Ende der Ökoallianz zwischen der EU und Russland, bevor sie beginnen konnte

Wenn man mit einer deutschen schwarz-grünen Regierung ins diplomatische Geschäft kommen will,ist neben Demokratiefragen und Minskerabkommen eben auch ein ökologischer Grundkonsens nötig. Trump-USA und Bolsonaro-Brasilen sind all diese Fragen völlig egal,aber eben nicht Deutschland oder der EU. Bleibt die Frage,wie viel Gewicht Putin-Russland außenpolitisch den Beziehungen zu Deutschland und der EU zumisst.

Das ökologische Bewusstsein scheint in Russland keine Priorität zu genießen.Noch wird die Ökologie mehr als Soft power und Imagefrage,denn als nationales Interesse, geschweige denn Menschheitsfrage begriffen. Ausdruck dessen sind auch Äusserungen von ruissischen Elitevertretern,dass es keinen menschengemachten Klimawandel gebe,die fossilen Brennstoffe und ihre CO2-Emissionen nichts dazu beitrügen und die Erderwärmung des Sonnenorbitalen geschuldet sei-dies obwohl Russland dem Pariser Klimaabkommen beigetreten ist und damit zumindestens verbal dem ökologischen Grundkonsens zustimmt.Nun ist es bekannt,dass Ölstaaten wie die USA, Saudiarabien und Russland kein Interesse haben,ihre fossilen Resourcen „schlechtreden“zu lassen,zumal sie sich ja auch erhoffen,ein“resource empire“zu sein.Es sollte aber nicht so weit gehen,den menschengemachten Klimawandel zu leugnen.

Eine weitere sensible Stelle sind die Süsswasserresourcen Russlands,die Prof. Rahr scheinbar gerne auch als Ware und Devisenbringer sehen wikk ,als Resource des resource empire. Hier tauchen auch wieder ökologische Bedenken der Grünen auf,da man befürchtet,dass Russland genauso wie es seine sibirischen Wälder billig an China ausverkauft,selbiges mit dem Süsswasser machen könnte.Dies trotz solch ökologischer Katastrophen wie Baikal- und Aralsee,die austrocknen.Der Idee Wasser als handelbare Ware zu privatisieren,also einem neoliberalen Konzept wie dies Nestle und andere Firmen beabsichtigen,stehen da eben grundsätzliche ökologische Bedenken der Grünen entgegen.

Insofern hier kein Umdenken erfolgt,sind aufgrund dieser Grundgegensätze Ökoallianzen sehr schwierig herzustellen. Inzwischen scheint die Idee einer Ökoallianz schon gestorben, bevor sie überhaupt Anhänger auf beiden Seiten gewinnen konnte. So schrieb Prof. Rahr:

“ Ich fürchte, die Idee der Öko-Allianz ist vom Tisch. Niemand, wirklich niemand, ist auf unseren Vorschlag eingegangen. Natürlich mag das dem geschuldet sein, dass man uns für unwichtig, politisch unkorrekt hält und es als anmaßend erachtet, wenn wir mit solchen klugen Vorschlägen kommen. Das ist das eine. Das andere ist jedoch die Debatte, die trotzdem angestossen werden soll. Ja, Russland will noch immer Energiesupermacht werden; Russland kann nicht akzeptieren, dass die Öko-EU ihr fossile Energieträger nicht mehr abkauft, dafür aber ihr neue grüne Technologien verkauft; DEU wäre dann nicht mehr Importeur von Energie, sondern Exporteur der Energiegewinnungstechnologie. Ein Albtraum für Putin.“

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.