Der D-Day und die List der Geschichte- Neues Versailles am nächsten D-Day?

Die alljährlichen Streitereien um die Brendtenfeiern und die Kriegsverbrechen der Wehrmacht in Mittenwald stehen nicht im luftleeren Raum. Bei den Brendtengegnern sind auch einige griechische Vertreter dabei und die griechische Regierung fordert nun 280 Milliarden Euro Entschädigungen von Deutschland, die polnische sogar 360 Milliarden Euro. Noch sind dies Kleinstaaten oder bestenfalls Regionalmächte,die dies fordern und die deutsche Regierung scheint dies noch relativ gelassen zu nehmen, aber mal hypothetisch gefragt: Was passiert eigentlich wenn Nationalisten anderer Großmächte wie Trump-USA, Bortis Johnson/Nigel Farage-GB antideutsche Stimmung machen würden und am D-Day von Deutschland auch Reperationen oder Entschädigungen fordern würden, ja sich Rußland dann auch noch anschliessen würde und Marine Le Pen ordentlich die antideutsche Trommel schlägt. Wahrscheinlich wird deutscherseits dann darauf verwiesen, dass Deutschland dies schon vertraglich geregelt hat, wie auch die Feindstaatenklausel aus der UNO gestrichen wurde, aber was wenn Trump oder andere, die sich um internationale Verträge nicht kümmern dies in ihrem nationalistischen Furor ignorieren?

Das 2 und 4-Abkommen wird zwar deutscherseits als Friedensvertrag angesehen, was aber wenn Trump sich darum nicht schert, neuverhandeln und einen neuen Deal wollte? Was wenn die ehemaligen Siegermächte unter nationalistischer antideutscher Stimmungsmache den eigentlichen Weltkriegssieger,das Wirtschaftswunderland und den Weltexportmeister Deutschland über die 2% NATOausgaben und Außenhandelsüberschüssen zur Kasse bitten wollen? Pay back the Marshallplan oder so ähnlich?  Zudem vorstellbar, dass eine Grünenregierung hier aufgrund notorisch antifaschistischen schlechten Gewissen und postkolonialer Gesinnung hier Konzessionen machen und die Büchse der Pandorra öffnen könnte.

Die Nationalisten aller Länder, die in der EU das Haupthindernis für ihre Pläne sehen und die Zentralmacht Deutschland als Hauptgefahr haben ein gemeinsmaes Interesse diese zu zerstören. Sie würden dann auch historische Gründe er- und finden. Großbritannien unter Nigel Farage oder Boris Johnson könnte Deutschland verantwortlich machen für den Niedergang des British Empire, Marine Le Pen Deutschland für den Untergang der Grand Nation. Die Trump-USA und Putin-Russland als Sieger des 2. Weltkriegs würden dann auf die Kriegs- und Menschenlebenskosten verweisen, zumal auch Rußland mit 20 Millionen sowjetischen Menschen da wuchern könnte. Zudem käme hinzu, dass Deutschland der eigentliche Kriegsgewinnler sei, der sich zum einen schmarotzend als free rider mittels Marshallplan, NATO und Außenhandelsübergeschuss an den USA saniert hätte, wie auch mittels Euro der eigentliche Nutznießer der EU sei, der alle niederkonkurriert und in Schuldenknechtschaft hält. Was will das demokratische und liberale Deutschland, das nachhaltig ohne Atomwaffen oder eine starke Armee entmilitarisiert wurde außer auf seinen Stolz auf den Weltexportmeister, Fußball und die Demokratie dagegen machtmässig in Stellung bringen? Soft power und den harmlosen good guy samt Love Parade und Scheckbuchdiplomatie zu spielen und ewig die Geläutertheit von der einst militaristischen Vergangenheit in alle Welt demonstrativ zur Schau zu bringen, ersetzt halt nicht die hard power des Militärs und anderer Faktoren. Die letzten Versuche eine deutsche oder europäische hard power zu generieren, schlugen unter den deutschen Gaullisten und Stalhelmlern der CDU/CSU FJ Strauß und Dregger fehl, die auch beim Atomsperrvertrag von einem neuen deutschen Versailles sprachen.

Diese soft power-Argumente werden die Nationalisten und ihre Anhänger gar nicht interessieren, da sie die EU und deren entmilitarisierte Zentralmacht Deutschland zerstören wollen. Nicht einmal die AfD, die Deutschland als den Zahlmeister der EU und des Euros, wie auch internationaler Organisationen darstellt würde da als Argment gelten, sondern diese könnte dann ohne EU bestenfalls noch Staathalter fremder Mächte wie Trump-USA, Putin-Rußland. Le Pen-Frankriech und Farage-GB dienen, wenn Europa in Nationalstaaten aufgelöst ist und die Neokolonisioerung der Beute Europa abläuft.

Was wenn ein kommender D-Day dann von einer vereinigten antideutschen Entschädigungsfront als Fortsetzung des Wirtschaftskrieges dominiert wird? Wie gesagt: Momentan noch sehr hypothetisch, aber es gibt auch so etwas wie die List der Geschichte: Nationalisten als die neuen Antifaschisten, die das demokratische und liberale Deutschland dann als Hort neuen Nazitums propagieren, wie dies schon Erdogan getan hat. Und Boris Johnson will jetzt schon nicht die 44 Millkiarden Euro EU-Austrittszahlungen lesiten und umgekehrt ein grüner Gutmensch wie Volker Beck 26 Milliarden an Griechenland für Entschädigungen wegen des 2. Weltkriegs zahlen. Wenn man dieses Faß mal öffnet , würde es überlaufen und Deutschland würde in eine babylonische Rückzahlungserpressungsorgie und Isolation reingezogen. Dann wäreder nächste D-Day der allierten Nationalisten ein neues Versialles.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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