Trump, das Impeachment und der Bürgerkrieg

Trump, das Impeachment und der Bürgerkrieg

Es sieht so aus,dass die Demokraten mit ihrem Impeachment gegen Trump scheitern werden,da sie nur zweitklassige Zeugen haben und die Republikaner im Senat recht geschlossen für Trump stimmen werden.Ich habe mir gestern einmal die Anhörung des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses angesehen und da fehlte die wirkliche smoking gun. Dennoch ist es ein Novum,dass ein US-Präsident mit der Mobilisierung seiner bewaffneten Anhänger, Milizen und der Alt-Right droht und überhaupt von der Möglichkeit eines Bürgerkriegs gesprochen wird. Erinnert an eine bewaffnete US-SA und die düstersten Warnungen Robert Kagans vor Trump „How fascism came to the USA“. Es wäre auch mal interessant,wo das US-Militär in einem solchen Falle stehen würde oder ob dann auch dieses gespalten würde und sich ala Weimarer Republik dann ein Seektsches „Truppe schießt nicht auf Truppe“ oder anderes ergeben würde. Es zeigt aber die Verwilderung der Sitten in den USA durch Trump and die sich zunehmend radikalisierende US-Rechte. Wilder Westen.High Noon.Und es bleibt auch offen, wie Trump im Falle einer Wahlniederlage reagieren würde, ob er diese dann nicht anerkennt, von Verschwörung und Wahlbetrug sprechen wird und das Weiße Haus nicht räumen will.Hoffen wir, dass es nicht zu diesem worst case kommt, denn dann wären die USA paralysiert und wäre dies geradezu eine Einladung für Putin und Xi die USA geopolitisch herauszufordern oder aber würden die USA vielleicht auch selbst blindwütig umherschlagen, um die innere Krise durch eine außenpolitische Krise und Rally around the flag zu kompensieren.

2 thoughts on “Trump, das Impeachment und der Bürgerkrieg

  1. Früher war Kalifornien ein Magnet für Arbeitskräfte und Ziel für den amerikanischen Traum. Das hat sich durch eine linke Politik ins Gegenteil verkehrt. Die es sich Leisten können, fliehen vor Verwahrlosung und exorbitanten Immobilienpreisen und Steuern. Anrainer Staaten beschweren sich über den massiven Zuzug der Exil-Kalifonier. Die normal und geringverdienende ländliche Bevölkerung sieht sich gut situierten Neubürgern gegenüber, die nicht nur Geld sondern auch ihre teils dekadente Lebensweise mitbringen. Steigende Preise für Wohnraum und zu liberale Ansichten prallen auf die eher traditionellen, konservativen Werte. War der Amerikaner einzelen Ansiedlern zugeneigt, werden die in Massen kommenden sehr liquiden Fluchtkalifornier abgelehnt.
    Es geht ein Riss durch Amerika zwischen der normal Bevölkerung und den Globalisierungs Gewinnern. Nicht nur im ländlichen Raum. Trump steht für das traditionelle. Da es mehr einfache Menschen als reiche Gewinner gibt, ist ein knapper zweiter Wahlsieg Trump sicher. Rhetorisches Säbelrasseln gehört zu der ältesten Demokratie dazu, aber der Amerikaner weis auch:“ United we stand, divided we fall…“

  2. Soviel man auch Trump mit Globalisierungsgewinnern und Globalisierungsverlierern erklären möchte, was ja auch teilweise stimmt, erklärt es doch nicht das ganze Phänomen Trump. Die Leute könnten ja auch Bernie Sanders oder einen linkeren Demokraten unterstützen, die aber leider nicht zur Wahl standen, sondern Hillary Clinton. Aber Trumps Wähler sind eben keineswegs nur die Abgehängten und die „Normalbevölkerung“ , sondern auch Leute aus der Oberschicht wie reiche Millionäre wie Adelson oder die Kochbrüder, die ihn mit Millionen an Wahlspenden unterstützt haben. Wie in Bolsonaro-Brasilien: Evangelikale Religionsfanatiker, die für uralte Familienwerte, gegen das Recht auf Abtreibung und den heiligen Krieg ums heilige Land Israel gegen den Islam sowie für eine klerikalfaschistische Diktatur stehen, viele Middle class, die sich wie Walter Lipset einmal formulierte radikalsiert haben zu einem neuen Faschismus oder Autoritarismis. Rassisten und Sexisten aller Arten.
    Dazu kommen noch einige Wähler aus der working class, der bisher mit den Demokraten verbundenen Gewerkschaften und ihren Arbeitern aus dem rust belt und den durch die Globaliserung deindustrtialiesierten Teilen der USA. Es ist interessant, dass sowohl Bernie Sanders wie auch Trump offen das Wort von der working class in den Mund nahmen, Sanders sogar von socialism sprach, Hillary Clinton aber eben nur immer nur die middle class im Auge hatte. Aber antikapitalistische Rhetroik kennt man ja von Faschisten–selbst Hitler nannte seine Partei Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, obgleich sie sich im wesentlichen aus radikalisierten und deklassierten Kleinbürgern zusammensetzte .Trump ist also nicht nur Ausdruck eines sozialen Kampfes, sondern auch eines Kulturkampfes und er will wie Samuel Huntington einen Clash of Civilizations. Huntingtons Who we are ist ja das akademische Werk der WASP-USA und des angry white man, der sich nun durch katholische Mexikaner und Latinos , die zunehmend die bisher von europäischen Zuwanderern bestimmte US-Gesellschaft überflügeln herausgefordert fühlt, wie auch durch die Frauenbewegung. Zudem vertreten Trump und die Republikaner vor allem die Interesen der Reichen und nur Teile der „Normalbevölkerung“. Auch sollte man sehen, dass Trump bei den letzten Wahlen weniger Wähler hatte als Hillary Clinton und nur durch das Wahlmännersystem siegte. Zu behaupten Trump vertrete das Volk und die Normalbevölkerung ist eine Anmassung. Er vertritt bestenfalls die Hälfte der Wähler, die keineswegas alles Globalisierungsverlierer sind und auch nicht mehr.Der andere Teil der Normalbevölkerung sieht sich immer noch gut bei den Demokraten aufgehoben.Aber das ist eben rechtsradikale Propaganda ala Trump und AfD immer zu behaupten man sei DAS Volk, da sie eben auff eine autoritäre Diktatur hinstreben, bei denen die Meinungender anderen 50% unterdrückt werden. Auch vielleicht mit Waffengewalt, da ja viele Trumpanhänger ihn auch bewaffnet „verteidigen“wollen. Bisher hat es es noch bei keiner Wahl gegeben, dass von der Gefahr eines Bürgerkriegs gesprochen wurde. Ein Novum und das ist auf die Fanatisierung der Republikanischen Basis sowie Trump zurückzuführen.Das ist nicht nur rhetorisches Säbelrasseln.

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