Kurznotiz: Klimawandel, Bäumepflanzen und der Kapitalismus

Die Initiative des Chef des Club of Rome Deutschland Frithjof Finkheimer zum Bäumepflanzen Plant a Planet wäre eigentlich zu begrüssen, wie es auch das Desert Techprogramm für Afrika war- einen riesigen Solargürtel in Afrika bauen zu wollen, wobei die westlichen Firmen absprangen und nun Saudiarabien und China tonangebend sind.Dennoch sollte Finkheimer ehrlich sein. Die 4 Faktoren, die Klimawandel auslösen sind Sonnenaktivität, Vulkanismus, CO2 emissionen und Waldabforstung/Brandrodung. Erstere beide kann man nicht beeinflussen, nur letztere beide. Zu glauben man könne das Weltklima wie ein Thermostat einer Zentralheizung regeln ist illusorisch. Zumal China gerade die Wälder Sibiriens abholzt, Bolsonaro-Brasilien den Amazonas, die grünen Lungen des Kongos, Indonesiens, Papua Neuguineas, u.a.  brandgerodet werden, ist seine Baumpflanzinitiative bestenfalls Reperaturarbeit. Zudem muss man sich auch darauf einstellen, dass der Klimawandel bestenfalls abgemildert wird und man Katastrophenschutzmaßnahmen ergreifen und finanzieren muss.Hierfür wird jedoch nicht seitens der Ökobewegung mobilisiert, da sie noch der Halbilliusion anhängt, dass alles gut werde.

Ein chinesischer Oppositioneller schrieb dazu noch:

„Ja, es gibt unter den Öko-Leute leider zu viele, die die Umwelt mit Planwirtschaft in Ordnung bringen wollen. Sicherlich ist es wünschenswert, wenn die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung in den Industrieländern dazu führen kann, dass die aufgesparte Kalorien den Menschen in den Hungerländern zugute kommen wird. Aber die Welt funktioniert so. „

Nicht die Welt funktioniert so,sondern der Kapitalismus.Und der kann verschiedene Formen annehmen.Vom Neoliberalismus der Reagonomics und des Thatcherismus über eine soziale Marktwirtschaft bis zu einem regulierten Kapitalismus bis hin zum Oligarchenkapitalismus. Regulierung bedeutet noch nicht Planwirtschaft.Zudem sollte klar werden,dass der Glaube an die freien Kräfte des Markts ala Hayek,Friedman und Buchanan zu autoritären Parteien und manchmal auch Faschismus führt,da im Kapitalismus eben die Wirtschafts-und Finanzkrisen systemimmanent sind und Wirtschaftskrisen ala 1929 oder die Finanzkrise 2008 so zwangsläufig sind wie in der Planwirtschaft die Mangelkrisen und dann als politisches Ventil immer wieder rechtsradikale Parteien hochkommen lässt, die sich als Beschützer der kleinen Leute versprechen und als nationale Erlösung. Oder Linkspopulisten wie Chavez in Venezuela und sein „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“.Auch Putin ist Resultat des neoliberalen 100-Tage-Crashprivatisierungsprogramms des US-Ökonomom Jeffrey Sachs unter Jelzin, das Massenarmut und ein Sinken der russischen Lebenserwartung um 10 Jahre hervorbrachte. .Und der Raubbau und die Ausbeutung der Natur und der Arbeiter ist in beiden Systemen in unterschiedlichem Grad die Folge.Regulierungen wie Umweltschutz, Verbraucherschutz, Arbeitsschutz, Verbot von Kinderarbeit.Mindestlöhne, etc. sind da politisches Regulieren, die erst mühselig erkämpft wurden oder noch werden müssen und auch immer wieder infrage gestellt werden. Selbst ein Lugdwig Erghard wollte zuerst einen Laizessfair-Kapitalismus ala USA, bevor ihm ein Generalstreik 1948 die soziale Marktwirtschaft lehrte.


Soviel hätte ich an Bildung eines Chinesen in einem vorgeblichen kommunistischen China erwartet.Aber die KP China will ja außer der Theorie von der Diktatur der Arbeiterklasse womit sie die Dikatur einer Partei in einem Oligarchenkapitalismus meint und vielleicht dem historischen Materialismus, der sie als Weltvolk einer neuen Weltmacht unter einem Großen Vorsitzenden Xi unwiderbringlich kommen sieht, nichts mehr von Marx und dessen ökonomischen Theorien wissen.Und wenn man es nicht mit Marx hält,dann sagt Keynes ähnlich. s

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.