Iran und der zweite arabische Frühling

Beachtlich auch,dass wir auch von Algerien,Sudan,Libanon,Irak und Iran einen zweiten arabischen Frühling erleben ohne dass es jemand so benennt.Wobei man die Achse Iran-Irak und Libanon auch im Lichte des schiitischen Halbmonds und des US Iran-Konflikts sehen muss.Es sind zwar soziale Ursachen und im Falle des Irans die US Sanktionen,die zu den Unruhen führen,aber die iranische Führung sieht da auch eine Anleitung durch die CIA,sei es etwa,dass die Hisbollah die Proteste im Libanon als von außen gesteuert aktiv bekämpft.Im Iran polarisiert es sich.Aber das sind bisher spontaneistische Aufstände,unkoordiniert,ohne Führung,die noch leicht niedergeschlagen werden können.Das spielt den Hardlinern in die Hände.

Bleiben eigentlich nur folgende Optionen.Die USA hungern den Iran aus ala Iraksanktionen in den 90ern (Madeleine Albright: We have Saddam in the box),was die iranische Führung jedenfalls nicht unbeantwrtet lassen dürfte–dann sind solche Drohnenanschläge ala Saudiarabien oder andere Aktionen denkbar, die Trumpadministration und Israel bewaffnen die iranische Opposition,was perspektivisch ein neues Syrien erwarten lässt oder aber die Hardliner setzen sich durch und versuchen doch noch an Atomwaffen zu kommen,was dann wieder die Option eines Militärschlags und gegebenenfalls eines Kriegs auf die Tagesordnung setzt.Insofern Khameini nicht noch eingelenkt,was eher unwahrscheinlich erscheint, sehe ich nur diese Optionen.Möglich aber,dass die Hardliner auch offensiv werden und auf eine Art Befreiungsschlag hoffen.

Hinzu kommt nun mit der Anerkennung der Siedlungen im Westjordanland durch die USA,dass nun auch die PLO wieder vor die Wahl gestellt wird,zu militanten oder gar terroristischen Kämpfen überzugehen oder aber einen Sieg der Hamas oder noch radikalere Kräfte im Westjordanland in Kauf zu nehmen mit allen absehbaren Folgen.Währenddessen versucht das Middle East Forum von Daniel Pipes diese Politik mit seinem Israel Victory-Projekt zu fördern, demnächst ist ein Panel dazu und der Rolle der Türkei in der NATO im Kongreß geplant, das auch auf den Ausschluss der Türkei aus der NATO abzielt. Wobei das Trump-Erdogantreffen eine solche Entwicklung nicht sehr wahrscheinlich macht.

Während also Russland versucht in Syrien wieder für Stabilität zu sorgen, desintegrieren die umherliegenden Staaten zunehmends. Russland dürfte da auch nicht die Macht haben, für das gesamte Gebiet als Ordnungsmacht aufzutreten. Dr. Kortunov von RIAC hat ja die Fähigkeit Russlands dazu eher pessimistisch beurteilt, während die Fraktion um Karaganov ja Russland als supplier for international security kommen sieht.Wie die USA werden auch die Russen im Greater Middle East auf ihre Grenzen stossen.

Über Ralf Ostner

Ralf Ostner geboren 1964 in Frankfurt am Main, 1984 Abitur in Bayern--Leitungskurse: Physik und Kunst/ Schülerzeitung. Studium der Physik (Nebenfächer: Mathematik, Chemie), Wirtschaftsgeographie (Nebenfächer: BWL, VWL) und Studium der Sinologie. 1991 Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer in der englischen und chinesischen Sprache am Sprachen- und Dolmetscher-Institut/München (Leiter der Chinesisch-Abteilung: Herr Zhang, ehemaliger Dolmetscher von Deng Xiaoping und Franz-Josef Strauß).Danach 5 Jahre Asienaufenthalt: China, Indien, Südostasien (u.a. in Kambodscha während des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr, Interviews mit Auslandschinesen, Recherche im Karen-Guerillagebiet in Burma, Unterstützung einer UNO-Mitarbeiterin während den Aufständen in Nepal und bei UNO-Arbeit in Indien), Australien. Danach 5 Jahre als Dolmetscher, Delegationsbegleiter und Übersetzer in München. Abendstudium an der Hochschule für Politik /München (Schwerpunkt: Internationale Beziehungen). Abschluss als Diplom-Politologe (Diplomarbeit: Die deutsch-chinesischen Beziehungen 1989-2000 unter besonderer Berücksichtigung der SPD-Grünen-Regierung). Delegationsbegleitung von Hu Ping, Chefredakteur der chinesischen Dissidentenzeitung "Pekinger Frühling" (New York)und prominentester Vertreter eines chinesischen Liberalismus bei seiner Deutschlandtour (Uni München, Uni Mainz, Berlin/FU-Humboldt) bei gleichzeitigem Kontakt mit Liu Liqun (Autor des Buches "Westliches Denken transzendieren"/ heute: Deutschlandberater der chinesischen Regierung).Chefredakteur der Studentenzeitschrift UNIPOL . Projekte am Goethe-Institut und bei FOCUS TV. Seit 2000 Übersetzer (chinesisch-deutsch), Graphiker, freier Schriftsteller und Blogger.
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