Shen Yun-Kulturkampf zwischen der Falungong und KP China

Shen Yun-Kulturkampf zwischen der Falungong und KP China

Der Kulturkampf der KP China mittels ihrer Pandadiplomatie, chinesischem Staatszirkus, Shaolinakrobatik , den wenigen historischen Kinofilmen Zhang Yi Mous und anderer Staatsregisseure sowie Konfuziusinstituten, die neben Sprach- und Kaligraphiekursen auch kurze chinesische Geschichtskurse anbieten, in denen die Geschichtsversion der KP China erzählt wird wird seitens der chinesischen Opposition nur durch die führerzentrierte, autoritäre, religiös-fundamentalistische Organisation der Falungong mittels ihres Kulturprogramms „Shen Yun“ herausgefordert, das es multimedial und als Kulturverantstaltungen weltweit gibt und momentan durch die USA und Europa, auch Deutschland tourt. Wie die KP China betont die Falungong die 5000 jährige  chinesische Hochkultur, bei der selbst Minderheiten als farbenprächtige Folklorebeimengung in die chinesische Kultur assimiliert und inkorporiert werden.Die KP China hat aber noch kein so umfassendes, pompöses  Kulturprogramm wie die Falungong, das den Ansprcuh hat umfassend 5000 Jahre vermeintlich chinesische Geschichte. Legenden und Mythen kompakt in einem Guss anzubieten, sondern nur kleine mehr akrobatische Facetten wie Staatszirkus und Shaolinmönche.

Die KP China will mit ihrem chinesischen Staatszirkus dabei bei westlichen Zuschauern wie die Falungong mit der Präzision und Harmonie der gleichförmigen Bewegungen und Zusammenspiel der Künstler, die in einem ästhetischen Kollektiv körperliche Extremleistungen vollbringen ihren Kollektivismus und Effizienz verkörpern und als dem westlichen Individualismus überlegen darstellen. Beide appellieren an schlichte, einfach gestrickte, autoritätsaffine Gemüter, die sich von pompösem, klischeehaftem und stereotyp- manieristischem Massenkitsch einlullen lassen, in dem das Individuum im Kollektiv und in der Masse verschwindet und in einem Farben- und Klangmeer untergeht wie in bester Leni-Riefenstahlästhetik in Triumph des Willen und der Olympiade 1936, Militärparaden oder nordkoreanischen Propagandamasseninszenierungen. Ja, wären diese Leute Roitgardisten gewesen hätten sie selbst noch die kitschigen Revolutionsopern von der Maowitwe Jiang Qing als kulturrevolutionäre Darbietungen rein kulturell, ästehtsich und sportlich und nicht politisch begriffen.

Freilich gibt es Unterschiede zwischen KP China und der Falungong. So heißt es in der Shenyun-Werbebroschüre:

„Eine verlorene Kultur kehrt zurück, wenn Shenyun die Bühne betritt. Die Kultur des Alten Chinas wurde göttlich inspiriert. Shen Yun zeigt dieses Erbe mit dessen reichen spirituellen Elementen. Shen Yun kann heute nicht in China auftreten. Mit Sitz in New York bietet Ihnen Shen Yun eine Vorstellung. Die von der kommunistischen Herrschaft unbeeinflusst bleibt“.

Die Falungong erklärt sich zum eigentlichen Besitzer der chinesischen alten Kultur, konzentriert sich dabei auf Spiritualität und alte Gottheiten, Legenden, Märchen, Phanatsiewelten, Abergluabe, an die sie auch selbst glaubt und die sie auch mit ihrer eigenen Religion in China wieder etablieren will. Shen Yun beitet eine bunte farbenreiche Märchenwelt für alle Sinne, klassische Musik, Harmonie, die an extremen Kitsch heranreicht, nur die positiven Seiten der chinesischen und Märchengeschichte zeigt, aber von dem meisten Zuschauern auch nur als positiv wahrgenommen wird, die sich gerne ein anderes spirituelles Märchen- und Traumchina herbeiträumen als das atheistische, materialistische, neototatlitäre Chinas Xi Jinpings, das ausser als Superabsatzmarkt nicht weiter gemocht wird oder eben die jahrhundertelange asiatische Despotie. Shen Yun verspricht da ein märchenhaftes Traumchina, ganz unbefleckt von Konzentrationslagern für Uigiren und giftigem Spielzeug oder vergiftetem Milchpulver, Dikatur, blankem Materialismus und Habgier, ohne göttliche Inspiration und erlösende Herrschaft einer spirituellen Kraft wie der Falungong.

Es ist beachtlich, wie naiv westliche Zuschauer auf dieses kulturpolitische Programm hereinfallen und es loben, da sie es als reines Kulturprogramm halten und Politik aus der Kultur heraushalten wollen, obwohl die KP China und die Falungong diese ja subtil hineinbringen. Falungongführer Li Hongzhi war früher auch Trompeter der Volksbefreiungsarmee und versteht sich auf massenwirksame Propagandaarbeit, was aber westlichen Zuschauern zumeist verborgen bleibt.Beim Zuschauer bleibt bei dem Kitschspektakel im Geiste hängen, dass chineische Kultur sehr märchenhaft, farben-und sinnesfreudig, harmonisch und keineswegs hanchauvinistisch und despotisch war und ist, so wohl die alte Kultur, die eigentlich chinesische Kultur aussehen soll und dass es unverständlich ist, warum die KP China Shen Yun nicht durch China touren lässt, geht es doch nur  um chinesische Kultur und ist China doch eine Kulturnation in seinem eigenem Selbstverständnis. Damit hat der Kulturkampf und die Kulturpolitik Li Hongzhis ja schon ein wesentliches Ziel erreicht. Bleibt abzuwarten, ob die KP China als Gegenstück auch ein eigenes Shen Yun herausbringt und auf Tour durch China und im Westen schickt.

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