Wer Trump wählt, wählt den Krieg!

Ich bleibe dabei, dass sollte Trump wiedergewählt werden, er den Konflikt mit China und dem Iran weiter eskalieren wird, sollten sie nicht zu seinen America First-Bedingungen kapitulieren auch einen sinomaerikanische Krieg führen wird, um innerhalb der nächsten 4 Jahre den Sieg über China erklären zu können. Zumal wird langsam der Zusammenhang zwischen Iran und China auch klarer: Nach Expertenschätzung erhält China ca. 60 % seines Rohölbedarfs durch die Straße von Hormuz.

Was mich in Sachen China in diesem Glauben bestärkt, ist folgende Passage im heutigen Münchner Merkur

„“Wir brauchen China nicht und -ehrlich gesagt-ginge es uns ohne sie besser“, schrieb der US-Präsident in einer ganzen Serie wütender Tweets. US-Firmen sei „hiermit befohlen, sich sofort um Alternativen von China zu bemühen“ und Produkte wieder in den USA herzustellen. Experten zeigten sich irritiert und wandten ein, ihnen sei nicht klar, wie der Präsident Unternehmen Geschäfte mit China untersagen wolle. Trump verwies auf ein Gesetz von 1977. Damit könnte er womöglich einen nationalen Notstand mit Blick auf China erklären und so den Handel mit dem Land regulieren“.

(Münchner Merkur v.26.8.2019, S.5)o

Trump zielt auf die Errichtung einer autoritären Dikatur in den USA mittels der Erklärung des Notstands ab, will die US-Wirtschaft immer stärker regulieren, ja auf Kriegswirtschaft umstellen. Er ist auch ein  Vertreter der decoupling-Theorie, dem Abkoppeln von China, die er mit allen Mitteln durchsetzen will. Ins nicht einmal so unwahrscheinlkiche Extrem gedacht, könnte auch ein Krieg dazu dienen, den nationalen Notstand gegenüber China zu erklären. Ein Vorwand, etwa im Südchineschen Meer wird sich dann schon finden. Eine Seeblockade Chinas zur Strangulierung dessen Wirtschaft nach Vorbild der Offshore Controll des US-Strategen TX Hammes könnte hierzu als Vorbild dienen.

Ein chinesischer Kommentator meinte dazu noch:

“ Ein Krieg käme für die USA nur in Betracht, wenn der Nutzen viel größer als Kosten ist. Als Business Mann versteht President Trump besser als alle andere. Ich sehe zwar nach der jetzigen Entwicklung der beiden Länder einen Krieg auch für wahrscheinlich, aber nicht in den nächsten vier Jahren. Kriegerische Auseinandersetzung mit Iran weiß ich nicht so genau. Wenn ich Trump wäre, und eine Notwendigkeit in einem militärischen Sieg(regional in beschränktem Maß) über China sehen würde, würde ich zunächst versuchen, einen Stellvertreterkrieg zu benutzen, um China im Südchinesischen Meer oder an seiner Grenzen zu deklassieren oder festzubinden, so dass die Belt-Road-Plan endgültig dahin ist, und die Blamage oder enorme Kosten des Krieges im Inland Chinas zur Unruhe und Rebellion führen wird. Wenn Trump meint: Wir brauchen China nicht! kann er auch neben den Feind China, auch ein destabilisiertes wasteland china meinen. Die Frage ist nur, wer in Asien möchte gern den Faustschlag für die USA dem chinesischen Imperium verpassen, und dabei seine eigene Sicherheit und Entwicklung riskieren? Indien wäre ein Kandidat, aber nicht ideal. Vielleicht gäbe es auch kostengünstigere Methode um das Ziel zu erreichen? Wenn du Sun Tze gelesen hast, weißt du auch dass der Krieg durch seine gigantische Kosten immer als unausweichliche letzte Mittel verwendet werden muss, und zwar mit überwältigender Siegeschancen.“

Meine Antwort:

Du wiegst dich da mit dem Mythos vom kriegsvermeidnenden Geschäftsmann, der nur Deals will in trügerische Sicherheit. Und zweitens: Hat Trump Sun Tze gelesen? Ich sagte dazu, dass Trump in den Krieg ziehen wird, wenn China nicht nachgibt. Also als letztes Mittel. Die Frage ist nur, ob China nachgeben wird und das glaube ich nicht. Kein asiatischer Staat, weder Indien noch Japan oder gar Russland wird als Stellvertreter für die USA in den Krieg ziehen. Eine Destabilisierung der Neuen Seidenstrasse ist aber eine denkbare Option, aber auch nicht ungefährlich und einfach, die Offshore Controll aber auch.


Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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1 Response to Wer Trump wählt, wählt den Krieg!

  1. Wolfgang Sachsenröder sagt:

    Donald Trump erscheint inzwischen in allen Medien nicht mehr wie der gewählte Führer einer Präsidialdemokratie, sondern wie der unumschränkte Kaiser von Amerika, Alleinherrscher ohne jeden Ansatz von parlamentarischer Kontrolle. Die Entlassungen oder resignierenden Kündigungen von Ministern und anderen wichtigen Mitarbeitern sind für die Grossmacht USA und ihre demokratische Tradition ein einziges Armutszeugnis.

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