG Anadolu, der sich an spanischen Bauplänen orientiert. Das 232 Meter lange Modell wird als Mehrzwecksturmschiff bezeichnet.

Die TCG Anadolu werde in Kürze vom Stapel laufen, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. Zwischen Berlin und Paris wird währenddessen noch lange verhandelt, wie das gemeinsame Projekt aussehen könnte und ob es überhaupt zustande kommt.

https://www.welt.de/wirtschaft/article190197105/Ruestung-AKK-schlaegt-gemeinsamen-Flugzeugtraeger-mit-Frankreich-vor.html

 

Ich selbst bin Laie und kenne mich nicht sonderlich gut  aus. Der ehemalige NATO-General  findet einen europäischen Flugzeugträger richtig. Ebenso haben ja Spanien und selbst Erdogan einen Flugzeugträger. Ist die Trägergruppe denn wirklich so die Vorbedingung? Aber in dem Welt- Artikel steht ja auch geschrieben steht, dass man wegen Wartungszeiten immer gleich 2 Flugzeugträger bräuchte, um ständig einsatzbereit zu sein.

Bei den Chinesen ist die Debatte auch etwas schizophren. So äusserte eine Kommentarin in der regierungsoffiziellen Volkszeitung, das Zeitalter der Flugzeugträger sei vorbei, da diese schwimmende Enten seien, die mit einem Torpedo oder einer Rakete locker abgeschossen werden könnten. Zugleich legt sich aber China selbst Flugzeugträger zu. Da blicke noch einer durch. Aber vielleicht soll der europäische Fliugzeugträger ja weniger für Seeschlachten dienen, sondern als Rampe für Flugzeug- und Cruisemissile/Raketenangriffe gegen Ziele im Greater Middle East an Land, wie dies auch schon die USA vorexerzieren.Wie gesagt: Vielleicht findet Ischinger auch, dass man sich erst mal über die Aufgaben und die Strategie einig werden müsste in Europa, also erst einmal über gemeinsame außenpolitische Ziele und Militärstrukuren sich einigt, bevor man Beschaffungen vornimmt. Merkel und AKK scheinen da den umgekehrten Weg: Erst gemeinsame Projekte und dann mal sehen, wo und wie man die einsetzt. Also auch eine Frage der Reihenfolge. Im übrigen hat die US-amerikanische Republikanernahe Heritage Foundation bei den von ihr begrüssten Aufrüstungsprogrammen dann ähnliche Kritik an Trump geäußert, nämlich, dass man erst einmal eine Strategie haben müsste und Ziele, bevor man anschaffe und nicht wisse, wofür man das dann einsetzen wolle. Immerhin haben die USA ja eine National Security Strategy (NSS), wobei eben unklar ist inwieweit sich Trump daran hält.

Die Überlegungen des ehemaligen deutschen NATO- Botschafters zur Orientierung Chinas auf den Weltmeeren finde ich interessant. Richtig ist, dass China auch sehr auf Anti-Sat-Waffen setzt und dies mittels einer Demonstration schon einmal vorexerzierte, die für einige Panik bei US-Sicherheitsstrategen sorgte.Dennoch sollte man auch Prestigedenken in China nicht unterschätzen, zumal auch dieser Admiral Zheng He-Hype vorherrscht und die Landstreitkräfte zugunsten der Luftwaffe und der Flotte reduziert wurden, wie China trotz kontinentaler Seidenstrasse, aber eben wegen der maritimen Seidenstrasse  auch wieder anstrebt Seemacht zu werden. Dennoch erscheint der Kommentar in der Volkszeitung, wonach das Zeitalter der Flugzeugträger vorbei sei ebenso als  die mahnende Stimme, praktische Funktion vor Prestigedenken zu setzen. Vielleicht also auch selbst noch umstritten in Chinas Sicherheitseliten. Interessant finde ich hierzu auch einen Beitrag des US-Militärstrategen TX Hammes, mit dem ich für Global Review ein Interview über Offshore Controll führte und letztens wegen einer neuen Taiwankrise Korrespondenz hielt- der die Abkehr von prestigeträchtigen grossen Waffensysteme und Plattformen zugunsten von Luft- und Unterwasserdrohnenmassenschwärmen propagiert–nachzulesen unter seinem Beitrag auf War on the Rocks: The Future of warfare: Small, many, smart vs. Few, exquisite, expensive:

https://warontherocks.com/2014/07/the-future-of-warfare-small-many-smart-vs-few-exquisite/

Schwer zu beurteilen, inwieweit Flugzeugträger nun militärische Notwendigkeiten für gewisse außenpolitische Ziele sind oder eben nur Prestigeprojekte, die traditionellem Großwaffendenken entstammen, das mehr auf Symbolik und Medienbildern von Schiffeinweihungen mit Politikern sind. Schon die Flottenrüstung von Wilhelm 2 und dessen Marine wurden als militärisch dysfunktional für den 1. Weltkrieg seitens der meisten Sucherheitsexperten gesehen und mehr als das „Spielzeug des Kaisers“, das wertvolle Resourcen vergeudet habe, kritisiert. Jedenfalls zeigt der Vorstoß von AKK und Merkel, wie auch die Aufrüstung der US-amerikanischen, japanischen und chinesischen Marine mit Flugzeugträgern, dass deren Zeitalter scheinbar noch nicht vorbei ist und man sich für neue Kriege rüstet.

