Russland in den deutschen Medien: Schweigen zum Beitritt Russlands zum Klimaschutzabkommen, Berichte über russische Bedrohung

Der Beitritt Ruslands zum Pariser Klimaabkommen wurde in den deutschen Medien kaum bis gar nicht erwähnt,bei den Privatsendern war dies nur einen Satz im Laufband wert.Auch seitens der Politik wurde dieser wichtige Schritt schweigend übergangen.In meinem ansonsten gut informierten Bekanntenkreis wussten die meisten gar nichts davon und zeigten sich überrascht .

Gestern lief auf Phönix eine recht interessante Reportage über die NATO und Russland. Vor allem Russlands Aufrüstung im Baltikum rund um das Sukwali-Gap wurde als Gefahr herausgestellt, sowie recht bedrohliche Äusserungen Putins beim Valdaiclub.Vor allem in US-Kreisen ,federführend der Atlantic Counvil,das CSIS und New Project for American Security möchte man nun zu einer strategischen Überlegenheit des Westens hinarbeiten.Laut Vertretern dieser Organisationen beabsichtige Putin den Westen bei einer Aggression gegen Europa vor das Dilemma zu stellen,atomaren Selbstmord zu begehen oder nichts dagegen zu unternehmen.

Daher bedürfe es einer neuen US-Strategie, die Atomkriege begrenzbar , führbar und gewinnbar mache.Das kennt man aus der Reaganära mit Colin S.Gray und der berühmtberüchtigten NSC-Direktive 84 noch. Eine andere interessante Publikation zu dem Thema ist Brookingsfellow Michael O Hannons neues Buch „The Senkaku Dilema“,in welchem er Strategien überlegt,sollten Russland und China etwa die Senkakuinseln, Taiwan, andere Inseln oder das Baltikum erobern. Neben militärischen Mittel erweitert O Hannon aber das Instrumentarium um wirtschaftliche und politische Gegenmassnahmen,die ineinander greifen müssten.

Bezeichnenderweise wurde aber auch niemals thematisiert, dass Russland die NATO-Erweiterung und die Entwicklung neuer Waffensysteme durch die USA auch als Bedrohung sehen könnte. Rein die westliche Perzeption. Vergessen schon Peter Scholl-Latours „Russland im Zangengriff zwiwchen NATO, Islam und China“.

Zudem: Wenn die USA eine strategische Überlegenheit anstreben, müssen sie aber dies nicht nur bezüglich Russlands tun, sondern auch gegenüber China, das hier vollständig unerwähnt blieb.Momentan verfügt die VR China gerade über 250 atomare Interkontinentalraketen. Was aber,wenn START auch noch gekündigt wird oder aber China auch ohne diese Kündigung sein eigenes interkontinentales Atomarseanal auf russisches Niveau hochrüsten würde? Anders als Russland hat China genug Wirtschaftskraft solch ein Totrüsten oder solch eine Aufrüstumng auch durchzustehen. Anders als im Ersten Nuklearen Zeitalters des bipolaren Kalten Kriegs hat man ja heute mehrere Akteure wie auch ein wesentlich breiteres Spektrum an Waffentechnologien, sei es nur Cyber- oder Weltraumwaffen nebst mininukes und Neutronenwaffen.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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