Trump-Putin-Deal-was sind Trumps Vorstellungen?

Trumps Telefonat mit Putin und dessen Bemerkung, dass Rußland nicht in Venezuela reingezogen werden möchte und Zurückhaltung üben könnte, nebst Venezuela auch Syrien, die Ukraine, Nordkorea und Lybien nebst einem Rüstungspakt mit Rußland und China diskutierte mit Ausnahme Chinas und eben Irans , scheint Trump nun als Freibrief für weitere Eskalationen an allen sonstigen Fronten zu nehmen, bei denen er auf die Zurückhaltung Rußlands hofft.

Die Frage ist, wie ein Trump-Putin-Deal wohl nach Gustos Trumps aussehen sollte. Wohl möglicherweise so:

Venezuela: Putin lässt Guaido ran, erhält dafür gewisse Garantien für seine Ölinvestitionen, vor allem wie dies der Lateinamerikaexperte des US War College Dr. Evan Ellis skizzierte den Zugang venezuelanischen Öls mit russischer Beteiligung über die Firma Citgo zu den USA.

Syrien Auffällig, dass nach Trumps angekündigtem Truppenrückzug nun der Vizeverteidigungsminster der USA erklärt, dass die USA langfristig in Syrien zu bleiben gedenken in der kurdisch kontrollierten Zone der Syrian Defense Forces, um dort ein Standbein zu haben. Bedeutet zweierlei: Die USA würden zwischen Putins Assadkontrollierter ZOoe, die das meiste Land Syriens umfasst eine US-Zone schaffen, die auch die Kurden vor einem türkischen Einmarsch schützt, zugleich Putin dazu drängen, dass er seine S-300-Lieferungen und sonstige Unterstützung des NATO-Partners Erdogantürkei einschränkt, gemeinsam mit den USA sich gegen eine Präsenz der Türkei wie aber auch des Irans in Syrien einsetzt. USA und Rußland könnten so das Land aufteilen. Zeitgleich ist interessant, dass nun der inhaftierte ud zu lebenslanger Haftzeit verurteile PKK-Führer Öcalan die Kurden auffordert die Idee eines unabhängigen Staats aufzugeben ,sich auch von einem Zusammengehen mit der syrisch-kurdischen YPG oder Unabhängigkeitsbestrebungen im Irak distanziert und sich zu Friedensverhandlungen mit Erdogan bereit erklärt.

Nordkorea Hier kann Putin Vermittler zwischen den USA und Nordkorea sein, zumal auch eigene geplante Pipeline-, Eisenbahn- und Wirtschaftsprojekte vorschlagen, wie auch sein Programm einer stufenweise Deeskalation vielversprechender für beide Seiten ist als die ultimative US-Forderung nach Denuklearisierung Nordkoreas.Zumal Rußland wie auch China für multilaterale Sicherheitsgarantien für Nordkorea eintreten könnte, wobei Trump aber eher solchen muiltilateralen Arrangements ablehnend gegenübersteht, er aber auch nicht um Rußland vorbeikommen wird, insofern ihn an einem Deal mit Kim wie auch mit Putin gelegen sein sollte.

Lybien  Hier schien sich Trump, Putin, Saudiarabien, Ägypten und Frankreich einig General Hafatr als den neuen strongman zu etablieren und auszurüsten.

Iran/ China Soweit machbar. Aber Trump eskaliert nun an allen Fronten zugleich und hofft nun, dass sich Putin an diesen zentralen Fronten zurückhält. Zum einen den Konflikt mit China. Zum einen verhänt Trump neue Strafzölle, zum anderen schickt er 2 Kriegsschiffe in das Südchinesische Meer, die mit China fast in einen Konflikt kommen und weitere Kriegsschiffe in den Persischen Golf gegen Iran, wobei Bolton erklärt, dass jeglicher Angriff iranischer Stellvertreter, der iranischen Revolutionsgarden oder des Irans auf US-Truppen einen Krieg hervorbringen würde. Hier wird der ideale trigger für einen militrärischen Konflikt konstruiert. Scheinbar erwartet sich Trump nun bei diesen Eskalationen gegen China und Iran Zurückhaltung seitens Putins wie auch bei Venezuela als Grundlage für einen Deal, bei dem Rußland sich unterordnet und bei der wesentlichen Auseinandersetzung mit China und dem Iran heraushält. Ob Trump hier nicht überzieht und Putins Willen zu einem Deal überschätzt, ja letztendlich dessen Hoffnung auf eine multipolare Weltordnung ignoriert, bleibt abzuwarten.

Jedenfalls möglich, dass Trump dafür bereit wäre Zugeständnisse bei NATO, Europa und der Ukraine und Weißrußland zu machen, zumal er gleichzeitiug zur Eskalation mit Iran, China, Venezuela auch der EU Strafzölle androht. Trump scheint sich für allmächtig zu halten und hofft an allen Fronten die Gegner einzuschüchtern in der Hoffnung, dass diese nachgeben werden nach seine Vorstellungen. Teile und Herrsche/Divide et impera scheint nicht seine Taktik, schon gar nicht Strategie, eher Mussolinis  Multiu nemeci, multi honore–viel Feind, viel Ehr. Von imperial overstretch ala Paul Kennedys „The Rise and Fall of Great Empires“ scheint er wie Georg W-Bush noch nie etwas gehört zu haben. Es bleibt also abzuwarten, inwieweit Putin bereit ist, die rußische Zurückhaltung bei den immer weiter eskalierenden US-Machtansprüchen zu akzeptieren als Preis eines Deals. Möglicherweise ist Trumps Hoffnung Putin zum Juniorpartner der USA gegen China und Iran machen zu können auch ein Fehleinschätzung. Wahrscheinlich also, dass Trump und Putin solch einen Deal mal ausprobieren und ausloten wollen, er aber an den unterschiedlichen Interessen und Trumps überbordenen Maximalforderungen scheitern wird, zumal Rußland auch nicht Juniorpartner der USA und einer neuen pax americana sein will, sondern eben ein Pol in einer multipolaren Weltordnung. Also letztendlich könnte das schietern. Desweiteren ist wahrscheinlich bei der Zerstrittenheit der Demokraten und der guten Konjunkturlage in den USA, dass Trump wiedergewählt wird. So gestärkt wird er dann in der zweiten Amtszeit so richtig aufdrehen. Was wir bisher an Handels- und militärischen Konflikten gesehen haben, war da nur der sanfte Sturmvogel kommender Entwicklungen. Er muss dann keine Rücksichten mehr nehmen.Da ist dann noch Schglimmeres als in seiner ersten Amtszeit zu erwarten. Dann verschärfen sich wahrscheinlich die Handelskonflikte und sonstigen militärischen Konflikte und dann wird man sehen, ob er eben nur Geschäftsmann ist, der keine Kriege will.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.