Doch es gibt auch inzwischen  auch selbstGrüne, die Mehr Europa und eine europäische Weltmacht diskutieren und über de offiziellen sicherheitspolitischen Sprecher der Grünen Tobias Lindner hinausgehen. Solche Kräfte, die es nicht nur bei den Grünen gibt,folgender Kommentar an einen „grünen Freund“, der aber auch in anderen Parteien vorhanden ist:

 

„Ehrlich gesagt frage ich mich, woran ich an dir bin, Du hast deinen Antifaschismus scheinbar in eine Ideolgie verwandelt, die der neuen neoimperialtischen gender-postkolonialen , demokratie-europäischen Strömung der Grünen als Bionadebourgeosie dient. Haupotsache MEHR Europa. Wie ist egal. Erst bist du für Bundeswehrtruppen nach Syrien, nun für einen europäischen Flugzeugträger für „deutsche“ (sic!) Interessen zum Einsatz.Und selbst wenn es europäische Interessen sind, so bleibt doch vages Interessensgeschwätz ohne dies je zu konkretisieren. Was sagen denn deine Grünen dazu, wenn eine Lochbiehler nur Menschenrechtsimperalismus will–aber vielleicht seid ihr da gar nicht soweit entfernt. Ich bin zwar auch zuerst für Interessenspolitik, aber die liegt erstmal in Abrüstungsinitiativen, Neuer Ostpolitik und erst einmal Definition gemeinsamer europäischer Verteidigungsinteressen und Verteidigung dessen Heimatlandes,seiner globalen Lebenslinien und auch humanitärer Hilfe wie bei der militärischen Unterstützung der Peschmerga und der irakischen Truppen gegen den IS,  aber eben nicht in einer Hochrüstung, die symbolisch irgendwie Europa zusammenbringen soll mittels eines Krieges, der Europa deiner Vorstellung wohl so vereinigen soll, wie Bismarck Deutschland mttels des deutsch-französischen Kriegs mit der Gründung des Deutschen Reichs gelungen ist. Falsche historische Parallele, Hobbyhistorismus und es wird auch keine Vereingten Staaten von Europa mittels außenpolitische erhofften Vereinigungskriegen etwa gegen Lybien, Algerien oder was auch immer geben, Die erhoffte Fusion Europas mittels Vereinigungskriegen wird genauso scheitern wie der Euro oder die nun erhoffte Fusion von Deutscher ud Commerzbank.

Vielleicht schwebt dir vor, dass  die EU aufgrund der Ölinteressen der italienischen ENI, der französischen Total und der deutschen BASF-Wintershall und der Flüchtlingslager eine gemeinsame europäische Aktion in Lybien, Nordafrika oder dem Greater Middle East machen könnten, vielleicht auch mit den anderen anglosächsichen 7 Schwestern und der holländischen Dutch, also so eine Art konzertierten Krieg, bei dem man dann die Kriegsbeute untereinander aufteilt und nicht per Stellvertreter versucht zu kontrollieren.Ihr könnt dies auch unter dem menschenrechts- und genderimperialistischen Vorwand machen, dass es Massenvergewaltigungen von Frauen, Homosexuellen und Transexuellen in diesen Gebieten gibt. Da kommt eure Forderung nach Mehr Europa irgendwie werte- und interessensmässig zusammen, wie auch schon Angelina Jolie bei der NATO war, um deren Einsatz für Verletzung von Frauenrechten zu fordern, Bei Ghaddafi wurde der Nato-Einsatz unter anderem wegen Massenvergewaltigungen seitens afrikanischer Söldner und eines anstehenden Genozids begründet. Amnesty Interational und Human Rights Watch haben dies inzwischen verneint und die lybischen Oppositionsführer haben offen zugegeben, dass all dies gelogen war, um einen Vorwand für eine NATO-Unterstützung zu bekommen. Während es im Falle Lybiens erlogen war, so war all dies und noch mehr im Falle des Islamischen Staats wahr. Aber es zeigt, wie schnell Menschenrechte für imperailstische Ziele genutzt werden können. Und mal ehrlich: Dieser ganze Planet ist so homophob, frauenfeindlich, menschenrechtsverletzend, dass man gar nicht genug Truppen einsetzen könnte. Daher bleibt dieser Menscherechtsimperialismus zumeist nur der Vorwand für mehr realpolitische Interessen und mehr eine taktische Sache, die zu oft nützliche Idioten mobilisiert.. Zumal nun scheinbar die EU mit Avantgarde aus Deutschland und Frankreich nun die geopolitischen Desaster der USA im Greater Middle East nachahmen wollen. Was die USA können, muss Europa auch können, vielleicht kleiner und selektiver, aber mal überhaupt. Dazu kann ein Flugzeugträger zwar helfen, aber ein nation-building und eine Besatzung ist ohne boots on the ground gar nicht machbar. Zumal die Russen und Chinesen da noch hre eigenen Interessen haben und der „Westen“nie so einheitlich agieren würde.  Zumal sich dann dieses Europa da in einen Sumpf verwickeln wird und ob dies Begeisterung unter den Bevölkerungen Europas auslösen würde, ist auch zweifelhaft. Also sich irgendwelches gemeinsame Kriegsgerät ohne militärische Struktur und gemeinsame Ziele zuzulegen und einfaxch mal einen Einsatz abzuwarten oder Krieg zu forcieren, dass Europa irgendwie auch mal zeigt, dass es handlungsfähig ist, ist wahrscheinlich das mögliche Desaster vor dem Ischinger warnt.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.