Singapur fürchtet Hongkonger Zustände

Singapur fürchtet Hongkonger Zustände

Streit im Akademikerbereich: Die University of Singapur will eine Veranstaltungsreihe der Yale Uni nicht haben, bei der liberale Gedanken und Joshua Wong thematisiert und propagiert werden. Der US-amerikanische Südostasienexperte und Yaleabsolvent Michael Montesano wurde da doch auch schon mal mit einem offenen Brief an die Yale Uni tätig. Man scheint Hongkonger Zustände in Singapur zu fürchten.

https://www.nzz.ch/international/bitte-keine-zustaende-wie-in-hongkong-ld.1509236

Inzwischen wird auch ein neuer Oppositionskandidat gehandelt, der so neu und so jung auch nicht mehr ist: Tan Cheng Bock, Gründer der Progress Singapore Party (PSP) ein ehemaliger Veteran der regierenden People´s Action Party (PAP). Kann der die PAP ersnthaft rausfordern?

https://www.nzz.ch/international/singapur-eine-spur-von-opposition-fuer-die-regierungspartei-pap-ld.1498711

Der langjährige deutsche Südostasienexperte vom Institute für South East Asians Studies ( ISEAS) Dr. Wolfgang Sachsenröder sieht die Angelegenheit so:

„Hongkong als alter Rivale ist natürlich ganz besonders im Blick der Singapurer, auch der Regierung. Dortige “Verhältnisse”will man natürlich nicht riskieren, fühlt sich auch relativ  sicher, weil die Chancen der jungen Generation auf Teilhabe am Wohlstand auch deutlich besser sind als in Hongkong, von Gewalt dort auf beiden Seiten sowieso abgesehen.
Wenn mein Eindruck der Debatte über den abgesagten Yale-Kurs zutrifft, war die Kritik daran vor allem, dass er zu praktisch und zu wenig akademisch-analytisch geplant sei.
Der NZZ-Artikel ist mir etwas zu sehr in der Tradition der Kritik an fehlender Demokratie. Ich kenne das Spektrum derOppositionsparteien nun über 20 Jahre, auch partiell personell und im Detail. Eigentlich versuchen alle, auf einer der vielenkleinen Protstwellen zu surfen, die ein wenig Volkssport sind. Grösster Fehler war vermutlich die letzte Präsidentenwahl, dieim Vorlauf dadurch manipuliert war, dass man angab, eine Minderheit zum Zuge kommen zu lassen, vermutlich um Tan Chen Bockzu verhindern, der die Wahl davor reichlich knapp verloren hatte. Dadurch musste die halb indische Kandidatin Halima als Malaiin ins Rennen. Da die anderen Minderheitskandidaten aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend qualifiziert waren, wurde die
Wahl überflüssig und die amtierende Präsidentin war “gewählt”. Der Witz des Tages war ein fiktives Treffen von zwei “Halbindern”mit Mahathir in Malaysia.
Tan Chen Bock kann ich persönlich nicht ausreichend einschätzen. Er ist einer der langgedienten PAP-Parlamentarier, die granteln wennsie ausgetauscht werden. Eine Oppositionskoalition scheint nicht zustande zu kommen, insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass Tan’sParteigründung eine Gefahr für die PAP werden kann.“

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