Kurznotiz: Erdogan beginnt Nordsyrienoffensive- USA rüsten Griechenland auf

Erdogan will jetzt seine Offensive in Nordsyrien trotz Protesten aus den USA beginnen.Dem zuvor ging ein Telefongespräch zwischen Trump und Erdogan, in dem Trump der Türkei hier grünes Licht gab mit dem US-Truppenabzug aus Syrien. Die Wirtschaftskrise in der Türkei hat die türkische Willkommenskultur nun abgelöst und die Rufe der türkischen Bevölkerung werden lauter die Flüchtlinge wieder loszuwerden. Deswegen schwillt der Flüchtlingsstrom nach Griechenland an und will Erdogan 1-2Millionen syrische Flüchtlinge von der Türkei in den Sicherheitsstreifen in Nordsyrien umsiedeln,was ihm Zustimmung seitens der türkischen Bevölkerung einbringt. Zudem der türkische Nationalismus auch die Beseitigung der Ansätze eines Kurdenstaates fordert. Desweiteren schafft sich Erdogan nun auch ein wenig neoosmanisches Territorium. Zudem dürfte die Sicherheitszone ein Brückenkopf und Rückzugsraum für die von Erdogan unterstützten islamistischen Mordbrenner sein, die noch in Idlib und Nordsyrien gegen Assad und Russland kämpfen. Die Ansiedlung syrischer Araber und arabischer Islamisten in der kurdisch bewohnten Sicherheitszone dürfte zu einer ethnischen Säuberung und einem Bürgerkrieg samt Flüchtlingswellen führen und die YPG hat nun auch die Wehrpflicht für alle jungen kurdischen Männer eingeführt, wei auch wahrscheinlich ist, dass sie nun mangels US-Unterstützung Hilkfe bei Assad, Russland und Iran suchen wird. Ebenso werden Massaker befürchtet.

Trumps Entscheidung nun US-amerikanische Truppen aus den Kurdengebieten abzuziehen wird nun von dem Evangelikalenführer und TV-Prediger Pat Robertson kritisiert.Trump „riskiere das Mandat des Himmels zu verlieren“, wenn Erdogan ein Massaker an den Christen und Kurden begehen würde. Trump hat daraufhin Erdogan für den Fall eines Massakers mit der wirtschaftlichen Auslöschung der Türkei gedroht. Bleibt abzuwarten, ob es soweit kommt. Zumal Trump aufgrund seiner bedingungslosen Unterstützung von Israel,dessen Annektion der Golanhöhen (inzwischen offiziell Trumphöhen genannt) , des Heiligen Landes Westjordanland und Jerusalems sowie bei Abtreibung, homeschooling und anderen religiösen Fragen etliche Kreditpluspunkte bei den Evangelikalen und der religiösen Rechten hat. Einige Republikaner kritisieren Trump ebenfalls für sein Fallenlassen der Kurden und gehen etwa wie Lindsay Graham soweit über eine Aussetzung der NATO-Mitgliedschaft der Türkei offen nachzudneken

Interessant,dass US-Außenminister Pompeo Griechenland besuchte. Einmal wegen der Flüchtlinge ,zum zweiten um Griechenland als potentiellen Frontstaat gegen die Türkei aufzurüsten,sollte sich Erdogan mit den USA anlegen und sich weiter Russland annähern oder gar aus der NATO austreten. Griechenland scheint potentieller neuer Frontstaat gegen die Türkei , Russland und China an der Südflanke der NATO werden zu können, zmal die Türkei und Griechenland Teile von Chinas Neuer Seidenstrasse sind.

Schon ehe Pompeo seine Unterschrift unter das US-griechische Militärabkommen setzte, wurde in militärischen Kreisen lebhaft über die Frage des Balkans und besonders des Zugangs zu griechischen Militärbasen diskutiert. Im Juli wies der US-Botschafter in Griechenland, Geoffrey Pyatt, in einem Interview mit Stars and Stripes darauf hin, dass der US-Stützpunkt in der Souda-Bucht, der im Syrien-Krieg eine Rolle spielte, „ziemlich voll“ sei. US-Militärsprecher fügten hinzu, sie seien besorgt über die chinesischen Investitionen im Athener Hafen von Piräus: „Wenn wir ein Schiff, ein Kriegsschiff, nach Piräus bringen wollen, kann China Nein sagen.“

Vor Pompeos Besuch erklärte Pyatt die US-Politik wie folgt: „In einer neuen Ära von Großmachtkonflikten und dem Wettlauf um die größten Kohlenwasserstoffentdeckungen der letzten zehn Jahre steht dieser globale Knotenpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika wieder an erster Stelle des amerikanischen strategischen Denkens. Nachdem das östliche Mittelmeer für die Vereinigten Staaten jahrelang als selbstverständlich galt, nehmen sich die USA Zeit, um genau und umfassend zu analysieren, wie wir die US-Interessen besser durchsetzen können…“

Das hat dazu geführt, dass am Samstag das neue US-griechische Abkommen über die gegenseitige Verteidigung unterzeichnet wurde. Das unbefristete Abkommen, von dem seine Anhänger behaupten, es bedürfe keiner Zustimmung des griechischen Parlaments, sieht eine Erweiterung der Marinebasis der Sechsten US-Flotte auf Kreta, die Schaffung von Drohnenstützpunkten in Zentralgriechenland und einer Militärbasis sowie einer Erdgasanlage in Alexandropoulis vor. Diese letztere Basis würde es ermöglichen, US-Erdgas nach Griechenland zu transportieren. Damit könnte auf dem gesamten Balkan über noch zu bauende Gaspipelines das russische Gasmonopol in der Region gebrochen werden.

Militärisch bedroht die Basis Alexandropoulis sowohl Russland und den Balkan als auch den Iran und den Nahen Osten. Sie würde es Washington ermöglichen, Streitkräfte auf den Balkan zu schicken, ohne durch türkische und dann durch russisch kontrollierte Gewässer ins Schwarze Meer zu reisen. Wie der griechische Verteidigungsanalytiker Efthymios Tsiliopoulos zu Al Jazeera sagte, könnte Washington mit diesem Stützpunkt in Alexandropoulis „Operationen auf dem Balkan viel schneller als über andere Häfen unterstützen“. Er fügte hinzu, dass die US-Truppen auf den griechischen Stützpunkten auch im Nahen Osten „leicht einsetzbar“ seien.

Das Pentagon könnte diese Stützpunkte auch nutzen, um Schiffe mit Flüchtlingen zu blockieren, die versuchen, über die Ägäis aus dem Nahen Osten nach Griechenland und Europa zu fliehen.

In Bezug auf die wieder aufflammenden Konflikte zwischen Griechenland und der Türkei um Zypern und um die Ölbohrrechte im östlichen Mittelmeer hat Pompeo die griechische Position gegenüber der Türkei unmissverständlich bekräftigt. Pompeo sagte, er habe sich mit griechischen, zypriotischen und israelischen Beamten getroffen: „Wir haben deutlich gemacht, dass der Betrieb in internationalen Gewässern durch eine Reihe von Bestimmungen geregelt wird. Wir haben den Türken gesagt, dass illegale Bohrungen inakzeptabel sind.“

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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