Deutschland unter Atomschutz der Force de Frappe?

Im Rahmen des neuen Elyssesvertrags haben Deutschlkand und Frankreich auch gegenseitig ein militärisches Verteidigungsversprechen abgegeben und es wurde vorschnell kolportiert, dass Deutschland dann auch unter dem Atomschutz der force de frappe stehe. Ist dies ein bindender und gültiger Vertrag? Bedeutet dies, dass Deutschland nun alternativ zum US-Atomschutz nun auch unter dem Atomschirm der Force de Frappe im Falle eines Angriffs Dritter steht? Würde Frankreich im Ernstfall wirklich Deutschland gegen Rußland oder eine dritte Macht im Falle eines Angriffs, auch nuklear verteidigen? Worst case scenario: In Frankreich kommt Le Pen an die Macht, kündigt den Vertragm, tritt aus NATO und EU aus und verbündet sich mit Rußland, während Trump seine Verteidigungszusagen für Deutschland, inklusive des Atomschutzes zurückzieht- bestünde dann für Deutschland und auch für andere europäische Staaten nicht die Gefahr, dass es Opfer einer russisch-franzöischen Aggression wird? Daran erkennt man den Wert der NATO, aber zugleich auch die fragile Basis auf der Deutschalnds Sicherheit ohne eigene Atomwaffen beruht.

Ein ehemaliger NATO-General beantwortete diese Frage recht klar:

„Klare Antwort meiner französischen Freunde: NEIN.!!

Fra kann nur sich selbst atomar schützen – für andere gilt das nicht. Niemals.

Die Option, sollte Le Pen drankommen und Trump den NATO-, bzw. Atomschutz cancelt, sich deutsche Atomwaffen zuzulegen, scheint ja auch nicht so ohne weiteres gangbar. Zum einen wegen des Atomwaffensperrvertrags, zum anderen wegen der internationalen und innenpolitischen Öffentlichkeit und Staaten und wegen seiner Geschichte. Wie sagte einmal Mitterrand: Es gibt zwei Gründe, warum Frankreich gegen Deutschland wieder Krieg führen könnte: Erstens bei einer Wiederverieigung, zweitens wenn es sich Atomwaffen zulegt (siehe dazu das Buch über Kohl und die deutsche Wiedervereinigung von Condolezza Rice). Im ersteren Falle ist dies wegen Euro und NATO-Mitgliedschaft nicht passiert, aber wie sehe es im zweiten aus. Hinzu kommt wohl auch, dass Deutschland nach dem Atomausstieg auch gar nicht mehr die atomare Infrastruktur hätte, um Atommacht zu werden. Bliebe also noch die Idee einer europäischen Atommacht, aber daran ist schon FJ Strauß gescheitert, auch wenn dies Polens anfnags auch schon einmal vorgeschlagen hat, nun aber dank Trumps Polennähe wieder fallen gelassen hat.  Vielleicht sollte man das daher konventionell und vor allem durch des Ausbaus eines starken Cybercommands kompensieren.Oder mal ganz aberwitzig gedacht: Wäre ein russischer oder chineischer Atomschutz mittels eines Neuen Rapallo samt Schwarzer Reichswehr denkbar, dann wäre aber wohl die Westbindung, die keiner infrage stellt, aufzukündigen, was wohl noch fataler wäre.Vielleicht ist der einzige gangbare Weg mittel- und langfristig dochj eine Neue Ostpolitik und Rüstungskontrollverhandlungen sowie eine partille Demilitarisierung Europas.Aber das ist Wunschdenken angesichts der momentane Trends und ob sich unter einem Atomschirm Chinas und Rußlands so gut leben lässt wie bisher ist auch die Frage.

 

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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